EM-Quali Sonntag: Österreich, England und die Schweiz jubeln in der Ferne

Veröffentlicht: 16. Juni 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Den Abschluss des sechsten Spieltages bildeten die Gruppe C, E und G. In Staffel C feierten das souveräne Führungstrio bestehend aus Spanien, der Slowakei und der Ukraine Arbeitssiege und macht die Quali-Plätze unter sich aus. England darf nach dem Sieg in Ljubljana fest für die Euro planen, die Schweiz distanzierte Litauen im direkten Duell und übernimmt Platz 2. In Gruppe G errang Schweden einen wichtigen Erfolg über Montenegro, Tabellenführer Österreich siegte auch in Russland und machte damit einen gewaltigen Schritt auf dem Weg nach Frankreich.

Gruppe C: Dreimal Pflichtsieg ohne Glanz bitte

Die Slowakei feierte den sechsten Sieg in Serie – Jubeln war also angebracht

In L’viv gab es für die gastgebende Ukraine nach 45 Minuten ein gellendes Pfeifkonzert. Gegen Außenseiter Luxemburg stand es nämlich noch 0:0. Und es hätte schlimmer sein können für die Hausherren, denn in der 10. Minute stand Da Mota frei vor dem ukrainischen Tor, traf aber nur den Pfosten. Zwar dominierte der Tabellendritte, doch weder Kravéc‘, noch Rotán‘ oder Stepanénko zielten genau genug. Vier Zeigerumdrehungen nach der Pause war dann auch etwas Glück vonnöten, damit der Ball im Tor lag. Morozjúk flankte von rechts, von der Brust des nicht angespielten Kravec‘ sprang der Ball ins Netz (49.). Auch das zweite Tor entsprang keiner feinen Kombination, vielmehr wurde ein Versuch von Ševčúk zum Außenverteidiger zurück geklärt, dessen Kopfball verlängerte Gármaš ebenfalls per Kopf ins Tor (57.). Luxemburg antwortete mit Chancen von Da Mota und Malget, ein schwerer defensiver Lapsus, der Konopljánka dem Ball am Strafraum förmlich schenkte, sorgte aber für den 3:0-Endstand (86.).

Zielstrebig wie hier erledigte Spanien und Sergio Ramos die Pflichtaufgabe in Weißrussland

Die noch ungeschlagenen Slowaken wollten ihre Serie auch gegen Makedonien ausbauen. Bereits in der 8. Minute brachte der für den verletzten Ďurica spielende Saláta sein Land in Front. Pekarík köpfte einen geklärten Ball wieder in den Strafraum, wo der aufgerückte Innenverteidiger Pačovski mit einem wohlplatzierten Kopfball das Nachsehen gab. Kapitän Hamšík verpasste das 2:0 daraufhin knapp, wurde dann aber von Mak bedient und ließ auf engsten Raum Pačovski aussteigen. Das 2:0 war daraufhin nur Formsache (38.). Nach der Pause hielt der Schlussmann seine Farben durch Paraden gegen Hamšík, Kucka und Mak im Spiel. Und tatsächlich gegen die Gäste noch mal heran. Muarem Muarem brachte den Ball nach einer Ecke zu Ademi und der bereits zuvor einige Male positiv aufgefallene Mittelfeldmann verkürzte auf 1:2 (68.). Eine Gelb-Rote Karte für Hasani wegen wiederholten Foulspiels dämpfte die aufkeimenden Hoffnungen der Mannen vom Balkan aber (84.). Ibraimi feuerte drüber, dann war auch der sechste Sieg für die Slowaken gesichert. Die Truppe von Ján Kózák ist damit fest auf Kurs Richtung erster EM-Teilnahme.

Spannender als es hätte sein müssen machte es Europameister Spanien in Weißrussland. Die „Furia Roja“ war über 90 Minuten das klar bessere Team, doch Torwart Harbunoŭ brachte Pedro, Morata, Sergio Ramos, Jordi Alba und Fàbregas allesamt zur Verzweiflung. Erst als der Schlussmann eine Flanke von Fàbregas nicht wirklich klären konnte war Silva zur Stelle und stellte auf 1:0 (45.). Nach Wiederanpfiff musste dann Casillas gegen Karnilenka, Bardačoŭ und Maevski retten, nach einer guten Stunde hatten sich die Südeuropäer aber wieder gefangen. Lediglich Harbunoŭ verhinderte durch Paraden gegen Silva, Morata, Jordi Alba und Isco eine deutlich höhere Niederlage.

Gruppe E: England thront mit Abstand, Schweiz distanziert Litauen

Bild mit Symbolcharakter: Sterling und England lassen Slowenien (hier Ilić) klar hinter sich

Estland hatte nach dem 1:0-Auftaktsieg über Slowenien große Hoffnungen geweckt, doch die folgenden Partien brachten noch größere Ernüchterung. Kein einziges Tor gelang den Balten, selbst beim klaren Underdog San Marino gab es nur ein 0:0. Im Rückspiel in Tallinn sollte dies korrigiert werden, doch es war der noch torlose Gast, der durch einen Palazzi-Fernschuss die beste Gelegenheit der Anfangsphase hatte. Torwart Aksalu verhinderte aber einen möglichen Rückstand (15.). Erst danach lief es besser bei den Blau-Schwarzen und in der 35. Minute durfte endlich wieder gejubelt werden. Lindpere, der seinen 100. Einsatz im Nationaltrikot absolvierte, flankte von rechts nach innen. An mehreren Spielern flog der Ball vorbei, am zweiten Pfosten lauerte aber Zenjov – 1:0. Sieben Minuten nach der Pause traf erst Kallaste den Pfosten ehe Zenjov den Nachschuss über das leere Tor setzte. Nach etwas mehr als einer Stunde rehabilitierte sich das Duo aber. Kallaste fand mit seiner Hereingabe Zenjov, der auf 2:0 stellte (63.). San Marino brach aber nicht ein: Hirsch (74.) und Vitaioli (85.) hatten gute Gelegenheiten, das erste Tor der Qualifikation zu schießen. Estland ist dank des Sieges zwar bis auf zwei Punkte an Platz Drei herangerückt, angesichts des Restprogramms bleibt aber selbst dieser wohl außer Reichweite.

