118.! Aguilar schießt Mexiko zum Confed Cup!

Veröffentlicht: 11. Oktober 2015 in 2015 CONCACAF Cup, CONCACAF, FIFA Confederations Cup 2017
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Mexiko hat sich das CONCACAF-Ticket für den Confederations Cup 2017 gesichert. Vor 93.723 Zuschauern in Pasadena schlug „El Tri“ den ewigen Rivalen USA mit 3:2 nach Verlängerung. In einem hochklassigen und spannenden Spiel gingen die Gäste dabei früh in Führung, worauf Klinsmanns US-Boys jedoch eine schnelle Antwort parat hatten. Trotz leichten Vorteilen für Mexiko und zahlreichen Chancen auf beiden Seiten blieb es dabei bis zum Ablauf der regulären Spielzeit, sodass die Verlängerung entscheiden musste. Dort waren es erneut die Mexikanern, die zuerst trafen, doch wieder schlugen Bradley und Co. zurück. Aguilar gelang mit einem Kunstschuss in der 118. Minute der würdige Abschluss einer packenden Partie.

Mexikos Paul Aguilar wird nach seinem spektakulären Siegtreffer fast von den Gratulanten erdrückt.

Das Aufeinandertreffen der Schwergewichte der CONCACAF-Zone war nötig, um den Teilnehmer des Verbandes am FIFA Confederations Cup 2017 in Russland zu ermitteln. Da das Kontinentalturnier, der Gold Cup, alle zwei Jahre stattfindet mussten daher die Sieger der Auflagen von 2013 (USA) und 2015 (Mexiko) in einem direkten Duell um das Ticket kämpfen.

Trainer Jürgen Klinsmann war nach überraschenden Halbfinal-Aus beim Gold Cup gegen Jamaika (1:2) stark kritisiert worden. Umso wichtiger war es, die Qualifikation für den Confed Cup sicherzustellen. Der Deutsche vertraute hierbei auf seine Stammelf. Vor Torwart Guzan startete die Viererkette Johnson (Mönchengladbach), Cameron, Besler und Veteran Beasley. Beckerman sollte als Sechser abräumen, vor ihm agierten Jones und Zardes auf den Halbpositionen. Kapitän Michael Bradley besetzte wie gewohnt die „Zehn“ und sollte das Sturmduo Dempsey und Altidore mit Zuspielen versorgen.

Mexikos Interimscoach Ricardo Ferretti de Oliveira, Nachfolger des nach einer Handgreiflichkeit gegen einem Journalisten nach Gewinn des Gold Cups entlassenen Miguel Herrera, setzte seinerseits auf Offensive und bot mit Javier Hernández (Leverkusen), Raúl Jiménez und Oribe Peralta gleich drei Stürmer auf. Im Mittelfeld zog das Trio Guardado, Márquez und Herrera die Fäden, Muñoz vertrat den verletzten Ochoa im Tor.

Das mit 93.723 Zuschauern restlos ausverkauften Rose Bowl Stadion von Pasadena bot schon vor Anpfiff eine fantastische Atmosphäre, auch da zahlreiche mexikanische Fans den Weg nach Kalifornien gefunden hatten. Und diese hatten nach zehn Minuten bereits allen Grund zum Jubeln: Peralta ließ ein flaches Zuspiel von Aguilar geschickt passieren und wurde prompt vom mit dem Rücken zum Tor stehenden Jiménez per Hacke bedient. Rechts im Sechzehner legte der 31-jährige dann mit viel Übersicht quer auf Sturmpartner Javier Hernández, der mühelos aus kurzer Distanz einschießen durfte (10.). Es war der erste Treffer von „Chicharito“ gegen die USA überhaupt.

Schnelle Antwort: Geoff Cameron glich nur fünf Minuten nach dem 0:1 per Kopf aus.

