EM-Quali Donnerstag: Nordirland ist dabei, späte Schocks für Schottland und Albanien

Veröffentlicht: 31. Oktober 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Der Donnerstag brachte in den Gruppen D, F und I einige Überraschungen. Irland schlug Weltmeister Deutschland in Dublin mit 1:0, Polen beendete Schottlands Euro-Träume auf denkbar dramatische Weise. In Gruppe F löse Nordirland dank eines souveränen 3:1-Erfolgs über Griechenland das Ticket nach Frankreich, die Verfolger Ungarn und Rumänien mussten lange zittern. Auch Portugal ist nach dem 1:0 über Dänemark mit von der Partie, Albanien verpasste im brisanten Heimspiel gegen Serbien auf Grund von zwei Gegentoren in der Nachspielzeit eine ausgezeichnete Chance, ebenfalls schon alles klar zu machen.

Gruppe D: Long schockt Deutschland, Lewandowski die Schotten

Sorgte für Jubelstürme in Dublin: Shane Long schoss Irland ein gutes Stück in Richtung EURO.

Die Begegnung zwischen Georgien und Gibraltar hatte auf die Entscheidung der Gruppe keine Auswirkungen, doch das minderte nicht die Freude der Hausherren über den klaren Erfolg. Vom Anfang an ging das Spiel nur ein eine Richtung, Kazaishvili und Vatsadze scheiterten aber an guten Reaktionen von Torwart Perez, zudem klärte Roy Chipolina auf der Linie. Nach einer halben Stunde fiel dann aber die überfällige Führung. Okriashvilis Steilpass durch eine klaffende Lücke in der Hintermannschaft der Gäste fand Vatsadze, der diesmal Perez keine Chance ließ (30.). Fünf Minuten später erhöhte der Vorlagengeber vom Punkt sicher, nachdem Bardon eine Flanke von Kakabadze im Grätschen mit dem ausgestreckten Arm geblockt hatte (35.). Quasi mit dem Pausenpfiff fiel Tor Nummer Drei: Vatsadze stieg nach Kobakhidze-Flanke am langen Pfosten in einer Spielertraube am höchsten und nickte ins kurze Eck ein (45.). Mitte der zweiten Hälfte verhinderte die Querlatte einen Dreierpack des Stürmers. Kazaishvili setzte kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit nach Sololauf mit anschließendem kernigem Abschluss den Schlusspunkt (87.), ehe Walker in der Nachspielzeit den ansonsten beschäftigungslosen Revishvili zu einer guten Parade zwang.

Deutschlands letztes Gastspiel in Irland endete mit einem 6:1-Erfolg der DFB-Elf. Doch während der Weltmeister zwar gewohnt dominierte blieben Chancen gegen die ersatzgeschwächte irische Defensive Mangelware. Gündoğan wurde von O’Shea geblockt, Boateng köpfte drüber und Özil schoss vorbei. Ansonsten mussten die Betreuer Höchstarbeit leisten, sowohl Götze als auch Irlands Keeper Given mussten verletzt vom Feld. Joker Schürrle ließ zehn Minuten nach der Pause eine dicke Chance liegen, während die „Boys in Green“ sich durch Murphy erstmals Neuer annäherten. In der 70. Minute explodierte das Aviva-Stadium fast: Torwart Randolph, für Given gekommen, schlug den Ball weit nach vorne, wo der just ebenfalls von der Bank gebrachte Long im Laufduell Hector und Hummels hinter sich ließ und im Strafraum aus halbrechter Position wuchtig ins lange Eck vollendete (70.). Da Hummels und vor allem der freistehende Müller in den verbleibenden Minuten zwei dicke Gelegenheiten nicht nutzen konnten muss Deutschland nun bis zum letzten Spieltag auf das Ticket warten. Auf Irland wartet derweil ein Showdown in Warszawa.

Ball und Torjäger im Netz: Robert Lewandowskis Last-Minute-Ausgleich bedeutet für Schottland das Ende der Quali-Hoffnungen.

Frühe Tore, späte Tore, schöne Tore und jede Menge Drama bot die Begegnung in Glasgow. Bereits nach drei Minuten schlug Polens Tormarschine Lewandowski zu: Bei Miliks Zuspiel stand der Bayern-Mann zwar hauchdünn im Abseits, das Spiel lief aber weiter und die Nummer 9 traf aus spitzen Winkel ins kurze Eck (3.). Fortan gestalteten die Rot-Weißen das Spiel überlegen und hatten nach einer guten halben Stunde die dicke Chance zu erhöhen. Lewandowski wurde diesmal als Vorbereiter tätig und nahm halbrechts Błaszczykowski mit, doch der Schuss des Ex-Dortmunders verfehlte das lange Eck haarscharf. Sekunden vor der Pause dann der Ausgleich aus dem Nichts. Ritchie nahm aus 20 Metern genau Maß und setzte einen herrlichen Linksschuss in den linken Winkel – alles wieder offen (45.). Nach Wiederanpfiff entwickelte sich die Partie dann zum Schlagabtausch: Milik testete Marshall, Naismith konnte eine Whittaker-Hereingabe nicht über die Linie drücken. Dann war wieder Zauber-Zeit: Ritchie trieb das Spielgerät durch das Mittelfeld, nach Zweikampf mit Grosicki prallte der Ball rechts in den Strafraum zu Steven Fletcher, der direkt abzog und mit einem perfekten Schlenzer ins lange Eck traf (62.). Polen rannte in der Folge gegen selbstbewusste Schotten ohne viel Esprit an – bis in die Nachspielzeit. Marshall war bei einem Krychowiak-Fernschuss auf dem Posten ehe es in Minute 94 noch einmal Freistoß gab. Der Flachschuss von Grosicki fand seinen Weg durch ein Meer an Beinen und landete schließlich am rechten Pfosten, woraufhin Lewandowski am schnellsten schaltete und das Kunstleder zum 2:2 über die Linie grätschte (90.+4). Während Schottlands EM-Träume damit vorbei sind steht Polen vor dem nächsten Spitzenspiel gegen Irland.

