EM-Quali Samstag: England ist dabei, Österreich so gut wie, Spanien nimmt Revanche

Veröffentlicht: 7. September 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Seit Samstag steht mit England das erste neben Gastgeber Frankreich qualifizierte Team fest. Rooney und Co. fuhren in San Marino locker den benötigten Sieg ein. Auch Österreich ist nach dem 1:0 gegen Moldawien so gut wie sicher dabei, Russland besiegte Schweden mit 1:0 und darf wieder hoffen. Spanien revanchierte sich gegen die Slowakei für das 1:2 im Hinspiel, die Ukraine lauerte hinter den beiden. Die Schweiz holte dank einer verrückten Schlussphase gegen Slowenien drei Big Points.

Gruppe C: Jordi Alba zeigt Mak, wie es geht – Ukraine in Lauerstellung

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Dank des souveränen 3:1 gegen Weißrussland ist die Ukraine noch voll im Rennen um die direkten Qualiplätze

Die Ukraine zeigte sich gegen Weißrussland vor allem in Halbzeit Eins von der besten Seite. Keine dreißig Sekunden waren vergangen, da testete Kravéc‘ schon Torwart Harbunoŭ aus der Distanz. In der siebten Minute verschätzte sich dann Valadz’ko bei einem weiten Schlag von Torwart P’játov, Kravéc‘ sagte danke und vollendete zum 1:0 (7.). In der Folge war es nur der Keeper, der gegen den Torschützen und Konopljánka ein weiteres Gegentor verhinderte. Das sollte trotz der Bemühungen des Torwarts dennoch fallen. Zwar bekam der Atromitos-Legionär noch eine Hand an eine Ševčúk-Hereingabe und verhinderte so, dass Stepanénko an den Ball kam. Doch dafür sprang das Spielgerät zu Jarmólenko, der locker einschob (30.). Ein überflüssiges Klammern von Sivakóŭ gegen Kravéc‘ hatte dann auch noch einen Elfmeter zur Folge, den Konopljánka sicher zum 3:0-Halbzeitstand verwandelte (40.). Zwar verkürzten die Weißrussen später vom Punkt durch Karnilenka, nachdem dieser selbst von Chačerídi zu Fall gebracht wurde (62.), mehr gelang aber nicht mehr. Die Ukraine schaukelte den Sieg souverän nach Hause, Hármaš holte sich nach einer Schwalbe in der Nachspielzeit noch eine dumme Gelb-Rote Karte ab (90.+2). Vor dem Spiel in Žilina sind die Osteuropäer somit auf drei Punkte an die Slowaken heran gerückt.

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Schwer zu halten: David Silva und Spanien übernahmen dank des 2:0 gegen die Slowakei die Tabellenführung

Spanien wollte sich in Oviedo gegen die Slowakei nicht nur für die Hinspielniederlage revanchieren, sondern auf diesen Weg auch Platz Eins in der Gruppe übernehmen. Das Unternehmen wäre aber fast nach hinten losgegangen, als Sergio Ramos den Ball an Mak verlor und dieser knapp vorbei schoss. Ein Fehlschuss, der die Gäste teuer zu stehen kam. Nur Augenblicke später hob Silva den Ball in den Rücken von Pekarík, wo Linksverteidiger Jordi Alba durchgestartet war und per Kopf auf 1:0 stellte (5.). Die folgende Überlegenheit der „Furia Roja“ münzte diese nach einer halben Stunde in Tore um. Fàbregas schickte Diego Costa, der gegen Torwart Kozáčik einfädelte – Elfmeter, den Iniesta abgezockt verwandelte (30.). Die Slowaken waren nicht chancenlos – gute Abschlüsse von Hamšík und Ďuriš zwangen Casillas zum Eingreifen – in Gefahr geriet der Sieg der Iberer aber nicht mehr. Stattdessen verpassten Silva, Fàbregas und Busquets einen höheren Erfolg. Auf die Slowakei wartet das wichtige Heimspiel gegen die Ukraine, Spanien reist nach Makedonien.

Das Aufeinandertreffen von Luxemburg und Makedonien war für die Entscheidungen in der Gruppe irrelevant. Dennoch versuchten vor allem die Gäste die Bilanz einer sehr mauen Qualifikation noch aufzuhübschen. Das Glück fehlte der Mannschaft von Balkan aber. Linksverteidiger Žuta traf in der 15. Minute, jedoch wurde das Tor fälschlicherweise wegen Abseits aberkannt. Ansonsten war Torwart Joubert nicht zu überwinden. Der 35-jährige rettete gegen Abdurahimi im eins gegen eins stark und entschärfte auch einen Gligorov-Fernschuss. Abdurahimi holte für sich sechs Minuten vor dem Ende einen schmeichelhaften Elfmeter gegen Philipps raus, doch auch diesen parierte der Schlussmann der Hausherren (85.). In der Nachspielzeit geriet dann eine Klärung von Ristevski nach Bensi-Freistoß zu kurz, Länderspieldebütant Thill nahm den Ball mit der Brust an und hob ihn anschließend zum vielumjubelten Siegtreffer ins lange Eck (90.+2).

