EM-Quali Vorschau (Gruppen A, B und H): Island vor Meisterprüfung

Veröffentlicht: 2. September 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Die EM-Qualifikation geht in die entscheidende Phase. Am Doppelspieltag im September können bereits die ersten Teams die Tickets für die Endrunde in Frankreich lösen. Den Anfang machen die Gruppe A, B und H, die am Donnerstag und Sonntag in Einsatz sind. Überraschungsteam Island wäre im Falle eines Erfolges in Amsterdam das Ticket kaum noch zu nehmen, Verfolger Tschechische Republik steht vor zwei Pflichtaufgaben während die Niederlande und die Türkei sich keine Ausrutscher mehr leisten dürfen. Komplett offen ist die Gruppe B: Fünf Teams haben noch Aussicht auf die ersten drei Plätze. In Staffel H treffen Italien, Kroatien, Norwegen und Bulgarien in direkten Duellen aufeinander.

Gruppe A: Tabellenführer Island in Amsterdam, dann Oranje in der Türkei

Ausgangslage: 1. Island 15 Punkte, 14:3 Tore; 2. Tschechische Republik 13 P./12:8 T.; 3. Niederlande 10 P./13:6 T.; 4. Türkei 8 P./7:8 T.; 5. Lettland 3 P./2:13 T., 6. Kasachstan 1 P./4:14 T.

Island würde gerne das Husarenstück aus dem Hinspiel wiederholen, als man die Niederlande mit 2:0 bezwang. Hier erzielt Gylfi þór Sigurðsson den 2:0-Endstand.

Die Pole Position in Gruppe A nimmt Island ein. Das Team von der 300.000 Einwohner-Insel zeigte sich bisher insbesondere zu Hause souverän. Drei Spiele, drei Siege lautet die Bilanz der Lagerbäck-Truppe. Am Donnerstag Abend geht es aber nach Amsterdam zu Verfolger Niederlande. Gelingt wie schon im Hinspiel (2:0) ein Sieg ist angesichts acht Punkten Vorsprung auf Oranje das Ticket nur noch schwer zu nehmen. Am Sonntag gegen Kasachstan sollte ohnehin ein Dreier folgen, um den Traum von der ersten Teilnahme an einem großen Turnier zu verwirklichen.

Verfolger Nummer Eins ist die Tschechische Republik, auch wenn Čech und Co. in den letzten beiden Spielen gegen Lettland (1:1) und Island (1:2) patzten. Bei nur drei Punkten Abstand auf die Niederlande sollen zwei Siege her. Die Gegner: Kasachstan (H) und Lettland (A). Neben Kapitän Rosický fehlen allerdings auch Sivok, Pilař und Kolař. Zwei Siege sind dennoch Pflicht, denn im Oktober warten die Türkei (H) und die Niederlande (A).

Keinerlei Ausrutscher mehr erlauben darf sich die Niederlande. Bislang verlief die Qualifikation mehr als durchwachsen. Unter dem neuen Trainer Danny Blind, Assistent des geschassten Guus Hiddink, soll es besser werden. Gegen Island und in der Türkei warten gleich zwei „Endspiele“ auf Robben und Co. Verlieren ist verboten, um mindestens die Play-offs zu erreichen. Jedoch ist fraglich, ob es dem neuen Mann so schnell gelingt, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen.

Ein spätes 1:0 in Kasachstan sorgte dafür, dass auch die Türkei sich noch Resthoffnungen auf die EM machen darf. Zwei Punkte trennen Rot-Weißen von Platz Drei, fünf von Platz Zwei. Nach der Pflichtaufgabe zu Hause gegen Lettland wartet am Sonntag Abend in Konya das entscheidende Spiel gegen die Niederlande. Hoffnung macht das Hinspiel: In Amsterdam musste man erst in der Nachspielzeit das späte 1:1 hinnehmen. Zudem ist die Offensive stark: Sowohl Arda Turan, als auch Stürmer Burak Yılmaz oder Leverkusens Hakan Çalhanoğlu sind immer für ein Tor gut.

