Rondón belohnt Venezuela, Fehlstart für Kolumbien

Veröffentlicht: 15. Juni 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
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Kolumbien hat zum Start der Gruppe C einen Fehlstart hingelegt. Gegen das leidenschaftlich verteidigende und stets gefährliche Venezuela unterlagen Falcao und Co. mit 0:1. In einer umkämpften ersten Hälfte verbuchte die „Vinotinto“ die besseren Chancen und belohnte sich nach einer Stunde für die starke Leistung durch ein Tor von Rondón. Erst in der Schlussviertelstunde konnten sich die Kolumbianer gute Tormöglichkeiten erspielen, die Ruhe im Abschluss fehlte aber oder Torwart Baroja stand im Weg.

Nicht zu halten: Venezuela, hier Vargas gegen Valencia, setzte sich durchaus verdient gegen Kolumbien durch

Die Frage nach dem Sturmpartner für Kapitän Falcao beantwortete Trainer Pékerman mit Carlos Bacca vom Europa League-Sieger Sevilla. Star James Rodríguez lief wie zu erwarten auf der Zehn auf, flankiert von Cuadrado und Valencia. Im Tor stand Arsenals Ospina. Außerdem startete Murillo neben Zapata in der Innenverteidigung.

Venezuelas Coach Noel Salvicente vertraute unter anderen auf den Ex-Gladbacher Arango, der zusammen mit Guerra und Vargas Stoßstürmer Rondón bedienen sollte. Die erfahrene Abwehrkette Rosales, Vizcarrondo, Túñez und Amorebieta wurde von Torwart Alain Baroja dirigiert.

Eine halbe Stunde lang bekamen die Zuschauer in Rancagua vor allem eins zu sehen: Kampf. Venezuela setzte gegen die ballsicheren und flinken Cafeteros auf die eigene Robustheit und Physis, doch auch der WM-Viertelfinalist hielt sich keinesfalls zurück. Um jeden Meter Boden wurde gekämpft und so war es wenig verwunderlich, dass ein abgeblockter Versuch von James die einzig nennenswerte „Torszene“ der Anfangsphase war (6.). Doch die Vinotinto setzte nicht nur auf Zerstörung, sondern zeigte auch durchaus eigene Qualitäten, darunter ein sauberes Passspiel.

Den ersten guten Angriff der Partie bekamen die lautstarken Zuschauer dann in der 27. Minute zu sehen – und zwar vom Außenseiter. Rondón legte den Ball perfekt in die Gasse für Vargas, Ospina reagierte jedoch im direkten Duell mit dem Flügelspieler prächtig (27.). Weitaus weniger gefährlich war es auf der Gegenseite als Falcao nach einem Missverständnis zwischen Baroja und Vizcarrondo einen Fuß an das Leder brachte, selbiges aber nicht gefährlich auf das Tor bringen konnte (29.).

Die hohe Aggressivität auf dem Rasen führte auch zu unschönen Szenen, Rondón und Armero hatten Glück das Schiedsrichter Cunha (Uruguay) zwei Aktionen am Rande der Tätlichkeit durchgehen ließ. Erst gegen Ende der ersten Hälfte wurde Kolumbien etwas besser, doch die gut stehenden Venezolaner verengten die Räume geschickt und ließen kaum etwas zu. Kurz vor der Pause musste dann Ospina noch mal eingreifen und entschärfte einen technisch feinen Seitvolley von Guerra (42.).

Mit spürbar mehr Zug, aber immer noch wenig Esprit kam Kolumbien aus der Pause. Die Pékerman-Schützlinge waren sichtlich bemüht, mehr Druck aufzubauen. Mehr als ein paar harmlose Ecken sprangen dabei aber nicht heraus. Ganz anders Venezuela: Nach einem schnellen Einwurf von Rosales flankte Vargas in den Strafraum, Guerra legte den Ball ab für Rondón, der am Fünfmeterraum hochstieg und seinen präzisen Kopfball außerhalb der Reichweite von Ospina platzierte (60.). Der Außenseiter lag in Front – und das verdient.

Obenauf: Venezuelas Abwehr um Torwart Baroja war nicht zu überwinden

Venezuela war mit der Führung im Rücken gut im Spiel und verbarrikadierte sich nicht im eigenen Strafraum. Kolumbien wurde nun immer hektischer, zahlreiche Ballverluste waren die Folge. Nach 73 Minuten gab es dann endlich die erste herausgespielte Chance für den Favoriten: James fand links im Strafraum den eingewechselten Téo Gutiérrez, doch dieser zögerte den Abschluss zu lange heraus und wurde geblockt. Es war aber so etwas wie ein Startsignal für die Schlussoffensive.

Richtig brenzlig wurde es in der 79. Minute: Binnen Sekunden musste Baroja alles aufbieten, um einen Distanzknaller von James und den Nachschuss von Cardona zu entschärfen. Die folgende Ecke verlängerte James an den zweiten Pfosten, wo Zapata allerdings keinen vernünftigen Abschluss zusammenbrachte. Näher sollte Kolumbien an den Ausgleich nicht kommen. Zwar näherten sich Cardona per Freistoß (84.), Cuadrado mit einer akrobatischen Einlage nach Kopfball-Ablage von Jackson (85.) und Teó Gutiérrez per Kopf (87.) noch mal an, wirklich ins Schwitzen kamen Vizcarrondo und Co. aber nicht mehr. Stattdessen stand wenig später die Überraschung fest.

Kolumbien steht damit in der Nacht zum Donnerstag gegen Brasilien bereits unter großen Druck während Venezuela mit Rückenwind in das Duell gegen Peru gehen wird (Freitag Nacht).

Statistik:

Tor: 0:1 Rondón (60., Kopfball, Guerra)

Aufstellung (Kolumbien): Ospina – Zúñiga, Zapata, Je. Murillo, Armero – C. Sánchez – Cuadrado, James Rodríguez, Ed. Valencia – Bacca, Falcao

Aufstellung (Venezuela): Baroja – Rosales, Vizcarrondo, Túñez, Amorebieta – R. Vargas, Rincón, Arango, Seijas, Guerra – Rondón

Wechsel (Kolumbien): 63. Cardona für C. Sánchez, 72. T. Gutiérrez für Bacca, 82. Jackson Martínez für Armero

Wechsel (Venezuela): 75. Lucena für Seijas, 78. C. González für R. Vargas, 86. Cichero für Arango

Bank (Kolumbien): Bonilla (Tor), C. Vargas (Tor), Andrade, Arias, Franco, Valdés, Mejía, Ibarbo, Muriel

Bank (Venezuela): Fariñez (Tor), D. Hernández (Tor), Ángel, Perozo, Acosta, J. Martínez, Miku, Rivas

Gelbe Karten: C. Sánchez (54., Foul), Zúñiga (71., Foul), James Rodríguez (86., Ballwegschlagen) – Seijas (18., Ballsperre), Amorebieta (24., Foul), Lucena (74., unsportliches Verhalten), Vizcarrondo (83., Foul)

Schiedsrichter: Andrés Cunha (Uruguay) – Mauricio Espinosa (Uruguay), Carlos Pastorino (Uruguay) – Enrique Cáceres (Paraguay) – Carlos Cáceres (Paraguay)

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