Die Freude über dieses herrlich herausgespielte Tor hielt aber gerade einmal fünf Minuten an. Dann brachte Bradley einen Freistoß von der linken Außenbahn in die Mitte, Innenverteidiger Cameron entwischte seinen Bewachern Márquez und Peralta und köpfte problemlos zum 1:1-Ausgleich ein (15.).

Bis zur Pause war Mexiko das Team mit den größeren Spielanteilen, insgesamt blieb die Partie aber hochspannend, da auch Klinsmanns US-Boys immer wieder zu gefährlichen Angriffen kamen. In der 20. Minute konnte Hernández trotz artistischen Einsatzes einen Guardado-Freistoß nicht aufs Tor bringen, drei Zeigerumdrehungen später sorgte Guzan für Spannung, als er nach einer Flanke riskant außerhalb seines Sechzehners klären musste. Auch bei Herreras Fernschuss (24.) und einem Hernández-Kopfball (29.) war der Schlussmann von Aston Villa auf dem Posten.

Die Gastgeber kamen zwar seltener zu Abschlüssen, hatten aber in der 32. Minute eine gute Gelegenheit zur Führung. Johnson bediente Bradley, der an die Strafraumgrenze zog und aus zentraler Position abzog. Sein Schuss verfehlte das Gehäuse aber um gut zwei Meter. Dann sorgte auf der Gegenseite Peralta zweimal für Gefahr. Doch Guzan pflückte dem Stürmer den Ball nach einer Kopfballverlängerung von Chicharito noch vom Fuß (34.), ehe der América-Profi eine Flanke seines Teamkollegen Aguilar knapp am Kasten vorbei setzte (37.).

Die Schlussphase gehörte dann wieder den Hausherren. Zardes starke Hereingabe lenkte Altidore unter Bedrängnis aus kurzer Distanz über die Latte (40.), Bradleys Freistoß landete in den Armen von Muñoz (44.). Dann beendete Schiedsrichter Aguilar (El Salvador) eine intensive, aber faire erste Halbzeit. Nur in der 35. Minute war kurz Hektik aufgekommen, als Peralta nach einem Abseitspfiff mit Guzan kollidierte und eine Rudelbildung entstand.

Umkämpft war das Spiel natürlich: Hier duellieren sich Jermaine Jones und Javier Güemez.

Mexiko startete mit Wiederanpfiff aggressiv ins Spiel und der frühe Druck hätte sich in der 47. Minute beinahe bezahlt gemacht. Beasley schoss bei einem Klärungsversuch Johnson an, der Ball prallte vor die Füße von Jiménez, der das Spielgerät aber nicht am aufmerksam herausstürzenden Guzan vorbeibrachte. Zwölf Minuten danach wäre der Keeper aber wohl machtlos gewesen. Herrera hob den Ball per Innenrist über die Abwehr, Jiménez legte quer für Hernández, der den Ball aber drei Meter vor der Linie zwischen die Beine bekam und nicht ins Netz drücken konnte (59.).

Die „El Tri“ blieb auch in der Folge das spielbestimmende Team, kam gegen konzentriert und laufintensiv verteidigende Amerikaner aber nur noch zu Halbchancen. Da auch bei den Kontern der Gastgeber die letzte Präzision fehlte tat sich bis zum Ablauf der regulären Spielzeit nicht mehr viel.

In die Verlängerung starteten Chicharito und Co. wie gewohnt: Mit einer Großchance. Der Leverkusener steckte perfekt durch für Peralta, doch dessen Abschluss kam genau auf Guzan (93.). Drei Minuten später zeigte sich der Stürmer kaltschnäuziger. Herrera bediente mit einem herrlichen hohen Zuspiel den in den freien Raum gestarteten Außenverteidiger Aguilar, der den Ball im Fallen von rechts in die Mitte brachte. Im Bereich des Elfmeterpunktes lauerte Peralta und schoss souverän zur erneuten Führung ein (96.).

Gebannt erwarten Spieler beider Teams einen Freistoß.

