„Zwiebel“ Rodríguez bringt Jamaika zum Weinen

Veröffentlicht: 14. Juni 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
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Titelverteidiger Uruguay ist mit einem knappen 1:0-Erfolg über Jamaika in die Copa América gestartet. Dabei taten sich Cavani und Co. lange Zeit schwer gegen die gut mithaltenden Reggae Boyz. Erst ein Standard sieben Minuten nach der Pause brachte das entscheidende Tor durch Cristian „Zwiebel“ Rodríguez. Der Karibikmeister hatte zwar danach eine Handvoll Chancen, der Ausgleich wollte aber nicht mehr gelingen.

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Augen auf den Ball: Uruguay und Jamaika lieferten sich in Antofagasta ein enges Duell

Uruguays Coach Óscar Tabárez konnte rechtzeitig zum Start auf den angeschlagenen Innenverteidiger Giménez bauen, der zusammen mit Kapitän Godín die Innenverteidigung bilden. Im Sturm lief neben Cavani der Frankreich-Legionär Rolán (Bordeaux) auf. Für den kreativen Funken sollte Nicolás Lodeiro sorgen.

Jamaikas deutscher Trainer Winfried Schäfer setzte auf eine physisch starke Mannschaft, die ihr Geld vor allem in den englischen und in der amerikanischen Liga verdient. Karlsruhes Innenverteidiger Daniel Gordon saß zum Anpfiff auf der Bank.

Wer geglaubt hatte, Jamaika wäre wohl nur Aufbaugegner für die anderen Teams der Gruppe sah sich schon nach wenigen Minuten getäuscht. Die ganz in gelb auflaufenden Schäfer-Schützlinge spielten mit, zeigten sowohl im Boden als auch in der Luft ihre Fähigkeiten und hielten Cavani und Co. vom eigenen Tor weg.  In der 15. Minute forderte Sánchez Elfmeter, nachdem sein Pass den ausgestreckten Arm von Lawrence aus kurzer Distanz traf. Für Schiedsrichter Argote (Venezuela) kein strafstoßwürdiges Vergehen.

Nach gut einer halben Stunde gab es dann zumindest so etwas wie Torgefahr. Uruguays Schlussmann Muslera rutschte bei einer Ecke aus, konnte den Ball aber dennoch vor Mariappa klären. Die Szene war aber ohnehin abgepfiffen worden (31.). Sechs Minuten später waren dann die „Urus“ dran. Jamaika-Keeper Kerr lenkte aber einen Versuch von Cristian „Cebolla“ (Zwiebel) Rodríguez um den Pfosten (37.).

Die beste Chance einer fehlerhaften ersten Halbzeit hatten aber überraschend die „Gäste“. Nach einem weiten Ball von Dawkins entwischte Mattocks der Defensivreihe der „Celeste“, traf dann aber in idealer Position den Ball nicht richtig, sodass Godín klären konnte (40.). Keine Minute später ging Cavani im Sechzehner nach leichten Kontakt mit Hector zu Boden, auch hier blieb ein Pfiff korrekterweise aus (40.).

Plötzlich schienen die Uruguayer wach geworden zu sein. Cavani brachte trotz einer artistischen Einlage eine Flanke von Maxi Pereira nicht auf das Tor (42.), dann schnappte sich Kerr den Ball gerade so vor Lodeiro (45.). Mit einem insgesamt gerechten 0:0 ging es damit in die Pause.

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Moment der Befreiung: „Cebolla“ Rodríguez (verdeckt) hat soeben das 1:0 erzielt

Dieser Schwung ging nach der Pause verloren, es war dann ein Standard, der den Titelverteidiger den Durchbruch verschaffte. Lodeiros Freistoß von der linken Außenbahn legte Giménez per Kopf an den Fünfer ab, wo Rodríguez lauerte und den Ball mit links ins Tor rollte (52.). Die „Zwiebel“ hatte zugestochen. Die Führung spielte den Favoriten in die Karten, der sich nun defensiver gab und auf das Zerstören jamaikanischer Angriffe und eigene schnelle Konter bedacht war.

In der 59. Minute servierte dann Maxi Pereira den „Reggae Boyz“ eine dicke Chance auf dem Silbertablett. Nach einem Missverständnis mit Muslera „klärte“ der Rechtsverteidiger den Ball an die Strafraumlinie, wo Barnes das größtenteils leere Tor aber verfehlte (59.). Der Karibikmeister sollte dieser Gelegenheit noch hinterhertrauern, denn in der Folge kam man gegen die erfahrene Defensive der Uruguayer kaum noch zum Zug. Insbesondere im Mittelfeld fehlte es an Ideen.

Nur über links sorgte der eingewechselte Laing immer wieder für Gefahr. Zwei seiner Flanken aus dem Halbfeld fanden Barnes und Brown, doch beide köpften rechts vorbei (76., 80.). Ansonsten waren Standards gefragt. Muslera lenkte einen Lawrence-Freistoß über die Latte (86.), dann landete Laings Volleyschuss nach einer Lawrence-Ecke auf dem Tornetz (87.). Wesentlich knapper wurde es bei einem der wenigen Konter der Hellblauen. Rolán wurde geblockt, Joker Stuani setzte den Abpraller über die Querlatte (88.). Jamaika konnte dies nicht mehr bestrafen, Uruguay überstand auch die Nachspielzeit ohne sonderliche Probleme.

Während Uruguay in der Nacht zum Mittwoch das Gigantenduell gegen Argentinien bevorsteht wollen die Jamaikaner am Dienstag Abend gegen Paraguay ihre Chancen auf das Viertelfinale waren.

Statistik:

Tor: 1:0 C. Rodríguez (52., Linksschuss, Giménez)

Aufstellung (Uruguay): Muslera – Maxi Pereira, Giménez, Godín, Á. Pereira – Arévalo Ríos – C. Sánchez, Lodeiro, C. Rodríguez – Rolán, Cavani

Aufstellung (Jamaika): Kerr – Mariappa, Hector, Morgan, Lawrence – Austin, McAnuff – McCleary, Dawkins – Barnes, Mattocks

Wechsel (Uruguay): 64. De Arrascaeta für C. Rodríguez, 73. Stuani für C. Sánchez, 86. Á. González für Lodeiro

Wechsel (Jamaika): 54. Laing für Dawkins, 75. Brown für Mattocks

Bank (Uruguay): Muñoz (Tor), M. Silva (Tor), Coates, Corujo, Fucile, G. Silva, G. Pereira, A. Hernández, J. Rodríguez

Bank (Jamaika): Miller (Tor), Thompson (Tor), Gordon, Gray, Taylor, Grant, Watson, Ottey, Parkes, Williams

Gelbe Karten: Giménez (59., Foul), Godín (84., Foul) – McAnuff (27., Foul)

Schiedsrichter: José Argote (Venezuela) – Jorge Urrego (Venezuela), Jairo Romero (Venezuela) – Jorge Osorio (Chile) – Javier Bustillos (Bolivien)

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