Tabelle: 1. Spanien (18 Punkte/17:3 Tore), 2. Slowakei (18/13:5), 3. Ukraine (15/12:3), 4. Weißrussland (4/5:14), 5. Luxemburg (4/4:17), 6. Makedonien (3/6:15)

Gruppe E: England ist durch, Schweiz im Joker-Rausch

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Zweimal ich: Joker Theo Walcott steuerte beim 6:0 in San Marino einen Doppelpack bei

England hat mit dem 6:0-Erfolg in San Marino das EM-Ticket gelöst. Allerdings taten sich die „Three Lions“ gegen den krassen Underdog anfangs schwer, ehe Schiedsrichter Trattou (Zypern) bei einem Freistoß ein Foul von Davide Simoncini an Jagielka erkannte und auf Elfmeter entschied. Rooney trat an und verwandelte sicher (13.). Es war sein 49. Länderspieltor für England, womit er mit dem bisher führenden Sir Bobby Charlton gleichzieht. Ein Eigentor von Brolli, der eine Flanke von Shaw ins eigene Netz köpfte (30.) sorgte für den 0:2-Halbzeitstand. Nach der Pause schraubten Barkley per Kopf nach Flanke von Oxlade-Chamberlain (46.), Walcott per Doppelpack nach Vorlagen von Delph und Barkley (68., 78.) und Kane mit einem perfekten Lupfer nach Shelvey-Pass (77.) das Ergebnis auf 6:0 hoch.

Estland wollte gegen Litauen seine Hoffnungen auf die EM-Qualifikation am Leben erhalten und konnte auch die größeren Spielanteile verbuchen, Chancen erspielten sich die Hausherren aber abgesehen von einem Lindpere-Kopfball keine. Ein Patzer von Torwart Arlauskis, der eine Flanke fallen ließ, eröffnete Purje eine hundertprozentige Gelegenheit, doch Žaliukas kratzte seinen Versuch noch von der Linie. Quasi im Gegenzug spielten die Litauer Černych frei, der aber klar verzog. Dieses Tempo blieb nicht in der Partie, dennoch belohnten sich die Esten für ihren Einsatz. Zenjov schirmte rechts im Strafraum das Spielgerät ab und überließ dann für Vassiljev, der einen wuchtigen Schuss ins kurze Eck setzte (71.). Den knappen Vorsprung brachten die „Sinisärgid“ über die Zeit und übernehmen damit Platz Drei, der allerdings am Dienstag in Slowenien verteidigt sein will.

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Wahnsinn perfekt: Josip Drmić erzielt in der 94. Minute das 3:2 für die Schweiz

Die Schweiz dominierte gegen die Slowenen in der ersten Halbzeit klar, die besten Chancen entstanden aber nach Standards. Klose näherte sich per Kopf zweimal an, erst kurz vor der Pause kamen die drei Punkte hinter den Eidgenossen rangierenden Slowenen auf. Cesar zwang Sommer ebenfalls nach einer Ecke zu einer Glanzparade, ehe die überraschende Führung gelang. Schär ließ sich von Iličić abkochen, der daraufhin Novakovič bediente. Der Routinier blieb cool und ließ Sommer keine Chance (45.). Drei Minuten nach Wiederanpfiff fand Birsa mit seiner Ecke wieder den Kopf von Cesar, der diesmal Sommer überwand (48.). Keine Minute später verhinderte der Gladbacher gegen den frei vor ihm auftauchenden Iličić einen noch höheren Rückstand. Die sichtlich geschockten Schweizer rannten daraufhin wenig effektiv an. In der 63. Minute versuchte Lichtsteiner einen Elfmeter zu schinden, es folgten Wortgefechte und fünf (!) Gelbe Karten binnen zwei Minuten. Trainer Petković brachte mit Drmić, Embolo und Stocker frische Spieler und sollte ein mehr als goldenes Händchen beweisen. Erst bediente Stocker Basels Embolo, der per Hacke auf Drmić weiterleitete, der wiederum Handanovič zum 1:2 überwand (80.), dann legte Shaqiri ein Xhaka-Zuspiel von der Grundlinie in den Rückraum, wo Stocker wuchtig einschoss (84.). Doch die turbulente Schlussphase war nicht vorbei. Kurtič und Schär glaubten, die letzten Gelegenheiten vergeben zu haben, doch tief in der Nachspielzeit versuchte der Innenverteidiger einen Distanzschuss, der vor die Füße von Drmić fiel, sodass dieser ins leere Tor einschieben konnte (90.+4). Bei sechs Punkten Abstand auf Slowenien können die Schweizer beruhigt ins Wembley fahren.

