EM-Quali Montag: Lafferty und Müller – wer sonst?

Veröffentlicht: 2. Oktober 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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In Gruppe C machte Weltmeister Deutschland durch ein hart erfochtenes 3:2 bei tapferen Schotten einen großen Schritt in Richtung EM-Quali. Auch Irland und Polen erledigten ihre Aufgaben. Nordirland rettete gegen Ungarn dank Torjäger Lafferty spät einen Punkt, Rumänien blieb wieder einmal nur ein 0:0. Auch Dänemark kam in Armenien nicht über eine torlose Punkteilung hinaus, Portugal siegte spät in Albanien – und der Held hieß ausnahmsweise nicht Cristiano Ronaldo.

Gruppe C: Es müllert auch in Glasgow, Walters erlöst Irland, Scheibenschießen in Warszawa

Doppelpack und Siegtreffer-Vorlage: Thomas Müller war in Glasgow einmal mehr Mann des Spiels

Weltmeister Deutschland schmeckte in Glasgow das schottische Offensivpressing überhaupt nicht. Dementsprechend selten waren Chancen, sodass bei der Führung viel Glück im Spiel war. Müller schoss nach Kroos-Pass im Stolpern ab, Martin fälschte unglücklich ab – 0:1 (18.). Auch der schottische Ausgleich gestaltete sich kurios. Maloney hämmerte einen Freistoß von der Außenbahn auf das Tor, Neuer klatschte den Ball an die Brust von Hummels, von wo das Spielgerät über die Linie sprang (28.). Die erneute Antwort der DFB-Elf: Kroos bediente Can im Strafraum, dessen wuchtigen Schuss Marshall nur unorthodox parierte. Natürlich Müller lauerte darauf und stellte auf 2:1 (34.). Die Halbzeitführung? Nein. Gündoğan klärte eine Ecke auf den Fuß von McArthur, der aus 16 Metern direkt abzog und Neuer bezwang (43.). Der Dortmunder machte seinen Fehler neun Minuten nach Wiederanpfiff aber wieder gut, kombinierte sich im Zusammenspiel mit Müller in den Strafraum und schoss aus Nahdistanz ein (54.). Die „Bravehearts“ waren nun gefordert, mehr als eine Gelegenheit von Hutton gab es aber nicht. Gündoğan und Götze verpassten eine mögliche Entscheidung, es reichte auch so zum hart erkämpften Auswärtsdreier. Während es für Schottland nun eng wird reicht Deutschland im Oktober bereits ein einziger Punktgewinn für das Ticket nach Frankreich.

Ließen sich nicht aus den Tritt bringen: Jon Walters und Irland siegten knapp gegen Georgien

Apropos hart erkämpft: Auch Irland musste gegen Georgien viel arbeiten und am Ende sogar zittern. In der ersten Hälfte kamen Keane und Coleman für die Mannen von der grünen Insel der Führung am nächsten, doch auch Mchedlize und Okriashvili hätten für die Kaukasier treffen können. Keane und Co. belohnten sich nach etwas mehr als einer Stunde für ihre beste Phase in der Partie: Hendrick umkurvte auf der linken Außenbahn zwei Gegenspieler und gab in die Mitte ab, wo Walters hereinrutschte und das goldene Tor des Abends markierte (69.). Es folgten etwas mehr als 20 Minuten Zittern, dann durften die Fans in Dublin enorm wichtige Punkte bejubeln. Irland geht als Drittplatzierter mit vier Punkten Vorsprung auf Schottland in die Oktober-Spieltage.

Hier trifft Robert Lewandowski zwar nicht, beim 8:1 gegen Gibraltar bot Polen aber dennoch ein wahres Spektakel

