Deutschland hat durch ein 1:0 über Chile den Confederations Cup gewonnen. Dabei tat sich die DFB-Elf gerade in der Anfangsphase gegen früh störende Südamerikaner enorm schwer, nutzte dann aber einen Fehler von Díaz zum überraschenden 1:0. Es folgten weitere Gelegenheiten für den Weltmeister, aber keine Tore. In den zweiten 45 Minuten wurde die Partie hektisch und stellenweise unschön. Die Chilenen rannten an, konnten aber nicht mehr ausgleichen.

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Deutschlands junges Team jubelt mit Trophäe.

Chiles Nationalcoach Juan Antonio Pizzi verzichtete wenig überraschend auf personelle Wechsel und schickte dieselbe Elf auf dem Rasen, die sich im Halbfinale gegen Portugal (3:0 im Elfmeterschießen) durchgesetzt hatte.

Bundestrainer Joachim Löw dagegen nahm eine Änderungen gegenüber dem 4:1 gegen Mexiko vor. Henrichs musste auf die Bank, Kimmich rückte dafür auf die rechte Außenbahn. Den dadurch freien Platz in der Dreierkette übernahm Mustafi, der zuletzt beim 1:1 gegen Chile in der Gruppenphase in der Startelf gestanden war.

Ganz wie im Gruppenspiel begann auch das Finale: Mit aggressiv attackierenden Chilenen, die die junge DFB-Auswahl zu Fehlern im Spielaufbau zwangen. Ein solcher von Stindl hätte beinahe zum frühen Rückstand geführt. Rüdiger bremste Aránguiz im Strafraum aus, der Ball kam zu Vidal, der ter Stegen erstmals prüfte (5.). Ähnliche Szenen führten zu Abschlüssen von Vidal (7.) und Vargas (11., 13.).

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Lars Stindl dreht jubelnd ab, ermöglicht hatten den Treffer ein schwerer Aussetzer von Marcelo Díaz (#21).

Richtig knapp wurde es in der 20. Minute: ter Stegen konnte einen Vidal-Schuss parieren, der nachsetzende Sánchez traf den Ball aber nicht richtig. Stattdessen führte auf einmal Deutschland: Marcelo Díaz ließ sich am eigenen Sechzehner das Spielgerät von Werner abluchsen, der frei vor Bravo die Übersicht behielt und querlegte. Stindl musste nur noch ins leere Tor einschieben (20.).

Dieser Schock war wie Sand im Getriebe der chilenischen Angriffsmaschinerie, die in der Folge sichtbar unrund lief. Der Weltmeister dagegen kombinierte nun stellenweise flüssig nach vorne, logisches Resultat waren gute Torchancen. Rudy bediente Goretzka rechts im Sechzehner mustergültig, doch der Schalker verfehlte das lange Eck knapp (36.). Draxler zielte nach Werner-Ablage links vorbei (40.). Kurz vor der Pause leistete sich dann Jara einen schweren Fehlpass, Kapitän Draxler nahm Goretzka mit, der aus spitzem Winkel aber nicht an Bravo vorbeikam (45.).

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Halbzeit Zwei bot viel Gift: Hier geraten unter anderem Kimmich und Vidal aneinander.

Die Chilenen mühten sich, ihre Überlegenheit aus der Anfangsphase nach Wiederbeginn erneut aufzubauen, hatten damit aber nur bedingt Erfolg. Draxler startete in der 55. Minute ein feines Solo, den Abschluss fälschte Medel zur Ecke ab. Statt attraktiver wurde die Partie aber giftiger und hektischer. Nach knapp einer Stunde gerieten Kimmich und Bravo sowie der hinzugeeilte Vidal aneinander. Schiedsrichter Mažić (Serbien) zeigte beiden Bayern-Akteuren Gelb (59.).

Vier Minuten später lag der Serbe aber gehörig daneben. Jara hatte Werner an der Auslinie den Ellbogen an das Kinn gerammt (63.). Mažić entschied zunächst auf Einwurf und nach persönlichem Studium der Videobilder unverständlicherweise nur auf Gelb (65.).

In der Schlussphase drückte der Südamerikameister. Rudy blockte Sánchez (72.), Vargas zielte zu ungenau (74.) und Vidal feuerte aus kurzer Distanz klar über die Latte (75.). Nach dieser Szene forderten die Chilenen Elfmeter, mehr als eine Gelbe Karte für den zu laut protestierenden Vargas brachte dies aber nicht.

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War in der Schlussphase mehrmals auf dem Posten: Marc-André ter Stegen.

Deutschland konnte sich nur noch gelegentlich befreien und musste einige brenzlige Szenen überstehen. ter Stegen kratzte einen Aránguiz-Flachschuss aus dem linken unteren Eck (80.). Joker Puch ersprintete eine Sánchez-Flanke und legte zurück für den ebenfalls neu hereingekommenen Sagal, doch der schoss deutlich über das leere Tor – ter Stegen wäre machtlos gewesen (84.).

In der 90. Minute kochten dann die Gemüter mal wieder hoch, als Can den Ball tief in der chilenischen Hälfte nach einer Freistoßentscheidung gegen ihn nicht herausrücken wollte, sodass eine weitere Rudelbildung folgte. In der letzten Minute der Nachspielzeit trat Sánchez noch einmal zum Freistoß an, ter Stegen war aber zur Stelle und sicherte so den knappen Erfolg (90.+5).

Kurz darauf war Schluss und das junge deutsche Team durfte den ersten Gewinn des Confederations Cup für den DFB überhaupt ausgiebig feiern.

Statistik:

Tor: 0:1 Stindl (20., Rechtsschuss, Werner)

Aufstellung (Chile): Bravo – Isla, Medel, Jara, Beausejour – M. Díaz – Aránguiz, P. Hernández – Vidal – Vargas, Sánchez

Aufstellung (Deutschland): ter Stegen – Rüdiger, Mustafi, Ginter – Kimmich, Hector – Goretzka, Rudy – Stindl, Draxler – Werner

Wechsel (Chile): 53. Valencia für M. Díaz, 81. Sagal für Aránguiz, 81. Puch für Vargas

Wechsel (Deutschland): 79. Can für Werner, 90.+2 Süle für Goretzka

Bank (Chile): J. Herrera (Tor), Toselli (Tor), P. Díaz, Mena, Roco, Fuenzalida, Gutiérrez, Silva, Rodríguez

Bank (Deutschland): Leno (Tor), Trapp (Tor), Henrichs, Plattenhardt, Brandt, Demirbay, Younes, Wagner

Gelbe Karten: Vidal (59., Rangelei), Jara (65., Foulspiel), Vargas (75., Meckern), Bravo (90., Rangelei) – Kimmich (59., Rangelei), Can (90., unsportliches Verhalten), Rudy (90.+2, Foulspiel)

Schiedsrichter: Milorad Mažić (Serbien) – Milovan Ristić (Serbien), Dalibor Đurđević (Serbien) – Damir Skomina (Slowenien) – Clément Turpin (Frankreich), Jure Prapotnik (Slowenien); Artur Soares Dias (Portugal)

Anstoßzeit und Spielort: 2. Juli 2017/21:00 Uhr (UTC+3), Sankt-Peterbúrg Aréna/Sankt-Peterbúrg

Portugal hat sich durch einen 2:1 Erfolg nach Verlängerung gegen Mexiko Platz 3 beim Confederations Cup gesichert. Die Seleção war dabei vor allem in der ersten Halbzeit tonangebend, nutzte aber ihre Chancen – darunter auch einen Foulelfmeter von André Silva – nicht. Ein Eigentor von Luís Neto schien dann die Mittelamerikaner zum Sieger zu krönen, ehe Pepe in der Nachspielzeit ausglich. Die Verlängerung war nicht nur wegen zweier Platzverweise eine hitzige Angelegenheit. Held des Tages wurde Adrien Silva, der seinen Kollegen eine Lehrstunde im Elfmeterschießen erteilte.

Portugal und Gelson Martins scheiterten mehr als einmal am starken Guillermo Ochoa.

Wie zu erwarten war, rotierte Portugals Trainer Fernando Santos nach der 0:3-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Chile im Halbfinale und brachte acht neue Spieler. Nur Torwart Rui Patrício, Linksverteidiger Eliseu und Stürmer André Silva blieben in der Startelf.

Mexikos Coach Juan Carlos Osorio nahm fünf Änderungen im Vergleich zur 1:4-Niederlage gegen Deutschland vor. Luis Reyes, Márquez, Guardado, Vela und Peralta begannen für Alanís, Giovani und Jonathan dos Santos, Jiménez und Aquino.

Beide Teams machten von Beginn an klar, dass das „kleine Finale“ keineswegs eine unwillkommene Angelegenheit war. Insbesondere die Portugiesen zeigten sich konzentriert und nahmen rasch das Heft des Handelns in die Hand. Nani schoss nach einer Hereingabe von Gelson Martins vorbei (6.).

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Portugals Elfmeter-Probleme gehen (vorerst) weiter: André Silva scheitert am stark reagierenden Guillermo Ochoa.

Ein erste knifflige Szene hatte die Anfangsphase auch zu bieten: João Moutinho bediente André Silva mit einem hohen Zuspiel in die Spitze, Márquez grätschte dazwischen, woraufhin der Stürmer zu Fall kam (14.). Schiedsrichter al-Mirdasi (Saudi-Arabien) zog die Video-Schiedsrichter zu Rate. Nach einer persönlichen Einsicht am Spielfeldrand folgte schließlich die Entscheidung: Elfmeter und Gelb für Márquez (16.).

Der gefoulte André Silva trat selbst an, doch Portugals Pechsträhne aus dem Halbfinale blieb bestehen. Dabei war der Schuss auf das linke Eck durchaus platziert, Ochoa parierte aber stark und verhinderte den Rückstand (17.). Noch in derselben Minute kam Nani nach einer Pizzi-Flanke frei zum Kopfball, zielte aber drüber (17.). Auch der Vorlagengeber verbuchte eine gute Gelegenheit, verzog aber knapp, nachdem die mexikanische Defensive einmal mehr unaufmerksam agierte (23.).

Nach 25 Minuten tauten dann auch die bis dato eher passiven Mexikaner auf und suchten ihrerseits den Weg nach vorne. Ein Freistoß von Layún sorgte erstmals für Chaos im Strafraum, Rui Patrício sicherte das Spielgerät aber (27.). Auch vier Minuten später war der Schlussmann zur Stelle: Vela hatte rechts im Sechzehner Hernández bedient, der sich den Ball an Luís Neto vorbeilegte und das lange Ecke anvisierte. Rui Patrício glänze aber durch eine exzellente Parade (31.).

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Nicht minder stark als sein Kollege: Rui Patrício.

