EM-Quali Dienstag: Harnik und Co. überrollen Schweden, Slowakei verteidigt Rang 2

Veröffentlicht: 4. Oktober 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
Schlagwörter:,

Am den September-Doppelspieltag abschließenden Dienstag löste Österreich durch ein beeindruckendes 4:1 in Schweden endgültig das Ticket für die EURO. Russland profitiert von der Schützenhilfe der Alpenrepublik und sicherte sich erst einmal Rang Zwei. In Gruppe E stellte Rooney einen neuen Rekord auf, Slowenien mühte sich zu einem 1:0 gegen Estland, während San Marino beinahe eine Sensation gelungen wäre. Spanien bleibt dank eines mageren 1:0 in Makedonien an der Spitze der Gruppe C, die Slowakei hielt durch ein 0:0 Verfolger Ukraine auf Distanz.

Gruppe C: Spanien mit Unterstützung, Slowakei und Ukraine torlos

Die Slowakei und Robert Mak konnten sich gegen die Ukraine (hier: Rybálka) behaupten und halten damit ihren Vorsprung.

Die Slowakei wollte im ausverkauften Stadion von Žilina Verfolger Ukraine auf Distanz halten. Allerdings versteckten sich Škrtel und Co. nicht, sondern suchten selbst die Offensive. Gute Chancen blieben aber über die gesamte Spielzeit Mangelware. Kucka und Mak zielten zu hoch, Konopljánka, Jarmólenko, Kravéc’ und Rakíc’kij waren zu ungenau oder scheiterten an Kozáčik. So blieb es beim insgesamt gerechten Unentschieden, sodass die Slowaken drei Punkte Vorsprung und den gewonnenen direkten Vergleich gegenüber der Ukraine in die Oktoberspieltage gegen Weißrussland und Luxemburg mitnehmen.

Streckenweise unübersichtlich war das Spiel zwischen Makedonien und Spanien. Am Ende setzten sich die Iberer mit 1:0 durch.

Spanien fehlt nach dem 1:0-Erfolg in Makedonien nur noch ein Punkt im Heimspiel gegen Luxemburg, um die EM-Teilnahme klar zu machen. In Skopje half das Glück aber den Iberern. Matas Flanke flog über den überraschten Torwart Pačovski hinweg an den Pfosten, prallte dann in das Gesicht des Keepers und von dort aus ins Netz (8.). Ansonsten aber überzeugten die Hausherren durch viel Einsatz, der die Gäste zu ungewohnt vielen Fehlern zwang. Petroviḱ versagte bei einer guten Ausgleichchance aber die Nerven, auf der Gegenseite traf Carvajal nur die Latte. Nach der Pause verflachte die Partie endgültig. Spanien fehlte die Kreativität, Makedonien kam außer bei einem Hasani-Freistoß nicht mehr gefährlich vor das Tor von de Gea.

Doppelpacker: Michail Gardzejčuk erzielte beide Tore beim 2:0-Erfolg Weißrusslands gegen Luxemburg.

Chancen auf einen Quali-Platz hatten Weißrussland und Luxemburg schon vor Anpfiff nicht mehr, es ging also „nur“ noch um Punkte. Die Gäste aus dem Großfürstentum verteidigten dabei stark und hatten mit Joubert, der in der fünften Minute gegen Karnilenka pariert, einen starken Rückhalt. Dennoch hieß der Pausenstand 1:0. Ein Schuss von Karnilenka landete über Chanot bei Gardzejčuk, der direkt abzog und jubeln durfte (34.). Der Druck der Hausherren wurde nach der Pause mit dem zweiten Treffer belohnt. Kisljak bediente Gardzejčuk, der allein vor Joubert per Schuss ins kurze Eck seinem Doppelpack perfekt machte (62.). Es war die Entscheidung, für Luxemburg testete erst Bensi Torwart Žaŭnoŭ spät.

Tabelle: 1. Spanien (21 Punkte/18:3 Tore), 2. Slowakei (19/13:5), 3. Ukraine (16/12:3), 4. Weißrussland (7/7:14), 5. Luxemburg (4/4:19), 6. Makedonien (3/6:16)

Gruppe E: Slowenien erfüllt Pflichtaufgabe, Jubel für San Marino

Kurz vor der 50: Wayne Rooney erzielt gleich sein Rekordtor gegen die Schweiz.

