Doppelpacker Vargas bringt Chile ins Finale

Veröffentlicht: 30. Juni 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
Schlagwörter:, , ,

Gastgeber Chile hat es geschafft und steht nach dem 2:1-Erfolg über Peru im Finale! In der hektischen Anfangsphase verbuchten erst die Peruaner die besseren Chancen ehe Zambrano sich eine überflüssige Rote Karte einhandelte. In Überzahl ging die „Roja“ dann durch Vargas verdient in Front. Doch die „Inkas“ gaben nie auf, versteckten sich nicht und glichen nach einer Stunde sogar aus. Auf einen sagenhaften Fernschuss von Vargas nur vier Minuten später hatten Guerrero und Co. aber keine Antwort mehr.

Embed from Getty Images

Hier vergibt Eduardo Vargas noch eine Großchance, später wurde er durch seinen Doppelpack zum chilenischen Helden

Nach dem 1:0 im Abnutzungskampf gegen Uruguay nahm Jorge Sampaoli zwei Änderungen vor. Albornoz ersetzte Mena als Linksverteidiger, außerdem war Jara zu Recht für sein unsportliches Verhalten gegenüber Cavani im Viertelfinale gesperrt worden. Rojas vertrat ihn.

Perus Coach Ricardo Gareca konnte nach Gelbsperren wieder auf die Stammsechser Ballón und Lobatón zurückgreifen, die Yotún und Retamoso auf die Bank verdrängten. Außerdem rutscht Carrillo neu ins Team. Farfán rückte dafür in die Sturmspitze und verdrängte dort Pizarro.

In Santiago ging es dann auch gleich furios los. In der dritten Minute fand Albornoz‘ Steilpass Vargas, der erst im buchstäblich letzten Moment von Ascues geblockt werden konnte. Dann wurde es erst mal hitzig: Vidal und Zambrano gerieten aneinander und holten sich von Schiedsrichter Argote (Venezuela) eine Ermahnung ab (4.). Wenig später riss der Frankfurter abseits des Balles Alexis Sánchez um und wurde mit Gelb bedacht (7.).

Peru versteckte sich keineswegs, sondern spielte mutig nach vorne mit. In der neunten Minute wäre dies auch fast belohnt worden. Guerrero sicherte den Ball nach einer zu langen Hereingabe und flankte seinerseits wieder in den Strafraum. Dort setzte sich Farfán durch und traf per Kopf den linken Pfosten! Schon gegen Bolivien stand dem Schalker zweimal Aluminium im Weg.

In diesem Rhythmus ging es weiter auf und ab, hektisch und hochunterhaltsam. Wieder waren es die Peruaner, die sich die Haare rauften. Lobatón zog direkt aus der Distanz ab, der Scharfschuss rauschte ins Außennetz (17.). Chile war sichtlich überrascht ob des extrem wehrhaften Gegners.

Ein Aussetzer von Zambrano veränderte dann das Spiel: Bei einem Klärungsschlag zog der Frankfurter voll durch und traf dabei Aránguiz mit den Stollen im Rücken. Schiedsrichter Argote hatte das ganze aus den Augenwinkeln gesehen und zückte sofort Rot (20.). Ballón rückte vorerst in die Innenverteidigung, dann reagierte Gareca doch, nahm Cueva vom Feld und brachte mit Ramos einen Ersatz-Innenverteidiger.

Embed from Getty Images

Feldverweis: Schiedsrichter Argote stellt Zambrano vom Platz, am Boden windet sich Aránguiz

Die Überzahl ließ das Pendel nun zu Gunsten Chiles schwingen. Peru zog sich etwas zurück und baute auf Konter. Angetrieben von Valdivia und Alexis Sánchez setzte sich die „Roja“ aber nun in des Gegners Hälfte fest. Valdivia mit einem Heber nach Faustabwehr von Gallese (26.) und wenig später per Schlenzer (28.) war das Führungstor aber nicht vergönnt. Ebenso wenig wie Vargas, der nach einer herrlichen Kombination über Sánchez und Isla aus kurzer Distanz Advíncula anschoss (34.). Auf der Gegenseite musste Bravo eingreifen, um bei einen Konter gegen Farfán zu retten (38.).

Kurz vor der Pause schlug der Gastgeber dennoch zu. Sánchez zog unnachahmlich von links nach innen, seine eigentlich für Aránguiz bestimmte Flanke konnte dieser nicht erreichen, irritierte aber Gallese, sodass das Spielgerät am Pfosten landete. Vargas sicherte den Abpraller, verzögerte kurz und rollte das Leder dann mit rechts ins Tor (42.). Es war kein schöner Treffer, Vidal und Co. war das natürlich egal.