Die Seleção blieb insgesamt obenauf und hatte vor dem Pausenpfiff noch einige Gelegenheiten zur Führung. Erneut Gelson Martins sorgte mit einer Flanke für Gefahr, Layún blockte aber Pizzi (33.). Außenverteidiger Nélson Semedo scheiterte nach einem Zusammenspiel mit João Moutinho aus der zweiten Reihe an Ochoa (38.). Am nähesten kam der Führung für Portugal aber Mexikos Stürmer Oribe Peralta, der eine Außenrist-Flanke von Gelson Martins ans eigene Außennetz köpfte (43.).

„El Tri“ startete deutlich aktiver in den zweiten Durchgang, dennoch verbuchte Portugal den ersten Hochkaräter. André Silva lupfte den Ball herrlich zu Gelson Martins, der aus halbrechter Position aber vorbei schoss (53.). Eine Minute später lag der Ball auf der anderen Seite im Netz. Hernández hatte sich auf der linken Bahn gegen Nélson Semedo durchgesetzt, seine Hereingabe von der Grundlinie verpassten Vela und Keeper Rui Patrício am ersten Pfosten. Dem hinter den beiden positionierten Luís Neto blieb so keine Reaktionszeit, vom Schienbein des Innenverteidigers prallte der Ball ins Tor (54.).

Von diesem unglücklichen Moment kurz aus der Bahn gebracht, konnten sich die Portugiesen bei Rui Patrício bedanken, der einen zweiten Treffer verhinderte. Vela hatte Herrera mit einem idealen Zuspiel in die Spitze bedient, dem Mittelfeldmann aber versprang der Ball etwas, sodass Rui Patrício mit vollem Risiko klären konnte (56.).

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Hoppla: Luís Neto lenkt eine Hereingabe von Javier Hernández ins eigene Tor.

Lange hielt diese Phase aber nicht an, vielmehr drängten die Südeuropäer auf den Ausgleich. Gelson Martins servierte einmal mehr maßgerecht für Pizzi, doch dieser verfehlte sein Ziel aus zwölf Metern erneut (59.). João Moutinho legte mit viel Übersicht eine Flanke von André Silva per Kopf quer für Gelson Martins, doch Ochoa entschärfte dessen Kopfball einmal mehr fantastisch (61.). Die folgende Ecke – natürlich von Gelson Martins – fand den Kopf von Nani, doch auch der Kapitän konnte das Spielgerät nicht im mexikanischen Tor unterbringen (62.).

Nachdem Vela per Volleyschuss ebenfalls sein Ziel verfehlt hatte (65.), beruhigte sich das Geschehen auf dem Rasen. Die Mexikaner standen tief, machten die Räume eng und konnten so die portugiesische Spielfreude erheblich dämpfen. Fernando Santos brachte mit Ricardo Quaresma, Adrien Silva und André Gomes drei frische Spieler, dem Torerfolg nahe kamen aber die Mexikaner. Vela steckte für Hernández durch, der Leverkusener aber aus spitzem Winkel nicht an Rui Patríco dabei, der seinem Kollegen Ochoa in Nichts nachstand (83.).

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Artistisch: Innenverteidiger Pepe gleicht in der Nachspielzeit aus.

In der Nachspielzeit ereignete sich dann eine Parallele zum Gruppenspiel. Damals hatte Innenverteidiger Moreno spät zum 2:2 für Mexiko getroffen. Dieses Mal flankte Quaresma mit Schnitt von rechts, der aufgerückte Pepe schob sich vor Layún und drückte den Ball im Sprung mit dem rechten Bein ins Tor (90.+1). Der Ausgleich war ein Treffer des Willens für Portugal und angesichts des Übergewichts an Chancen und an Spielanteilen absolut verdient.

Den besseren Start in die Verlängerung legten die Mexikaner hin. Pepe klärte eine Hereingabe von Lozano zu kurz, Jiménez‘ folgender Abschluss wurde zur Ecke abgefälscht. Diese brachte Layún zu Moreno, der per Kopf an den zweiten Pfosten zu Lozano verlängerte. Der Joker konnte aber aus kurzer Entfernung Rui Patrício nicht bezwingen (93.). Der Europameister antwortete durch einen Freistoß von Eliseu, den der Linksverteidiger aber ein Stück zu hoch ansetzte (99.).

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Einer kann es doch: Adrien Silva verwandelt vom Punkt.

In Führung gehen sollte die Seleção aber dennoch: Eine Quaresma-Flanke kam bis an den zweiten Pfosten durch, wo Gelson Martins versuchte, das Spielgerät an Layún vorbei zu heben, dabei aber dessen hochgestreckten Arm traf – ein klarer Handelfmeter (103.). Adrien Silva übernahm die Verantwortung und vollstreckte wuchtig ins rechte Eck (104.). Quaresma hätte in der Nachspielzeit gar erhöhen können als ihn William bei einem Konter mitnahm, zielte aber genau auf Ochoa (105.+2).

Die zweite Hälfte der Verlängerung wurde farbig. Nélson Semedo musste mit Gelb-Rot vom Feld, nachdem er Lozano mit dem Knie am Kopf getroffen hatte (106.). Moreno fälschte einen Schuss von Quaresma ans Außennetz ab (111.), dann herrschte wieder numerischer Gleichstand auf dem Rasen. Auch Jiménez hatte das Bein viel zu hoch genommen, Eliseu an der Schulter erwischt und folglich ebenfalls Gelb-Rot gesehen (112.).

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Platzverweis Nummer Eins: Nélson Semedo sieht Gelb-Rot von Schiedsrichter Fahad al-Mirdasi.

„El Tri“ drückte in den letzten Minuten natürlich auf den Ausgleich, kam aber kaum vor das portugiesische Tor. In der 118. Minute kochten die Emotionen hoch. Herrera scheiterte mit einem Distanzschuss am einmal mehr exzellenten Rui Patrício. Im Anschluss flankte Lozano an den Fünfer, wo Moreno vorbei köpfte, dabei aber einen Stoß von Pepe abbekommen hatte. Die mexikanische Bank forderte lautstark Elfmeter, Trainer Osorio wurde gegenüber den Schiedsrichter-Assistenten al-Shalawi ausfällig und musste für die Schlusssekunden auf die Tribüne.

Am Spielstand änderte sich aber nichts mehr, sodass sich Portugal am Ende verdientermaßen über Platz Drei freuen durfte.

Statistik:

Tore: 0:1 Luís Neto (54., Eigentor, Linksschuss, J. Hernández), 1:1 Pepe (90.+1, Rechtsschuss, Ricardo Quaresma), 2:1 Adrien Silva (104., Handelfmeter, Rechtsschuss, Handspiel: Layún)

Aufstellung (Portugal): Rui Patrício – Nélson Semedo, Pepe, Luís Neto, Eliseu – Danilo, João Moutinho – Gelson Martins, Pizzi – André Silva, Nani

Aufstellung (Mexiko): Ochoa – Layún, Araujo, Moreno, L. Reyes – H. Herrera, Márquez, Guardado – Vela, Peralta, J. Hernández

Wechsel (Portugal): 70. Ricardo Quaresma für Nani, 82. Adrien Silva für João Moutinho, 82. André Gomes für Danilo, 91. William für Pizzi

Wechsel (Mexiko): 61. Lozano für Peralta, 80. J. dos Santos für Guardado, 85. Jiménez für J. Hernández, 106. Fabián für Márquez

Bank (Portugal): José Sá (Tor), Bruno Alves, Cédric, José Fonte

Bank (Mexiko): Cota (Tor), Talavera (Tor), Alanís, Aquino, Damm, G. dos Santos

Gelbe Karten: Nélson Semedo (26., Foulspiel) – Márquez (16., Foulspiel), Jiménez (94., Foulspiel), Moreno (98., Foulspiel)

Gelb-Rote Karten: Nélson Semedo (106., wiederholtes Foulspiel) – Jiménez (112., wiederholtes Foulspiel)

Besonderes Vorkommnis: Ochoa hält Foulelfmeter von André Silva (17., Márquez an André Silva)

Schiedsrichter: Fahad al-Mirdasi (Saudi-Arabien) – Abdullah al-Shalawi (Saudi-Arabien), Mohammed al-Abakry (Saudi-Arabien) – Bakary Gassama (Gambia) – Sandro Ricci (Brasilien), Jean-Claude Birumushahu (Burundi); Enrique Cáceres (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 2. Juli 2017/15:00 Uhr (UTC+3), Stadión Sparták/Moskvá

In einem hoch unterhaltsamen Halbfinale setzte sich Deutschland mit 4:1 gegen Mexiko durch. Wegweisend war dafür ein sehr früher Doppelschlag doch Leon Goretzka. Die Mittelamerikaner gaben sich trotz dieser kalten Dusche aber keinesfalls geschlagen und waren dem Anschluss vor und nach der Pause nahe. Auch nach dem 3:0 durch Werner bot das Spiel zahlreiche Torchancen. Weitere Treffer gab es aber erst kurz vor dem Abpfiff.

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Jede Menge Grund zum Feiern hatte die DFB-Elf um Timo Werner gegen Mexiko.

Bundestrainer Joachim Löw baute nach dem 3:1-Sieg gegen Kamerun erneut um. Hector, Henrichs, Goretzka und Stindl erhielten den Vorzug gegenüber Süle, Plattenhardt, Can und Demirbay.

Sein Kollege Juan Carlos Osorio tat es ihm gleich und tauschte ebenfalls vier Mal Personal. Kapitän Guardado hatte beim 2:1 gegen Russland seine zweite Gelbe Karte gesehen und fehlte damit gesperrt. Außerdem mussten Lozano, Vela und der gegen die Russen angeschlagen ausgewechselte Diego Reyes auf die Bank. Alanís, Giovani dos Santos, Aquino und Jiménez übernahmen für das Quartett.

Beide Teams setzten bereits früh auf aggressives Pressing und setzten den Aufbauspielern früh zu. In der sechsten Minute konterte die DFB-Elf blitzartig. Goretzka schickte Henrichs auf der rechten Bahn, der Leverkusener legte schließlich vor dem Sechzehner quer, wo Goretzka aus 17 Metern direkt abzog und per Aufsetzer ins linke untere Eck traf (6.).

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Abdrehen zum Jubeln: Leon Goretzka hat soeben auf 2:0 erhöht.

Mexiko hatte sich davon noch nicht erholt, da musste Torwart Ochoa den Ball erneut aus dem Netz holen. Diesmal hatte Werner den halbrechts durchgestarteten Schalker mit einem Zuckerpass bedient und dieser eiskalt ins lange Eck eingeschossen (8.). Zwischen beiden Toren lagen gerade einmal 109 Sekunden!

