CONCACAF startet in die WM-Qualifikation 2018

Veröffentlicht: 22. März 2015 in CONCACAF, FIFA World Cup Qualifiers 2018
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CONCACAF  First Round

Nach der AFC startet ab dem 23. März auch die CONCACAF in die Qualifikation zur WM 2018 in Russland. Auf den ersten Blick wirken die sieben Spiele wie die Duelle von „No-Names“. Doch beim zweiten Hinschauen entdeckt man doch Überraschendes – darunter mit Patrick Kluivert auch einen ehemaligen Weltklassestürmer.

Die 14 in der Weltrangliste am schlechtesten platzierten Teams kämpfen in Hin- und Rückspielen um das Weiterkommen in die zweite Runde. Mit dabei: Schlusslicht Anguilla, Curaçao, die Bahamas und Montserrat.

Barbados – US Virgin Islands

Der  Startschuss fällt am 22. März in Bridgetown: Barbados empfängt die US Virgin Islands. Auf den Sieger wartet in der nächsten Runde Aruba. Klarer Favorit ist dabei Barbados: Die „Bajan Tridents“ überraschten in der Quali zum Caribbean Cup und ließen Surinam hinter sich. In der finalen Gruppe wurde man gegen Haiti, Französisch-Guyana und Saints Kitts & Nevis allerdings nur Letzter.

Die US Virgin Islands scheiterten schon an der allerersten Hürde, gegen Montserrat (0:1) und Bonaire (1:2) gab es zwei Niederlagen. Doch das Team hat einige sehr talentierte Spieler in seinen Reihen, Trainer Ahmed Mohammed glaubt jedenfalls an eine Überraschung. Doch auch Barbados kann sich auf Rückenwind verlassen, in den drei Testspielen des Jahres gab es einen Sieg und zwei Unentschieden. Zwar fehlt Wigan-Star Emmerson Boyce, mit Raheim Sargeant ist immerhin ein England-Legionär (Lancaster City) im Kader.

St. Kitts & Nevis – Turks & Caicos Islands

David gegen Goliath heißt es im Duell zwischen St. Kitts & Nevis gegen die Turks & Caicos Islands. Bei der Quali zum Caribbean Cup gewannen die „Sugar Boyz“ ihre Gruppe vor Saint Lucia, Guyana und Dominica (0 Gegentore). Zwar folgte danach das Aus, doch ein Sieg über Französisch-Guyana und ein Remis gegen Haiti zeigen, dass mit dem Team der knapp 55.000 Einwohner zählenden Inseln durchaus zu rechnen ist. Die Akteure selbst kicken in England, den USA, in der Heimat und auf Trinidad & Tobago sowie Antigua & Barbuda.

Ganz anders sieht es bei den Turks & Caicos Islands aus. Bei der Qualifikation zur WM 2010 setzte es gegen die Bahamas – wahrhaft keine Fußballgroßmacht – ein 0:4 und ein 0:6. Auch bei der Caribbean-Cup-Quali gab es Niederlagen (0:1 gegen Aruba, 0:6 gegen Französisch Guyana). Immerhin gelang gegen die British Virgin Islands ein ganz seltenes Erfolgserlebnis (2:0). Drei der nominierten Kicker spielen bei College-Teams in den USA.

Alles andere als ein klares Ergebnis wäre für die Inselgruppe schon ein großer Erfolg. Auf den Sieger wartet mit El Salvador ein dicker Brocken.

Nicaragua – Anguilla

Anguilla heißt das neue Schlusslicht der FIFA-CocaCola-Weltrangliste nachdem der bisherige Letzte Bhutan zwei Siege feiern konnte. Gerade einmal 14.000 Menschen leben in dem kleinen Inselstaat, die Auswahl ist dementsprechend begrenzt. Das Nationalteam bezog bei der Caribbean-Cup-Quali dann auch reichlich Prügel, gegen Antigua & Barbuda, St. Vincent & die Grenadinen und die Dominikanische Republik stand am Ende ein Torverhältnis von 0:20.

Trainer Richard Orlowski, einen gebürtigen Polen, kümmert das alles aber wenig. Vielmehr ist er begeistert vom Willen seiner Spieler, von denen vielen ihre Arbeit früher beenden und Lohneinbußen im Kauf nehmen, um trainieren zu können. In zwei Tests gegen die British Virgin Islands gab es zudem zwei Siege (1:0, 3:1). Doch ob die Nerven halten? Im Estadio Nacional Dennis Martínez in Manangua werden bis zu 30.000 Fans auf die wackeren Kicker aus Anguilla warten. Eine unglaubliche Kulisse, das heimische Stadion hat Platz für 4.000.

Das Weiterkommen ist für Nicaragua dagegen absolute Pflicht. Bei der Copa Centroamericana wurde man wieder einmal Letzter, gegen Costa Rica (0:3) und Panama (0:2) gab es nichts zu bestellen. Das schwächste zentralamerikanische Team ist ausnahmsweise einmal Favorit. In der nächsten Runde wartet Surinam.

