Guerrero-Dreierpack erledigt Bolivien

Veröffentlicht: 26. Juni 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
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Peru heißt der Gegner von Chile im Halbfinale. Dank eines Dreierpacks von Paolo Guerrero überwanden die Inkas die Hürde Bolivien verdient mit 3:1. Ein Doppelschlag binnen drei Minuten war wegweisend, nach der Pause forderte dann Bolivien vergeblich einen Elfmeterpfiff. Stattdessen bestrafte Guerrero einen schweren Abwehrfehler mit dem 3:0. Das Anschlusstor von Marcelo Martins kam dann zu spät.

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Die Entscheidung: Guerrero erzielt sein drittes Tor, rechts Bejarano, dessen katastrophaler Fehlpass das 0:3 eingeleitet hatte

Bolivien hatte sich erstmals seit 1997 wieder für das Viertelfinale qualifiziert. Zum Gruppenabschluss gab es aber eine heftige 0:5-Niederlage gegen Chile. Trainer Mauricio Soria tauschte viermal Personal. Zenteno, Danny Bejarano, Peña und Hurtado ersetzten Edemir Rodríguez, Veizaga, Escobar und Pedriel.

Peru reichte ein 0:0 gegen Kolumbien zum Weiterkommen. Das „Sechser-Duo“ Lobatón und Ballón hatte sich dabei allerdings Gelbsperren abgeholt. Coach Ricardo Gareca ersetzte sie durch Retamoso und Yotún. Außerdem war Farfán wieder fit und erhielt auf der rechten Außenbahn den Vorzug vor Joel Sánchez.

Eine durchaus umkämpfte Anfangsphase endete nach einer guten Viertelstunde. Dann übernahm Peru das Kommando. In der 15. Minute wackelte Torwart Quiñónez bei einer Ecke und durfte sich dann bei Hurtado bedanken, der den Schuss von Pizarro von der Linie schlug. Auch der folgende Standard sorgte für Chaos in Boliviens Hintermannschaft, diesmal brachte Guerrero den Ball nicht auf das Tor (16.).

Vier Minuten später machte der Ex-Hamburger dies deutlich besser. Cueva setzte Linksverteidiger Vargas in Szene, der präzise an den Fünfmeterraum flankte. Dort war Guerrero nicht eng genug gedeckt und setzte einen 1A-Kopfball ins Netz, Quiñónez war machtlos (20.).

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Als Vorbereiter stark: Perus Cueva

Bolivien wollte schnell antworten, doch ein Freistoß der „El Verde“ ging gewaltig nach hinten los. Farfán und Cueva kombinierten sich schnell in die gegnerische Hälfte ehe Letzterer den Ball über die Abwehr zu Guerrero chippte. Der 31-jährige steuerte allein auf Quiñónez zu, der beim Herauslaufen auch noch ausrutschte. So hatte der Peruaner leichtes Spiel, das 2:0 war nur noch Formsache (23.).

Guerrero verpasste nach einer Ecke von Farfán das 3:0 und damit wohl die Vorentscheidung nur knapp (26.). Dann war es an den Bolivianern, nach einer Antwort zu suchen. Morales‘ Fernschuss flog hauchdünn über die Latte (27.), dann zwang Marcelo Moreno nach einem Freistoß von Smedberg-Dalence Torwart Gallese zu einer starken Parade (30.).

Die „Inkas“ ließen es mit der Führung in Rücken deutlich ruhiger angehen. Gefährlich blieb es weiterhin. Ein weiterer, schneller Angriff über Cueva und Guerrero brachte Farfán in Position, doch der Schalker traf nur den Außenpfosten (37.). In der Nachspielzeit stand dem Flügelspieler wieder Aluminium im Weg. Diesmal prallte sein Freistoß von der Latte ins Feld zurück (45.+1).

Weitaus weniger unterhaltsam und eher zerfahren war die Partie nach der Pause. Die Abschlüsse von Pizarro (53.), Marcelo Moreno (56.) und Farfán (59.) waren allesamt eher ungefährlich. Erst als Yotún im Strafraum von Farfán freispielt wurde wurde es brenzlig, doch der Schalker hatte sein Visier nicht gut eingestellt (64.). Bolivien versuchte nun, mehr Spielanteile zu bekommen und auf den Anschluss zu drängen. Doch Perus Konter wirkten deutlich gefährlicher.