Die Mexikaner zeigten sich dadurch aber keineswegs geschockt, sondern suchten sofort nach einer Antwort. Ein erster Versuch von Alanís war keine Prüfung für ter Stegen (12.). Danach erarbeitete sich „El Tri“ mehr Ballbesitz und baute stetig Druck auf die deutsche Abwehr auf. Auch die nächste Großchance hatte aber der Weltmeister. Henrichs schickte Werner per Steilpass auf die Reise, den Abschluss aus spitzem Winkel entschärfte Ochoa per Fußabwehr (19.).

Die DFB-Abwehr stand in dieser Phase gut und konnte gerade im Strafraum immer wieder Abschlüsse unterbinden oder blocken. In der 33. Minute steckte Hernández schließlich für Giovani dos Santos durch, der rechts im Sechzehner Raum hatte, aber an einer Parade von ter Stegen scheiterte. Zwei Minute später konnte Kimmich einen Pass von Giovani nicht klären, Hernández stand frei vor ter Stegen, setzte den Ball aber aus kurzer Distanz über die Latte (35.).

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Mexiko war vor der Pause nahe dran am Anschlusstreffer: Hier scheitert Herrera per Freistoß.

Die deutsche Auswahl war vor dem Kabinengang fast ausschließlich mit Verteidigen beschäftigt, brachte aber das 2:0 in die Pause, auch da ter Stegen sich erneut auszeichnen konnte und einen Freistoß von Herrera über das Tor lenkte (39.).

Die Gelegenheit zum Durchatmen hatte Draxler und Co. sichtlich gut getan, denn sie gestalteten die Partie nach Wiederbeginn wieder deutlich offener. Hernández legte für Jiménez auf, dessen Abschluss aber zu unplatziert war (51.). Im Gegenzug schickte Stindl den pfeilschnellen Werner, der aber etwas zu lange zögerte und dann aus sehr spitzem Winkel hauchzart vorbei schoss (52.).

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Timo Werner sorgte mit dem 3:0 in der 59. Minute für die Vorentscheidung.

Der Leipziger war es dann, der nach einer herrlichen Kombination die Vorentscheidung erzielte. Draxler steckte links für Hector durch, den Querpass des Außenverteidigers musste Werner im Zentrum nur noch ins leere Tor schieben (59.). Damit schien die Partie entschieden, doch die Akteure dachten keinesfalls daran, das Spiel einzustellen. Fabián suchte sofort nach seiner Einwechslung den Abschluss, traf am Ende eines guten Spielzuges nur das Außennetz (64.) und verfehlte sein Ziel aus der Distanz (66.). Dann durfte sich ter Stegen auszeichnen und parierte gegen Layún, der von Herrera freigespielt worden war (70.).

Auch Deutschland blieb offensiv aktiv, Draxlers Abschluss nach einem schönen Solo fehlte aber die Wucht (75.). Im direkten Gegenangriff fand Lozano mit einer Linksflanke den Kopf von Jiménez – die Latte rettete für die Löw-Schützlinge (75.).

Die Zeit lief Hernández und Co. zwar davon, dennoch arbeiteten die Mittelamerikaner aufopferungsvoll am Ehrentreffer. Dieser sollte auch nicht dem eingewechselten Routinier Márquez gelingen, dessen Kopfball ter Stegen nach einer Layún-Ecke einmal mehr stark entschärfte (84.).

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Schlusspunkt: Amin Younes trifft zum 4:1-Endstand.

In der 89. Minute war der Schlussmann vom FC Barcelona aber machtlos. Seine Vorderleute sortierten sich in Erwartung eines Freistoßes aus dem Halbfeld, Herrera führte diesen aber schnell aus und legte auf für Fabián. Der Frankfurter donnerte das Spielgerät aus gut und gerne 30 Metern herrlich in den rechten Winkel.

„El Tri“ witterte noch einmal Morgenluft, lief aber in einen Konter. Über Brandt und Can wanderte der Ball zu Younes, der vom linken Eck des Fünfmeterraumes flach ins lange Eck vollendete (90.+1). Auch das 4:1 brach den Widerstand des CONCACAF-Vertreters nicht. Ein 17-Meter-Schuss von Hernández wurde von Rüdiger knapp neben das Tor abgefälscht (90.+2). Die folgende Ecke brachte Layún und fand Jiménez, ter Stegen verhinderte aber ein weiteres Gegentor (90.+3). Wenig später beendete Schiedsrichter Pitana (Argentinien) ein packendes und trotz des klaren Erfolges nie langweiliges Halbfinale.

Deutschland trifft damit im Finale am Sonntag (20 Uhr deutscher Zeit) auf Chile, Mexiko misst sich zuvor (14 Uhr) im Spiel um Platz Drei mit Portugal.

Statistik:

Tore: 1:0 Goretzka (6., Rechtsschuss, Henrichs), 2:0 Goretzka (8., Rechtsschuss, Werner), 3:0 Werner (59., Linksschuss, Hector), 3:1 Fabián (89., Rechtsschuss, H. Herrera), 4:1 Younes (90.+1, Linksschuss, Can)

Aufstellung (Deutschland): ter Stegen – Kimmich, Rüdiger, Ginter – Henrichs, Hector – Goretzka, Rudy – Stindl, Draxler – Werner

Aufstellung (Mexiko): Ochoa – Layún, Araujo, Moreno, Alanís – J. dos Santos, H. Herrera, G. dos Santos – Jiménez, J. Hernández, Aquino

Wechsel (Deutschland): 67. Can für Goretzka, 79. Brandt für Stindl, 81. Younes für Draxler

Wechsel (Mexiko): 46. Lozano für Aquino, 62. Fabián für G. dos Santos, 67. Márquez für J. dos Santos

Bank (Deutschland): Leno (Tor), Trapp (Tor), Mustafi, Plattenhardt, Süle, Demirbay, Wagner

Bank (Mexiko): Cota (Tor), Talavera (Tor), D. Reyes, L. Reyes, Damm, Peralta, Vela

Gelbe Karten: Can (72., Foulspiel) – Jiménez (55., Foulspiel)

Schiedsrichter: Néstor Pitana (Argentinien) – Hernán Maidana (Argentinien), Juan Pablo Belatti (Argentinien) – Gianluca Rocchi (Italien) – Sandro Ricci (Brasilien), Elenito Di Liberatore (Italien); Artur Soares Dias (Portugal)

Anstoßzeit und Spielort: 29. Juni 2017/21:00 Uhr (UTC+3), Fišt Stadión/Sóči

Chile steht im Finale des Confederations Cup! Das Halbfinale gegen Portugal war über 120 Minuten eine weitestgehend zähe Angelegenheit, in der beide Teams das große Risiko scheuten. Chancen waren dementsprechend Mangelware. Spät in der Verlängerung haderte der Südamerikameister mit dem Schiedsrichterteam und dem Aluminium. Doch Bravo machte all das mit drei Paraden im Elfmeterschießen vergessen.

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Claudio Bravo wird nach seinen Paraden im Elfmeterschießen von den Mitspielern geherzt.

Portugals Trainer Fernando Santos baute seine Startelf im Vergleich zum 4:0 gegen Neuseeland auf fünf Positionen um. Pepe fehlte gelb-gesperrt und wurde von José Fonte vertreten. Außerdem begannen Cédric, Adrien Silva, William und André Gomes für Nélson Semedo, João Moutinho, Danilo und Ricardo Quaresma.

Chile hatte sich beim 1:1 gegen Australien schwergetan, Coach Juan Antonion Pizzi tauschte daher vier Mal Personal. Medel, Marcelo Díaz, Beausejour und Hernández kamen für Pablo Díaz, Mena, Silva und Fuenzalida neu in die Mannschaft.

Die Anfangsphase in Kazán‘ war durchaus vielversprechend, denn beide Teams zeigten sich erfrischend offensiv. War ein erster Fernschuss von André Gomes noch in die Kategorie „Harmlos“ einzuordnen (2.), gab es wenig später die erste Großchance. Sánchez steckte herrlich durch für Vargas, der allerdings im Duell mit Rui Patrício den Kürzeren zog (6.).

Portugals Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Eliseu schickte Cristiano Ronaldo steil, der mit einer mustergültigen Hereingabe Sturmpartner André Silva fand. Dieser scheiterte aus kurzer Distanz am aufmerksamen Torwart Bravo (7.). Neben diesen Hochkarätern wussten beide Teams durch bissig geführte Zweikämpfe zu überzeugen.

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Synchronspringen: Hier steigen Cristiano Ronaldo und Arturo Vidal hoch.

Derartig schnell und attraktiv blieb die Partie aber nicht lange, da sich die jeweiligen Defensivreihen schnell auf ihre Gegner einstellten. Portugal konnte leichte Vorteile im Ballbesitz vorweisen, das Tor von Bravo gefährden konnten Cristiano Ronaldo und Co. aber nicht wirklich.

Da auch Chiles Superstar Sánchez bei der Abwehr des Europameisters in besten Händen war, tat sich vor dem Halbzeitpfiff kaum noch etwas. Nur Aránguiz kam zweimal zum Abschluss. Sein Kopfball nach Flanke von Isla verfehlte das Tor nur knapp (28.). Zwei Minuten später wollte Vidal eine Beausejour-Flanke artistisch verwerten, sein Fallrückzieher mutierte zur Vorlage für den Leverkusener, der den Ball aber nicht voll traf und so eine vielversprechende Gelegenheit ausließ (30.).

Nach zehn ereignislosen Minuten in Halbzeit Zwei nahm das Geschehen Fahrt auf. Den Auftakt machte Vidal per Kopf, wieder einmal nach einer Flanke des emsigen Linksverteidigers Beausejour (54.). Für Aufsehen sorgte Vargas mit einem artistischen Abschluss in Folge einer Ecke, doch Rui Patrício parierte stark (57.). Im Gegenzug feuerte Cristiano Ronaldo aus spitzem Winkel, Bravo riss die Arme hoch und klärte (58.).

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An Einsatz fehlte es nicht, sodass Schiedsrichter Faghani (Iran) gefordert war. Hier sieht Bruno Alves Gelb.

Ansonsten herrschte aber viel Leerlauf, da spätestens am Strafraum die Bälle verloren gingen. Portugal war erneut optisch etwas überlegen, wirklich nutzen konnten sie aber dies nicht. Fernschüsse von Vidal (62.) und Cristiano Ronaldo (72.) waren so für lange Zeit noch die größten Highlights.

Fernando Santos brachte in der Schlussviertelstunde mit Nani und Ricardo Quaresma erfahrene Offensivkräfte, eine Lücke fanden aber auch sie nicht. Stattdessen trat Cristiano Ronaldo noch einmal in Erscheinung, doch auch sein Kopfball nach Flanke von Cédric fand nicht den Weg ins Ziel (85.). Daher ging es in die Verlängerung.