Bahamas – Bermudas

Mit dem Spiel gegen die Bermudas endet eine Wartezeit von fast vier Jahren ohne Länderspiel für die Bahamas. Die „Baha Boyz“ hatten zwar damals die Turks & Caicos Islands zweimal klar geschlagen, sich dann aber aus dem Wettbewerb zurückgezogen. Auch diesmal soll das Weiterkommen gelingen, Trainer Dion Gordet kann dabei aus einem Reservoir junger US-College-Spieler schöpfen. Star des Teams ist der 26-jährige Stürmer Lesly St. Fleur, der bei Montego Bay auf Jamaika spielt und in der vergangenen Qualifikation sechs Mal einnetzte.

Gegner Bermudas nahm an der Caribbean-Cup-Quali ebenso wenig Teil wie die Bahamas, hat aber einen Ruf als durchaus unangenehmes Team. Das bekam Trinidad & Tobago in der letzten Quali zu spüren. Die 1:2-Auswärtsniederlage bedeutete am Ende das Aus in Runde Zwei für das Karibik-Schwergewicht. Auch die Bermudas verabschiedeten sich, sackten aber immerhin satte 10 Punkte aus sechs Spielen ein. Neben zahlreichen in den USA kickenden Akteuren finden sich auch fünf England-Legionäre im Kader. Der Preis für den Sieger: ein Duell mit Guatemala.

Belize – Cayman Islands

Alles andere als ein Weiterkommen der Mittelamerikaner wäre eine faustdicke Überraschung. Zwar ist Belize eines der schwächeren Teams Mittelamerikas und damit auch nicht für Runde Zwei gesetzt, doch die „Jaguare“ konnten in den vergangenen Jahren Fortschritte erzielen. 2013 gelang erstmals die Teilnahme am Gold Cup, bei der Copa Centroamerica im vergangenen September gab es jedoch drei Niederlagen. Dennoch ist das Team nun deutlich unangenehmer zu spielen und defensiv gut sortiert.

Die vornehmlich als Steuerparadies bekannten Cayman Islands waren vor vier Jahren für Runde Zwei gesetzt, dort gab es immerhin einen Punktgewinn und zwei Tore zu verzeichnen. Seitdem absolvierte man keine Spiele mehr. Sollte dennoch ein Wunder gelingen würden die Cayman Islands auf die Dominikanische Republik treffen. Der Gegner, gegen dem 2011 ein 1:1 gelang.

British Virgin Islands – Dominica

Das Gefühl eines Sieges ist diesen beiden Teams wohl schon abhandengekommen. In der Caribbean-Cup-Quali gab es gegen Französisch Guyana, Aruba und die Turks & Caicos Islands drei Niederlagen (0:6, 0:7, 0:2). Auch die anderen Ergebnisse der letzten Jahre (0:2, 1:2 gegen die US Virgin Islands, WM-Quali 2014), 0:6 gegen St. Vincent & die Grenadinen und ein 2:4 gegen Saint-Martin machen nicht wirklich Hoffnung.

Dominica geht es da nicht besser. Bei der Caribbean-Cup-Quali gab es drei Niederlagen (1:7 Tore) gegen Saint Kitts & Nevis, Saint Lucia und Guyana, bei der WM-Quali 2014 gab nicht einmal einen Torerfolg (vier Spiele, 0:11 Tore). Angesichts von etwa 72.000 Einwohnern eher enttäuschend.

Eine Serie wird enden, in Runde Zwei winkt dem Sieger das Duell mit Kanada.

Curaçao – Montserrat

Der prominenteste Name steigt zum Schluss ein. Patrick Kluivert, 79-facher Nationalspieler der Niederlande, ist Trainer auf der Karibikinsel. Die Erklärung: seine Mutter ist auf Curaçao geboren. Attraktiv ist der Posten jedoch ebenso. Viele der Spieler verdienen ihr Geld in Europa, vor allem in den Niederlanden bei Twente Enschede oder PSV Eindhoven. Die Ausbildung bringt Ertrag. Beim Caribbean Cup schied man zwar punktlos aus, die beiden Niederlagen gegen Trinidad & Tobago und Kuba (jeweils 2:3) fielen aber knapp aus. Zuvor hatte man in der Qualifikation Guadeloupe, Saint Vincent & den Grenadinen, Französisch Guyana, Puerto Rico und Grenada hinter sich gelassen. In Runde Zwei könnte eine Revanche gegen Kuba folgen.

Für Montserrat ist die Teilnahme dagegen schon ein Erfolg. Die knapp 5.000 Einwohner der durch Vulkanausbrüche bedrohten Insel konnten im vergangenen Jahr die Einweihung eines eigenen Stadiums feiern. Das in der dort ausgerichteten Quali-Runde am Ende das Aus stand, war Nebensache. Zudem blieb man ohne Gegentor (1:0, 0:0). Im Jahr 2011 musste man noch nach Trinidad & Tobago ausweichen, dieses Jahr wird das Heimspiel auch wirklich „zu Hause“ ausgetragen. Und einen „Star“ haben sie auch: Brandon Comley (19) stand Anfang März des erste Mal im Premier-League-Kader der Queens Park Rangers und soll gegen Curaçao sein Debüt feiern.

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