Die USA waren nun gefordert und schlugen zu Beginn der zweiten Verlängerungshälfte zurück. Bradley setzte den eingewechselten Yedlin in Szene, der von Corona nicht richtig angegriffen wurde und den perfekt einlaufenden Wood mit einem Schnittstellenpass bediente. Der für Altidore gekommene Deutschland-Legionär schloss direkt ab und tunnelte Muñoz – 2:2 (108.). Gut zwei Minuten später kam der Hawaiianer nach einer Beasley-Flanke per Kopf zum Abschluss, konnte aber den Ball nicht auf das Tor bringen (110.).

Die Entscheidung fiel stattdessen auf der anderen Seite. Nach einem geklärten Freistoß bugsierte Layún den Ball zu Jiménez, der einfach mal mit dem Rücken zum Tor den Ball hoch in den rechten Sechzehner schlug. Dort war Aguilar eingelaufen und vollendete mit einer herrlichen Direktabnahme aus der Luft ins lange Eck – Guzan war chancenlos (118.). Es war ein fantastischer Treffer, der Mexiko das Ticket nach Russland bescherte, denn auf diesen Nackenschlag fanden die US-Boys keine Antwort mehr.

Während Mexiko bereits im Juni 2017 als Vertreter der CONCACAF-Zone zum Confederations Cup nach Russland reist muss sich die USA mit dem Blick auf die WM 2018 trösten. Beide Kontrahenten starten im November in die vierte Runde der WM-Qualifikation.

Statistik:

Tore: 0:1 J. Hernández (10., Rechtsschuss, Peralta), 1:1 Cameron (15., Kopfball, Bradley), 1:2 Peralta (96., Rechtsschuss, Aguilar), 2:2 Wood (108., Rechtsschuss, Yedlin), 2:3 Aguilar (118., Rechtsschuss, Raúl Jiménez)

Aufstellung (USA): Guzan – Johnson, Cameron, Besler, Beasley – Beckerman – Jones, Zardes – Bradley – Dempsey, Altidore

Aufstellung (Mexiko): Muñoz – Aguilar, Reyes, Moreno, Layún – Herrera, Márquez, Guardado – Peralta, J. Hernández, Raúl Jiménez

Wechsel (USA): 78. Yedlin für Zardes, 98. Wood für Altidore, 111. Evans für Johnson

Wechsel (Mexiko): 76. Rivas für Márquez, 80. Güemez für Guardado, 98. J. M. Corona für J. Hernández

Bank (USA): Howard (Tor), Rimando (Tor), Alvarado, Orozco, Ream, Spector, Williams, Zusi, Wondolowski

Bank (Mexiko): Talavera (Tor), I. Jiménez, Torres Nilo, Aquino, J. dos Santos, Esquivel, E. Hernández, Vela

Gelbe Karten: Beckerman (52., Foulspiel), Bradley (87., Foulspiel) – Aguilar (21., Foulspiel), Peralta (35., Foulspiel)*, Moreno (43., Foulspiel), Güemez (95., Foulspiel)

*Die Gelbe Karte für Peralta wurde ursprünglich gegen Raúl Jiménez erteilt, aber in der Halbzeitpause auf den eigentlichen Schuldigen, Oribe Peralta, übertragen.

Schiedsrichter: Joel Aguilar (El Salvador) – Juan Francisco Zumba (El Salvador), Leonel Leal (Costa Rica) – Marlon Mejía (El Salvador) – Garnet Page (Jamaika)

Anstoßzeit und Spielort: 10. Oktober 2015, 18:35 Uhr (UTC -7), Rose Bowl/Pasadena

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Kommentare
  1. […] 118.! Aguilar schießt Mexiko zum Confed Cup! […]

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  2. […] Komplettiert wird die Gruppe A von Europameister Portugal, der ebenso wie die Russen zum ersten Mal beim Confederations Cup dabei ist, und CONCACAF-Meister Mexiko. „El Tri“ hatte sich bereits im Oktober 2015 im Play-Off gegen den Dauerrivalen USA mit 3:2 nach Verlängerung durchgesetzt. […]

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