In dieser war den Teams die Müdigkeit anzumerken, auch wenn Südamerikameister Chile mit einem Hochkaräter begann. Isla fand am Elfmeterpunkt den freien Sánchez, doch dessen Kopfball drehte sich noch um den Pfosten (95.). Ansonsten schleppten sich alle Beteiligten in Richtung Elfmeterschießen.

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Rui Patrício hat in der 119. Minute gleich doppelt Glück. Vidal und Rodríguez scheitern an Latte und Pfosten.

Kurz vor dem Ende schien aber „La Roja“ noch einmal die Kraftreserven zu mobilisieren. Silva wurde unmittelbar nach seiner Einwechslung von José Fonte im Strafraum am Fuß getroffen, Schiedsrichter Faghani (Iran) winkte aber ab. Auch die Video-Schiedsrichter griffen unverständlicherweise nicht ein (113.).

In der 119. Minute hatten die Chilenen noch mehr Grund, um mit ihrem Pech zu hadern. Silva legte aber für Vidal, dessen 17-Meter-Schuss am rechten Pfosten landete. Den Abpraller bugsierte Rodríguez an die Latte. Sánchez wurde zudem in aussichtsreicher Position abgeblockt, sodass das Elfmeterschießen entscheiden musste.

Dieses erwies sich als einseitige Angelegenheit: Während Vidal, Aránguiz und Sánchez sicher verwandelten, parierte Bravo alle drei Versuche von Ricardo Quaresma, João Moutinho und Nani und brachte Chile damit ins Finale am Sonntag (20 Uhr deutscher Zeit). Portugal absolviert zuvor das Spiel um Platz Drei (14 Uhr).

Statistik:

Tore: keine

Elfmeterschießen: 0:1 Vidal, 0:1 Bravo hält gegen Ricardo Quaresma, 0:2 Aránguiz, 0:2 Bravo hält gegen João Moutinho, 0:3 Sánchez, 0:3 Bravo hält gegen Nani

Aufstellung (Portugal): Rui Patrício – Cédric, José Fonte, Bruno Alves, Eliseu – Adrien Silva, William – Bernardo Silva, André Gomes – André Silva, Cristiano Ronaldo

Aufstellung (Chile): Bravo – Isla, Medel, Jara, Beausejour – M. Díaz – Aránguiz, P. Hernández – Vidal – Vargas, Sánchez

Wechsel (Portugal): 76. Nani für André Silva, 83. Ricardo Quaresma für Bernardo Silva, 102. João Moutinho für Adrien Silva, 116. Gelson Martins für André Gomes

Wechsel (Chile): 86. Rodríguez für Vargas, 112. Silva für P. Hernández, 120. Fuenzalida für Isla

Bank (Portugal): Beto (Tor), José Sá (Tor), Luís Neto, Nélson Semedo, Danilo, Pizzi

Bank (Chile): J. Herrera (Tor), Toselli (Tor), P. Díaz, Mena, Roco, Gutiérrez, Puch, Sagal, Valencia

Gelbe Karten: William (31., Foulspiel), André Silva (43., Meckern), José Fonte (96., Foulspiel), Bruno Alves (111., Foulspiel), Cédric (114., Foulspiel) – Jara (23., Foulspiel), P. Hernández (51., Foulspiel)

Schiedsrichter: Alireza Faghani (Iran) – Reza Sokhandan (Iran), Mohammad Reza Mansouri (Iran) – Fahad al-Mirdasi (Saudi-Arabien) – Ravšan Èrmatov (Usbekistan), Abdullah al-Shalawi (Saudi-Arabien); Jair Marrufo (USA)

Anstoßzeit und Spielort: 28. Juni 2017/21:00 Uhr (UTC+3), Kazán‘ Aréna/Kazán‘

Chile genügte ein 1:1 gegen Australien, um als Gruppenzweiter ins Halbfinale des Confederations Cup einzuziehen. Gegen hochmotivierte „Socceroos“ tat sich der Südamerikameister aber lange schwer und lag zur Pause nicht unverdient mit 0:1 zurück. Auch nach dem Seitenwechsel war das Team aus Down Under dem Torerfolg näher. In der 67. Minute schlug dann Joker Rodríguez zu, sodass „La Roja“ am Ende nicht mehr allzu sehr zittern musste.

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Schwerer Stand: Die Socceroos um Mark Milligan bereiteten Chile (hier: Eduardo Vargas) große Probleme.

Chiles Trainer Juan Antonio Pizzi konnte nach dem 1:1 gegen Deutschland wieder auf den zuvor angeschlagenen Stammtorwart Bravo zurückgreifen. Herrera musste seinen Platz zwischen den Pfosten räumen. Außerdem auf der Bank Platz nahmen Medel, der gegen die DFB-Elf vorzeitig ausgewechselt werden musste, Beausejour, Pablo Hernández und Marcelo Díaz. Für sie durften Mena, Paulo Díaz, Silva und Fuenzalida von Beginn an auflaufen.

Australiens Coach Ange Postecoglou tauschte ebenfalls fleißig Personal. Für die beim 1:1 gegen Kamerun noch in der Startformation stehenden Degenek, Wright, Gersbach, Mooy, Rogić und Leckie begannen Ryan McGowan, Irvine, Luongo, Troisi, Behich und Cahill. Letzterer absolvierte damit sein 100. Länderspiel.

Die Australier überraschten in Moskvá, begannen enorm aggressiv, lauffreudig und suchten direkt den Weg nach vorne – sehr ähnlich zu der Spielweise der Chilenen. Diese zeigten sich davon durchaus beeindruckt und hatten in der sechsten Minute Glück,  dass ein Ellbogen-Stoß von Jara gegen Jurić im Strafraum vom Schiedsrichterteam nicht geahndet wurde.

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Überhart: Länderspieljubilar Tim Cahill (100. Einsatz) hat soeben Charles Aránguiz niedergestreckt. Der Routinier hatte Glück, dass es Schiedsrichter Gianluca Rocchi bei Gelb beließ.

Die erste gute Gelegenheit war dem Südamerikameister vorbehalten. Vidal nahm eine Fuenzalida-Flanke aus 14 Metern Volley. Ryan konnte den Schuss abwehren, der Ball landete aber bei Vargas, der davon aber zu überrascht war und die gute Chance so nicht verwerten konnte (8.). Chile erarbeitete sich mit zunehmender Spieldauer ein Übergewicht, Chancen blieben aber aus.

Bis in die 26. Minute. Jara schickte Sánchez mit einem langen Ball, im Sechzehner wurde der Arsenal-Stürmer durch eine perfekt getimte Grätsche von Milligan ausgebremst. Die Video-Schiedsrichter bestätigten den Eindruck von Referee Rocchi (Italien): kein Elfmeter. Auch drei Minuten später war Australiens Abwehrchef voll auf der Höhe, diesmal gegen Vargas.

Weniger positiv auf sich aufmerksam machen konnte Jubilar Cahil, der Aránguiz mit einer überharten Grätsche an der Auslinie niederstreckte und mit der Gelben Karte gut bedient war (33.). Insgesamt vier Verwarnungen holte sich der Asien-Vertreter in der ersten Halbzeit ab, wusste aber auch spielerisch zu gefallen. Troisi chippte bei einem Konter das Spielgerät wunderbar zu Luongo, doch der scheiterte aus Nahdistanz am fantastisch reagierenden Bravo (36.).

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Verdiente Führung: James Troisi überlupft Claudio Bravo.

Ein Konter sollte es auch sein, der das Team aus Down Under die nicht unverdiente Führung brachte. Zuerst ließ Paulo Díaz nach einer Flanke von Fuenzalida eine gute Kopfballgelegenheit ungenutzt (40.), was sich rächen sollte. Vargas verlor nach einem Bravo-Zuspiel im Mittelfeld den Ball an Sainsbury und Kruse, die sich umgehend in Richtung Strafraum aufmachten. Letztendlich landete der Ball nach einem wohl eher ungewollten Querpass von Kruse am linken Pfosten bei Troisi. Der stand dadurch völlig frei vor Bravo und überlupfte diesen ebenso abgeklärt wie technisch hochwertig aus kurzer Distanz (42.).

Jeweils eine hochkarätige Gelegenheit hatten die ersten 45 Minuten noch zu bieten. Erst fand ein Vidal-Kopfball nach einer Fuenzalida-Flanke nicht den Weg ins Netz, weil einmal mehr Milligan goldrichtig stand. Flankengeber Fuenzalida verpasste den umherprallenden Ball haarscharf (45.).

Nicht minder knapp war es auf der Gegenseite: Kruse brachte den Ball nach einer zu kurzen Abwehr erneut in die Gefahrenzone, wo Cahill per Kopf für Sainsbury ablegte. Der Innenverteidiger stand fünf Meter vor dem Gehäuse vollkommen allein, setzte seinen Abschluss aber weit drüber (45.+2).

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Trent Sainsbury, hier im Duell mit Eduardo Vargas, verpasste vor der Pause das 0:2.

Pizzi brachte zu Wiederbeginn mit Rodríguez und Hernández für Fuenzalida und Aránguiz zwei neue Spieler, seine Mannschaft blieb aber seltsam passiv. Zwar verbuchten Vargas, der Ryan nach einem schnellen Einwurf von Vidal aus spitzem Winkel prüfte (51.) und Sánchez nach einem zu kurz abgewehrten Ball (59.) die einzigen beiden nennenswerten Abschlüsse in den ersten fünfzehn Minuten, Australien war aber überlegen und drängte auf das zweite Tor, das das Weiterkommen bedeutet hätte.

Postecoglu schickte mit Leckie und Maclaren zwei frische Offensivkräfte auf den Rasen, Cahill und Jurić mussten weichen. Kruse kam dem 2:0 ganz nahe, verpasste aber ein Zuspiel des sehr aktiven Troisi knapp (63.). Zwei Minuten später rauschte ein Distanzversuch des Torschützen nur knapp über die Latte (65.).

Aus dem Nichts schlug wieder nur zwei Zeigerumdrehungen danach Chile zu. Vidal ermöglichte durch starken Einsatz Mena eine Flanke. Bei dieser produzierte Sainsbury eine Kerze. Vargas reagierte am schnellsten und köpfte den Ball an den Fünfer, wo Rodríguez lauerte, Sainsbury entwischte und Ryan aus Nahdistanz überwand (67.).

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Joker Martín Rodríguez markiert das wichtige 1:1, Torwart Ryan ist chancenlos.

