EM-Quali Freitag: Deutschland übernimmt die Führung, andere Spitzenspiele torlos

Veröffentlicht: 6. September 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Am Freitag schlug Deutschland im Spitzenspiel der Gruppe D Polen mit 3:1 und setzt sich damit an die Spitze. Irland nutzte Schottlands Ausrutscher in Georgien und übernahm durch einen Pflichtsieg bei Gibraltar Platz 3. In Staffel F profitierte Nordirland vom Unentschieden im Duell zwischen Ungarn und Rumänien und ist dank des 3:1 auf den Färöer Tabellenführer. Dänemark und Albanien trennten sich mit 0:0, sodass die Gruppe I weiter offen ist.

Gruppe C: Götze-Doppelpack für Platz 1, Kazaishvili ärgert Schottland

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In die Parade gefahren: Jano Ananidze und Georgien ärgerten Schottland und James Morrison erneut

Schottland hatte bereits auf dem Weg zur EURO 2008 ein Gastspiel in Georgien – die 0:2-Niederlage damals sorgte unter anderen dafür, dass die „Bravehearts“ sich letztendlich nicht für das Turnier qualifizierten. In Tbilisi erwiesen sich die Gastgeber erneut als harter Gegner, gegen dessen Defensive die Schotten kein Mittel fanden. So war eine Hereingabe von Robertson, die Fletcher knapp verpasste, die beste Chance der ersten Halbzeit. Sieben Minuten vor der Pause dann ein Schock für die Strachan-Truppe: Mchedlize legte einen hohen Ball ab für Kazaishvili dessen Flachschuss von der Strafraumgrenze Torwart Marshall überwand (38.). Mit zunehmender Verzweiflung rannte Schottland in Hälfte Zwei an, blieb aber ideenlos. Fletcher traf nach Maloney-Pass den Pfosten, stand aber im Abseits. Auf der Gegenseite scheiterte Mchedlize bei Kontern an Marshall und dem Außennetz. Erst tief in der Nachspielzeit bot sich Hanley nach einer Mulgrew-Ecke die Chance auf den Ausgleich, doch Joker setzte seinen Kopfball am Tor vorbei. Durch die kostspielige Niederlage rutscht Schottland auf Platz Vier, wodurch das Treffen mit Deutschland am Montag nur noch mehr Bedeutung erhält.

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Irlands Sturmlegende Robbie Keane schlug auch gegen Gibraltar zu

Nutznießer ist Irland, das in Faro wie erwartet Gibraltar schlug. Eine gute halbe Stunde lang stand für die Hausherren die Null, da Torwart Perez stark gegen Hendrick und Walters parierte und Clark per Kopf nur die Latte traf. Ein sehenswertes Solo von Rechtsverteidiger Christie in seinem Pflichtspieldebüt brachte dann die überfällige Führung. Der 22-jährige dribbelte sich nach Zusammenspiel mit Hoolahan durch drei Gegenspieler und setzte den Ball dann per Außenrist flach ins lange Eck (28.). Der Bann war damit aber nicht gebrochen, vielmehr testete Walker Irlands Torwart Shay Given mit zwei Abschlüssen. Die Entscheidung fiel dann aber wenige Minuten nach der Pause. Walters drang über links vor, seine Hereingabe grätschte Barnett an den eigenen Pfosten, sodass Keane den Ball aus minimaler Distanz nur noch über die Linie stupsen musste (49.). Zwei Minuten später brachte Walker Hoolahan im Strafraum zu Fall und Irlands Sturmveteran verlud Perez beim folgenden Elfmeter sicher (51.). Mit dem 3:0 in Rücken ließen es die Iren ruhiger angehen. Erst der für Keane gekommene Long nutzte ein Hendrick-Flanke zum 4:0-Enstand (79.). Doch auch Perez durfte sich auszeichnen und parierte stark gegen McCarthy und Hendrick.

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Mario Götze erzielt mit seinem zweiten Tor gegen Polen den 3:1-Endstand