Das Aufeinandertreffen von England und der Schweiz in Wembley hatte etwas von einem Freundschaftsspiel. England war bereits qualifiziert, die Schweiz angesichts von sechs Punkten Vorsprung auf die Slowenen so gut wie. Die „Three Lions“ waren das bessere Team in einem Spiel, das mit Torchancen geizte. Rooney und Milner vor der Pause, Xhaka für die Schweiz kurz danach – mehr gab es nicht zu sehen. Englands Edeljoker Harry Kane brach dann in der 67. Minute den Bann, stand bei einer Shaw-Flanke richtig und netzte überlegt ein. Danach plätscherte die Partie weiter vor sich hin ehe Xhaka gegen Sterling zum Foul griff und Schiedsrichter Rocchi (Italien) auf den Punkt zeigte. Wayne Rooney legte sich den Ball zurecht, verwandelte wie üblich souverän ein und durfte danach ausgiebig sein 50. Länderspieltor feiern, das ihn zu Englands Toptorjäger macht.

Jasmin Kurtič und Taijo Teniste gaben alles, am Ende waren die Slowenen obenauf.

Nach der bitteren Niederlage in der Schweiz hatte Estland die Slowenen in der Tabelle gar überholt. Verlieren war in Ljubljana also verboten. Die Nervosität der Gastgeber war sichtbar als ausgerechnet der erfahrene Torwart Handanovič Stürmer Purje anschoss und Glück hatte, dass der Ball knapp am Tor vorbei sprang. Die hohen Ballbesitzwerte gehörten den Slowenen, die Chancen aber den Esten. Vassiljev schnupperte aus der Distanz am 0:1, Teniste prüfte Handanovič. Erst nach der Pause wuchs der Druck an und Ilič, Birsa und Kampl schossen sich ein. Der verdiente Lohn folgte in Minute 63. Birsa öffnete die estnische Defensive mit einem Steilpass, Berić überlief Mets und traf per Flachschuss. Estland antwortete mit wütenden Angriffen, kam aber zu keinen guten Abschlüssen mehr. Da Kurtič das 2:0 jedoch liegen ließ war bis zum Ende dennoch Zittern für Slowenien angesagt, die zwei Punkte Vorsprung auf Estland mit in den Oktober nehmen.

San Marinos Spieler feiern frenetisch das erste Pflichtspielauswärtstor seit 14 Jahren, auch wenn es am Ende nicht zu einem Punktgewinn reichte.

Kurioser und bunter als man es hätte erwarten dürfen gestaltete sich das Geschehen in Vilnius, wo Litauen auf San Marino traf. Zuerst lief alles wie geplant für die Hausherren. Novikovas wurde noch von Torwart Benedettini gestoppt, dafür legte der Bochumer dann aber per Ecke den sehenswerten Volleytreffer von Černych auf (7.). Bis zur Pause blieb das Duo weiterhin eine ständige Gefahr für das Gästetor, versäumte es aber ebenso wie Spalvis, ein weiteres Tor nachzulegen. So folgte nach der Pause ein Doppelschock. Rinaldi stand auf einmal frei vor Torwart Arlauskis, der noch außerhalb des Strafraums zur Notbremse griff – Platzverweis (50.). Mit fast fünf Minuten Verzögerung durfte dann Matteo Vitaioli zum Freistoß antreten – und wie! Der Mittelfeldmann knallte den Ball durch die Mauer und vorbei am eingewechselten Černiauskas zum ersten Pflichtspiel-Auswärtstor seit April 2001 (55.). Litauen rannte trotz Unterzahl an, während San Marino an die Überraschung glaubte. Benedettini parierte stark gegen Novikovas und Pilibaitis. Kurz vor Ende musste Chiaruzzi mit Gelb-Rot (88., wiederholtes Foulspiel) vom Feld, ehe Spalvis sein Land vor einer Blamage bewahrte und eine Novikovas-Flanke zum späten Siegtreffer über die Linie beförderte (90.+1). San Marino schrammte denkbar knapp am zweiten Punktgewinn vorbei, durfte aber immerhin das erste Quali-Tor bejubeln.

