EM-Quali Freitag: Island und Wales übernehmen die Spitze, Hoffnung für Bosnien und Bulgarien

Veröffentlicht: 13. Juni 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Am Freitagsspieltag schlug Island in Gruppe A die Tschechische Republik mit 2:1 und übernahm damit die Tabellenführung. Die Niederlande und die Türkei mühten sich zu Pflichtsiegen. In Gruppe B entthronte Belgien dank Gareth Bale Belgien, Bosnien schöpft nach einem 3:1-Erfolg über Israel neue Hoffnung, auch Zypern ist dank des 3:1 in Andorra weiter im Rennen. Kroatien und Italien trennten sich nach einem zumindest 45 Minuten lang packenden Duell 1:1. Norwegen dagegen stolperte zu Hause gegen Aserbaidschan (0:0), sodass Bulgarien (1:0 auf Malta) wieder im Rennen ist.

Gruppe A: Island dreht in Reykjavík den Spieß um

Auf dem Wieg zum Siegtreffer: Kolbeinn Sigþórsson

Zu Hause gelang Island in der Qualifikation zwei Siege, diese makellose Bilanz hielten die Lagerbäck-Schützlinge auch gegen die Tschechische Republik aufrecht. In der ersten Halbzeit hatten allerdings die Gäste Vorteile. Insbesondere über die rechte Seite, wo der wieder genesene Außenverteidiger Kadeřábek agierte, kamen die Zentraleuropäer immer wieder vor das Tor der Heimmannschaft. Necid vergab aber die beste Chance nach Kadeřábek-Flanke per Kopf (15.). Island tat sich etwas schwer, näherte bis zur Pause aber durch zwei gefährliche Freistöße von Gylfi Þór Sigurðsson dem Tor von Petr Čech an (28., 29.). In die zweite Hälfte startete Island druckvoll, das Tor machten aber die Tschechen. Necid legte den Ball für Dočkal ab, der das Spielgerät fulminant in den linken Winkel hämmerte (55.). Doch der Rückstand war so etwas wie ein Bannbrecher für Island. Nach zwei gefährlichen Halbchancen fand eine perfekt geschlagene Flanke von Ari Freyr Skúlason Kapitän Aron Einar Gunnarsson am zweiten Pfosten, der Čech per Kopf bezwang (60.). Der Druck der Gastgeber ließ aber nicht nach und wurde in der 76. Minute belohnt. Einen Fehlpass von Vácha schnappte sich Kolbeinn Sigþórsson, umrundete Čech und schob zum vielumjubelten Siegtreffer ein (76.). Jóhann Berg Guðmundsson ließ das mögliche 3:1 aus (90.), sodass in der Nachspielzeit Hannes Þór Halldórsson noch einmal gegen Plašil den Sieg festhalten musste (90.+4). Durch den Sieg gelang Island hierbei nicht nur die Revanche für das Hinspiel, sondern auch ein großer Schritt in Richtung Europameisterschaft.

Im Rennen bleibt auch die Türkei nach dem 1:0 in Kasachstan. Doch die Terim-Truppe musste lange auf den erlösenden Siegtreffer warten. Trotz zahlreicher Chancen von Hakan Çalhanoğlu, Burak Yılmaz, Arda Turan und Ozan Tufan wollte der Ball nicht ins Netz, auch Kasachstan konnte durch Šomko eine gute Gelegenheit verbuchen. Nach der Pause waren zuerst die Hausherren durch Islamkhan und Konysbayev gefährlicher, dann ließ Umut Bulut das sichere 0:1 liegen. Als auch noch Burak Yılmaz nur den Pfosten traf schnupperten die Zentralasiaten am Punktgewinn, doch in der 83. Minute passierte es dann doch. Burak Yılmaz legte eine Flanke von Gökhan Gönül für Kapitan Arda Turan ab und der Atlético-Profi setzte das Leder unter der Latte. Durch den späten Pflichtsieg bleiben die Türken damit in Schlagdistanz.

