EM-Quali Samstag: Zwei Spitzenspiele auf Irland

Veröffentlicht: 12. Juni 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
Schlagwörter:,

Am Samstag stehen die Qualifikationsspiele der Gruppen D, I und F an. Während Polen (gegen Georgien) und Deutschland (gegen Gibraltar) Pflichtsiege anstreben steigt in Dublin das Spitzenspiel zwischen Irland und Schottland. Insbesondere die Hausherren stehen hierbei unter Druck. Auch in Nordirland steht eine wichtige Partie an, der Tabellenzweite erwartet den Führenden Rumänien. Für Serbien und Armenien sind die Begegnungen gegen Dänemark und Portugal wohl die letzte Chance, im Rennen um die Tickets nach Frankreich zu bleiben.

Gruppe D: Irland sinnt auf Revanche

Intensive Duelle und Diskussionen sind wohl auch im Rückspiel zwischen Irland und Schottland zu erwarten

Das Topspiel des Tages steigt um 18 Uhr in Dublin, wo Irland und Schottland aufeinander treffen. Die „Bravehearts“ sind hierbei in der besseren Position, liegen punktgleich mit Deutschland auf Platz Drei und siegten im Hinspiel dank Shaun Maloney mit 1:0. Gegner Irland braucht hingegen zwingend einen Sieg, hängt man der Konkurrenz im Kampf um die ersten drei Ränge ja zwei bis drei Punkte hinterher. Kurz vor dem Spiel traten aber andere Dinge in den Vordergrund: Beide Cousins von Kapitän Robbie Keane kamen bei einen Arbeitsunfall ums Leben, der Einsatz des Routiniers ist fraglich. Ansonsten sind alle Spieler auf beiden Seiten fit geworden, zudem haben die Teams durch gute Tests (Irland 0:0 gegen England, Schottland 1:0 gegen Katar) Selbstvertrauen gewonnen. Alles ist angerichtet für ein enges und intensives Duell im Aviva Stadium.

Eng dürfte es beim Aufeinandertreffen von Weltmeister Deutschland und Gibraltar im portugiesischen Faro nicht werden. Auch wenn einige prominente Namen fehlen und das jüngste Freundschaftsspiel gegen die USA mit 1:2 verloren ging zweifelt niemand an einen klaren Sieg der Gäste. Aber Gibraltar wird hochmotiviert ins Treffen gehen, gelang doch in März gegen Schottland das erste Pflichtspieltor überhaupt. Im Hinspiel in Nürnberg verkaufte man sich beim 0:4 ordentlich, auch der Test unter der Woche gegen Kroatien (0:4) zeigte die kleinen Fortschritte des Teams. Auch für das Referee-Team um Clayton Pisani ist das Spiel etwas Besonderes. Erstmals leitet ein komplett maltesisches Gespann ein Qualifikationsspiel.

Tabellenführer Polen musste beim späten 1:1 gegen Irland einen Rückschlag hinnehmen, gegen Georgien ist deshalb ein Sieg Pflicht. Innenverteidiger Glik fehlt gelbgesperrt, der Fokus dürfte gegen die Gäste aus dem Kaukasus aber ohnehin auf der Offensive liegen. Ex-Kapitän Jakub Błaszczykowski kehrt nach über einen Jahr Verletzungspause wieder zurück in den Kader, auch Torjäger Lewandowski kann wohl wieder ohne Maske spielen. Georgien hat nur noch rechnerisch Chancen auf die Euro, wird aber Revanche nehmen wollen für das bittere 0:4 zu Hause im Hinspiel. Trainer Temuri Ketsbaia trat damals nach Spielende zurück.

Gruppe F: Nordirland vs. Rumänien als Chance für Ungarn und Griechenland?

In Hinspiel von den Nordiren nicht zu fassen: Doppeltorschütze Paul Papp

Nordirland um Stürmer Kyle Lafferty (5 Tore) zählt zu den Überraschungen der bisherigen Qualifikation. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung gab es vier Siege, darunter Auswärtserfolge in Ungarn und Griechenland. Lediglich beim Hinspiel in Rumänien ging man als Verlierer vom Platz (0:2). In Belfast soll dies nun behoben werden, ein Sieg würde die Tabellenführung in der Gruppe F bedeuten und einen gewaltigen Schritt in Richtung der EM in Frankreich darstellen. Die Gäste plagen Verletzungssorgen. Stürmer Keșerü, Torschütze beim knappen 1:0 gegen die Färöer im März, hat sich zwar wieder fitgemeldet, doch Trainer Anghel Iordănescu bangt noch um Răzvan Raț, Lucian Sănmărtean und Florin Andone. Gelingt der „Tricolor“ dennoch ein Erfolg in Nordirland würde man den Abstand auf Rang Drei im Idealfall auf acht Punkte vergrößern.