Die Erleichterung war „La Roja“ anzusehen, die nun spürbar befreiter agierte. Sánchez zog links an die Grundlinie und servierte für Sturmpartner Vargas. Dessen Kopfball aus acht Metern verfehlte das leere Tor jedoch (70.). Die Australier benötigten nun zwei Treffer, gaben sich aber nicht auf. Wieder Troisi chippte den Ball an den Fünfer, doch Maclaren grätschte das Spielgerät am Gehäuse vorbei (72.).

Die Schlussphase blieb offen. Der gute Rodríguez verzog nach einer Einzelaktion (75.), Kruse kam nach einem Pass von Maclaren nicht am aufmerksamen Bravo vorbei (76.). Mehr sollte dem Asienmeister offensiv nicht mehr gelingen. Die Chilenen gaben sich mit dem Ergebnis zufrieden, sinnbildlich dafür nahm Trainer Pizzi in der 82. Minute Stürmer Vargas vom Feld und brachte Abräumer Marcelo Díaz. So blieb es beim 1:1.

Die Australier fuhren damit zum Abschluss ihres Turniers einen Achtungserfolg ein, Chile verlor Platz Eins an Deutschland. Damit wartet auf Vidal und Co. am Mittwoch (20 Uhr deutscher Zeit) das Halbfinale gegen Portugal.

Statistik:

Tore: 0:1 Troisi (42., Rechtsschuss, Kruse), 1:1 Rodríguez (67., Rechtsschuss, Vargas)

Aufstellung (Chile): Bravo – Isla, P. Díaz, Jara, Mena – Silva – Vidal, Aránguiz – Fuenzalida, Vargas, Sánchez

Aufstellung (Australien): Ryan – Milligan, Sainsbury, R. McGowan – Irvine, Luongo – Kruse, Cahill, Troisi, Behich – Jurić

Wechsel (Chile): 46. Rodríguez für Fuenzalida, 46. P. Hernández für Aránguiz, 82. M. Díaz für Vargas

Wechsel (Australien): 57. Leckie für Cahill, 62. Maclaren für Jurić, 72. Wright für Sainsbury

Bank (Chile): J. Herrera (Tor), Toselli (Tor), Beausejour, Medel, Roco, Gutiérrez, Puch, Sagal, Valencia

Bank (Australien): Langerak (Tor), Vuković (Tor), Degenek, Gersbach, D. McGowan, Hrustić, Jeggo, Mooy, Rogić

Gelbe Karten: Vidal (57., Foulspiel), P. Hernández (75., Foulspiel) – Luongo (21., Foulspiel), Troisi (31., Foulspiel), Cahill (33., Foulspiel), Behich (45.+1, Foulspiel)

Schiedsricher: Gianluca Rocchi (Italien) – Elenito Di Liberatore (Italien), Mauro Tonolini (Italien) – Milorad Mažić (Serbien) – Ovidiu Alin Hațegan (Rumänien), Milovan Ristić (Serbien); Clément Turpin (Frankreich)

Anstoßzeit und Spielort: 25. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Stadión Sparták/Moskvá

Deutschland zieht nach einem 3:1-Erfolg über Kamerun als Erster der Gruppe B ins Halbfinale ein. Dabei tat sich die DFB-Elf in der zähen ersten Halbzeit noch sehr schwer, ehe Demirbay kurz nach Wiederanpfiff die Türe öffnete. Als Mabouka in der 64. Minute mit Rot vom Feld musste und Werner unmittelbar darauf das 2:0 nachlegte, war die Partie entschieden. Aboubakar brachte die „Unzähmbaren Löwen“ zwar noch einmal heran, doch Werner räumte mit dem 3:1 alle Zweifel aus.

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Hier scheiterte Timo Werner an Torwart Ondoa, zwei Tore durfte der Leipziger aber bejubeln.

Im Vergleich zum 1:1 gegen Chile brachte Bundestrainer Joachim Löw vier neue Spieler. Rüdiger, Plattenhardt, Demirbay und Werner rückten für Mustafi, Hector, Goretzka und Stindl in die Mannschaft.

Kameruns Coach Hugo Broos hatte eigentlich einen Wechsel in seiner Startelf geplant, doch da sich Mandjeck beim Aufwärmen verletzte, rückte Djoum zurück in die Anfangsformation, die somit identisch mit der war, die beim 1:1 gegen Australien auflief.

Für Kamerun hielt nur ein Sieg die Chancen auf das Halbfinale aufrecht und der Afrikameister erwischte auch den deutlich besseren Start gegen eine zunächst passive DFB-Elf. Zwar fand das Spiel weitestgehend in der deutschen Hälfte statt, die Durchschlagskraft fehlte den „Unzähmbaren Löwen“ aber, sodass es für ter Stegen nicht wirklich geprüft wurde.

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Die beste Chance vor dem Halbzeitpfiff: Zambo Anguissa prüft DFB-Keeper ter Stegen.

Nach gut zwanzig Minuten hatte sich der Weltmeister dann scheinbar gefangen und unternahm selbst konkretere Offensivbemühungen. Can schlenzte den Ball rechts vorbei (21.), dann flankte Plattenhardt mit Schnitt von links, Kimmich verfehlte per Flugkopfball das Tor nur knapp. Hinter dem Münchner wäre zudem Demirbay bereitgestanden (24.).

Weitere Torszenen gab es für lange Zeit nicht mehr zu Bestaunen. Zwar war die Partie ausgeglichen, Torgefahr strahlte jedoch keines der beiden Teams aus. In der 45. Minute bot sich Kamerun dennoch die große Chance zur Führung. Mabouka flankte an den zweiten Pfosten, wo Zambo Anguissa abschloss. ter Stegen reagierte stark und lenkte den Ball über die Latte (45.).

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Tordebüt: Kerem Demirbay gelang kurz nach Wiederanpfiff das wichtige 1:0.

Nach Wiederanpfiff dauerte es keine drei Minuten, dann war der Favorit in Front. Demirbay, der einen ersten Versuch zu hoch angesetzt hatte (46.), kam nach starkem Zusammenspiel mit Draxler aus 18 Metern zum Schuss und traf sehenswert ins rechte obere Eck. Ebenso sehenswert wie das erste Länderspieltor des Hoffenheimers war die Vorarbeit von Draxler, der mit der Hacke Siani tunnelte (48.).

Der Treffer beflügelte die Löw-Schützlinge, die nun gewohnt stark kombinierten und prompt gute Chancen zum Nachlegen hatten. Draxler setze Werner ein, der aber verzog (53.). Keine sechzig Minuten später steckte Can durch für den Leipziger, Ondoa eilte aus seinem Kasten und funkte dazwischen. Das Spielgerät sprang nach rechts zu Kimmich, doch Ondoa war erneut zur Stelle und verhinderte das 2:0 (54.).

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Raus bist du: Schiedsrichter Roldán schickt Mabouka mit Rot vom Platz. Bis die Entscheidung zustande kam, herrschte aber große Verwirrung.

Der Afrikameister hielt dagegen, kam durch Aboubakar (60.) und Joker Ngameleu (61.) zu zwei Abschlüssen, musste dann aber einen herben Rückschlag hinnehmen. Mabouka nahm im Mittelfeld das Bein zu hoch und traf Can mit den Stollen am Knie. Schiedsrichter Roldán zückte zunächst Gelb gegen den unbeteiligten Siani (61.). Während der Liverpooler behandelt wurde, erhielt Roldán einen Hinweis von den Video-Schiedsrichtern, sah sich die Szene am Spielfeldrand noch einmal an – und zückte Rot für Siani (63.)! Nach erheblichen Protesten der Kameruner schritt Roldán erneut zum Videoschirm und korrigierte nun seinen Fehler – Rot für Mabouka (64.). Eine letzten Endes harte, aber immerhin vertretbare Entscheidung, auch wenn die Entscheidungsfindung keineswegs überzeugend war.

Nach gut fünf Minuten Pause ging das Spiel weiter – und wie! Süle fand mit einem lange Eck Ball auf der rechten Außenbahn Kimmich, der sofort in die Mitte flankte. Dort war Werner Innenverteidiger Teikeu entwischt und verwerte den kurz vor ihm aufsetzenden Ball stark per Kopf (66.).

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Schlusspunkt: Timo Werner markiert das 3:1.

Mit der komfortablen Führung und in Überzahl schonte die DFB-Elf nun ihre Kräfte, agierte in der 78. Minute dann aber zu nachlässig. Bassogog nahm rechts Joker Ngamaleu mit, bei dessen Flanke auf den ersten Pfosten verlor Süle Aboubakar aus den Augen, der noch leicht mit dem Kopf an das Spielgerät kam. ter Stegen rutschte selbiges über die Finger und zum Anschlusstreffer ins Netz.

Eng wurde es aber nicht mehr, vielmehr gehörte die Schlussphase den Jokern Henrichs, Brandt und Younes, die jede Menge Schwung mitbrachten. Werner (79.) und Brandt (81.) kamen noch nicht an Ondoa vorbei. Eine Koproduktion der Leverkusener Brandt und Henrichs brachte schließlich den Außenverteidiger rechts in Position, den Rückpass von Henrichs verwertete Werner aus elf Metern abgeklärt (81.).

Das 3:1 war aber nicht der Schlusspunkt. Werner verpasste, einmal mehr stark bedient von Can, den Dreierpack im Duell gegen Ondoa (85.), auch Younes verbuchte noch zwei exzellente Chancen, um das Ergebnis in die Höhe zu schrauben (89., 90.). Für den Gruppensieg reichte aber auch der 3:1-Erfolg, da Chile im Parallelspiel gegen Australien nicht über ein 1:1 hinaus kam.

Deutschland trifft damit im zweiten Halbfinale am Donnerstag um 20 Uhr deutscher Zeit auf Mexiko.

