EM-Quali Samstag: Späte Rettung für Oranje, Italien und die Tschechische Republik

Veröffentlicht: 29. März 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Schwerer als erwartet tat sich so mancher Favorit am Samstag. Die Niederlande (gegen die Türkei), Italien (gegen Bulgarien) und die Tschechische Republik (gegen Lettland) retteten erst spät einen Zähler. Wales übernahm dank eines 3:0-Erfolges in Israel die Führung in Gruppe B, Belgien und Bosnien erfüllten gegen Zypern und Andorra ihre Pflicht ebenso wie Island in Kasachstan. Im Verfolgerduell der Gruppe H wies Kroatien Norwegen klar mit 5:1 in die Schranken.

Gruppe A: Spätes Glück durch Huntelaar, Sneijder und Pilař

Ehre wem Ehre gebührt: Oldie Eiður Smári Guðjohnsen brachte Island in Astana auf die Siegerstraße

Island ist nach dem 3:0 in Kasachstan weiter auf EM-Kurs. Beim glanzlosen, aber verdienten Sieg in Zentralasien gehörten die Schlagzeilen Comebacker Eiður Smári Guðjohnsen. Nach zwanzig offenen Minuten landete ein Abschlag von Torwart Sidelonikov bei Jóhann Berg Guðmundsson, der sofort den 36-jährigen in Mittelstürmerposition bediente. Nach kurzer Annahme setzte dieser den Ball flach ins linke Eck. Zwölf Minuten später brachte Gylfi Þór Sigurðsson einen Freistoß scharf an den Fünfer, Birkir Bjarnason stand frei und erhöhte wuchtig auf 2:0. Kasachstan bemühte sich in der zweiten Halbzeit um den Anschluss, ein Abdulin-Kopfball landete am Pfosten (67.). Näher kamen die Hausherren aber nicht, stattdessen stellte Birkir Bjarnason in der Nachspielzeit mit einem abgefälschten Schuss den 3:0-Endstand her (90.+1). Da Kári Árnason in den Schlusssekunden zweimal aus kürzester Distanz ein Tor von Šetkin verhinderte durfte sich Island zudem über das vierte „Zu-Null-Spiel“ freuen.

Rieb sich gegen die solide lettische Abwehr auf: Sturmspitze David Lafata

Gruppenprimus Tschechische Republik dominierte die erste Halbzeit gegen Lettland, musste aber immer wieder bei den schnellen Angriffen der Balten auf der Hut sein. Nach einem eigenen Freistoß liefen die Hausherren dann in einen Konter, Aleksejs Višņakovs markierte allein vor Čech das 1:0 (30.). In der zweiten Hälfte drückte die „Repre“ immer stärker, Lafata traf die Latte und scheiterte an Keeper Vaņins, Procházka verfehlte das Tor knapp. Auf der Gegenseite hätte Šabala mit einem Lupfer beinahe den Sieg für die Letten eingetütet, doch der Ball sprang vorbei. So rettete Pilař doch noch ein Remis, der Ex-Wolfsburger staubte ab, nachdem Vaņins noch gegen Procházka parieren konnte (90.). Necid hätte in der Nachspielzeit sogar den Sieg klar machen können, traf aber mit Václav Kadlec den eigenen Teamkollegen.

Der Sieger der Partie in Amsterdam hätte den Ausrutscher der Tschechen nutzen und den Abstand verkürzen können. Lange Zeit sah es aus, als wäre dieser überraschenderweise die Türkei. Die Gäste vom Bosporus waren in einer durchaus ausgeglichenen Partie in Führung gegangen, nachdem Volkan Şen eine Töre-Flanke für Burak Yılmaz abgelegt hatte (37.). Oranje drängte auf den Ausgleich, Narsingh, Afellay und Sneijder war aber kein Glück beschieden. Auch Wolfsburgs Dost schien nichts mehr an der Niederlage ändern zu können. Bis in die 92. Minute. Dann zog Sneijder vom Strafraumrand ab, Huntelaar fälschte die Kugel mit dem Rücken entscheidend ab, sodass Volkan Babacan chancenlos war. Damit bleibt der Abstand auf Rang Zwei bei fünf bzw. sieben Punkten.

Gruppe B: Wales grüßt von der Spitze

Wieder einmal im Mittelpunkt: Doppeltorschütze Gareth Bale

Das Spitzenspiel der Gruppe B in Haifa entschied Wales überraschend klar für sich. Die Gäste nahmen von Anfang an das Heft in die Hand, immer wieder sorgte Star Gareth Bale für Gefahr um den Sechzehner. Die beste Chance bot sich aber Innenverteidiger Collins, der die Kugel nicht im leeren Tor unterbringen konnte. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff legte Bale dann nach einen weiten Schlag von Torwart Hennessey per Kopf zu Ramsey ab, der mit einem Kopfballheber Keeper Marciano überlistete (45.+1). Bitter für die Israelis, die drei Minuten zuvor Toptorjäger Damari (fünf Treffer) verletzt austauschen mussten. Es sollte in Halbzeit Zwei aber noch weitaus schlimmer kommen. Tibi legte Bale rechts vor dem Strafraum und wurde verwarnt, den folgenden Freistoß versenkte der Madrilene höchst sehenswert selbst (50.). Unmittelbar nach Wiederanpfiff legte wieder Tibi den schnellen Bale und musste mit Gelb-Rot vom Feld (51.). Dreizehn Minuten vor dem Ende bediente Ramsey diesmal Bale, der den 3:0-Endstand markierte. Wales übernimmt damit die Führung in Gruppe B.