Abgeschlagen sind Lettland und Kasachstan. Während die Balten immerhin den ein oder anderen Team Probleme bereiteten, aber im Sturm gerade einmal zwei Tore erzielten, konnten die Zentralasiaten nur selten für Überraschungen sorgen. Alexander Merkel steht nach der Einbürgerung im März vor seinem Debüt zur das Land seiner Eltern. Er ist einer der jungen Spieler, die Kasachstans Nationalelf in Zukunft zu einer Mannschaft machen sollen, die in Europa mehr als nur ein Punktelieferant ist.

Gruppe B: Wales grüßt von der Spitze, Vierkampf dahinter

Ausgangslage: 1. Wales 14 Punkte, 8:2 Tore; 2. Belgien 11 P./13:2 T., 3. Israel 9 P./10:9 T.; 4. Zypern 9 P./12:11 T.; 5. Bosnien-Herzegowina 8 P./8:7 T.; 6. Andorra 0 P./3:23 T.

Auf Edin Džeko wird es für Bosnien beim Gastspiel in Belgien einmal mehr ankommen.

Wales machte 2015 einen ganz großen Schritt Richtung EM-Teilnahme. Auf einen beeindruckend souveränen 3:0-Erfolg in Israel folgte ein 1:0 über WM-Viertelfinalist Belgien. Angeführt von Superstar Gareth Bale dürfen die Drachen große Hoffnungen machen. Gelingen gegen Zypern (A) und Israel (H) zwei weitere Erfolge wäre das Ticket wohl so gut wie gelöst. Bale selbst ist nach Zehenproblemen fit geworden, Joe Allen fehlt gelbgesperrt. Trainer Chris Coleman ist fokussiert auf das Auswärtsspiel, schließlich ist Gegner Zypern gerade in der Heimat kein leichter Gegner, im Hinspiel gab es ein knappes 2:1.

Belgien kann zwar auf das souveräne Torverhältnis von 13:2 blicken, jedoch wurden elf dieser Treffer in den beiden Spielen gegen Andorra und Zypern erzielt. Gegen Wales traf man gar nicht (0:0, 0:1) in Bosnien gab es ein 1:1, gefolgt von einem 1:0 in Israel. Im Spitzenspiel gegen Bosnien am Donnerstag bietet sich die Möglichkeit, den Abstand auf das Team von Balkan um weitere drei Punkte aufzustocken. Am Sonntag erfolgt dann die Reise nach Zypern. Für De Bruyne, Hazard und Co. wäre alles andere als die direkte Qualifikation ein herber Rückschlag.

Israel steht am Scheideweg. Zwischenzeitlich war man nach drei Siegen in drei Spielen Tabellenführer, doch seitdem ist die Luft raus. Sowohl zu Hause gegen Belgien (0:1) und Wales (0:3) als auch zuletzt in Bosnien (1:3) setzte es klare Niederlagen. Noch hält man Platz Drei, doch Zypern und Bosnien lauern. Während zu Hause gegen Andorra die drei Punkte nur Formsache seien dürften ist das Auswärtsspiel in Wales wohl vorentscheidend. Im Oktober geht es gegen Zypern (H) und Belgien (A). Ein Polster auf die Konkurrenz wäre ratsam.

Mittendrin im Rennen ist noch Zypern. Die Elf von der Mittelmeerinsel bot zwar eher durchwachsene Leistungen, ist aber zumindest zu Hause kein leichter Gegner. Gelingt in den Heimspielen gegen Wales und Belgien zumindest ein Sieg bleibt die Hoffnung bestehen. Jedoch haben die Zyprioten das härteste Restprogramm. Im Oktober geht es nach Israel, zudem kommt Bosnien.

Die Freude über die WM-Teilnahme 2014 war in Bosnien groß. Doch die WM-Qualifikation begann mit Niederlagen gegen Zypern (1:2) und in Israel (0:3). Das 3:1 im Juni über Israel hat die Hoffnungen am Leben erhalten, in Belgien ist ein Sieg aber schon fast Pflicht, soll der Abstand auf die Konkurrenz nicht anwachsen. Weniger Sorgen dürfte das Heimspiel gegen Schlusslicht Andorra am Sonntag werden. Mit Edin Višća scheinen die „Lilien“ aber zumindest einen Spieler gefunden zu haben, der den Druck des Toreschießens von Džeko und Ibišević nehmen könnte. Gegen Israel traf der schnelle Außenstürmer doppelt.