Statistik:

Tore: 1:0 Demirbay (48., Rechtsschuss, Draxler), 2:0 Werner (66., Kopfball, Kimmich), 2:1 Aboubakar (78., Kopfball, Ngamaleu), 3:1 Werner (81., Rechtsschuss, Henrichs)

Aufstellung (Deutschland): ter Stegen – Ginter, Süle, Rüdiger – Kimmich, Plattenhardt – Rudy, Can – Demirbay, Draxler – Werner

Aufstellung (Kamerun): Ondoa – Mabouka, Ngadeu Ngadjui, Teiku, Fai – Zambo Anguissa – Siani, Djoum – Bassogog, Aboubakar, Moukando

Wechsel (Deutschland): 74. Henrichs für Rudy, 77. Brandt für Demirbay, 80. Younes für Draxler

Wechsel (Kamerun): 58. Ngamaleu für Djoum, 70. Guihoata für Moukandjo, 82. Toko Ekambi für Bassogog

Bank (Deutschland): Leno (Tor), Trapp (Tor), Hector, Mustafi, Goretzka, Stindl, Wagner

Bank (Kamerun): Bokwé (Tor), Onana (Tor), Ngwem, Owona, Boumal, Ndip Tambe, Zoua

Gelbe Karte: Plattenhardt (90.+2, Foulspiel) –

Rote Karte: Mabouka (64., grobes Foulspiel, Can)

Schiedsrichter: Wilmar Roldán (Kolumbien) – Alexander Guzmán (Kolumbien), Cristian de la Cruz (Kolumbien) – Néstor Pitana (Argentinien) – Artur Soares Dias (Portugal), Hernán Maidana (Argentinien); Enrique Cáceres (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 25. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Fišt Stadión/Sóči

Europameister Portugal hat sich dank eines 4:0-Erfolges über Neuseeland Platz 1 in der Gruppe A gesichtert. Dabei taten sich die Iberer insbesondere vor der Pause schwer gegen aufopferungsvoll verteidigende „Kiwis“. Ein Doppelschlag nach etwas mehr als dreißig Minuten brachte dann aber die Vorentscheidung. Neuseeland hielt auch danach gut dagegen, musste aber dennoch in der Schlussphase zwei weitere Gegentreffer hinnehmen.

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Bill Tuiloma und Neuseeland verkauften sich auch gegen Portugal ordentlich, unterlagen am Ende aber klar.

Neuseeland hatte gegen Mexiko eine starke Leistung gezeigt und nur knapp mit 1:2 unterlegen. Trainer Anthony Hudson nahm lediglich eine Änderung vor: Doyle begann als linker Außenverteidiger anstelle von Wynne.

Portugal schlug am zweiten Spieltag Gastgeber Russland mit 1:0, dabei hatten sich aber mit Cédric und Raphaël Guerreiro beide Außenverteidiger Blessuren zugezogen und wurden von Nélson Semedo und Eliseu vertreten. Außerdem rotierte Fernando Santos im Mittelfeld: Danilo, João Moutinho und Ricardo Quaresma durften beginnen, André Gomes, Adrien Silva und William rückten auf die Bank.

Die „Kiwis“ knüpften in der Anfangsphase an ihren guten Auftritt gegen Mexiko an, verteidigten aufmerksam und suchten direkt den Weg nach vorne. Die Portugiesen taten sich gegen den aufmerksamen Ozeanienmeister in der Offensive schwer, auch da dieser die Passwege geschickt zustellte und gut verschob. Der erste Abschluss gehörte den „All Whites“. Ingham fand mit seiner Flanke Wood, doch der Torschütze aus dem Mexiko-Spiel konnte Torwart Rui Patrício nicht wirklich fordern (6.).

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Souverän verwandelt: Kapitän Cristiano Ronaldo markiert das 0:1 vom Punkt.

Erst nach knapp 25 Minuten erhöhte die Seleção den Druck und das Tempo. Das Resultat war eine Chance des bis dato blassen Cristiano Ronaldo. Quaresma hatte seinen Kapitän per Flanke gefunden, der folgende Kopfball landete aber bei Marinović (24.). Wesentlich knapper wurde es zwei Zeigerumdrehungen später. Wieder stieg „CR7“ nach einer Quaresma-Flanke hoch, diesmal musste die Latte für Neuseeland retten (26.). Zwischen diesen beiden Szenen hatte Smith einen Abschluss auf der Gegenseite verbuchen können (25.).

Ein Standard brachte schließlich den Portugiesen die nun durchaus verdiente Führung. Danilo köpfte nach einer Ecke von Bernardo Silva noch hauchzart links vorbei (32.). Beim nächsten Eckstoß wurde der Mittelfeldmann aber von Doyle leicht gehalten, verhedderte sich auch noch in den Füßen von Smith und ging zu Boden. Schiedsrichter Geiger (USA) entschied sofort auf Strafstoß (32.). Natürlich eine Aufgabe für Cristiano Ronaldo, der Superstar ließ Marinović keine Chance und vollstreckte sicher ins rechte Eck (33.).

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Bernardo Silva hat soeben das 0:2 erzielt.

Die Führung brachte Portugal endgültig in die Spur und der Europameister legte nur vier Minuten später nach. Quaresma lupfte den Ball links in den Lauf von Eliseu, der mit Tempo in Richtung Grundlinie stieß und am Fünfmeterraum Bernardo Silva bediente. Für diesen war es ein Leichtes, aus kurzer Distanz auf 2:0 zu erhöhen (37.). Dabei landete der Torschütze aber unglücklich auf dem Fuß von Gegenspieler und Doyle und musste behandelt werden.

Eine etwas unschöne Szene hatte die erste Halbzeit auch noch zu bieten. Boxall und André Silva gerieten nach einem Zweikampf aneinander, wobei vor allem der Stürmer Glück hatte, für seine Reaktion an Rande der Tätlichkeit nicht bestraft zu werden (43.).

Pizzi ersetzte den angeschlagenen Bernardo Silva zur Pause, Quaresma rückte daher auf die rechte Außenbahn. Der Schwung war den Südeuropäern aber abhanden gekommen, denn in der Folge dominierten sie zwar das Geschehen, wurden aber kaum einmal gefährlich. Stattdessen hätte Wood beinahe den Anschlusstreffer erzielt. Nach einer Hereingabe von Doyle kam der Kapitän am zweiten Pfosten zum Abschluss, Bruno Alves blockte den Schuss kurz vor der Linie (58.).

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Bruno Alves verhindert gegen Chris Wood den Anschlusstreffer.

Dieser Hochkaräter fungierte offenbar als „Wachmacher“ für die Portugiesen, die in der Folge wieder zielstrebiger in ihren Offensivbemühungen wurden. Marinović konnte sich aber sowohl gegen Cristiano Ronaldo, der eine Flanke von Nélson Semedo auf das Tor köpfte (60.), als auch im direkten Duell gegen André Silva, der von João Moutinho bedient worden war (64.), auszeichnen.

Die Neuseeländer waren ihrerseits um einen eigenen Treffer bemüht, blieben aber gerade im finalen Drittel zu harmlos. In der 68. Minute kam Barbarouses aus zwölf Metern zum Schuss, Pepe blockte den Abschluss aber noch, sodass Rui Patríco den Ball aufnehmen konnte. Deutlich mehr gefordert wurde einmal mehr Marinović. Der für Ronaldo gekommene Nani hatte nach einer abgefälschten Nélson-Hereingabe aus kurzer Distanz abgeschlossen, doch der Unterhachinger rettete stark, obwohl Boxall den Schuss noch abgefälscht hatte (69.).

Erst in der Schlussphase konnte die Seleção den starken Torwart überwinden. Quaresma luchste Doyle das Spielgerät ab und setzte André Silva ein, der von Smith nicht wirklich angegriffen wurde und schließlich vom rechten Eck des Fünfmeterraums hoch ins lange Eck einschoss (80.).

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André Silva (hier gegen: Thomas Doyle und Thomas Smith) erhöhte in der 80. Minute auf 3:0.

Die „Kiwis“ wollten ihrerseits den Ehrentreffer: Wood (76.) und Rojas (83.) zielten aus der Distanz aber zu ungenau. André Silva verpasste nach Vorarbeit von Gelson Martins gleich zwei Mal binnen weniger Sekunden einen möglichen Doppelpack (84.). Ein Fehler von Rui Patrício, der einen Wood-Kopfball nicht sichern konnte, ermöglichte Boxall eine exzellente Gelegenheit, der Keeper konnte den folgenden Schuss blocken (88.).

Stattdessen legte der aktive Nani in der Nachspielzeit das 0:4 nach. André Silva hatte den Offensivmann links am Sechzehner bedient, der daraufhin per Diagonalschuss ins rechte untere Eck traf (90.+1). Barbarouses hatte danach das 1:4 auf dem Fuß, schoss nach Doppelpass mit Veteran Smeltz aber über das Tor (90.+2).

Dank des klaren Erfolges sicherte sich Portugal den Gruppensieg und trifft damit am Mittwoch (20 Uhr deutscher Zeit) auf den Zweitplatzieren der Gruppe B. Für Neuseeland geht es im September in der WM-Qualifikation weiter.

Statistik:

Tore: 0:1 Cristiano Ronaldo (33., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Smith an Danilo), 0:2 Bernardo Silva (37., Linksschuss, Eliseu), 0:3 André Silva (80., Rechtsschuss, Ricardo Quaresma), 0:4 Nani (90.+1, Linksschuss, André Silva)

Aufstellung (Neuseeland): Marinović – Ingham, Boxall, Durante, Smith, Doyle – Lewis, McGlinchey, Thomas – Rojas, Wood

Aufstellung (Portugal): Rui Patrício – Nélson Semedo, Pepe, Bruno Alves, Eliseu – Danilo, João Moutinho– Bernardo Silva, Ricardo Quaresma – André Silva, Cristiano Ronaldo

Wechsel (Neuseeland): 37. Tuiloma für McGlinchey, 65. Barbarouses für Lewis, 74. Smeltz für Durante

Wechsel (Portugal): 46. Pizzi für Bernardo Silva, 67. Nani für Cristiano Ronaldo, 83. Gelson Martins für Ricardo Quaresma

Bank (Neuseeland): Moss (Tor), Williams (Tor), Brotherton, Colvey, Roux, Tzimopoulos, Wynne, Patterson, Rufer

Bank (Portugal): Beto (Tor), José Sá (Tor), José Fonte, Luís Neto, Adrien Silva, André Gomes, William

Gelbe Karten: Lewis (19., Foulspiel), Ingham (82., Foulspiel) – Nélson Semedo (21., Foulspiel), Pepe (56., Foulspiel)

Schiedsrichter: Mark Geiger (USA) – Joe Fletcher (Kanada), Charles Justin Morgante (USA) – Damir Skomina (Slowenien) – Sandro Ricci (Brasilien), Jure Prapotnik (Slowenien); Ovidiu Alin Hațegan (Rumänien)

Anstoßzeit und Spielort: 24. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Sankt-Peterbúrg Aréna/Sankt-Peterbúrg

Gastgeber Russland ist nach einer 1:2-Niederlage gegen Mexiko bereits in der Vorrunde des Confederations Cup ausgeschieden. Dabei war die Sbórnaja über weite Strecken klar tonangebend, doch die verdiente Führung durch Samédov hielt lediglich fünf Minuten an. Auch nach der Pause blieb die Čerčésov-Truppe das aktivere Team, nach einem Patzer von Torhüter Akinféev gingen aber die Mittelamerikaner in Front. Ein Platzverweis gegen Žirkóv besiegelte das Aus der Osteuropäer.

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Enge Entscheidung: Žirkóv kommt im Zweikampf mit Moreno zu Fall, Elfmeter gibt es aber keinen.

