EM-Quali Freitag: Skandal in Podgorica überschattet Favoritensiege

Veröffentlicht: 28. März 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Die Favoriten gaben sich am Freitag in der EM-Qualifikation keine Blöße und fuhren klare Pflichtsiege ein. Die Schweiz schlug auch dank zweier Bundesliga-Profis Estland mit 3:0, Harry Kane durfte bei seinem England-Debüt gleich ein Tor zum 4:0 über Litauen beisteuern. Auch Österreich (5:0 in Liechtenstein), Schweden (2:0 in Moldawien), die Slowakei (3:0 gegen Luxemburg) und Slowenien (6:0) gegen San Marino siegten klar, Spanien gewann knapp mit 1:0 gegen die Ukraine. Überschattet wurde all das aber durch den Spielabbruch im Spiel Montenegro – Russland. Bereits nach 20 Sekunden wurde Sbornaja-Schlussmann Akinfeev von einem Leuchtkörper getroffen worden, endgültig abgebrochen wurde die Partie aber erst in der 67. Minute.

Gruppe C: Spanien zittert, Slowakei entspannt zum Dreier

Feierte sein zweites Länderspieltor ausgiebig: Herthas Peter Pekarík, hier mit Juraj Kucka

Die Slowakei behält durch das 3:0 gegen Luxemburg ihre blütenweiße Bilanz. Ex-Union-Stürmer Adam Nemec staubte zum 1:0, nachdem ein Freistoß von Ďurica an die Latte geknallt war (10.). Elf Minuten später stand Weiss nach einem Kucka-Lupfer frei vor Torwart Joubert und erhöhte auf 2:0. Danach ließen es die Osteuropäer etwas ruhiger angehen und ermöglichten den Gästen durch Deville eine Chance. Fünf Minuten vor der Pause machte dann Pekarík den Deckel drauf. Der Außenverteidiger spielte mit Pečovský und Hubočan Doppelpass und vollende souverän ins lange Eck. Es war erst der zweite Länderspieltreffer des Berliners, dementsprechend freudig viel der Jubel aus. In der zweiten Halbzeit nahmen die Slowaken ein paar Gänge raus, es blieb beim 3:0.

Deutlich schwerer tat sich Titelverteidiger Spanien gegen die Ukraine. Zwar starteten die Iberer gut, Jordi Alba, Silva und Morata ließen aber ihre Chancen aus. Die sehr effektiv verteidigenden Ukrainer standen sicher und sorgten durch die Standards von Rotan immer wieder für Gefahr. Das Tor des Spiels gelang in der 28. Minute dann Morata, der nach einem Koke-Pass Torwart Pyatov überlupfte. Sergio Ramos traf kurz vor der Pause die Latte, was die Gäste in der zweiten Halbzeit fast bestraft hätten. Doch Casillas parierte gleich dreimal gegen Rotan und sorgte so dafür, dass Spanien auf Kurs direkte Qualifikation bleibt.

Die Niederlage der Ukraine konnten Makedonien nicht ausnutzen. Die „Roten Löwen“ verloren ihr Heimspiel gegen Weißrussland mit 1:2. Die Hausherren gingen zwar durch einen Trajkovski-Flachschuss in Front (9.), besser im Spiel waren aber die Weißrussen. Kurz vor der Pause zog Rückkehrer Hleb drei Gegner auf sich, Kalachev nutzte den Freiraum zum Ausgleich (44.). Nach dem Seitentausch verhinderte Torwart Pacovski gleich mehrmals ein Tor der Gäste, acht Minuten vor dem Ende konnte der Schlussmann einen Versuch von Putilo nicht festhalten, Kornilenko staubte ab. Bei fünf bzw. sechs Punkte Abstand auf die Ukraine bleibt die Quali wohl für beide ein Wunschtraum.

Gruppe E: Favoriten lassen nichts anbrennen

Kam, sah, traf und jubelte: Englands Debütant Harry Kane

Ebenfalls makellos ist Englands Bilanz. Daran konnte auch Litauen nichts ändern, die Balten waren im Wembley-Stadion chancenlos. Bereits in der 6. Minute traf Rooney per Kopf nachdem Arlauskis einen Welbeck-Versuch noch parieren konnte. Welbeck legte mit dem Pausenpfiff nach Flanke von Henderson nach, dann gelang Sterling auf Rooney-Vorlage sein erstes Länderspieltor (58.). Das durfte wenig später auch Harry Kane bejubeln. Der Premier League Torjäger drückte nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung eine Sterling-Flanke mit dem Kopf ins Netz (73.). Das 4:0 war am Ende auch in der Höhe verdient.