Trotz der Führung wechselte Sampaoli gleich doppelt zur Pause und brachte Mena und Pizarro für Díaz und Albornoz. Pizarro hätte seinen Einsatz beinahe binnen Sekunden gerechtfertigt. Per Heber bediente der Mittelfeldspieler Vargas, der sofort abzog und auf 2:0 stellte – doch die Fahne des Assistenten unterbrach die Jubelarien der Chilenen (49.). Es war eine klare Fehlentscheidung.

Angespornt durch dieses Glück drängten nun die „Inkas“ auf den Ausgleich. Wieder Farfán sorgte für Gefahr, konnte den Ball aber nicht wirklich erwischen (54.). Der starke Advíncula hatte die Vorarbeit geleistet. Auch in der 60. Minute war der Rechtsverteidiger maßgeblich beteiligt. Guerrero schickte bei einem Konter Advíncula auf rechts. Dessen Flanke wollte Medel vor Carrillo klären, bugsierte den Ball aber ins eigene Netz.

Embed from Getty Images

Ganz Chile bejubelt das entscheidende 2:1 von Napoli-Stürmer Eduardo Vargas

Chiles Schock sollte nicht lange anhalten. Vargas bekam von Medel den Ball und hielt aus 25 Metern halbrechter Position einfach drauf. Der Schuss senkte sich unhaltbar für Gallese in den linken Winkel (64.). Es war wohl mit Abstand das bisher schönste Tor der Copa.

Der Widerstand Perus war dadurch aber nicht gebrochen. Auch weiterhin leistete der nominelle Außenseiter erbitterten Widerstand. Dies führte dazu, dass sich beide Teams weitestgehend neutralisierten und in erbitterten Zweikämpfen aufrieben. In der 79. Minute bot sich Valdivia und Sánchez eine Doppelchance, doch beide setzten ihre Versuche zu hoch an (79.). Peru warf in den finalen Minuten alles nach vorne, die einzige Gelegenheit hatte jedoch Vidal, der aber an Gallese nicht vorbei kam (90.+1).

Chile steht damit nach 90 Minuten harter Arbeit damit im Finale. Gegner ist dort entweder Argentinien oder Paraguay.

Statistik:

Tore: 1:0 E. Vargas (42., Rechtsschuss, A. Sánchez), 1:1 Medel (60., Eigentor, Rechtsschuss, Advíncula), 2:1 E. Vargas (64., Rechtsschuss, Medel)

Aufstellung (Chile): Bravo – Isla, Medel, Rojas, Albornoz – Díaz – Vidal, Valdivia, Aránguiz – E. Vargas, A. Sánchez

Aufstellung (Peru): Gallese – Advíncula, Zambrano, Ascues, J. Vargas – Ballón, Lobatón – Carrillo, Cueva – Farfán, Guerrero

Wechsel (Chile): 46. Mena für Albornoz, 46. D. Pizarro für Díaz, 86. F. Gutiérrez für Valdivia

Wechsel (Peru): 27. Ramos für Cueva, 73. C. Pizarro für Carrillo, 73. Yotún für Lobatón

Bank (Chile): Garcés (Tor), Herrera (Tor), Beausejour, Mati Fernández, Fuenzalida, F. Silva, Henríquez, Pinilla

Bank (Peru): Libman (Tor), Penny (Tor), Céspedes, Requena, Riojas, Hurtado, Retamoso, J. Sánchez, Reyna

Gelbe Karte: – Zambrano (7., Foul)

Rote Karte: Zambrano (20., Tätlichkeit, Aránguiz)

Schiedsrichter: José Argote (Venezuela) – Jorge Urrego (Venezuela), Byron Romero (Ecuador) – Raúl Orosco (Bolivien) – Javier Bustillos (Bolivien)

Advertisements
Kommentare
  1. […] Neuauflage des Halbfinales der Copa (2:1) erwies sich als ein echtes Spektakel. In der siebten Minute fand ein Isla-Anspiel aus dem Halbfeld […]

    Gefällt mir

  2. […] Stürmer, der unter anderem durch zwei Tore im Halbfinale gegen Chile (2:1) maßgeblich zum ersten Copa-Sieg für Chile überhaupt beigetragen hatte, fehlt damit in den […]

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s