Nach dem hart erkämpften 2:1 gegen Neuseeland wechselte Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio nicht weniger als neun Mal. Nur Araujo und Diego Reyes blieben in der Startelf. Zurück ins Team rückten neben Stürmer Hernández auch Kapitän Guardado und Abwehrchef Moreno.

Stanisláv Čerčésov reagierte auf die gerade in der Offensive schwache Leistung beim 0:1 gegen Portugal und tauschte zwei Mal Personal. Eróchin und Buchárov begannen für Šíškin und Kombárov.

Während Mexiko ein Unentschieden zum Weiterkommen reichte, musste Russland gewinnen, um das Halbfinale zu erreichen. So war es wenig überraschend, dass die Gastgeber die aktivere Mannschaft waren. Den ersten Torschuss verzeichnete aber Mexikos Lozano, der Abschluss war für Akinféev aber kein Problem (5.).

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Verdiente Führung für die Sbórnaja: Samédov trifft zum 1:0.

Keine Minute später forderten die Russen Elfmeter. Žirkóv war im Strafraum zu Fall gekommen, einen Kontakt mit Gegenspieler Moreno gab es. Schiedsrichter al-Mirdasi (Saudi-Arabien) entschied sich aber gegen einen Pfiff. Lange Zeit zum Ärgern blieb Russlands Flügelspieler aber nicht, noch in derselben Minute musste er gegen dos Santos retten, der von Layún in eine exzellente Abschlussposition gebracht worden war (8.).

Žirkóv war es auch, der in der zwölften Minute links in den Strafraum eindrang, aber knapp verzog. Die nächste knifflige Szene folgte prompt. Diesmal ging Smólov im Duell mit Araujo zu Boden, erneut pfiff al-Mirdasi nicht (17.). Eine halbe Minute später unterbrach der Schiedsrichter das Spiel und sah sich die Szene auf einem Videoschirm am Spielfeldrand noch einmal an, blieb aber bei seiner (vertretbaren) Entscheidung.

Das 1:0 schien aber dennoch nur eine Frage der Zeit zu sein. Ein scharfer 17-Meter-Schuss von Smólov knallte an den linken Pfosten (24.). Die Sbórnaja blieb aber dran: Golovín setzte sich links durch, seine Flanke fand im Zentrum Eróchin. Der schlug bei seinem Schussversuch zwar über den Ball, legte ihn dann aber gedankenschnell nach rechts zu Samédov. Der Flügelspieler zog sofort mit links ab und traf flach ins lange Eck (25.).

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Nichts zu halten: Araujo (#2) trifft per Kopfball-Bogenlampe zum 1:1.

Lange sollte die Freude nicht andauern. Guardado scheiterte mit einem Freistoß an Akinféev, die Mexikaner blieben aber dran. Herrera schlug dann Ball aus dem Halbfeld hoch in den rechten Teil des Strafraums. Dort entwischte der aufgerückte Araujo Gegenspieler Eróchin und traf per Kopfball-Bogenlampe über Akinféev hinweg ins lange Eck (30.).

Angetrieben von Smólov suchte der Gastgeber nach einer Antwort. Der Stürmer bediente den rechts durchgestarteten Eróchin, der auf Ochoa zulief, aus acht Metern aber hoch über das Tor schoss (33.). Mexiko kam zunehmend besser in die stellenweise hart geführte Partie und gestaltete diese ausgeglichener, sodass es mit 1:1 in die Kabinen ging.

Aus diesen kam die Sbórnaja unverändert druckvoll. Smólov zielte per Volley nach Vorarbeit von Golovín vorbei (46.). Samédov schob verwertete ein Zuspiel von Smólov, stand aber klar im Abseits (48.). Glück hatte dann Hernández, sein Ellbogen-Einsatz gegen Džikíja abseits des Balles blieb unbestraft (50.).

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Voller Einsatz: Lozano profitiert beim 2:1 vom zögerlichen Verhalten von Russlands Torwart Akinféev.

In die Druckphase hinein aber sorgte ein Aussetzer von Akinféev für einen heftigen Rückschlag. Herrera beförderte einen Befreiungsschlag vom eigenen Strafraum aus tief in die gegnerische Hälfte. Akinféev verschätze sich beim Herauslaufen und wollte den aufsetzenden Ball außerhalb seines Sechzehners wegschlagen. Lozano entwischte aber Vásin, war einen Tick eher am Ball als Russlands Nummer Eins und köpfte aus 17 Metern ins leere Tor. Akinféev hatte sogar noch Glück, denn er traf bei dem Versuch zu klären den Torschützen nach dessen Kopfball mit dem Fuß an der Brust, sah aber keine Karte (52.).

Die Russen blieben zwar dran – Eróchin verfehlte das Tor per Schlenzer knapp (59.) – in der 60. Minute schien die Entscheidung jedoch gefallen zu sein. Guardado hob den Ball in den Sechzehner, wo der eingewechselte Moreno vollstreckte. Der Jubel verstummte aber bald, denn die Video-Schiedsrichter wiesen eine knappe Abseitsposition nach.

Die Partie schien dennoch gekippt zu sein. Hernández platzierte seinen Kopfball nach Flanke von Layún genau auf Akinféev (67.). Sechzig Sekunden später traf Žirkóv im Mittelfeld Layún mit dem Unterarm im Gesicht und sah berechtigterweise Gelb-Rot (68.).

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Žirkóv muss mit Gelb-Rot vom Feld.

Reyes verpasste eine Hernández-Hereingabe um eine Fußspitze (70.), sodass es in der Schlussphase fast noch einmal spannend geworden wäre. Joker Póloz servierte eine perfekte Flanke für den ebenfalls eingewechselten Smól’nikov, doch der Außenverteidiger setzte seinen Volleyschuss aus fünf Metern über das Tor (72.).

Damit schien der Widerstand des Gastgebers endgültig gebrochen zu sein, denn Mexikos Führung geriet danach nicht mehr in Bedrängnis. Tief in der Nachspielzeit verpasste „El Tri“ den dritten Treffer: Lozano hatte nach einem Konter Diego Reyes bedient, doch Akinféev klärte per Fußabwehr (90.+4).

Unmittelbar danach war Schluss. Während für Gastgeber Russland das Turnier bereits nach der Vorrunde beendet ist, trifft Mexiko im zweiten Halbfinale am Donnerstag auf den Sieger der Gruppe B (20 Uhr deutscher Zeit).

Statistik:

Tore: 0:1 Samédov (25., Linksschuss, Eróchin), 1:1 Araujo (30., Kopfball, H. Herrera), 2:1 Lozano (52., Kopfball, H. Herrera)

Aufstellung (Mexiko): Ochoa – D. Reyes, Araujo, Moreno, Layún – J. dos Santos, H. Herrera, Guardado – Vela, J. Hernández, Lozano

Aufstellung (Russland): Akinféev – Džikíja, Vásin, Kudrjašóv – Samédov, Žirkóv – Eróchin, Glušakóv, Golovín – Smólov, Buchárov

Wechsel (Mexiko): 39. L. Reyes für D. Reyes, 46. Aquino für Herrera, 70. Alanís für Guardado

Wechsel (Russland): 64. Póloz für Buchárov, 70. Smól’nikov für Eróchin, 78. Kanúnnikov für Smólov

Bank (Mexiko): Cota (Tor), Talavera (Tor), Márquez, Damm, G. dos Santos, Fabián, Jiménez, Peralta

Bank (Russland): Gabúlov (Tor), Guilherme (Tor), Kombárov, Kutépov, Šíškin, Gazínskij, Kambólov, Mirančúk, Tarásov

Gelbe Karten: Guardado (16., Foulspiel), Alanís (90.+2, Foulspiel) – Žirkóv (9., Foulspiel), Kudrjašóv (63., Foulspiel), Vásin (71., Foulspiel), Golovín (88., Foulspiel)

Gelb-Rote Karte: Žirkóv (68., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Fahad al-Mirdasi (Saudi-Arabien) – Abdullah al-Shalawi (Saudi-Arabien), Mohammed al-Abakry (Saudi-Arabien) – Alireza Faghani (Iran), Reza Sokhandan (Iran); Ravšan Èrmatov (Usbekistan)

Anstoßzeit und Spielzeit: 24. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Kazán‘ Aréna/Kazán‘

Im Aufeinandertreffen von zwei der Turnierfavoriten trennten sich Weltmeister Deutschland und Südamerikameister Chile mit einem gerechten 1:1-Unentschieden. Sánchez brachte hellwache und aggressive Chilenen nach einem Mustafi-Fehler früh in Front. Die junge DFB-Elf tat sich in der Folge schwer und hatte Glück, dass Vargas an der Latte scheiterte. Einen mustergültigen Angriff vollendete Stindl kurz vor der Pause zum 1:1. Im zweiten Durchgang blieb die Partie intensiv, aber chancenarm, sodass sich am Spielstand nichts mehr änderte.

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Zugeschlagen: Alexis Sánchez bezwingt in der sechsten Minute Marc-André ter stegen. Sebastian Rudy kann nicht mehr eingreifen.

Nach dem 3:2-Sieg über Australien am ersten Spieltag nahm Trainer Jochim Löw vier Änderungen vor. Im Tor kam ter Stegen für den doppelt patzenden Leno zum Zug. Außerdem ersetzten Süle, Ginter und Can die offensiven Wagner und Brandt sowie Verteidiger Rüdiger.

Chile hatte spät einen 2:0-Erfolg über Kamerun eingefahren. Alexis Sánchez, gegen Kamerun noch Joker, rückte erwartungsgemäß in die Startformation und verdrängte Puch auf die Bank. Außerdem erhielt Hernández den Vorzug vor Fuenzalida.

Wie schon gegen Kamerun war „La Roja“ von Beginn an hellwach und attackierte die deutschen Akteure bereits früh im Spielaufbau. In der sechsten Minute führte eine solche Szene gleich zum Torerfolg. Vidal fälschte einen Passversuch von Mustafi zu Sánchez ab. Der nahm halblinks sofort Tempo auf, spielte einen Doppelpass mit Vidal und vollendete frei vor ter Stegen mit Hilfe des linken Innenpfostens (6.). In der Entstehung hatte Mustafi noch Vidal rüde abgegrätscht, kam aber straffrei davon.

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Ausgleich: Lars Stindl drückt eine Hereingabe von Jonas Hector zum 1:1 über die Linie.

Chiles aggressives Zweikampfverhalten legte das deutsche Angriffsspiel fast vollständig lahm, sodass die Löw-Truppe kaum einmal in gefährliche Positionen kam. Draxler zielte aus der zweiten Reihe zu hoch (8.), eine flache Hereingabe von Ginter lenkte Stindl genau auf Herrera (15.).