Tabelle: 1. England (24 Punkte/26:3 Tore), 2. Schweiz (15/16:8), 3. Slowenien (12/15:10), 4. Estland (10/4:6), 5. Litauen (9/6:14), 6. San Marino (1/1:27)

Gruppe G: Österreich demontiert Schweden, Pflichtsiege für Russland und Montenegro

Treffer versenkt: Kokórin bringt Russland in Liechtenstein vom Punkt mit 0:2 in Front.

Russland ließ auf das eminent wichtige 1:0 gegen Schweden in Liechtenstein einen 7:0-Pflichtsieg folgen. Zwanzig Minuten lang tat sich die „Sbórnaja“ schwer, dann startete die Dzjúba-Show. Zweimal vollstreckte der Sturmtank von Zenít St. Peterburg nach Vorlagen von Kapitän Širókov (21., 45.), außerdem zwang er Kaufmann zu einer Notbremse. Resultat: Rot und Elfmeter für Russland, den Kokórin sicher verwandelte (40.). Die numerische Überlegenheit machte sich in Halbzeit Zwei dann auch bemerkbar. Dzjúba nach Kombárov-Flanke und einem Jehle-Fehler (73., 90.), Smólov per Abstauber (76.) und Dzagóev per Freistoß (85.) schraubten das Endergebnis auf 7:0 hoch. Russland zieht damit an Schweden vorbei, im Oktober geht es gegen Moldawien (A) und Montenegro (H).

Jubel, Trubel, Österreich: Austria lieferte beim 4:1 in Schweden eine Glanzleistung.

Österreich setzte mit einem hochverdienten 4:1-Erfolg in Schweden das I-Tüpfelchen auf eine bisher perfekte Qualifikation. In der neunten Minute bewies erst Alaba mit seinem Panenka-Elfmeter Nervenstärke, zuvor hatte Källström Junuzović gefoult. Schweden dominierte danach und testete in Person von Zlatan Ibrahimović auch Österreichs Schlussmann Almer, lag aber bald 0:2 zurück. Fuchs‘ Einwurf verlängerte Janko an den zweiten Pfosten wo Harnik aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste (38.). In der Folge zerlegten die Männer aus den Alpenrepublik den Gegner förmlich, Arnautović, Harnik und Alaba ließen dicke Chancen liegen, während für die „Tre Kronor“ nur Berg gefährlich abschließen durfte. Letzte Zweifel am Ausgang der Partie räumte Janko aus, der nach feinem Kurzpassspiel über Fuchs und Alaba einschieben durfte. Ähnlich stark herausgespielt war auch das 0:4 über Baumgartlinger, Sabitzer, Jantscher und Torschütze Harnik (88.). Ibrahimović gelang nach Kiese Thelin-Ablage zwar noch das 1:4 (90.+1), doch am klaren Ausgang änderte dies nichts mehr. Stattdessen boten sich Harnik und Sabitzer noch zwei Großchancen, den Sieg noch deutlicher zu gestalten. Österreich darf nach sieben Siegen und einem Remis das Ticket für Frankreich abholen, Schweden rutscht auf Rang Drei und muss zittern.

Bis auf einen Punkt an die Schweden herangekommen ist Montenegro dank des 2:0-Erfolgs in Moldawien. Entscheidend war dabei die frühe Führung durch Savić, der eine Jovetić-Flanke ins Tor verlängerte (9.). Mit dem 1:0 im Rücken verteidigten die Gäste ihren Vorsprung und warteten auf Konter, hatten aber Glück, dass ein Kopfball von Patraş nur die Latte traf. Entschieden wurde die Partie zwanzig Minuten nach der Pause. Bećiraj setzte sich im Strafraum gegen Armaş durch, sein folgender Abschluss wurde von Racu unglücklich abgefälscht und überwand so den überraschten Cebanu (65.). Am Spielstand änderte sich danach nichts mehr, sodass Montenegro die Hoffnung auf eine Teilnahme am Turnier 2016 am Leben erhält.

Tabelle: 1. Österreich (22 Punkte/16:3 Tore), 2. Russland (14/17:4), 3. Schweden (12/11:9), 4. Montenegro (11/8:8), 5. Liechtenstein (5/2:21), 6. Moldawien (2/3:12)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s