EM-Quali Vorschau (Gruppen D, F & I): Showdown in Weltmeister-Gruppe

Veröffentlicht: 3. September 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Am Freitag und am Montag will Weltmeister Deutschland in Gruppe D einen großen Schritt Richtung Europameisterschaft machen. Aber auch Irland, Schottland und Tabellenführer Polen sind noch aussichtsreich im Rennen. In Staffel F kann das Führungsduo Rumänien und Nordirland seinen Vorsprung weiter ausbauen. In Gruppe I liegt dagegen das Augenmerk auf das wohl vorentscheidende „Spiel um den zweiten Platz“ zwischen Dänemark und Albanien.

Gruppe D: Deutschland gegen Polen und Schottland

Ausgangslage: 1. Polen (14 Punkte/20:3 Tore), 2. Deutschland (13/16:4), 3. Schottland (11/12:6), 4. Irland (9/12:5), 5. Georgien (3/4:13), 6. Gibraltar (0/1:34)

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Arkadiusz Milik bringt Polen im Hinspiel per Kopf auf die Siegerstraße.

Polen ist in Staffel D noch ungeschlagen: Neben vier Siegen gab es zwei Unentschieden für die Rot-Weißen. Größter Erfolg war sicherlich das historische 2:0 gegen Deutschland in Warszawa. Am Freitagabend steigt in Frankfurt am Main das Rückspiel. Sollten Lewandowski und Co. erneut punkten würden sie als Tabellenführer in die letzten beiden Spiele im Oktober gehen. Denn am Montag ist beim Heimspiel gegen Gibraltar wohl nur die Höhe des Ergebnisses offen. Guten Mutes sind die Osteuropäer auf jeden Fall, schließlich kann Trainer Adam Nawałka auf seine Stammelf zurückgreifen.

Ohne nennenswerte Ausfälle ist auch Weltmeister Deutschland. An der Qualifikation zweifeln die wenigsten, auch wenn rechnerisch sogar nur Rang Vier herauskommen könnte. Gegen Polen und beim Auswärtsspiel gegen Schottland sollen endlich zwei souveräne Siege erfolgen, nachdem man sich im Vorjahr gegen diese Gegner noch schwer tat. An einem guten Tag wäre nichts anderes zu erwarten, doch insbesondere in Glasgow ist bei heimstarken Schotten Vorsicht geboten.

Mit einem eminent wichtigen Punktgewinn beim 1:1 in Irland konnte Schottland den Verfolger auf Distanz halten. In Georgien müssen drei Punkte her, soll dieser Abstand nicht aufgebraucht werden. Jedoch sind die „Bravehearts“ gewarnt: Im Hinspiel gewann man nur dank eines Eigentores von Khubutia knapp mit 1:0. Am Montag gegen Deutschland dagegen werden die Gordon-Schützlinge alles dafür geben, um wie in Hinspiel dem Weltmeister die Stirn zu bieten. Damals unterlag man knapp mit 1:2.

Die schlechteste Ausgangsposition hat Irland. Der Knackpunkt: in den Heimspielen gegen die Konkurrenten Polen und Schottland reichte es nur zu zwei Unentschieden. Die fehlenden Punkte müssen nachgeholt werden, angesichts der Gegner Gibraltar (A) und Georgien (H) sind sechs Zähler ein Muss. Im Oktober kommt Deutschland nach Dublin, zudem müssen die „Boys in Green“ nach Polen. Talisman und Kapitän Robbie Keane steht seinem Land wieder zu Verfügung. Im Hinspiel gegen Gibraltar gelang dem Sturmveteranen binnen zwölf Minuten ein Dreierpack.

Georgien und Gibraltar haben nicht mehr mit zu reden. Die Kaukasier könnte allerdings gerade zu Hause ein Stolperstein werden, allerdings gelang seit dem Auftaktspiel gegen Irland (1:2) kein Torerfolg mehr vor heimischer Kulisse.

Gruppe F: Viel Brisanz in Budapest

Ausgangslage: 1. Rumänien (14 Punkte/7:1 Tore), 2. Nordirland (13/8:4), 3. Ungarn (11/5:3), 4. Färöer (6/4:8), 5. Finnland (4/5:8), 6. Griechenland (2/2:7)

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Immer ein Risikospiel: Schiedsrichter Dr. Felix Brych dürfte beim Nachbarschaftsduell zwischen Ungarn und Rumänien alle Hände voll zu tun bekommen.

Das Maß aller Dinge in Gruppe F ist bislang Rumänien. Die Tricolor zeigte sich gnadenlos effektiv, erzielte im Schnitt gerade mal etwas mehr als ein Tor pro Spiel, ist aber bisher ungeschlagen und kassierte nur ein Gegentor. Beim Gastspiel in Ungarn dürfte es aber hoch hergehen. Politisch sind die beiden Länder alles andere als gut aufeinander zu sprechen, was beim Hinspiel auch auf dem Rasen zu sehen war. Insgesamt gab es beim 1:1 satte zwölf Gelbe Karten. Der Gewinner darf schon mal Hotels in Frankreich buchen. Drei Tage später empfangen die Rumänen das abgeschlagene Griechenland.

