Pizarro sorgt für Hochspannung in Gruppe C

Veröffentlicht: 19. Juni 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
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Dank eines Tores von Claudio Pizarro konnte Peru gegen Venezuela die fast einstündige Überzahl in drei Punkte ummünzen. In einem Spiel mit wenig Chancen, dafür aber umso mehr Fouls und Zweikämpfen, war in einer fast ereignislosen ersten Halbzeit die Rote Karte gegen Amorebieta der große Aufreger. Die „Inkas“ konnten durch die numerische Überlegenheit mehr Ballbesitz erlangen, fanden aber keinen Weg durch die Defensive der Vinotinto. Bis Pizarro in der 72. Minute eiskalt zuschlug.

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Die spielentscheidende Szene: Amorebieta sieht nach einem Tritt gegen Guerrero Rot von Schiedsrichter Orozco

Peru hatte sich gegen Brasilien teuer verkauft, erst in der Nachspielzeit kassierte man das entscheidende 1:2. Ricardo Gareca war zu einer Änderung gezwungen, Schalkes Farfán war angeschlagen und wurde durch Sturmveteran Pizarro ersetzt. Sein Gegenüber Noel Salvicente sah hingegen keinerlei Anlass, Personal zu tauschen, schließlich hatte sein Team durch ein 1:0 gegen Kolumbien für eine Überraschung gesorgt.

Sturmtank Rondón, einziger Torschütze gegen Kolumbien, bot sich dann auch früh eine ausgezeichnete Chance. Guerra fand den Zenit-Legionär mit einer guten Hereingabe, doch dieser brachte im Sprung nicht genügend Druck hinter dem Ball, um Torwart Gallese zu bezwingen (6.). Es war die beste und einzige Chance der ersten Halbzeit. Beide Teams bewegten sich auf Augenhöhe, lieferten sich enge Duelle und hatten eine Handvoll Halbchancen. Keiner der beiden Torhüter musste bis zum Pausenpfiff eingreifen.

Einen negativen Aufreger hatte die Partie aber doch. In der 29. Minute rang Amorebieta seinen Gegenspieler Guerrero auf der rechten Außenbahn nieder, sprang dann über den Stürmer und trat diesen dabei auf das linke Knie. Schiedsrichter Orosco wertete dies als Tätlichkeit und schickte den Linksverteidiger zu dessen Entsetzen mit Rot vom Feld (29.). Ob Absicht oder nicht: dumm war die Aktion auf alle mal. Salvicente reagierte und brachte mit Cichero einen frischen Außenverteidiger für Offensivmann Vargas. Auch die Peruaner waren nicht zimperlich. Ballón und Lobatón holten sich beide für überhartes Einsteigen Gelb ab.

Mit Leipzigs Reyna als zusätzlichen Stürmer versuchte Gareca nach der Pause, seinem Team mehr Torgefahr zu bringen. Pizarro (47.) und Guerrero (49.) näherten sich per Kopf zwar an, eingreifen musste Torwart Baroja aber nicht. Venezuela zog sich zwar zurück, wie schon gegen Kolumbien mauerte die Vinotinto sich aber nicht ein. Stattdessen wurde immer wieder Rondón gesucht, dessen Stärken in der Ballbehauptung regelmäßig für Entlastung sorgten.

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Augen auf den Ball: Hier klärt Venezuelas Abwehrhühne Vizcarrondo

Relativ ratlos standen Guerrero und Co. dieser schier unüberwindlichen Defensive gegenüber. Vargas versuchte es mit zwei Distanzschüssen (66., 67.) – ohne Ertrag. So musste der Zufall helfen. Cueva eroberte den Ball vor dem Tor stark zurück und spielte selbigen dann in den Strafraum. Rincón ging per Grätsche dazwischen, bugsierte das Leder aber zu Pizarro, der seine ganze Erfahrung nutzte, schnell reagierte und unhaltbar für Baroja unter die Latte einschoss (72.).

Es war der letzte (!) Torschuss der Partie. Venezuela konnte in Unterzahl nicht mehr antworten, Peru war mit dem 1:0 hochzufrieden, sodass die Schlussphase nur wegen des knappen Spielstandes so etwas wie Spannung hatte. Am Ende des wohl schwächsten Spiels dieser Copa durften sich Kapitän Pizarro und seine Mannen über einen glanzlosen Sieg freuen. Damit stehen alle vier Teams vor dem dritten Spieltag bei drei Punkten, aufgrund der mehr erzielten Treffer haben Brasilien und Peru die Nase vorne.

Peru bekommt es zum Abschluss mit Kolumbien zu tun, Venezuela tritt gegen Brasilien an.

Statistik:

Tor: 1:0 C. Pizarro (72., Linksschuss, ohne Vorarbeit)

Aufstellung (Peru): Gallese – Advíncula, Zambrano, Ascues, J. Vargas – Ballón, Lobatón – J. Sánchez, Cueva – Guerrero, C. Pizarro

Aufstellung (Venezuela): Baroja – Rosales, Vizcarrondo, Túñez, Amorebieta – Rincón, Seijas – R. Vargas, Arango, Guerra – Rondón

Wechsel (Peru): 46. Reyna für Lobatón, 83. Hurtado für Cueva, 90. Yotún für C. Pizarro

Wechsel (Venezuela): 38. Cichero für R. Vargas, 73. J. Martínez für Arango, 82. Miku für Seijas

Bank (Peru): Libman (Tor), Penny (Tor), Céspedes, Ramos, Requena, Riojas, Retamoso, Carrillo, Farfán

Bank (Venezuela): Fariñez (Tor), D. Hernández (Tor), Ángel, Perozo, Acosta, C. González, Lucena, J. Murillo, Rivas

Gelbe Karten: Ballón (35., Foul), Lobatón (37., Foul), Guerrero (69., Foul) – Cichero (88., Foul)

Rote Karte: Amorebieta (29., Tätlichkeit, Guerrero)

Schiedsrichter: Raúl Orosco (Bolivien) – Javier Bustillos (Bolivien), Juan Pablo Montaño (Bolivien) – Roberto García (Mexiko) – José Luis Camargo (Mexiko)

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