Das Spiel gegen Andorra gegen Bosnien-Herzegowina ist schnell zusammengefasst. Die Gäste kamen zu einen glanzlosen Pflichtsieg. Dreimal war Kapitän Edin Džeko der Torschütze, dreimal legte ihm Senad Lulić den Ball maßgerecht auf (13., 49., 68.). Ansonsten gab es wenig Chancen für den WM-Teilnehmer, der vor dem Heimspiel gegen Israel viel Arbeit vor sich hat.

Kaum zu halten: Marouane Fellaini war mit zwei Toren maßgeblich an Belgiens Sieg beteiligt

Eher wenig Mühe bereitete Belgien das ersatzgeschwächte Zypern. In der 21. Minute brachte Fellaini die „Roten Teufel“ in Front als er nach einer unübersichtlichen Situation den Ball in die Maschen jagte. Nach 35 Minuten köpfte Benteke eine Hazard-Flanke ein und machte so quasi schon einen Haken unter das Spiel. Mytidis sorgte kurz nach Wiederanpfiff mit einem Kopfball kurz einmal für Gefahr für das Tor von Courtois, nach etwas mehr als einer Stunde waren dann die letzten Zweifel weg. Fellaini hatte mit einem sehenswerten Schlenzer von der Sechzehnerkante getroffen (66.). Der bärenstarke Hazard legte keine Minute später nach einer Einzelaktion das 4:0 nach (67.). Das I-Tüpfelchen setzte der eingewechselte Debütant Batshuayi, der nach Nainggolan-Pass direkt sein erstes Länderspieltor markierte (80.). Belgien schiebt sich damit auf Rang Drei, im Nachholspiel am Dienstag kann zudem Israel durch einen Sieg überholt werden.

Gruppe H: Später Ausgleich für Italia, Kroatien plättet Norwegen

Während Herthas Per Ciljan Skjelbred verletzt vom Platz musste gelang Danijel Pranjić sein erstes Länderspieltor

Kroatien darf nach fünf Spielen schon fast für die EM planen. Im direkten Vergleich fertigten die „Feurigen“ Verfolger Norwegen mit 5:1 ab. Ganz so klar wie das Ergebnis am Ende den Anschein macht war die Partie aber nicht. Chancen waren anfangs Mangelware und die Gäste hielten gut dagegen. Erst ein Traumtor von Brozović, der aus 20 Metern unhaltbar für Torwart Nyland abzog, brachte die Kovač-Truppe auf die Siegerstraße (30.). Acht Minuten nach dem Seitentausch legte dann Wolfsburgs Perišić einen beinahe ebenso schönen Treffer nach. In der 65. Minute spitzelte Olić eine Kopfballverlängerung von Mandžukić zum 3:0 über die Linie. Norwegen gab sich jedoch nicht auf und hatte dann die große Chance zum Anschluss nachdem Ćorluka Hoffenheims Elyounoussi im Strafraum zu Boden gezerrt hatte. Der Gefoulte trat selbst an, setzte den Ball aber an den rechten Pfosten (69.). Die Hoffnung verloren die Wikinger aber dennoch nicht. In der 74. Minute griff Ćorluka wieder gegen Elyounoussi zu und musste mit Gelb-Rot vom Feld. Als Tettey mit einem leicht abgefälschten Schuss auf 1:3 verkürzte hoffte Norwegen noch einmal (80.). Doch der eingewechselte Verteidiger Schildenfeld nach einer Rakitić-Ecke (87.) und Pranjić mit seinem ersten Länderspieltor (90.+4) sorgten für einen am Ende zu hohen Erfolg der Hausherren.

Auch ein anderer Kroate durfte jubeln. Aserbaidschans neuer Coach Robert Prosinečki feierte ein 2:0 über Malta. Im Duell der Schlusslichter gelang Hüseynov nach einer Alaskarov-Flanke die schnelle Führung (4.). Die Männer vom Kaspischen Meer blieben auch danach meist tonangebend, den Sieg endgültig sicherte erst der Karlsruher Nazarov mit einem Schlenzer in der Nachspielzeit (90.+2).

Freude ohne Grenzen: Éder nach seinem Ausgleich gegen Bulgarien

Für Bulgarien, das bei einer Niederlage nur noch geringen Hoffnungen auf die Qualifikation gehabt hätte, begann die Partie alles andere als gut. Nach gerade einmal vier Minuten verschätze sich Torwart Mihaylov bei einer Bertolacci-Flanke, der überraschte Yordan Minev bugsierte den Ball ins eigene Tor. Doch die „Löwen“ schlugen rasch und hart zurück. Popov traf mit einem harten Flachschuss zum Ausgleich (11.), dann drehte Karlsruhe-Stürmer Micanski per Kopf nach einer Hereingabe von Milanov das Spiel komplett (17.). Die „Squadra Azzura“ verbuchte in der Folge viel Ballbesitz, die beste Chance hatten aber die Bulgaren – Popovs Freistoß landete an der Latte. Sechs Minuten vor Schluss traf dann der gebürtige Brasilianer Éder, dessen Nominierung für viel Kritik gesorgt hatte, mit einem platzierten Schlenzer und rettete dem Favoriten ein Unentschieden.

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