Tabelle: 1. England (21 Punkte/24:3), 2. Schweiz (15/16:6), 3. Estland (10/4:5), 4. Slowenien (9/14:10), 5. Litauen (6/4:13), 6. San Marino (1/0:25)

Gruppe G: Österreich fehlt noch ein Punkt, Russlands Hoffnung ersteht wieder auf

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Durchatmen: Russland dank darf Artёm Dzjúba wieder auf einen direkten Quali-Platz hoffen

Russland erlebte unter dem neuen Trainer Leonid Slúckij ein dringend benötigtes Revival. Bereits nach acht Minuten jubelten die wie die Feuerwehr startenden Russen, doch Širókov sollte zuvor im Abseits gestanden haben. In dieser Taktart ging es weiter: Šátov feuerte vorbei, Širókov scheiterte an Isaksson, auch Kokórin zielte nicht genau genug. Gerade als Schweden die elanvollen Hausherren etwas gebremst hatte fiel dann doch die verdiente Führung. Širókov legte per Hacke ab für Smól’nikov dessen Rückpass Dzjúba mit Hilfe des Innenpfostens verwertete (38.). Ohne den angeschlagenen Zlatan Ibrahimović, aber deutlich offensiver startete die „Blågult“ nach der Pause. Forsberg bot sich eine Doppelchance, doch der Leipziger kam nicht an Akinféev vorbei. Mit zunehmender Spielzeit erhöhten die Skandinavier das Risiko, was Russland Raum für Konter bot. Kokórin hätte einen dieser Angriffe fast für das 2:0 genutzt, doch Olsson rettete auf der Linie. So mussten die Zuschauer in den Schlussminuten noch einmal zittern. Joker Berg verzog knapp ehe in letzter Sekunde wieder Forsberg zum Abschluss kam, aber erneut an Akinféev scheiterte. Der Erfolg bringt Russland bis auf einen Zähler ran an Schweden, das am Dienstag Österreich empfängt. Die Sbornaja reist nach Liechtenstein.

Im wegen der Zuschauerausschreitungen im Skandalspiel gegen Russland vor leeren Rängen ausgetragenen Spiel gegen Liechtenstein brauchte Montenegro einige Zeit, bis die Visiere eingestellt waren. Vučinić und Jovetić kamen den Führungstor zwar nahe, es sollte aber ein Volleyschuss von Bećiraj nach einer Jovetić-Flanke sein, der Torwart Jehle schließlich bezwang (38.). Elf Minuten nach der Pause tauschten Vorlagengeber und Torschütze die Rollen, Bećiraj legte auf für Jovetić, der den Ball ins lange Eck schlenzte (56.). Ansonsten aber tat sich nichts mehr in Podgorica, der Pflichtsieg hält die kleinen Hoffnungen auf Platz Drei für Montenegro am Leben, mehr aber auch nicht.

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Österreich fehlt nach dem Arbeitssieg gegen Moldawien nur noch ein Punkt

Alles andere als klein sind Österreichs Aussichten auf einen Platz bei der EURO. Nach einem 1:0-Erfolg über Moldawien fehlt der Alpenrepublik nur noch ein Punkt, um sicher in Frankreich dabei zu sein. Gegen die Osteuropäer war aber eine Menge harter Arbeit nötig, um den knappen Erfolg einzufahren. Abgesehen von zwei Junuzović-Kopfbällen konnten sich die Rot-Weißen gegen den Beton der Gäste keine Gelegenheiten erspielen, ließen aber auch ihrerseits nichts zu. Junuzović war es dann auch, der sein Land erlöste und abstaubte, nachdem Cebanu einen Alaba-Schuss hatte prallen lassen (52.). Almer klärte per Fußabwehr bei der einzigen moldawischen Chance gegen Milinceanu und sicherte dadurch nicht nur den Sieg, sondern sich selbst auch einen Rekord. 513 Minuten ist der Schlussmann nun ohne Gegentreffer im Nationaltrikot, er stellte somit den Rekord von Friedl Koncilia aus den 80er-Jahren ein. Bereits in Schweden kann Austria dann die Teilnahme klar machen.

Tabelle: 1. Österreich (19 Punkte/12:2 Tore), 2. Schweden (12/10:5), 3. Russland (11/10:4), 4. Montenegro (8/6:8), 5. Liechtenstein (5/2:14), 6. Moldawien (2/3:10)

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