EM-Quali Vorschau (Gruppen C, E & G): Wer behält die weiße Weste?

Veröffentlicht: 5. September 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Den Abschluss der September-Spieltage bieten die Gruppen C, E und G. Gerade am Samstag warten hierbei einige Spitzenspiele. Spanien empfängt die bisher makellosen Slowaken, die Schweiz und Slowenien duellieren sich um Platz 2. In Gruppe G kann Österreich den letzten Schritt machen, während Russland die Schweden empfängt. Am Dienstag reist dann die Ukraine in die Slowakei, die Schweiz trifft im Wembley auf England und Österreich macht in Schweden seine Aufwartung.

Gruppe C: Entscheidende Tage für Spanien, Ukraine und Slowakei

Ausgangslage: 1. Slowakei (18 Punkte/13:3 Tore), 2. Spanien (15/15:3), 3. Ukraine (12/9:2), 4. Weißrussland (4/4:11), 5. Makedonien (3/6:14), 6. Luxemburg (1/3:17)

Die Slowakei steht Kopf: Das 2:1 im Hinspiel gegen Spanien war ein ganz wichtiger Schritt in Richtung EM-Quali

Eine makellose Bilanz von sechs Siegen hätte der Slowakei vor Beginn der Quali wohl kaum jemand zugetraut. Doch die Mannen von der Tatra zeigten sich gegen die Ukraine und Spanien gnadenlos effektiv, gegen die kleineren Gegner dagegen souverän. Prädikate, die auch auf Spitzenteams zutreffen. Ob die Kozák-Schützlinge diese Bezeichnung auch wirklich verdienen wird sich im September zeigen. Erst geht die Reise nach Spanien, dann empfängt man im heimischen Žilina die Ukraine. Geht man aus beiden Spielen ungeschlagen hervor ist die Qualifikation wohl in der Tasche. Beim Gastspiel in Oviedo fehlen mit Abwehrchef Škrtel und Mittelfeldmann Kucka zwei Stützen gelbgesperrt. Dennoch will die Elf um Marek Hamšík sich auch vom amtierenden Europameister die so schöne Bilanz nicht nehmen lassen.

Auch wenn die Ukraine nur drei Punkte hinter ihnen liegt und am letzten Spieltag die Reise nach Osteuropa ansteht: Die erfolgreiche EM-Qualifikation steht für viele Spanier außer Zweifel. Zwar versprühen Silva und Co. vielleicht nicht mehr den Glanz früherer Jahre, sie sind aber dennoch eines der Spitzenteams Europa, deren Erfahrung sich bezahlt macht. Das soll auch gegen die Slowakei der Fall sein, schließlich gilt es die 1:2-Scharte aus dem Hinspiel auszuwetzen. Makedonien wartet als nächster Gegner, Ziel ist es also, vor dem finalen Spieltag in der Ukraine ein Polster aufzubauen, das selbst einen Ausrutscher verschmerzen ließe.

Für die Ukraine geht es nur nach oben: Acht Punkte Vorsprung auf Rang Vier sind mehr als deutlich. Doch die Elf des vom Krieg geplagten Landes will allein schon den Fans zuliebe nicht den Umweg über die Play-offs gehen. Gerade einmal zwei Tore kassierten die Blau-Gelben, beide bedeuteten aber Niederlagen gegen die Slowakei und Spanien. Diese Niederlagen sind der Grund, warum die ansonsten abgeklärt agierenden Ukrainer „nur“ Dritter sind. Mit einem Pflichtsieg gegen Weißrussland soll der Abstand nach oben verringert werden, während sich die beiden Kontrahenten im direkten Vergleich die Punkte wegnehmen. Am Dienstag wartet dann in Žilina gegen die Slowakei ein echtes Endspiel auf Jarmólenko und Co.

Gruppe E: England an der Schwelle, Schweiz und Slowenien im Clinch

Ausgangslage: 1. England (18 Punkte/18:3 Tore), 2. Schweiz (12/13:4), 3. Slowenien (9/12:7), 4. Estland (7/3:5), 5. Litauen (6/4:12), 6. San Marino (1/0:19)

Im Clinch: Lichtsteiner und Kirm behaken sich im Hinspiel. Am Samstag steht für die Schweiz und Slowenien das richtungsweisende Aufeinandertreffen an

Sechs Spiele, sechs Siege, 18:3 Tore: Englands Weste ist wie so oft in den Qualifikationen blütenweiß. Bei neun Punkten Abstand auf Platz Drei ist die direkte Quali nur noch Formsache. Ein Sieg in San Marino sollte dies jedenfalls sein, wird dieser Pflichtakt vollzogen kann Slowenien die „Three Lions“ nicht mehr abfangen. Das Aufeinandertreffen mit dem Verfolger Schweiz in Wembley am Dienstag hätte dann wohl nur noch Testspielcharakter.

