2:2 nach 0:2 – Barrios und Paraguay schocken Argentinien

Veröffentlicht: 14. Juni 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
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Paraguay ist dank Lucas Barrios die erste Überraschung der Copa América 2015 gelungen. Eine Stunde lang dominierte Argentinien das Geschehen in La Serena komplett und führte dank zweier Aussetzer von Samudio mit 2:0. Quasi aus dem nichts verkürzte dann Valdez, woraufhin die Partie offener wurde. Nach Chancen auf beiden Seiten sorgte dann der eingewechselte Lucas Barrios in der 90. Minute für den nicht mehr erwarteten Ausgleich der „Albirroja“.

Fassungslosigkeit bei Argentinien: Soeben hat Lucas Barrios (nicht im Bild) das 2:2 erzielt

Gerardo Martino konnte zum Auftakt auf sein volles Angriffspotential zurückgreifen. Messi und Di María flankierten Agüero im Zentrum, dahinter sorgten Pastore und Banega für Unruhe. Die defensive Absicherung übernahm eine Achse bestehend aus Mascherano auf der Sechs, Garay und Otamendi im Zentrum und Roncaglia und Rojo auf den Außenbahnen. Im Tor stand Sergio Romero, dessen Paraden Argentinien bei der WM ins Finale gebracht hatten.

Paraguays argentinischer Coach Ramón Díaz setzte gegen seine Landsleute auf ein 4-4-2-System. Eine defensive Mittelfeldreihe, gebildet von Ortigoza, Victor Cáceres und Ortiz sollte die Kreise von Messi und Co. einengen. Davor agierte Augsburgs Bobadilla auf der Zehn, sowie die bundesligaerfahrenen Valdez und Santa Cruz im Sturm.

Mit dem Anpfiff weg setzte sich Argentinien in des Gegners Hälfte fest. Die Passmaschine war auch sofort auf Touren und holte schnell einige Ecken heraus. Die daraus entstehenden Abschlüsse von Rojo (5.) und Otamendi (7.) sorgten aber nicht wirklich für Gefahr. Doch der Vizeweltmeister zeigte sich geduldig, ließ Ball und Gegner sehenswert laufen und wartete auf die Lücke. Nach achtzehn Minuten war es dann fast soweit als Messi seinen Fuß in einen Distanzschuss von Mascherano hielt und das Spielgerät gefährlich abfälschte. Zur Erleichterung von Torwart Antony Silva, der den kurzfristig verletzten Villar vertrat, sprang selbiges aber knapp vorbei (18.). Vier Minuten später musste Samudio gegen Agüero eine Grätsche der Extraklasse auspacken, um den Juve-Stürmer am Torerfolg zu hindern (22.).

Insgesamt taten sich Messi und Co. aber eher schwer, die massive Defensive der Paraguayer zu durchbrechen. Letztendlich war es gütige Mithilfe des Gegners, die für die Führung sorgte. Bedrängt von Messi spielte Samudio einen viel zu kurzen Rückpass zu Torwart Silva. Agüero spritzte dazwischen, umrundete den Keeper und schob lässig zur Führung ein (29.). Mit dem Vorsprung im Rücken lief der Ball nun noch etwas lockerer bei der Albiceleste, die sich zudem auf Samudio verlassen konnten. In der 35. Minute stellte sich der Linksverteidiger im Strafraum ungeschickt gegen Di María an, der den Kontakt gerne annahm und zu Boden ging. Schiedsrichter Roldán (Kolumbien) entschied auf Strafstoß, Messi traf präzise ins rechte untere Eck und stellte die 2:0-Pausenführung her.

Mit Basels Derlis González für Ortiz startete Paraguay offensiver in den zweiten Durchgang – zumindest auf dem Papier. Stattdessen hatte der Hereingekommene Glück, nicht binnen einer Minute wegen zwei Fouls an Di María gleich wieder des Feldes verwiesen zu werden. Argentinien blieb auch so stets spielbestimmend, ließ aber das 3:0 liegen. Silva parierte stark gegen Messi, der nach Pastore-Pass vor ihm aufgetaucht war (58.).

Lionel Messi umkurvt Paraguays Torwart Silva, verpasst aber Augenblicke später das wohl entscheidende 3:1

Nach exakt einer Stunde zeigte sich dann Paraguay zum ersten Mal gefährlich in des Gegners Hälfte. Valdez fiel ein unzureichend geklärter Ball vor die Füße und der Frankfurter zwang Romero von der Strafraumgrenze aus zu seiner ersten Parade (60.). Vierzig Sekunden später war der Schlussmann machtlos. Valdez erhielt diesmal etwa 20 Meter vor dem Tor den Ball von Ortiz und zimmerte denselben links unter die Latte (60.). Plötzlich waren die Rot-Weißen durch ein Traumtor wieder im Spiel.