Wenig spannend, aber dafür umso unterhaltsamer gestaltete sich das Zusammentreffen von Polen und Gibraltar in Warszawa. Szukała und Milik blieben innerhalb kürzester Zeit trotz bester Chancen ohne Erfolg, dann durfte Kamil Grosicki jubeln. Der Flügelspieler drückte erst eine Lewandowski-Hereingabe ins Netz und überlupfte dann Torwart Perez per Heber (8., 15.). Auch Superstar Lewandowski trug sich in die Torschützenliste ein. Insbesondere der erste Treffer, ein herrlicher Distanzschuss war sehenswert, beim zweiten Tor profitierte er von Miliks maßgenauen Service (18., 29.). In dieser Taktart ging es weiter. Milik verwertete einen Krychowiak-Pass (56.), Błaszczykowski verwandelte einen von Barnett an Lewandowski verursachten Foulelfmeter (59.). Dann legte Grosicki sowohl Miliks zweiten Treffer als auch das Debüt-Tor des eingewechselten Kapustka auf (72., 73.). Im Torrausch verteidigten die Polen aber etwas zu sorglos. Joseph Chipolina, Lee und Kyle Casciaro nutzen die sich bietenden Gelegenheiten nicht. Anders Jake Gosling: Dem Mittelfeldmann gelang nach Zusammenspiel mit Kyle Casciaro das letzte Tor des Spiels (87.), sodass Gibraltar nicht mit leeren Händen nach Hause fährt. Polen liegt auf Rang Zwei, es warten noch Schottland (A) und Irland (H) auf die Rot-Weißen.

Tabelle: 1. Deutschland (19 Punkte/22:7 Tore), 2. Polen (17/29:7), 3. Irland (15/17:5), 4. Schottland (11,/14:10), 5. Georgien (6/5:14), 6. Gibraltar (0/2:46)

Gruppe F: Lafferty rettet Nordirland, Rumänien erneut torlos

Später Jubel: Kyle Lafferty (#10) trifft für Nordirland quasi in letzter Minute

Ein Sieg im Spitzenspiel des Abends in Belfast hätte Nordirland die erstmalige Qualifikation gebracht. Die Gastgeber dominierten im Hexenkessel zwar, Chancen blieben aber absolute Mangelware. Stürmerstar Kyle Lafferty (6 Tore) trat erst nach der Pause zweimal in Erscheinung, für die Magyaren verbuchte Dzsudzsák die einzige vielversprechende Torannäherung. Jedoch waren nach gut einer Stunde die Storck-Schützlinge plötzlich oben auf. Gera und Kalmár scheiterten noch, dann profitierte Guzmics von einem schweren Fehler von Torwart McGovern, der einen Dzsudzsák-Freistoß fallen ließ, und stellte auf 0:1 (74.). Nordirland griff nun mit dem Mute der Verzweiflung an, musste jedoch einen Rückschlag hinnehmen als Chris Baird erst ein Foul beging, der Vorteil weiterlief und Baird erneut zulangte. Schiedsrichter Cüneyt Çakır behielt den Überblick, zückte für beide Einsteigen jeweils Gelb und dadurch folglich binnen Sekunden Gelb-Rot (81.). In der Nachspielzeit war dann aber doch noch Lafferty zur Stelle und stand richtig, nachdem Király einen McGinn-Schuss nicht festhalten konnte (90.+3). Nordirland geht damit als Tabellenführer in den Oktober.

Rumänien und Mihai Pintilii kamen auch gegen Griechenland ins Stolpern – wieder ein 0:0

Zum sechsten Mal in Folge blieb Rumänien ohne Gegentor – aber auch zum dritten Mal in Serie lautete das Ergebnis 0:0! Griechenland zeigte sich gegenüber den teilweise erschreckenden Auftritten zuvor stark verbessert und war ein unangenehmer Gegner für die nervöse „Tricolor“. Keșerü verschwendete die einzige Großchance der ersten Halbzeit, da er den besser postierten Hoban übersah. In der Schlussphase standen dann die Torhüter im Mittelpunkt: Erst retteten Karnezis gegen Torje, dann Tătărușanu gegen Kone ihren jeweiligen Teams das Remis. Rumänien fällt damit auf Platz 2 zurück, hat aber weiterhin drei Punkte Vorsprung auf die dahinterliegenden Ungarn.

Matchwinner für Finnland gegen die Färöer war schon wie schon drei Tage zuvor Joel Pohjanpalo. Der Düsseldorfer war in der 23. Minute zur Stelle und staubte ab, nachdem Lauterns Ring noch die Latte getroffen hatte. Ansonsten hielten die Gäste stark dagegen, Benjaminsen kam den Ausgleich nach gut einer Stunde am nächsten. Auf der Gegenseite parierte Nielsen gegen Pohjanpalo, sodass das Tor des Fortuna-Stürmers letztlich die drei Punkte bedeutete. Finnland ist damit auf drei Punkte an Ungarn heran gerückt, hat aber im Oktober hohe Hürden (Rumänien A, Nordirland H) vor sich.