Deutschland und Polen boten in Frankfurt das erwartete Spitzenspiel. Die DFB-Auswahl begann dabei stark: Bellarabi näherte sich nach sechs Minuten an, weitere sechs Zeigerumdrehungen war es dann soweit. Ein Doppelpass mit Bellarabi brachte Linksverteidiger Hector an die Grundlinie, seinen Rückpass verwertete Müller zum 1:0 (12.). Polen erholte sich aber rasch von dem Schock, Grosicki testete erstmals Neuer. Im Gegenzug wurden die „Adler“ aber kalt erwischt. Götze zog forsch an den Strafraum und dort ab, sein Flachschuss durch die Beine von Szukała schlug neben dem linken Pfosten ein (19.). Nach diesen furiosen Start beruhigte sich die Partie etwas, nur um vor der Pause erneut mitzureißen. Müller und Hector ließen gegen Fabiański das 3:0 liegen, in derselben Minute fand Grosicki mit einer Außenrist-Flanke Lewandowski dessen Kopfball für Neuer nicht zu halten war (36.). Der Bayern-Stürmer hatte noch vor Kabinengang zwei dicke Gelegenheiten auf den Ausgleich, doch einmal parierte Neuer stark, dann verhinderte Götze auf der Linie das 2:2. Auch in Halbzeit Zwei blieb es unterhaltsam. Götze traf den Pfosten (57.), Neuer parierte ebenso stark gegen Mączyński und Grosicki wie sein Gegenüber Fabiański gegen Hummels und Gündoğan. In der 82. Minute staubte dann Götze ab, nachdem der polnische Keeper einen Schuss von Müller nur abprallen lassen konnte: es war der 3:1-Endstand. Deutschland übernimmt durch den Erfolg die Tabellenführung, am Montag wartet Schottland in Glasgow.

Tabelle: 1. Deutschland (16 Punkte/19:5 Tore), 2. Polen (14/21:6), 3. Irland (12/16:5), 4. Schottland (11/12:7), 5. Georgien (6/5:13), 6. Gibraltar (0/1:38)

Gruppe F: Auf McAuley ist Verlass, Torlos in Budapest

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Viel Kampf, wenig Chancen: Ungarn und Ádám Szalai kamen gegen Rumänien nicht über ein 0:0 hinaus

Brisant, spannend, aber nicht wirklich hochwertig war das Nachbarschaftsduell zwischen Ungarn und Rumänien in Budapest. Die intensive Spielweise beider Mannschaften kreierte nur wenige Torchancen, dafür zückte Schiedsrichter Dr. Felix Brych siebenmal die Gelbe Karte. Freistöße von Keșerü und Dzsudzsák waren noch die gefährlichsten Versuche einer durchwachsenen ersten Halbzeit. Ansonsten tat sich wenig. Király war bei einem Keșerü-Flachschuss auf den Posten, auf der anderen Seite schoss Nikolić drüber. Ein wuchtiger Fernschuss von Szalai, den Tătăruşanu sehenswert entschärfte war die beste (und einzige) Gelegenheit. Nach der Pause dasselbe Bild. Rumänien war mit dem Unentschieden zufrieden, Ungarn scheute das Risiko. Torje und Keșerü hätten in der Schlussphase sogar den Auswärtssieg klar machen können, es blieb aber letztlich beim gerechten 0:0.

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Sieggarant: Gareth McAuley dreht nach seinem 1:0 jubelnd ab. Der Innenverteidiger erzielte später auch das wichtige 2:1

Nutznießer des Ganzen war Nordirland, das durch einen 3:1-Erfolg auf den Färöer-Inseln Platz Eins übernahm. Innenverteidiger Gareth McAuley war in der 12. Minute nach einem Freistoß von Norwood zur Stelle und köpfte sein Team in Front. Diese Verführung verwalteten die Nordiren weitestgehend souverän, bis Dallas im eigenen Strafraum schlief und den Ball an Nattestad verlor. Der Innenverteidiger brachte den Ball an den ersten Pfosten, wo Edmundsson lauerte und den umjubelten Ausgleich markierte (35.). Fortan agierten die Teams auf Augenhöhe, mehr als Halbchancen gab es aber nicht. Erst als Torschütze Edmundsson in der 64. Minute wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot von Platz musste verschob sich das Gewicht zugunsten der Gäste von der grünen Insel. Nielsen verhinderte gegen Norwood die erneute Führung, es sollte aber nichts nützen. Erneut war es McAuley der nach einem Freistoß, diesmal von Brunt, per Kopf traf (71.). Lafferty markierte nach Vorarbeit von Magennis und viel Einsatz im Bodenkampf gegen Nattestad wenig später das 3:1 und damit die Entscheidung (75.). Vorlagengeber Magennis hatte noch eine eigene Gelegenheit, Nielsen bewährte die guten Färinger aber vor einer höheren Niederlage. Dank des Erfolges geht Nordirland als Spitzenreiter in das Heimspiel gegen Ungarn am Montag.