Viel Aufregung gab es dann in der 69. Minute. Ascues‘ zu kurze Rückgabe brachte Gallese in Bedrängnis, der mit Pedriel kollidierte und diesen dadurch zu Fall brachte. Bolivien forderte lautstark einen Elfmeter, Schiedsrichter Roldán (Kolumbien) verwarnte aber nur Escobar für dessen Proteste. Pikant: Neben dem Elfmeter hätte es auch Gelb-Rot für den bereist wegen Zeitspiel verwarnten Gallese geben müssen.

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Marcelo Moreno verkürzt vom Elfmeterpunkt, mehr als ein Ehrentreffer war es aber nicht

Statt 1:2 hieß es wenig später 0:3. Danny Bejarano spielte einen haarsträubenden Fehlpass in die Füße von Guerrero, der dadurch völlig unbehelligt auf das Tor zulaufen durfte und einmal mehr Quiñónez das Nachsehen gab (74.). Zwei Minuten verpasste der Toptorjäger der letzten Copa sein viertes Tor nach Flanke von Advíncula nur knapp (76.). Yotún zwang Quiñónez per Fernschuss zu einer Parade (78.), Cueva verzog aus idealer Position (79.).

Auf der Gegenseite bekam dann Bolivien doch noch einen Elfmeter zugesprochen – aus Sicht der „El Verde“ aber eine Viertelstunde zu spät. Lizio manövrierte Advíncula aus, der den Fuß rausstellte und den Joker zu Fall brachte (83.). Marcelo Moreno traf sicher in die Mitte (84.). Kurz darauf hatte er allerdings Glück, dass sein Ellbogenschlag in den Magen von Yotún nur mit Gelb bedacht wurde (86.).

Etwas hektisch wurden die letzten Minuten. Guerrero und Reyna (90.+3) sowie Hurtado (90.+4) schrammten knapp am vierten peruanischen Tor vorbei. Es folgte ein kleines Scharmützel, das Leipzigs Reyna ebenfalls eine Verwarnung einbrachte. Am Spielstand änderte sich aber nichts mehr. Peru ist damit der Gegner von Chile im ersten Halbfinale.

Statistik:

Tore: 0:1 Guerrero (20., Kopfball, J. Vargas), 0:2 Guerrero (23., Rechtsschuss, Cueva), 0:3 Guerrero (74., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit), 1:3 Marcelo Moreno (84., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Advíncula an Lizio)

Aufstellung (Bolivien): R. Quiñónez – Hurtado, Zenteno, Raldes, Coimbra, Morales – Chumacero, D. Bejarano – Smedberg-Dalence, Marcelo Moreno, Peña

Aufstellung (Peru): Gallese – Advíncula, Zambrano, Ascues, J. Vargas – Retamoso, Yotún – Farfán, Cueva – C. Pizarro, Guerrero

Wechsel (Bolivien): 46. Escobar für Hurtado, 46. Lizio für Morales, 68. Pedriel für Peña

Wechsel (Peru): 66. Carrillo für C. Pizarro, 77. Hurtado für Farfán, 82. Reyna für Cueva

Bank (Bolivien): Peñarrieta (Tor), H. Suárez (Tor), M. Bejarano, Eguino, E. Rodríguez, Campos, Gamarra, Miranda, Veizaga

Bank (Peru): Libman (Tor), Penny (Tor), Céspedes, Ramos, Requena, Riojas, J. Sánchez

Gelbe Karten: D. Bejarano (35., Foul), Escobar (69., Meckern), Pedriel (73., Foul), Coimbra (76., Foul), Marcelo Moreno (86., Tätlichkeit) – Advíncula (31., Meckern), Gallese (61., Zeitspiel), Yotún (89., Foul), Reyna (90.+4, Rangelei)

Schiedsrichter: Wilmar Roldán (Kolumbien) – Alexander Guzmán (Kolumbien), Cristian De La Cruz (Kolumbien) – Enrique Cáceres (Paraguay) – Christian Lescano (Ecuador)

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