Tabelle: 1. Nordirland (17 Punkte, 12:6 Tore), 2. Rumänien (16/7:1), 3. Ungarn (13/6:4), 4. Finnland (10/7:8), 5. Färöer (6/5:12), 6. Griechenland (3/2:8)

Gruppe I: Dänemark patzt, Veloso verzückt Portugal spät

Armenien um Henrikh Mkhitaryan verpasste gegen Dänemark einen Heimsieg

Dänemark peilte in Armenien einen Auswärtssieg an, um den Abstand auf Verfolger Albanien möglichst zu vergrößern. Dementsprechend gelang in Erewan ein guter Start, ein wuchtiger Freistoß von Durmisi wurde von Torwart Kasparov entschärft. Nach etwa einer Viertelstunde kamen die Hausherren aber immer besser ins Spiel, rissen die Kontrolle an sich und hatten durch Ghazaryan eine gute Kopfball-Gelegenheit. Die „Olsen-Bande“ dagegen konnte ohne den verletzten Regisseur Eriksen kaum Druck aufbauen, in der 65. Minute hatte man zudem Glück das Movsisyan frei vor Schmeichel ans Außennetz schoss, nachdem er von Joker Koryan mustergültig bedient wurde. Außer Fernschüssen von Bendtner und Delaney kam kaum noch etwas von den Dänen, die in der Schlussphase Glück hatten, dass Simonyan und Ghazaryan es versäumten, einen späten Sieg für die Kaukasier zu sichern. Im Oktober spielt Dänemark noch in Portugal, das Unentschieden könnte Bendtner und Co. noch teuer zu stehen kommen. Gewinnt Verfolger Albanien seine beiden Spiele, müssten die Dänen mit den Play-offs Vorlieb nehmen.

Im Zentrum des Jubels wieder einmal Cristiano Ronaldo. Das entscheidende Tor markierte der Superstar aber nicht

Die Südosteuropäer hatten in Elbasan bis tief in die Nachspielzeit vom Punktgewinn geträumt, der sie wieder mit den Dänen hätte gleichziehen lassen. Die erste Halbzeit gehörte den Portugiesen, die natürlich durch Superstar Cristiano Ronaldo mehrmals gefährlich vor dem Heimtor auftauchten. Die beste Chance bot sich aber Nani, der Flügelspieler traf nach einer Ecke von Danny aber nur den Pfosten. Erst nach Wiederbeginn meldeten sich die „Adler“ in Person von Çikalleshi im Spiel an. Weitaus mehr Gelegenheiten hatten aber weiter die Gäste, doch Danny und Eliseu schluderten im Abschluss. In der 93. Minute belohnte Miguel Veloso sein Team aber noch spät und war nach einer Quaresma-Ecke per Kopf zur Stelle. Bei vier Punkten Abstand auf die drittplatzierten Albaner wäre für die Santos-Schützlinge wohl schon ein Punkt gegen Dänemark im Oktober genug für die Quali.

Frankreich hat einen kleinen Zwischenhänger in seinen Vorbereitungs-Freundschaftsspielen überwunden und schlug nach Portugal nun auch Serbien. Mann des Tages war Mittelfeldmann Blaise Matuidi der erst per Kopf nach einer Sagna-Flanke traf und dann einen abgewehrten Eckball per Distanzschuss im Tor versenkte (9., 25.). Doch auch die Gäste hielten in einen kurzweiligen Spiel mit, Mitrović verkürzte, indem er einen Marković-Schuss nach Tadić-Flanke ins Tor lenkte (39.). Trotz weiterer Chancen – insbesondere von Giroud – und einem Pfostentreffer von Griezmann blieb es beim verdienten 2:1-Erfolg von „Les Bleus“.

Tabelle: 1. Portugal (15 Punkte/8:4 Tore), 2. Dänemark (12/8:4), 3. Albanien (11/7:3), 4. Armenien (2/5:11), 5. Serbien (1/5:11)

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