Das Duell der Enttäuschten der Gruppe sollte für beide die Chance sein, mit neuen Trainern wieder in die Spur zu finden. Besser machten dies die Griechen, die von Beginn an die Gäste in deren Hälfte einschnürten. Einzig im Abschluss mangelte es. Papadopoulos, Fortounis, Karelis und Mitroglou brachten den Ball entweder nicht auf das Tor oder scheiterten an Schlussmann Hrádecký. Mit zunehmender Spielzeit schlief die Partie aber mehr und mehr ein, da Hellas keinen Weg durch den finnischen Abwehrbeton fand und sich auf harmlose Fernschüsse beschränkte. Ihre einzige Chance nutzten dann die Finnen auf bezeichnende Weise. Ring bediente im Strafraum Sadik, der zwar noch gestört wurde, doch der Ball prallte zu Pohjanpalo, der wuchtig einschoss (75.). Tachtsidis und Holebas versuchten ihr Glück noch mal in der Nachspielzeit, konnten die fünfte Niederlage in der Qualifikation aber auch nicht mehr verhindern.

Tabelle: 1. Nordirland (16 Punkte/11:5 Tore), 2. Rumänien (15/7:1), 3. Ungarn (12/5:3), 4. Finnland (7/6:8), 5. Färöer (6/5:11), 6. Griechenland (2/2:8)

Gruppe I: Dänemark oder Albanien? Entscheidung vertagt!

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Dänemark und Albanien lieferten sich ein spannendes Spiel, auch wenn am Ende die Tore fehlten

Serbien gelang gegen Armenien zumindest etwas Wiedergutmachung für eine bisher rundum enttäuschende Qualifikation. Im leeren Stadion von Novi Sad zeigte das Team vom Balkan eine starke Leistung. Stuttgarts Kostić scheiterte in der achten Minute an der Latte, war dafür aber am Führungstor maßgeblich beteiligt. Nach einer Flanke des Stuttgarters bugsierte Armeniens Hayrapetyan den Ball ins eigene Tor, nachdem er von Živković angeschossen wurde (22.). Bis zum Pausenpfiff hätte die Führung höher ausfallen müssen, doch Mitrović schoss drüber und Ljajić scheiterte zweimal an Torwart Kasparov. Acht Minuten nach der Pause durfte der Mittelfeldmann dann aber jubeln und staubte ab, nachdem Kasparov noch einen Kolarov-Schuss entschärft hatte (53.). Damit ebbte die Partie ab, erst in der Schlussphase wurde es nochmal turbulent als Tošić den Pfosten traf und Mitrović vorbei schoss. Armenien dagegen enttäuschte, abgesehen von einer frühen Chance von Movsisyan waren die Kaukasier kaum präsent.

Richtungsweisend für die Gruppe sollte das Aufeinandertreffen von Dänemark und Albanien sein. Nach einer packenden Partie in København bleibt aber alles beim Alten. Die „Olsen-Bande“ hatte insgesamt mehr vom Spiel, Albanien überzeugte durch defensive Kampfbereitschaft und offensive Nadelstiche. Sisto schoss nach einem starken Antritt in die Arme von Berisha, Schmeichel lenkte einen Kopfball von Çikalleshi über den Querbalken – dann war schon Halbzeit. Nach dieser erhöhten die Dänen den Druck: Agolli blockte einen Schuss von Bendtner auf der Linie, Berisha zeigte gegen Jørgensen zwei starke Paraden. Bis zum Ende blieb die Partie offen, in der Nachspielzeit scheiterte Roshi bei einem Konter an Schmeichel. Das 0:0 hilft beiden weiter. Dänemark gewinnt aufgrund des Auswärtstores im Hinspiel (1:1) den direkten Vergleich, der bei Punktgleichheit entscheidend ist. Jedoch hat Albanien noch ein Spiel mehr in petto, am Montag empfangen die „Adler“ in Elbasan Portugal.

Im zentralisierten Freundschaftsspiel zwischen Portugal und Frankreich nutzten beide Trainer die Chance zum Experimentieren, was auf den Rasen sichtbar wurde. Matuidi scheiterte in der besten und einzigen Chance der ersten Halbzeit an Rui Patrício, der auch nach der Pause gegen Griezmann und Benzema auf dem Posten war. Von den Hausherren kam abgesehen von einem Cristiano-Ronaldo-Freistoß und einem Konter von Éder nichts. Ein herrliches Freistoßtor von Valbuena in der 85. Minute sicherte „Les Bleus“ den nicht unverdienten Erfolg.

Tabelle: 1. Portugal (12 Punkte/7:4 Tore), 2. Dänemark (11/8:4), 3. Albanien (11/7:2), 4. Serbien (1/5:11), 5. Armenien (1/5:11)

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