Was zuvor eine einseitige Angelegenheit gewesen war entwickelte sich nun zu so etwas wie ein offener Schlagabtausch. Ein fantastisches Solo von Messi hätte fast im Gegenzug den alten Abstand wiederhergestellt, doch der Kapitän schoss knapp vorbei nachdem er die halbe Mannschaft Paraguays umkurvt hatte (63.). Dann war wieder Samudio schläfrig und vergaß vor Pastore zu klären, doch Silva parierte einmal mehr stark (67.). Für Paraguay feuerte Joker Derlis González einen wuchtigen Flachschuss ab den Torschütze Valdez beinahe noch ins Tor gelenkt hätte (71.).

In diesem Tempo ging es weiter. Messi verpasste um eine Haarspitze eine Hereingabe von Di María (73.), dann zwang der aufgerückte Samudio Romero nach Santa Cruz-Ablage zu einer Glanztat (77.). Argentinien drängte auf die Entscheidung, doch auch Di María (78.) und Rojo (79.) wollte das dritte Tor nicht gelingen. Paraguay dagegen tat sich schwer, ein Kopfball von Victor Cáceres nach einem Ortigoza-Freistoß konnte Romero nicht wirklich bedrängen (89.).

Eine Minute später führte eine beinahe identische Freistoßposition zum Ausgleich. Wieder brachte Ortigoza das Spielgerät aus dem Halbfeld, der aufgerückte Innenverteidiger Da Silva legte dann per Kopf zurück für den eingewechselten Barrios. Der Ex-Dortmunder zog aus 15 Metern ab und traf links unten. Romero war chancenlos (90.). Zwar hätte der ebenfalls hereingekommene Tevez noch einmal spät die sich anbahnende Überraschung verhindern können, doch der Juve-Stürmer vermasselte nach Flanke von Di María seinen Kopfball völlig (90.+2). So muss sich Argentinien trotz einer über weite Strecken überlegen geführten Partie am Ende mit einem Unentschieden begnügen.

Für Paraguay steht am Dienstag Abend ein Treffen mit Jamaika an, Argentinien bekommt es in der Nacht auf Mittwoch mit Uruguay zu tun. Zur Erinnerung: 2011 ereilte Messi und Co. damals im eigenen Land gegen eben jenen Gegner das Aus im Elfmeterschießen.

Statistik:

Tore: 1:0 Agüero (29., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit), 2:0 Messi (36., Foulelfmeter, Linksschuss, Samudio an Di María), 2:1 N. Valdez (60., Rechtsschuss, Ortigoza), 2:2 Barrios (90., Linksschuss, Da Silva)

Aufstellung (Argentinien): S. Romero – Roncaglia, Garay, Otamendi, Rojo – Mascherano – Pastore, Banegea – Messi, Agüero, Di María

Aufstellung (Paraguay): A. Silva – M. Cáceres, Da Silva, P. Aguilar, Samudio – Ortigoza, V. Cáceres, Ortiz – Bobadilla – Santa Cruz, N. Valdez

Wechsel (Argentinien): 75. Tevez für Pastore, 76. Higuaín für Agüero, 80. Biglia für Banega

Wechsel (Paraguay): 46. D. González für Ortiz, 66. Benítez für Bobadilla, 79. Barrios für Santa Cruz

Bank (Argentinien): Andújar (Tor), Guzmán (Tor), Casco, Demichelis, Zabaleta, Gago, Lamela, Pereyra, Lavezzi

Bank (Paraguay): A. Aguilar (Tor), Villar (Tor), Balbuena, Piris, B. Valdez, Aranda, O. Martínez, Molinas, Ó. Romero

Gelbe Karten: P. Aguilar (24., Foul), Ortiz (39., Foul), D. González (48., Foul), V. Cáceres (74., Foul), Barrios (90., Trikotausziehen) – Roncaglia (41., Foul), Otamendi (83., Foul)

Schiedsrichter: Wilmar Roldán (Kolumbien) – Alexander Guzmán (Kolumbien), Cristian De La Cruz (Kolumbien) – Julio Bascuñán (Chile) – Raúl Orellana (Chile)

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