Schlusslicht Andorra konnte immerhin ein paar Teilerfolge verzeichnen, neben drei eigenen Toren ärgerte man manche Gegner wie Wales über lange Zeit. Mehr ist aber für das Team aus den Pyrenäen nicht drin.

Gruppe H: Top Vier im Clinch

Ausgangslage: 1. Kroatien 13 Punkte, 16:3 Tore; 2. Italien 12 P./9:5 T.; 3. Norwegen 10 P./7:8 T., 4. Bulgarien 8 P./7:7 T., 5. Aserbaidschan 4 P./4:11 Tore, 6. Malta 1 P./1:10 T.

Tarik Elyounoussi und Norwegen haben ein wegweisendes Auswärtsspiel in Bulgarien vor der Brust.

Allein vom Fußballerischen her hat Kroatien bisher eine gute Qualifikation erlebt. Doch abseits des Platzes sorgten die Fans immer wieder für Negativ-Schlagzeilen. Höhepunkt: Im Geisterspiel gegen Italien (1:1) wurde ein Hakenkreuz auf den Rasen präpariert, zwischenzeitlich drohte gar der Ausschluss aus der Quali. Letztendlich gab es einen Punkt Abzug, die Tabellenführung bleibt dennoch bestehen. In Aserbaidschan soll das Sportliche wieder im Vordergrund stehen und ein weiterer Schritt Richtung Euro gemacht werden. Am Sonntag trifft man in Oslo auf Verfolger Norwegen. Zwei Siege und die Kovač-Truppe würde für positive Schlagzeilen sorgen, denn dann wäre Frankreich wohl sicher.

Italien müht sich durch die Quali, wirklich souverän lief es in keinen Spiel, auch nicht gegen Aserbaidschan und Malta. Gegen Letztere mühte man sich zu einem knappen 1:0. In Florenz soll ein überzeugenderes Ergebnis folgen, drei Tage später kommt Bulgarien nach Palermo. Abhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz könnte nach Spielende schon das Feiern beginnen.

Norwegen misslang der Start ins Jahr 2015. In Kroatien setzte es ein deftiges 1:5, gegen Aserbaidschan kam man vor heimischem Publikum nicht über ein 0:0 hinaus. Somit ist der Abstand auf Bulgarien vor den Treffen in Sofia auf zwei Punkte geschmolzen. Verlieren ist also verboten, sollte man nicht vom Gejagten zum Jäger werden wollen. Kapitän Elyounoussi steht nach abgelaufener Gelbsperre wieder zur Verfügung und soll den gegen Aserbaidschan ideenlosen Angriff beleben. Nicht weniger wichtig: Das Treffen mit Kroatien am Sonntag in Oslo.

Bulgarien bekleckerte sich beim 1:0-Erfolg auf Malta wahrlich nicht mit Ruhm, nahm aber nichtsdestotrotz drei wichtige Punkte mit. Ein Sieg gegen Norwegen und Platz Drei würde den Osteuropäern gehören. Gegen Italien gab es zuletzt ein 2:2, sodass die Hoffnung auf ein ähnliches Ergebnis im Rückspiel berechtigt ist.

Aserbaidschan ist 2015 noch ohne Gegentor: In Norwegen gab es ein torloses Remis, Malta wurde mit 2:0 bezwungen. Für die EURO wäre aber ein Wunder nötig. Gegen Kroatien dürfte es vielmehr darum gehen, das 0:5 aus dem Hinspiel vergessen zu machen. Unter dem neuen Trainer Prosinečki ist die Defensive zumindest solider geworden. Nach der Bewährungsprobe gegen Kroatien wartet Malta auf die Kaukasier.

Malta hält die Höhe der Niederlagen zwar in Grenzen und durfte auch einen Punktgewinn in Bulgarien bejubeln, gerade aber in der Offensive zwickt es bei den Männern von der Mittelmeerinsel. Torjäger Mifsud war erst verletzt und dann Rot-gesperrt. Gegen Italien soll der Veteran sein Land einmal mehr anführen. Eine realistischere Chance auf drei Punkte besteht aber wohl am Sonntag, wenn Aserbaidschan in Ta‘ Qali antritt.

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