Kerrs Geschenk erfreut Paraguay

Veröffentlicht: 17. Juni 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
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Paraguay hat durch einen hochverdienten 1:0-Erfolg über Jamaika einen großen Schritt Richtung Viertelfinale gemacht. In Antofagasta waren die Guarani die tonangebende Mannschaft, benötigten aber einen kapitalen Aussetzer von Jamaika-Goalie Kerr, um in Führung zu gehen. Diese geriet gegen erschreckend schwache „Reggae Boyz“ bis zum Schlusspfiff nicht mehr in Gefahr, vielmehr hatten Santa Cruz und Co. bei einem Lattenschuss und einem nicht gegebenen Handelfmeter Pech.

Joel McAnuff und seine Jamaikaner waren gegen Paraguay viel zu harmlos

Im Vergleich zum 2:2 gegen Argentinien schickte Paraguays Coach Ramón Díaz eine auf drei Positionen veränderte Elf aufs Feld. Rechtsverteidiger Marcos Cáceres, Ortiz und Nelson Valdez mussten auf der Bank Platz nehmen. Für sie kamen Bruno Valdez, Derlis González und Édgar Benítez zum Zug. Jamaikas deutscher Trainer Winfried Schäfer dagegen nahm nur einen Wechsel vor. Watson ersetzte Mattocks, der beim 0:1 gegen Uruguay einen Hochkaräter vergeben hatte.

Jamaika begann wie bereits im Eröffnungsspiel erfrischend offensiv, mehr als ein paar harmlose Ecken und Freistöße kamen dabei aber nicht heraus. Anders Paraguay: Gleich mit dem ersten Angriff wurde es gefährlich. Derlis González per Seitfallzieher und Santa Cruz per Kopf brachten den Ball aber nicht an Torwart Kerr vorbei (4.). Mit der Zeit übernahmen dann die Rot-Weißen auch immer mehr Spielanteile, von der Schäfer-Truppe kam kaum etwas.

Nach zwanzig Minuten wandelten Santa Cruz und Co. ihre Überlegenheit dann auch in Chancen um –  unterstützt von der jamaikanischen Abwehr, die mitunter alles andere als sattelfest wirkte. Kerr hatte Santa Cruz‘ Drehschuss sicher (20.), dann wurde Benítez per Grätsche von Lawrence gestoppt, den Abpraller nahm Bobadilla direkt, verfehlte das Tor aber (21.). Elf Minuten später platzierte Santa Cruz seine eigene Direktannahme zu zentral, sodass Kerr ohne Probleme halten konnte (32.).

Es war daher ein dicker Bock des Torwarts von Sarpsborg, der den Durchbruch für die Guarani brachte. Cáceres schlug einfach mal einen langen Ball nach vorne, den der Torwart außerhalb des Sechzehners per Kopf klären wollte. Jedoch beförderte er den Ball an den linken Oberschenkel von Benítez, von wo aus das Spielgerät ins Tor sprang (36.). Der Jubel der Paraguayer fiel trotz der glücklichen Umstände nicht geringer aus. Ortigoza feuerte vor der Pause noch einen Fernschuss ab, zielte aber nicht genau genug (42.).

Und Jamaika? Die „Reggae Boyz“ enttäuschten auf ganzer Linie. Von den schnellen Angriffen, die gegen Uruguay für Entlastung gesorgt hatten, war nichts zu sehen, stattdessen regierte Ratlosigkeit. Ein genau auf Silva kommender Fernschuss von Lawrence aus gut und gerne 35 Metern war der einzige Abschluss des Karibikmeisters (35.).

Das Tor war zwar ein Geschenk, die drei Punkte hatte sich Paraguay aber redlich verdient

In Hälfte Zwei tat sich weitestgehend wenig auf den Rasen. Paraguay schaltete zwei Gänge zurück, Jamaika fehlte es ab der Mittellinie an Zweikampfhärte und Kreativität. Santa Cruz (49.) und Cáceres (52.) feuerten Fernschüsse ab, bei letzteren musste Kerr eine gute Parade zeigen. Abgesehen von einem harmlosen Abschluss von Dawkins hatten die Gelb-Schwarzen auf der Gegenseite nicht zu bieten (54.).

Nach etwa einer Stunde ergriffen die Schäfer-Schützlinge die Initiative, doch die Defensivabteilung Paraguays stand sicher. Stattdessen hatte Samudio Pech, dass seinem Schuss nach starker Ablage von Bobadilla die Latte im Weg stand (60.). In der 72. Minute landete ein Kopfball von Santa Cruz an der ausgestreckten Hand von Mariappa, unerklärlicherweise gab Schiedsrichter Vera aus Ecuador den fälligen Elfmeter aber nicht.

Der Sieg geriet auch so nicht mehr in Gefahr. Lediglich eine Einzelaktion von McCleary, an dessen Ende der Reading-Profi sein Ziel knapp verfehlte (80.), sorgte noch einmal für so etwas wie Spannung. Das Bemühen war Jamaika nicht abzusprechen, es fehlte aber letztendlich an der Klasse in den entscheidenden Bereichen.

Paraguay duelliert sich am letzten Spieltag mit Uruguay, für Jamaika ist angesichts des Abschlussgegners Argentinien die Copa wohl schon nach der Vorrunde vorbei.

Statistik:

Tor: 1:0 Benítez (36., Linksschuss, ohne Vorarbeit)

Aufstellung (Paraguay): A. Silva – B. Valdez, Da Silva, P. Aguilar, Samudio – V. Cáceres, Ortigoza – D. González, Bobadilla, Benítez – Santa Cruz

Aufstellung (Jamaika): Kerr – Mariappa, Hector, Morgan, Lawrence – Austin, Watson – McCleary, Dawkins, McAnuff – Barnes

Wechsel (Paraguay): 75. N. Valdez für Bobadilla, 77. Piris für Samudio, 86. Molinas für Benítez

Wechsel (Jamaika): 57. Laing für Watson, 62. Brown für Barnes, 76. Mattocks für Dawkins

Bank (Paraguay): A. Aguilar (Tor), Villar (Tor), Balbuena, M. Cáceres, Aranda, O. Martínez, Ortiz, Ó. Romero, Barrios

Bank (Jamaika): Miller (Tor), Thompson (Tor), Gordon, Gray, Taylor, Grant, Ottey, Parkes, Williams

Gelbe Karten: B. Valdez (59., Foul) – Austin (8., Foul), Morgan (16., Foul)

Schiedsrichter: Carlos Vera (Ecuador) – Christian Lescano (Ecuador), Byron Moreno (Ecuador) – Jorge Osorio (Chile) – Jorge Urrego (Venezuela)

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