Nordirland ist eine der Überraschungen der Qualifikation. Durch eine starke Mannschaftsleistung beeindruckt die defensivstarke „Norn Iron“ immer wieder und hielt sich im Juni beim 0:0 gegen Rumänien schadlos. Vor dem Duell mit Verfolger Ungarn am Montag wollen die Nordiren durch einen Sieg auf den Färöer ihr Punktekonto weiter aufstocken. Doch das die Kicker von den Schafsinseln nicht zu unterschätzen sind musste zuletzt bereits Griechenland erfahren.

Für Ungarn entscheidet sich, ob mehr als die Play-offs möglich sind. Mit fünf Punkten Abstand auf die Färöer dürfte Platz Drei nicht mehr in Gefahr geraten, soll es für direkte Qualifikation reichen müssen im direkten Vergleich gegen Rumänien und Nordirland Punkte her. Erfolgstrainer Pál Dárdai steht allerdings nicht mehr zu Verfügung, da er zu Hertha BSC zurückkehren musste. Nachfolger Bernd Storck will an die Leistungen seines Vorgängers anknüpfen, mit einem Sieg gegen den Lieblingsrivalen Rumänien wäre ein großer Schritt getan.

Keine Chance haben mehr haben die drei verbleibenden Teams der Gruppe. Bei Griechenland steht nach zahlreichen Debakeln unter dem neuen Trainer Kostas Tsanas wieder einmal ein Neustart an. Das gilt auch für Finnland, das Markku Kanerva interimsweise übernimmt und die doch sehr bescheidene Bilanz (vier Punkte) etwas aufhübschen soll. Die Färöer dagegen freuen sich immer noch über die beiden Siege über Griechenland und haben sogar die Möglichkeit, die beiden prominenteren Teams hinter sich zu lassen.

Gruppe I: Dänemark oder Albanien?

Ausgangslage: 1. Portugal  (12 Punkte/7:4 Tore), 2. Dänemark (10/8:4), 3. Albanien (10/7:2), 4. Armenien (1/5:9), 5. Serbien (-2/3:11)

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Wollen auch gegen Dänemark weiterjubeln: Albaniens Lenjani und Agolli

Cristiano Ronaldo. Eine treffendere Zusammenfassung für Portugals Erfolge in Gruppe I kann es nicht geben. Die fünf Tore des Superstars (von sieben portugiesischen insgesamt) bedeuteten neun Punkte für die Südeuropäer. Im Juni schoss er sein Team gegen Armenien quasi im Alleingang zum Dreier (3:2). Ganz sicher ist das Ticket zwar noch nicht, doch die „Seleção“ kann sich am Freitag erst einmal entspannt zurücklegen, ehe man am Montag in Albanien antritt. Ein Sieg dort könnte unter Umständen gleichbedeutend mit dem Ticket nach Frankreich sein.

Auch Dänemark gelang gegen Serbien im Juni ein ganz wichtiger Erfolg (2:0). Damit befindet man sich vor dem Heimspiel gegen Albanien in der Pole Position, da man im Hinspiel ein Auswärtstor erzielte (1:1) und dadurch im direkten Vergleich vorne liegt. Doch Ausruhen ist gefährlich: Die letzten beiden Spiele gegen Armenien und Portugal finden auswärts statt. Selbst ein Unentschieden (2:2 oder höher) könnte dann im direkten Vergleich zu wenig sein.

Albanien geht in das Spitzenspiel gegen Dänemark mit dem Rückenwind einer CAS-Entscheidung. Der internationale Sportgerichtshof wertete das Skandalspiel in Serbien mit 3:0 für die Albaner. Im Moment liegt man zwar punktgleich hinter Dänemark auf Rang Drei, wäre aber als der beste Drittplatzierten dennoch qualifiziert. Doch die „Adler“ wollen sich natürlich nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Ein Sieg in Dänemark und die erste EURO ist zum Greifen nahe. Im terminierten Freundschaftsspiel im Juni gelang ein prestigeträchtiger 1:0-Erfolg über Frankreich. Die Motivation ist also vorhanden. Auch das Restprogramm (Portugal H, Serbien H und Armenien A) macht Mut.

Abgeschlagen und chancenlos sind dagegen Armenien und Serbien. Irgendwie passend, dass das Duell der beiden in Novi Sad aufgrund der Ausschreitungen serbischer „Fans“ gegen Albanien ohne Zuschauer stattfinden wird. Beide Teams sind noch ohne Sieg, doch vor allem die Gastgeber können sich einen weiteren Punktverlust nicht leisten. Schließlich geht es um die Zukunft des Teams und darum nicht mit der einmaligen Blamage eines negativen Punktestandes leben zu müssen.

Auch Gastgeber Frankreich hat eine kleine Misere. Die Freundschaftsspiele gegen Belgien (3:4) und Albanien (0:1) brachten wenig Freude. Gegen Portugal (A) und Serbien (H) soll die „Equipe Tricolore“ wieder in die Erfolgsspur finden. Zu seinem Debüt könnte dabei der unlängst für kolportierte 80 Millionen (!) zu Manchester United gewechselte Stürmer Martial kommen.

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