Zumindest für die Engländer: WM-Achtelfinalist Schweiz hat am Samstag Verfolger Slowenien zu Gast, gegen dem es im Hinspiel eine 0:1-Niederlage gab. Ein klassisches Spiel auf Messers Schneide also: Gelingt ein Erfolg ist angesichts von sechs Punkten Vorsprung Platz Zwei gesichert, verliert man könnte man im schlimmsten Fall gar ganz leer ausgehen. Derartige Gedanken machen sich Shaqiri und Co. aber nicht und das wohl zu Recht. In den wichtigen Spielen brachten die Eidgenossen immer ihre Leistung. Dennoch sind die Spiele in Basel und London zwei wichtige Gradmesser für das junge Team.

Verlieren verboten ist die Devise für Slowenien. Das Restprogramm ist machbar, gelingt ein Sieg gegen die Schweiz könnte man aus eigener Kraft den direkten Quali-Platz Zwei beanspruchen und bis zum Ende verteidigen. In Hinspiel war wie so oft Altstar Novakovič der wichtigste Mann, fünfmal traf der Ex-Kölner bereits. Auf das schwere Auswärtsspiel folgt die Heimaufgabe gegen Estland, doch auch hier ist Vorsicht geboten: Das Hinspiel in Tallinn verlor man überraschend mit 0:1.

Estland hat zwar theoretisch Chancen, wenn die Konkurrenz sich gegenseitig die Punkte weg nimmt, für die Überraschung sind die Balten aber offensiv einfach zu schwach: Drei mickrige Törchen gelangen dem Team, das 2011 noch die Play-offs zur EM erreichte, selbst gegen San Marino zappelte das Rund nur zweimal im Netz. Das 1:0 gegen Slowenien war eine Überraschung, ob diese in Ljubljana zu wiederholen ist darf bezweifelt werden. Zuvor steht aber das baltische Derby gegen Litauen an. Die Gelb-Grünen haben ebenfalls noch geringe Chancen, ihr Programm ist aber ebenso schwer wie das des Nachbarn.

Gruppe G: Österreichs letzter Schritt, Verfolgerduell Russland vs. Schweden

Ausgangslage: 1. Österreich (16 Punkte/11:2 Tore), 2. Schweden (12/10:4), 3. Russland (8/9:4), 4. Montenegro (5/4:8), 5. Liechtenstein (5/2:12), 6. Moldawien (2/3:9)

Sebastian Larsson und seine Schweden wollen in Moskau den Verfolger Russland endgültig distanzieren

Überraschungsteam Österreich geht mir vier Punkten Abstand auf den engsten Verfolger Schweden in den Doppelspieltags-September. Zwei Siege – oder wenn die Konkurrenz mitspielt auch schon ein einzelner Punktgewinn – und die Alpenrepublik kann die zweite EM-Teilnahme nach 2008 bejubeln. Gegen Schlusslicht Moldawien sollte ein Sieg in Anbetracht der bisher gebrachten Leistungen mehr als nur drin sein, doch das Hinspiel darf durchaus als Warnung dienen. Gegen die physisch starken Osteuropäer gelang damals ein knapper 2:1-Sieg. Drei Tage später steht das Gastspiel bei Verfolger Schweden an, mit etwas Schützenhilfe am Sonntag könnten Fuchs und Co. dort aber eventuell als fester Teilnehmer auftreten.

Schweden nimmt den beruhigenden Vorsprung vor vier Punkten mit zum Gastspiel in Russland. Das Ensemble ist zwar wie immer Ibrahimović-lastig, doch der Superstar wird von einem starken Kollektiv erfahrener und junger Spieler unterstützt. Mit Blick auf das Hinspiel (1:1) wäre zumindest ein Unentschieden schon ein Erfolg, mit einem Sieg wäre der Verfolger wohl schon deutlich distanziert. Je nachdem wie das Treffen in Moskau endet ist auch die Bedeutung des zweiten Spiels in Solna gegen Österreich. Unter Umständen könnte dort nach Spielende bereits für beide die Qualifikation feststehen.

Russlands Nationalelf erlebt drei Jahre vor der Heim-WM eine Krisenzeit. Trainer Capello trat zurück, viele Stars haben ihren Zenit überschritten. Überzeugende Leistungen gab es nicht. Von den gerade mal acht Pünktchen stammen drei von dem Skandalspiel in Montenegro, das am grünen Tisch gewonnen wurde. Zudem gab es einen Erfolg gegen Liechtenstein und Remis gegen Moldawien und Schweden. Gegen die Skandinavier muss zu Hause ein Sieg her, allein schon, um Platz Drei gegen Montenegro abzusichern. Bei einem Erfolg könnte man – einen Sieg gegen Liechtenstein vorausgesetzt – sogar noch mal ganz oben angreifen.

Ein Fußballwunder bräuchte Montenegro, um ernsthaft Chancen auf die EM zu haben. Neben dem prestigeschädigenden Skandalspiel gab es auch ein peinliches 0:0 in Liechtenstein. Im Rückspiel soll diese Scharte ausgewetzt werden und gleichzeitig die mageren Hoffnungen am Leben erhalten werden. Gelingt auch in Moldawien ein Sieg besteht noch Hoffnung, auch wenn im Oktober Österreich und Russland warten.

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