Etwas Anlaufschwierigkeiten hatte Slowenien gegen San Marino. Zwar traf Iličić in der 10. Minute nach Birsa-Pass zum 1:0, bis zur Pause fielen aber keine weiteren Treffer. Cesar und Kurtič scheiterten an der Latte, zudem parierte Debütant Benedettini im Tor der Gäste mehrmals exzellent. Versäumtes holten die Slowenen allerdings dann sofort nach. Kampl per Fernschuss (49.), Struna nach Kopfball-Ablage von Novakovič (50.), und dann Novakovič selbst nach Struna-Flanke (52.) erhöhten binnen drei Minuten auf 4:0. Lazarevič per Sololauf (73.) und Ilič nach einer Birsa-Ecke (88.) sorgten bis zum Ende für das standesgemäße Ergebnis von 6:0. Es war der bislang höchste Sieg der Slowenen, der ohne Benedettini wohl noch höher ausgefallen wäre.

Etwas Mühe hatte die Schweiz in Luzern gegen Estland. Einmal mehr Shaqiri war der Schlüssel zum Sieg, der Inter-Profi bereitete die Tore von Schär (17., per Kopf nach einer kurzen Ecke) und Xhaka (27., Distanzschuss) vor. Ansonsten standen die Balten gut in der Abwehr, auf der Gegenseite verfehlte Vassiljev das Schweizer Tor knapp. Den Endstand markierte in der 80. Minute Seferović nachdem Shaqiri eine Stocker-Flanke versprang.

Gruppe G: Skandal in Podgorica, Pflichtsiege für Österreich und Schweden

Betreuer und Teamkollegen eilen zu Akinfeev, der soeben von einem Leuchtkörper getroffen wurde.

Österreich gewann am Ende deutlich mit 5:0 in Liechtenstein, Alaba und Co. hatten aber in den Anfangsminuten Glück, dass Wieser eine gute Chance für die Gastgeber ausließ. Harnik nach Doppelpass mit Janko (14.) und Janko selbst nach einer Hereingabe von Arnautović (16.) sorgten dann für eine beruhigende 2:0-Führung. Diese hätte Alaba erhöhen können, doch der Bayern-Profi setzte einen von Torwart Jehle an Junuzović verursachten Foulelfmeter links am Tor vorbei (33.). Diesen Fehler korrigierte der Linksfuß aber in der 59. Minute selbst und setzte einen Fernschuss in die Maschen. Junuzović (74.) und Arnautović (90.+3) legten nach schönen Kombinationen nach. Liechtenstein, das durch Nico Hasler den Pfosten traf, war aber nicht nur Spielball des großen Nachbarn sondern setzte durchaus eigene Akzente.

Schweden dagegen brauchte ein dickes Stück Glück in Moldawien. 45 Minuten lang fiel trotz einiger Chancen kein Tor, nur Sekunden nach der Pause erzielte dann Zlatan Ibrahimović sein wohl kuriosestes Länderspieltor. Torwart Cebanu wollte den Ball eigentlich nach vorne schlagen, traf aber den Kopf des PSG-Profis, von wo der Ball ins leere Tor flog. Danach hielt Cebanu wieder fehlerfrei, erst ein von Ibrahimović verwandelter Elfmeter (84., Bolohan an Forsberg) besiegelte den Sieg.

Überschattet wurde all dies von den Ereignissen in Podgorica. Keine 20 Sekunden waren gespielt als Russlands Torwart Akinfeev von einem Leuchtkörper am Kopf getroffen und ins Krankenhaus gebracht wurde. Der deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin unterbrach die Partie daraufhin für 33 Minuten. Mit Lodygin für Akinfeev ging es weiter, das Spiel blieb aber bis in die 65. Minute weitestgehend ereignislos. Dann entschied Aytekin wohl fälschlicherweise auf Elfmeter nachdem Baša Kokorin samt Ball im Strafraum abgeräumt hatte. Den Schuss auf linke Eck von Shirokov entschärfte aber Torwart Poleksić (66.). Beim folgenden Einwurf flogen wieder Gegenstände, zudem entstand eine Rangelei zwischen den Spielern. Aytekin brach das Spiel daraufhin endgültig ab. Zu Erwarten sind wohl eine 3:0-Wertung für Russland und eine Platzsperre für Montenegro. Es war bereits die dritte schwere Ausschreitung in der EM-Quali. Im Oktober war die Partie Serbien gegen Albanien wegen eines Platzsturms und eines Drohnenflugs abgebrochen worden, im November hatten kroatische Hooligans beim Spiel in Italien durch Pyrotechnik für eine Unterbrechung gesorgt.

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