Wurde am Ende doch bezwungen: Lettlands Keeper Andris Vaņins, hier gegen Huntelaar

Auch für die Anhänger der Niederlande war das Spiel in Lettland zumindest für eine gute Stunde nervlich aufreibend. „Oranje“ war zwar klar Herr im fremden Stadion, doch weder Depay, noch van Persie und Sneijder (Pfosten) brachten den Ball im Tor unter. Ein mutiger Wechsel von Guus Hiddink nach etwas mehr als einer Stunde brachte Huntelaar und Co. dann aber auf die Siegerstraße. Kapitän van Persie ging raus, Wijnaldum kam. Vier Minuten später schlug der Joker zu: Nach Sneijders Solo kam der Ball zum Eindhoven-Akteur, der den Ball ins Netz stocherte (67.). Weitere vier Zeigerumdrehungen darauf machte Narsingh den Deckel drauf. Nach Balleroberung und Steilpass von Blind ließ er Vaņins im direkten Duell keine Chance (71.). Sneijder traf noch mal Aluminium, der Pflichtsieg war aber auch so gesichert.

Gruppe B: Bale und Wales enthronen Belgien, Bosniens starkes Comeback

Schrei vor Glück: Wales und Gareth Bale sind auf EM-Kurs

Das Duell Erster gegen Zweiten endete auch in der Gruppe B mit dem Sieg des Verfolgers. Dabei war der Start der Waliser gegen Belgien alles andere als vielversprechend. Nainggolan und Hazard feuerten gegen die wackligen Hausheeren gefährliche Schüsse ab ehe es kurios wurde. Belgien konnten einen Freistoß mehr schlecht als recht klären, doch dann köpfte Nainggolan das Spielgerät wieder zurück an den Fünfer. Dort lauerte Bale und tunnelte Courtouis aus der Drehung (25.). Robson-Kanu hätte die Führung nach einem weiteren Abwehr-Schnitzer fast verdoppelt, verfehlte aber das Tor nachdem Alderweireld einen von Courtois entschärften Ramsey-Schuss vor die Füße des Stürmers „geklärt“ hatte. Marc Wilmots brachte zur Pause Lukaku, doch die Chancen zum Ausgleich hatten De Bruyne, Hazard und Benteke. Die Defensive der Waliser hielt jedoch stand, sodass die Mannen von Trainer Coleman einen elementar wichtigen Sieg auf dem Weg nach Frankreich feiern durften.

Edin Džeko trifft per Handelfmeter zum wichtigen 2:1

Ebenso wichtig war für Bosnien der 3:1-Heimerfolg über Israel, durch den das Team vom Balkan wieder voll im Rennen ist. In Zenica waren die Drachen die aktivere Mannschaft, Medunjanin und Višća war zuerst aber kein Erfolg beschieden. Stattdessen gab es in der 41. Minute einen herben Rückschlag. Džeko bugsierte das Leder beim Versuch zu klären zu Ben Haim II, der wuchtig einschoss. Doch Bosnien schlug sofort zurück. Über die rechte Seite bedienten Džeko und Pjanić Flügelmann Višća, der überlegt zu seinem ersten Länderspieltor traf (43.). In der Nachspielzeit blockte dann Yeini einen Schuss von Vranješ mit der ausgestreckten Hand, Kapitän Džeko blieb vom Punkt cool – Spiel gedreht (45.+2). Nun musste Israel kommen, kassierte aber nach ein paar kleineren eigenen Chancen einen Konter. Višća brachte erste Lulić in Schussposition und staubte dann ab, nachdem Marciano den folgenden Abschluss nicht festhalten konnte (75.). In der Nachspielzeit verhinderte die Latte gegen Džeko einen weiteren Treffer, der mit Hinblick auf den direkten Vergleich (Hinspiel: 0:3) noch wichtig werden könnte. Bosnien rückt durch den Erfolg bis auf einen Punkt an Israel heran.

