Bravo und Sánchez werden zu Chiles Helden

Veröffentlicht: 5. Juli 2015 in CONMEBOL, Copa América 2015
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Chile hat sich dank eines 4:1 im Elfmeterschießen gegen Argentinien den ersten Titel überhaupt gesichert. Im Finale in Santiago begegneten sich die Mannschaften 120 Minuten lang auf Augenhöhe, rieben sich aber gegenseitig auf, sodass Torchancen eher eine Seltenheit waren. Am Ende musste so das Elfmeterschießen entscheiden. Dort versagten Higuaín und Banega die Nerven, sodass sich erst Bravo und dann Alexis Sánchez zu den Helden ihrer Nation aufschwingen konnten.

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Chiles Spieler feiern inmitten von Fans, Familie und Fotographen den ersten Titel überhaupt

Gegenüber dem hart errungenen 2:1-Erfolg über Peru nahm Chiles Trainer Jorge Sampaoli zwei Änderungen vor. Silva und Beausejour verdrängten Rojas und Albornoz auf die Bank. Auf dem Platz änderte sich daher die Formation vom 4-4-2 zum 3-5-2. Díaz rückte neben Silva und Medel in die Innenverteidigung, Isla und Beausejour fungierten als Flügelspieler. Außerdem rückte Vidal etwas weiter nach hinten und hielt zusammen mit Aránguiz das Zentrum. Vorne wirbelte Valdivia auf der Zehn, Sánchez und Vargas begannen im Sturm.

Kaum Grund zur Klage hatte Argentiniens Übungsleiter Gerardo Martino nach dem 6:1-Erfolg über Paraguay. Dementsprechend nahm er keinerlei Änderungen vor. In der Abwehr lief Demichelis als Vertreter des verletzten Garay auf, Mascherano war einziger Sechser vor den etwas offensiveren Biglia und Pastore. Für die Tore sollte das Trio Messi, Agüero und Di María sorgen.

Ohne große Anlaufzeit starteten beide Teams schwungvoll in die Partie. Schon früh aber prägte sich das Bild, das für den Rest des Spiels anhalten sollte. Gute Angriffe gab es zwar, spätestens im Abschluss aber schluderten die Akteure. Dazwischen lieferten diese sich packende, enge Zweikämpfe und kämpften um jeden Meter Boden.

Erstmals eingreifen musste einer der beiden Torhüter in der 11. Minute. Otamendi produzierte im eigenen Strafraum eine Kerze und ermöglichte so Vidal einen Volley-Abschluss. Romero hatte jedoch aufgepasst und parierte. Auch Bravo auf der Gegenseite war hellwach und konnte einen Kopfball von Agüero, der nach einem Freistoß von Messi aus kurzer Distanz zum Abschluss gekommen war, entschärfen (20.).

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Beide Seiten schenkten sich nichts: Hier beharken sich Vidal, Demichelis und Rojo

Derartig gute Torszenen gab es aber wenige. Kein Team hatte wirklich die Oberhand, gefährlich wurde es meist nach Ballverlusten. So auch nach 23 Minuten, als Silva mit einem Pass Vargas eine gute Möglichkeit eröffnete, doch der Held aus dem Halbfinale schoss über das Tor. Dann mussten Martino einen ersten Rückschlag wegstecken. Der erneut sehr gut auftretende Di María hatte sich offenbar eine Muskelverletzung zugezogen und wurde durch Lavezzi ersetzte (29.).

Die Partie verlor bis zur Halbzeit etwas an Schwung, stattdessen stand nun Schiedsrichter Roldán vermehrt im Mittelpunkt und verteilte Gelbe Karten an Silva, Medel und Díaz. In der Nachspielzeit bot sich dann Lavezzi aus dem Nichts die Chance auf das Führungstor. Pastore war über rechts vorgedrungen und hatte zurückgelegt, doch der PSG-Spieler platzierte seinen Abschluss genau auf Bravo (45.+2).

Auch in Halbzeit Zwei schenkten sich die Akteure nichts. Spannend und unterhaltsam war es, lediglich gute Chancen fehlten. Erst in der 82. Minute wurde es richtig brenzlig. Aránguiz fand mit einem Ball über die Abwehr Alexis Sánchez, doch Chiles Superstar verzog aus halbrechter Position denkbar knapp.