Dafür müsste der Drittplatzierte Ungarn in Finnland allerdings Federn lassen. Nach der Auftaktniederlage gegen Nordirland haben die Magyaren nicht mehr verloren, im Hinspiel setzte man sich dank Gera knapp mit 1:0 durch. Unter der Woche überrollten Dzsudzsák und Co. Litauen mit 4:0. Für Finnland geht es bereits um alles oder nichts, der Abstand auf die Gäste beträgt bereits vier Punkte. Viel Hoffnung gibt es aber nicht für die Nordeuropäer, der Test gegen Estland endete mit einem enttäuschenden 0:2.

Die wohl größte Enttäuschung bis jetzt ist die Leistung Griechenlands. Gerade einmal zwei Pünktchen holte der Europameister von 2004, zudem gab es ein peinliches 0:1 vor heimischen Publikum gegen die Färöer. Diesen Lapsus wollen die Hellenen im Rückspiel durch einen möglichst überzeugenden Sieg ausbügeln. Doch selbst drei Punkte könnte zu wenig sein, schließlich haben die Ungarn bereits sechs Punkte Vorsprung. Die Färöer dagegen können befreit aufspielen und freuen sich über das Comeback von Kapitän Benjaminsen, der im März arbeitsbedingt gegen Rumänien passen musste.

Gruppe I: Alles oder nichts für Armenien und Serbien

Das Hinspiel zwischen Serbien und Dänemark fand aufgrund von Fanausschreitungen ohne Zuschauer statt

Dank Cristiano Ronaldo darf sich Portugal schon auf die EM freuen. Die Tore des Superstarts gegen Dänemark und Armenien brachten sechs Punkte, beim 2:1 gegen Serbien standen aber andere im Vordergrund. Ein Sieg beim Gastspiel in Armenien würden die Hoffnungen der Hausherren wohl endgültig begraben, die Kaukasier haben bisher nur einen Punkt geholt, das 1:2 in Albanien war wohl bereits eine Niederlage zu viel. Dennoch wollen Mkhitaryan und Co. gegen die Stars aus Südwesteuropa ihren Fans zumindest eine unterhaltsame Partie bieten. Das junge portugiesische Team (zehn Spieler mit weniger als zehn Länderspielen) muss auf Abwehrchef Pepe verzichten, ansonsten hat Fernando Santos alle Mann an Bord.

Vor einer ähnlich schweren Aufgabe steht Serbien in København. Auch das Team vom Balkan punktete nur einmal und musste zuletzt ein 1:2 hinnehmen. Eigentlich unverständlich, kann doch Trainer Radovan Ćurčić auf eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen, talentierten Spielern zurückgreifen. Im Hinspiel gab es ein bitteres 1:3 für die „Adler“, die mit dem Rücken an der Wand stehen. Das 4:1 über Aserbaidschan im Test macht zumindest etwas Hoffnung. Dänemark dagegen, das seine beste Elf aufbieten kann und gegen Montenegro ein 0:1 noch drehte (2:1), kann mit Rückenwind in die Partie gehen. Ein Sieg würde den Vorsprung gegenüber Verfolger Albanien auf drei Punkte ausbauen (bisher: bessere Tordifferenz), zum direkten Treffen kommt es noch im September. Stürmer Nicklas Bendtner, bei Wolfsburg nur Ersatz, traf in seinen letzten drei Einsätzen fünf Mal.

Im festgeschriebenen Freundschaftsspiel reist EM-Gastgeber Frankreich nach Albanien. Die Südosteuropäer überraschen bisher durch eine gute Quali und haben zudem als einziges Team der Gruppe ihr Gastspiel bei „Les Bleus“ nicht verloren (1:1). Vor dem wichtigen Duell mit Dänemark wollen die Rot-Schwarzen gegen Frankreich Selbstvertrauen tanken.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s