EM-Quali Sonntag: Portugal, Deutschland und Nordirland auf Kurs, später Rückschlag für Polen

Veröffentlicht: 30. März 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Der abschließende Sonntag hielt neben mehreren Erfolgen der Favoriten auch einen historischen Moment bereit: Gibraltar gelang das erste Pflichtspieltor. Deutschland löste die Pflichtaufgabe in Georgien ohne Glanz, Schottland schlug Gibraltar klar mit 6:1. Irland kam dank eines späten Ausgleichs noch zu einem 1:1 gegen Polen. In Gruppe F befinden sich Rumänien und Nordirland nach ihren jeweiligen Siegen weiter an der Spitze, Griechenland kam nicht über ein 0:0 in Ungarn hinaus und hat nur noch geringe Chancen. Das gilt auch für Serbien und Armenien, die ihre Auswärtsspiele in Portugal und Albanien verloren.

Gruppe D: Longs später Ausgleich und Lee Casciaros historischer Moment

Wichtiger Ausgleich: Irlands Joker Shane Long markiert in der 91. Minute das 1:1 gegen Polen

Verdient, mehr aber auch nicht war der 2:0-Erfolg des Weltmeisters Deutschland in Georgien. Die DFB-Elf hatte wenig überraschend das Gros an Ballbesitz, gegen beherzt verteidigende Hausherren dauerte es aber bis in die 39. Minute ehe Götze sich in den Strafraum dribbelte und Reus die folgende Ablage sicher versenkte. In der 44. Minute erhöhte Müller per Flachschuss nach Özil-Pass auf 2:0. Reus traf außerdem zweimal die Querlatte. Die Hausherren waren in der Offensive selten aktiv, nur als Schweinsteiger eine Hereingabe von Chanturia in Richtung eigenes Tor ablenkte wurde es kurz brenzlig (78.).

Schottland tat sich gegen Außenseiter Gibraltar fast zwanzig Minuten lang schwer und hatte sogar Glück als eine Flanke von Joseph Chipolina beinahe Torwart Marshall überrascht hatte. Nach 18 Minuten ging dann Gibraltars Schlussmann Robba unnötigerweise an der Auslinie ins Duell mit Maloney und traf den Mittelfeldspieler, der den fälligen Strafstoß selbst verwandelte. Doch keine Minute später war Lee Casciaro nach einem Payal-Pass rechts im Strafraum frei vor Marshall und erzielte abgeklärt Gibraltars erstes Pflichtspieltor überhaupt (19.). Stürmer Steven Fletcher beendete dann seine Torlosserie nach sechs Jahren und traf nach einer abgeprallten Anya-Flanke per Kopf (29.). Maloney legte erneut vom Punkt das 3:1 nach, Torschütze Lee Casciaro hatte Naismith zuvor umgerempelt (34.). Auch der Everton-Stürmer durfte nach Doppelpass mit Anya selbst jubeln (39.). Im zweiten Abschnitt kamen die „Bravehearts“ gegen aufopferungsvoll verteidigende Gäste nur noch selten zu Chancen. Steven Fletcher legte in der Schlussphase noch zwei Tore nach. Der Sunderland-Stürmer köpfte erst eine Flanke des eingewechselten Rhodes ein (77.) und stellte in der Schlussminute mit einem platzierten Schuss den 6:1-Endstand her.

Zum Abheben: Steven Fletcher beendete gegen Gibraltar seine sechsjährige Torflaute im Nationaltrikot

Tabellenführer Polen startete in Irland gut und dominierte die Anfangsphase im Aviva-Stadium. Hoolahan und Krychowiak näherten sich den Toren an, in der 26. Minute schlug dann Kölns Peszko zu. Der Flügelspieler luchste Wilson auf der rechten Außenbahn den Ball ab und vollendete wuchtig ins lange Eck. Irland konnte bis zur Pause nicht antworten, stattdessen sorgte Rybus zweimal für Gefahr für das Tor von Routinier Shay Given. In der zweiten Halbzeit aber nahm der Druck der Hausherren minütlich zu. Eine abgefälschte Brady-Flanke landete am Pfosten, auch Keane traf per Kopf nur das Gestänge. Der letztlich verdiente Ausgleich fiel in der Nachspielzeit, Long vollendet aus kurzer Distanz nachdem Hoolahan eine Brady-Ecke abgelegt hatte. Damit bleibt in der Gruppe C alles offen, Polen, Deutschland, Schottland und Irland trennen nur drei Punkte.

Gruppe F: Rumänien und Nordirland bleiben dran

Auch zwei Gegenspieler können Kyle Lafferty nicht am Torabschluss hindern. Der Stürmer markiert das 2:0

Vor allem dank Stürmer Kyle Lafferty darf Nordirland weiter auf die erste EM-Teilnahme hoffen. In Belfast mussten die Hausherren sich aber stets vor Kontern über den agilen Pukki in Acht nahmen. Ein Tor von Ward wurde vom polnischen Referee-Team zudem nicht anerkannt. In der 33. Minute köpfte McGinn dann einen Abpraller zu Lafferty, der sehenswert per Volleyschuss die Nordiren in Führung brachte. Fünf Minuten später waren zwar zwei Finnen beim Stürmer, doch auch sie konnten nicht verhindern, dass dieser eine McLaughlin-Flanke zu seinem fünften Quali-Tor verwertete (38.). Der Sieg schien nicht mehr in Gefahr zu geraten, McGinn ließ jedoch eine dicke Gelegenheit auf das dritte Tor liegen. So wurde es nach Sadiks Anschluss nochmal spannend – der gebürtige Albaner staubte nach einem Eremenko-Schuss, der Torwart Carroll von der Brust sprang, ab – der verdiente Sieg blieb aber bestehen.