Alles hatte sich schon auf die Verlängerung – diese gab es nur im Finale – eingestellt, als Argentinien über Messi noch einmal einen Angriff startete. Der Superstar fand Lavezzi, dessen Querpass erreichte Higuaín am zweiten Pfosten, der grätschte den Ball aber ans Außennetz (90.+2). Ganz Chile konnte durchatmen.

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Siebenmal zückte Schiedsrichter Roldán Gelb. Hier erwischt es Mascherano.

Dasselbe Bild zeigte sich auch in der Verlängerung. Chile war das etwas drängendere Team und verbuchte die einzige Chance. Ein weiter Abwurf von Bravo, gefolgt von einem Patzer von Mascherano, der das Leder verfehlte, brachte Alexis Sánchez den Durchbruch. Doch Zabaleta störte den Arsenal-Profi im letzten Moment, sodass dessen Schuss über die Latte strich (105.+1). Da sich danach nichts mehr tat musste das Elfmeterschießen entscheiden.

Mati Fernández und Messi standen als erste in der Verantwortung, beide versenkten ihre Versuche aber unhaltbar für den jeweiligen Keeper. Vidal brauchte etwas mehr Glück, Romero kam an seinen Versuch heran, konnte ihn aber nicht parieren. Dann trat Higuaín an – und setzte den Ball deutlich über die Querlatte. Bitter, bereits in der abgelaufenen Saison hatte der Italien-Legionär einen wichtigen Elfmeter für seinen Club Napoli verschossen.

Aránguiz traf sicher rechts unten und erhöhte so den Druck auf Banega. Dieser hielt dem nicht stand, schoss unplatziert nach rechts und machte es Bravo leichte, den Ball zu parieren. Alexis Sánchez konnte nun den Titel klar machen und der Superstar blieb geradezu unglaublich cool, verlud Romero und rollte den Ball ohne hinzusehen ins linke Eck. Damit konnte die Party in Santiago und ganz Chile beginnen: Die „Roja“ feierte ihren ersten Titelgewinn überhaupt.

Neben der Kontinentalkrone darf sich Chile damit auch auf die Teilnahme am Confederations Cup 2017 freuen. Für Argentinien und Messi gab es nach der zweiten Finalniederlage binnen eines Jahres keinen wirklichen Trost.

Statistik:

Tore: keine

Elfmeterschießen: 1:0 Mati Fernández, 1:1 Messi, 2:1 Vidal, 2:1 Higuaín schießt über das Tor, 3:1 Aránguiz, 3:1 Bravo hält gegen Banega, 4:1 A. Sánchez

Aufstellung (Chile): Bravo – F. Silva, Díaz, Medel – Aránguiz, Vidal – Isla, Beausejour – Valdivia – E. Vargas, A. Sánchez

Aufstellung (Argentinien): S. Romero – Zabaleta, Demichelis, Otamendi, Rojo – Mascherano – Biglia, Pastore – Messi, Agüero, Di María

Wechsel (Chile): 75. Mati Fernández für Valdivia, 95. Henríquez für E. Vargas

Wechsel (Argentinien): 29. Lavezzi für Di María, 74. Higuaín für Agüero, 81. Banega für Pastore

Bank (Chile): Garcés (Tor), Herrera (Tor), Albornoz, Mena, Rojas, Fuenzalida, F. Gutiérrez, D. Pizarro, Pinilla

Bank (Argentinien): Guzmán (Tor), Marchesín (Tor), Casco, Garay, Roncaglia, Gago, Lamela, Pereyra, Tevez

Gelbe Karten: F. Silva (24., Foul), Medel (34., Foul), Díaz (44., Foul), Aránguiz (86., Foul) – Rojo (55., Foul), Mascherano (55., Handspiel), Banega (91., Foul)

Schiedsrichter: Wilmar Roldán (Kolumbien) – Alexander Guzmán (Kolumbien), Cristian De La Cruz (Kolumbien) – José Argote (Venezuela) – Christian Lescano (Ecuador)

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Kommentare
  1. […] dürfte es auch am 6. Juni werden wenn zum Auftakt der Gruppe D die Neuauflage des Finales von 2015 zwischen Argentinien und Chile ansteht. Außenseiterchancen haben hier Panama und […]

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  2. […] Verlängerung im Finale gegen Südkorea). Chile, das durch den Sieg bei der Copa América 2015 (4:1 im Elfmeterschießen gegen Argentinien) ebenfalls seine erste Teilnahme feiern durfte, dürfte als zweiter Favorit ins Rennen […]

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