Auch Zypern mischt im Kampf um die Plätze Zwei und Drei noch mit. In Andorra gab es jedoch zuerst einen Schock. Aaron Sanchez versprang frei vor Geōrgalídīs der Ball, doch der Rettungsversuch von Dossa Júnior landete im eigenen Netz (2.). Lange ließ die Antwort der Gäste nicht warten, Christofī spielte Mitídīs rechts im Strafraum frei, der trocken vollstreckte (13.). Trotz Überlegenheit der Insulaner waren aber auch die Hausherren weiterhin gefährlich, Ayala und Martínez scheiterten knapp. Sekunden vor der Pause belohnte sich Zypern dann doch für das spielerische Übergewicht, Mitídīs köpfte eine Ecke von Efraím in die Maschen (45.+1). Sechs Minuten nach Wiederbeginn bot sich Dossa Júnior die Chance auf Wiedergutmachung nachdem er von Rebes gefoult wurde, jedoch scheiterte der Innenverteidiger mit dem folgenden Elfmeter an Ferran Pol (51.). Das entscheidende 1:3 folgte jedoch wenig später, wieder war Mitídīs der Torschütze nachdem Christofī noch aus kurzer Distanz gescheitert war (53.). Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff. Zypern rangiert nun punktgleich mit Israel auf Rang Vier und hat nach dem Dreierpack von Efraím im Hinspiel mit Mytidis nun auch einen zweiten „Hattrick-Mann“ in den eigenen Reihen.

Gruppe I: Spektakel ohne Zuschauer in Split, Bulgarien lauert

Diskussionen nach dem 1:0 von Kroatien, zuvor war ein reguläres Tor von El Shaarawy aberkannt worden

Aufgrund von Zuschauerausschreitungen musste das Spitzenspiel in Split ohne Zuschauer stattfinden. Und das war eine Schande, den insbesondere die erste Halbzeit hatte es in sich. Nach sieben Minuten brachte Astori Srna im Strafraum zu Fall, Buffon entschärfte den Elfmeter von Mandžukić aber (7.). Vier Minuten später jubelte El Shaarawy, wurde aber zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen. Während die Gäste noch protestierten konterte Kroatien: Rakitić bediente Mandžukić, der dieses Mal aus geringerer Entfernung einschoss (11.). Auch beim Ausgleich stand der Ex-Bayern-Spieler im Mittelpunkt. Nach einem Freistoß beging der Stürmer im eigenen Strafraum ein Handspiel, Candreva verwandelte den Strafstoß im Panenka-Stil (36.). Mit Sirigu für den verletzten Buffon und deutlich weniger Chancen begann die zweite Halbzeit, stattdessen wurde es rauer. Parolo und Pirlo kamen einen Siegtreffer am nächsten, am Spielstand änderte sich aber nichts mehr. Nur Kapitän Srna holte sich nach einem ebenso überharten wie sinnfreien Einsteigen gegen Marchisio noch Gelb-Rot ab (90.).

Norwegen hätte das Unentschieden im Spitzenspiel durch einen eigenen Sieg nutzen können, um noch mal ins Rennen um die direkten Qualiplätze einzusteigen. Doch den Skandinaviern fehlte ohne den gelbgesperrten Kapitän Elyounoussi gegen Aserbaidschan die Durchschlagskraft. Søderlund und Diomande kamen nicht an Ağayev vorbei, vier Minuten vor dem Ende köpfte Hovland an den Pfosten. Mit dem torlosen Remis steht man vor dem direkten Vergleich mit Bulgarien im nächsten Spiel zumindest unter dem Druck, nicht verlieren zu dürfen.

Ivelin Popov bejubelt sein siegbringendes Tor gegen Malta

Auch Bulgarien mühte sich sehr, konnte letztendlich gegen Malta ein ebenso knappes wie wichtiges 1:0 erringen. Popov und Micanski forderten Haber im Tor der Malteser, auf der Gegenseite musste Keeper Mitrev gegen Briffa alles aufbieten, um eine Führung der Gastgeber zu verhindern. In der Nachspielzeit gab es nach Foul von Ryan Camilleri an Gadžev Elfmeter, doch KSC-Stürmer Micanski schoss links vorbei (45.+2). Erst elf Minuten nach der Pause fand ein langer Ball über Umwege Popov, dessen folgender Strahl von Haber nicht zu entschärfen war (56.). Zwar kämpften die Hausherren um den Ausgleich und waren durch Failla zwei Mal gefährlich, die beste Chance hatte aber Manolev, dem die Querlatte im Weg stand. Bulgarien hat vor dem Heimspiel gegen Norwegen im September zwei Punkte Rückstand auf die Gäste, darf aber wieder Hoffnung schöpfen.

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