Anders die Südamerikaner, die immer wieder Fehler erzwangen und Konter setzten. Zwar forderten weder ein Hernández-Kopfball nach einem Eckstoß von Aránguiz (11.) noch ein Fernschuss von Díaz (13.) Torwart ter Stegen wirklich, dennoch waren Vidal und Co. klar überlegen. Pech hatte dann Vargas in der 20. Minute, sein Distanzhammer knallte an die Unterseite der Latte.

Zwar stabilisiere sich die deutsche Defensive in der Folge, im Spiel nach vorne biss man aber auf rotes Granit. Bis in die 41. Spielminute. Dann bot sich Can im Mittelfeld auf einmal Platz. Der Liverpooler trieb den Ball in Richtung Strafraum und spielte schließlich Hector auf links frei. Die flache Hereingabe des Außenverteidigers drückte Stindl am Fünfmeterraum über die Linie. Beinahe hätte Chile auf den schmeichelhaften Ausgleich noch geantwortet, doch ter Stegen war auf der Hut und entschärfte einen Flachschuss von Sánchez (45.+1).

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Julian Draxler und die deutsche Offensive bekamen wenig Luft zum Atmen. Hier sind Pablo Hernández und Charles Aránguiz dicht beim deutschen Kapitän.

Das Tempo aus der ersten Halbzeit fehlte nach der Pause, da beide Teams nur vorrangig auf die Defensive bedacht waren. Torszenen waren selten. Sánchez per Freistoß (48.), Isla mit einer auf das Tor gezogenen Flanke (55.) und Vidal per Kopf (59.) sorgten immerhin für kleinere Halbchancen. Bis zum ersten deutschen Abschluss dauerte es gar bis in die 73. Minute. Herrera sicherte den Abschluss von Stindl aus spitzem Winkel im Nachfassen.

Auch in der Schlussphase scheuten beide Seiten das Risiko, zu viel Kraft hatte wohl die aufreibende erste Hälfte gekostet. Joachim Löw verzichtete zudem darauf, frische Akteure einzuwechseln. Da kein Team mehr für Gefahr sorgen konnte, blieb es beim letztendlich auch gerechten 1:1.

Ein Punktgewinn am letzten Spieltag (Sonntag, 17 Uhr deutscher Zeit) reicht sowohl Deutschland (gegen Kamerun) als auch Chile (gegen Australien), um ins Halbfinale einzuziehen.

Statistik:

Tore: 0:1 Sánchez (6., Linksschuss, Vidal), 1:1 Stindl (41., Rechtsschuss, Hector)

Aufstellung (Deutschland): ter Stegen – Kimmich, Ginter, Mustafi, Süle, Hector – Can, Rudy – Goretzka, Draxler – Stindl

Aufstellung (Chile): J. Herrera – Isla, Medel, Jara, Beausejour – M. Díaz – Vidal, Aránguiz – P. Hernández, Vargas, Sánchez

Wechsel (Deutschland): keine

Wechsel (Chile): 71. P. Díaz für Medel, 82. Rodríguez für Vargas, 90. Silva für Aránguiz

Bank (Deutschland): Leno (Tor), Trapp (Tor), Henrichs, Plattenhardt, Rüdiger, Brandt, Demirbay, Younes, Wagner, Werner

Bank (Chile): Bravo (Tor), Toselli (Tor), Mena, Roco, Fuenzalida, Gutiérrez, Puch, Sagal, Valencia

Gelbe Karten: Stindl (20., Foulspiel), Rudy (60., Foulspiel) – Sánchez (64., Ballwegschlagen), Beausejour (79., Foulspiel)

Schiedsrichter: Alireza Faghani (Iran) – Reza Sokhandan (Iran), Mohammad Reza Mansouri (Iran) – Mark Geiger (USA) – Artur Soares Dias (Portugal), Joe Fletcher (Kanada); Ravšan Èrmatov (Usbekistan)

Anstoßzeit und Spielort: 22. Juni 2017/21:00 Uhr (UTC+3), Kazán‘ Aréna/Kazán‘

Kamerun und Australien haben sich nach intensiven 90 Minuten in Sankt-Peterbúrg mit 1:1 getrennt. Beide Mannschaften zeigten viel Einsatzfreude, ließen aber dabei die Präzision vermissen. Zambo Anguissa belohnte Kameruns Druckphase vor der Pause mit dem 1:0, Milligan glich nach einer Stunde für stärker werdende „Socceroos“ aus. In der Schlussphase investierten die „Unzähmbaren Löwen“ mehr, der dringend benötige Siegtreffer gelang aber keinem der beiden Teams.

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Australischer Aktivposten: Bundesliga-Legionär Mathew Leckie.

Kameruns Trainer Hugo Broos nahm keine Veränderungen an der Startelf vor, die gegen Chile spät mit 0:2 unterlegen war.

Sein Gegenüber Ange Postecoglou tauschte gegenüber dem 2:3 gegen Deutschland zweimal Personal. Gersbach ersetzte auf der linken Außenbahn Behich, Kruse erhielt im Mittelfeld den Vorzug vor Luongo.

Ein Sieg war durch die Niederlagen am ersten Spieltag und der namhaften Konkurrenz in der Gruppe für beide Teams Pflicht. Dementsprechend offen und lebendig war die Anfangsphase, auch wenn die großen Gelegenheiten ausblieben. Kruse (3.) und Bassogog (5.) durften sich erste Abschlüsse gutschreiben, gefährlicher wurde da schon Aboubakar, der nach einer Ablage von Zambo Anguissa den Ball ans Außennetz knallte (7.).

Auch bei den durchaus häufigen Standardsituationen fehlte allen Akteuren die Präzision. So dauerte es bis in die 32. Minute, bis es wieder richtig gefährlich vor den Toren wurde. Gersbach war über links vorgedrungen, seine Hereingabe jagte Leckie klar über den Balken. Danach war es aber der Afrikameister, der das Heft des Handelns in die Hand nahm.

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Feierten das 1:0 ausgelassen: Hier herzt Vorlagengeber Ngadeu Ngadjui Torschütze Zambo Anguissa.

Kapitän Moukandjo testete nach Zusammenspiel mit Aboubakar Torwart Ryan aus der zweiten Reihe (38.). Es folgte eine Serie Ecken für Kamerun, die aber kaum Gefahr brachten. Das Führungstor sollte aber dennoch gelingen: Innenverteidiger Ngadeu Ngadjui schlug den Ball ins rechte Halbfeld. Aboubakar verpasste noch, Zambo Anguissa war aber ebenso mitgelaufen und hob den Ball mit der rechten Fußspitze über den etwas überhastet herauseilenden Ryan ins lange Eck (45.+1).

Damit war der Asienmeister nun gefordert, Kamerun zog sich etwas zurück und lauerte auf Konter. Bereits in der 47. Minute brach Leckie über rechts durch, Jurić konnte seine Vorlage aber nicht nutzen und zielte aus zwölf Metern viel zu hoch. Gerade über die rechte Außenbahn kam das Team aus Down Under gefährlich vor das Tor. Wieder war es Leckie, der Rogić fand, doch der Mittelfeldmann wurde noch gestört und konnte nicht kontrolliert abschließen (55.).

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Nichts zu halten: Mark Milligan ließ Fabrice Ondoa vom Punkt keine Chance.

Aboubakar hätte quasi im Gegenzug für die Entscheidung sorgen können. Siani schickte rechts den auffälligen Bassogog, doch dessen idealen Rückpass setzte die Sturmspitze links vorbei (57.). Keine Minute später nahm Gersbach auf der linken Außenbahn Fahrt auf, ehe Mabouka ihn im Strafraum mit einer schlecht getimten Grätsche von den Beinen holte. Schiedsrichter Mažić (Serbien) entschied sofort auf Elfmeter, auch die Video-Schiedsrichter stimmten zu (58.). Kapitän Milligan trat an und traf platziert ins linke untere Eck – Ondoa hatte das geahnt, war aber machtlos (60.).

Damit war alles wieder offen, beide Mannschaften brauchten den Siegtreffer. Postecoglu brachte mit Troisi und Veteran Cahill frische Kräfte, die besseren Abschlüsse hatte aber Kamerun. Elfmeterverursacher Mabouka fand mit einer guten Flanke Aboubakar, doch der wurde von Degenek noch entscheidend gestört (65.).

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Vincent Aboubakar kam dem Siegtor am nächsten, scheiterte aber gleich mehrmals.

Wieder war es der Afrikameister, der in der Schlussphase dem Torerfolg näher schien. Aboubakar fehlte aber sowohl bei einer Flanke von Siani (78.) als auch bei einer weiteren von Mabouka die Präzision (85.). Ryan musste bei beiden Szenen nicht eingreifen. Auch die letzte Torszene gehörte dem Türkei-Legionär, doch Degenek war erneut dazwischen (88.).

Mit dem Unentschieden konnten die Kontrahenten ihre Ausgangsposition vor dem letzten Spieltag nicht wirklich verbessern. Kamerun trifft am Sonntag (17 Uhr deutscher Zeit) auf Deutschland, Australien zeitgleich auf Chile.

Statistik:

Tore: 1:0 Zambo Anguissa (45.+1, Rechtsschuss, Ngadeu Ngadjui), 1:1 Milligan (60., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Mabouka an Gersbach)

Aufstellung (Kamerun): Ondoa – Mabouka, Ngadeu Ngadjui, Teikeu, Fai – Zambo Anguissa – Siani, Djoum – Bassogog, Aboubakar, Moukandjo

Aufstellung (Australien): Ryan – Degenek, Sainsbury, Wright – Mooy, Milligan – Leckie, Kruse, Rogić, Gersbach – Jurić

Wechsel (Kamerun): 77. Toko Ekambi für Moukandjo

Wechsel (Australien): 65. Troisi für Kruse, 70. Cahill für Jurić, 79. Irvine für Rogić

Bank (Kamerun): Bokwé (Tor), Onana (Tor), Guihoata, Ngwem, Owona, Mandjeck, Boumal, Ndip Tambe, Ngamaleu

Bank (Australien): Langerak (Tor), Vuković (Tor), Behich, D. McGowan, R. McGowan, Hrustić, Jeggo, Luongo, Maclaren

Gelbe Karten: Siani (87., Foulspiel), Mabouka (90.+1, Foulspiel) – Wright (81., Foulspiel)

Schiedsrichter: Milorad Mažić (Serbien) – Milovan Ristić (Serbien), Dalibor Đurđević (Serbien) – Néstor Pitana (Argentinien) – Jair Marrufo (USA), Hernán Maidana (Argentinien); Enrique Cáceres (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 21. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Sankt-Peterbúrg Aréna/Sankt-Peterbúrg