England dagegen hat die Euro-Teilnahme dagegen so gut wie sicher. In Ljubljana waren die „Three Lions“ tonangebend, nachdem Rooney und Sterling ihre Chancen aber nicht nutzen verwerteten die Hausherren ihre erste Chance zum 1:0. Iličić schickte Novakovič steil, der Hart sicher bezwang (37.). In der zweiten Halbzeit schlug dann die Stunde von Jack Wilshere. Der bis dato noch torlose Mittelfeldmann versenkte den Ball gleich zweimal aus nahezu identischer Position in den linken Winkel (57., 73.). Wiederrum mit der ersten guten Chance glich Slowenien aus: Pečnik köpfte eine Jokić-Flanke ein (84.). Doch keine zwei Minuten später erreichte ein Pass von Henderson über Umwege Rooney, der Handanovič in die falsche Richtung schickte und den Siegtreffer erzielte (86.). Bei neun Punkten Vorsprung auf Rang Drei braucht England nur noch einen Auswärtserfolg in San Marino, um de facto qualifiziert zu sein.

Fabian Schär bejubelt seine Vorarbeit zum 1:1. Im Vordergrund der spätere Siegtorschütze Shaqiri

Ganz wichtige Zähler fuhr auch die Schweiz gegen Verfolger Litauen ein. Im Gegensatz zum 0:4-Hinspiel spielten die Balten dieses mal gut mit und hatten durch Slivka sogar die beste Chance des ersten Durchgangs. In der 64. Minute ließ Černych nach einem Vaitkūnas-Zuspiel Djourou alt aussehen und sorgte für die Führung der Hausherren (64.). Doch nur fünf Minuten später legte Schär eine Shaqiri-Flanke für den freien Drmić ab – 1:1 (69.). Shaqiri war dann der Mann der Schlussphase: Zuerst wurde ein Tor wegen Abseits nicht gegeben, doch der Ex-Bayern-Spieler war nach Embolo-Pass doch noch zur Stelle und drehte die Partie (84.). Damit nutzt die Schweiz den Ausrutscher der Slowenen und übernimmt Rang Drei.

Gruppe G: Österreich triumphiert in Moskau, Schweden bezwingt Montenegro

Kollektivjubel: Österreich bezwang Russland dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung

Aus tabellarischer Sicht bedeutungslos, aber durchaus unterhaltsam war das Aufeinandertreffen von Liechtenstein und Moldawien. Über 90 Minuten boten die Gegner ein offenes Spiel, zahlreiche Torchancen und Fehler. In der 20. Minute setzte Sandro Wieser einen phänomenalen Fernschuss aus über 30 Meter unter die Latte des Gästetores (20.). Kurz vor der Pause nutzte dann Milinceanu einen Kaufmann-Fehler aus und bediente Borghiu, der auf 1:1 stellte (43.). Moldawien wollte den Sieg in der zweiten Halbzeit etwas mehr, doch da beide Seiten zwar Chancen, aber kein Tor zustande brachten tat sich nichts mehr am Ergebnis.

Tabellenführer Österreich stand in Moskau eine Feuertaufe bevor – und Fuchs und Co. bestanden mit Bravour. Russland musste nach zwölf Minuten den Verlust von Innenverteidiger Berezúckij verkraften und kam auch sonst nicht ins Spiel. In der 33. Minute belohnten sich die Gäste für einen starken Auftritt. Junuzović wurde noch zweimal geblockt, doch Janko setzte den Abpraller per Fallrückzieher sehenswert in die Maschen. Keine Minute später war Baumgartlinger nach Junuzović-Pass durch, lupfte das Leder aber am Tor vorbei (34.). Erst in der zweiten Hälfte besserte sich das Offensivspiel der Sbornaja, Mirančúk und Žirkóv näherten sich an. Auf der Gegenseite ließ Sabitzer das 0:2 liegen. Almer vereitelte Chancen von Širókov und Keržakóv, dann hatte Österreich es geschafft. Mit 16 Zählern und einen Polster von acht Punkten auf den Dritten Russland ist die EM zum Greifen nah.

Zlatan Ibrahimović führte Schweden gegen Montenegro einmal mehr zum Sieg

Dank eines phänomenalen Schlussspurts in der ersten Halbzeit hat Schweden nicht nur den Sieg über Montenegro, sondern auch Platz Zwei geholt. Nach Chancen auf beiden Seiten traf Berg auf Ekdal-Flanke per Kopf (37.), dann schnürte Ibrahimović binnen vier Minuten einen Doppelpack (40., 44.). Erst setzte der PSG-Stürmer einen Schlenzer in die Maschen ehe er nach Larsson-Pass Torwart Poleksic im direkten Duell das Nachsehen gab. Montenegro gab nach der Pause alles, doch Isaksson ließ sich nur einmal bezwingen: Damjanović verkürzte per Fouelfmeter (64., Johansson an Mugoša). Gegen Tomašević, Damjanović und Bećiraj parierte der Schlussmann aber stark und verhinderte so eine enge Schlussphase.

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