Rumänien bekam zu spüren, dass die Färöer alles andere als ein angenehmer Gegner sind. Insbesondere Torwart Nielsen, der zu Beginn stark gegen Rusescu und Keșerü parierte brachte den Tabellenführer zur Verzweiflung. Beim Gegentor war der Keeper machtlos. Maxims Freistoß wurde von der Mauer an den Pfosten abgefälscht, Keșerü drückte den Abpraller in die Maschen (21.). Auch in der zweiten Halbzeit stand Nielsen mehrmals im Weg, parierte klasse gegen Maxims Freistoß und den folgenden Nachschuss von Popa. Auf der Gegenseite musste Chiricheș in höchster Not gegen Edmundsson klären. Nielsen hielt gegen Maxim, Keșerü scheiterte am Pfosten. So musste Rumäniens Schlussmann Pantilimon kurz vor Schluss einen Schuss von Edmundsson aus dem Winkel kratzen, um der „Tricolor“ den knappen Sieg zu bewahren.

Ball im Fokus: Die Bundesliga-Legionäre Stieber und Papadopoulos

Ungarn und Griechenland trennten sich nach 90 chancenarmen Minuten folgerichtig mit 0:0. Damit können die Magyaren etwas besser leben, doch auch sie verlieren den Anschluss auf die ersten beiden Plätze. Griechenland hatte mehr vom Spiel, insgesamt boten sich die besseren Chancen aber den Hausherren. Szalai, Dzsudzsák, Pintér und Nikolić brachten den Ball aber nicht im Tor unter. Griechenland, das durch Kone und Fetfatzidis zwei gute Gelegenheiten hatte, bleibt mit zwei Zählern Letzter.

Gruppe I: Portugal und Albanien setzten sich ab

Moment des Tores: Fábio Coentrão trifft zum 2:1 gegen Serbien

Albanien kann sich nach einem 2:1 über Armenien ernsthafte Gedanken über die EM machen. Dabei ging es in Elbasan alles andere als gut los für die Gastgeber: Mavraj lenkte den Ball nach einer Hereingabe von Dormunds Mkhitaryan ins eigene Netz (4.). Daraufhin verlegten sich die Kaukasier auf die Defensive, Albanien berannte das Tor von Berezosvski. Çikalleshi traf zweimal den Pfosten, dann musste Hambardzumyan mit Gelb-Rot nach seinem zweiten Foul von Feld und befeuerte so die Angriffsversuche der Rot-Schwarzen (71.). Ausgerechenet Eigentorschütze Mavraj glich dann nach einer maßgenauen Flanke von Taulant Xhaka per Kopf aus (77.). Vier Minuten später war es ein ähnliches Konzept, das den Siegtreffer brachte. Diesmal flanke der eingewechselte Lenjani von links an den zweiten Pfosten wo Gashi – ebenso als Joker gekommen – locker einnetzte (81.). Dem ekstatischen Jubel folgten zehn Minuten Zittern, die Gäste kamen aber nicht mehr heran.

Portugal setzt sich durch das 2:1 gegen Serbien an die Spitze der Gruppe I. In der 10. Minute schlief die serbische Defensive bei einer kurz ausgeführten Ecke, Coentrão konnte in aller Seelenruhe den völlig freien Ricardo Carvalho bedienen, der per Kopf auf 1:0 stellte. Mit der Führung in Rücken ließ Portugal es ruhiger angehen, die Gäste kamen durch Tadić und Mitrović gefährlich vor das Tor von Rui Patricio. Brenzliger wurde es für dessen Gegenüber Stojković, der einen tückischen Versuch von Cristiano Ronaldo über den Balken lenkte. Nach einer knappen Stunde glichen die Serben durch ein herrliches Tor aus. Petrović verlängerte eine Kolarov-Ecke an den zweiten Pfosten, wo sich Chelseas Matić in die Luft legte und mit einem herrlichen Seitfallzieher traf (61.). Doch Portugal schlug sofort zurück. João Moutinho hatte rechts zu viel Platz, seine flache Hereingabe drückte Coentrão zum 2:1 in die Maschen. Bei diesem Spielstand blieb es bis zum Schluss. Portugal führt mit neun Punkten die Tabelle an, Dänemark und Albanien haben sieben, Armenien und Serbien einen Zähler auf dem Konto.

Frankreich gewann sein festgelegtes Freundschaftsspiel gegen Dänemark ungefährdet mit 2:0. Die Tore erzielten Lacazette, der nach einer starken Schmeichel-Parade gegen Griezmann abstaubte (14.) und Giroud auf Pass von Kondogbia (38.)

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