Tabelle: 1. Deutschland (19 Punkte/22:8 Tore), 2. Polen (18/31:9), 3. Irland (18/18:5), 4. Schottland (12/16:12), 5. Georgien (9/9:14), 6. Gibraltar (0/2:50)

Gruppe F: Jubel in Belfast, Böde rettet Ungarn, Hoban die Rumänen

Umjubelter Matchwinner: Daniel Böde hielt Ungarn mit einem Doppelpack auf EURO-Kurs.

Ungarn musste gegen die unbequemen Färinger viel Geduld aufbringen, um durch einen knappen 2:1-Erfolg den Anschluss an die direkten Quali-Plätze zu halten. Nikolić hatte für die Hausherren zwar die erste Chance, doch sein Absatzstreichler kullerte am Tor vorbei. Quasi im Gegenzug dann der Schock: Edmundsson bediente am Strafraum Jakobsen, der sich clever um Juhász herumdrehte und den Ball an Király vorbei ins Netz schob (13.). Bis zur Pause prüften die Magyaren Gäste-Goalie Nielsen nur durch Bódi zwei Mal, doch der Veteran im Tor hielt seinem Land die Null. Trainer Storck brachte Böde mit Beginn der zweiten Halbzeit und der Joker brauchte nicht lange, um Nielsen ein erstes Mal zu testen. In der 63. Minute dann der ersehnte Ausgleich. Kádár hatte auf links Platz zum Flanken, in der Mitte stieg Böde hoch und ließ Nielsen mit einem platzierten Kopfball keine Chance. Acht Zeigerumdrehungen später avancierte der 29-jährige dann endgültig zum Helden des Abends. Nach Pass von Nikolić setzte er sich stark gegen zwei Gegenspieler durch und vollstreckte wuchtig ins kurze Eck (71.). In der Nachspielzeit verpasste dann Németh gegen Nielsen ein drittes Tor für Ungarn, es reichte letztendlich aber auch so. Negativer Schlusspunkt: Färöer-Kapitän Gregersen schubste einen ungarischen Betreuer zu Boden, nachdem dieser ihn beim Einwurf leicht behinderte und sah deswegen Gelb-Rot (90.+4).

Viel Verkehr im finnischen Strafraum: Die Defensive um Frankfurts Torwart Hrádecký kassierte erst in der Nachspielzeit den Ausgleich.

Einbahnstraßen-Fußball bot die Partie Rumänien gegen Finnland. Die seit drei Spielen torlosen Hausherren schnürten die Gäste in der eigenen Hälfte ein, verzweifelten aber in Person von Stancu geradezu an Torwart Hrádecký, der sein Team mit zwei exzellenten Paraden vor dem Rückstand bewahrte. Auch nach der Pause blieben die Gelben klar spielbestimmend. Raț verfehlte sein Ziel aus der Distanz, Torjes Aufsetzer landete am rechten Pfosten. So waren es die Finnen, die entgegen dem Spielverlauf in Führung gingen. Pukki sicherte einen langen Ball und legte dann für Sturmpartner Pohjanpalo auf, der Tătărușanu sicher bezwang (66.). Der Keeper musste somit erstmals seit Oktober 2014 wieder einmal hinter sich greifen. Rumänien brachte das Gegentor sichtlich aus der Bahn und Tătărușanu musste gegen Pukki und Ring einen höheren Rückstand verhindern. Einen ungemein wichtigen Punkt sicherte dann Hoban in der Nachspielzeit, am Ende eines selbst eingeleiteten Spielzugs über Maxim und Andone staubte der defensive Mittelfeldspieler ab, nachdem Hrádecký noch gegen Andone retten konnte (90.+1). Damit bleibt Rumänien vor dem letzten Spiel auf den Färöer einen Punkt vor Ungarn.

Zum Abheben: Auch dank Kapitän Steven Davis ist Nordirland in Frankreich mit dabei.

Nordirland drückte von Beginn an gegen Schlusslicht Griechenland auf das Gaspedal in dem Wissen, dass ein Sieg gleichbedeutend mit der direkten Qualifikation wäre. Es dauerte aber bis in die 25. Minute, ehe Magennis eine erste Chance hatte und im letzten Moment von Moras geblockt wurde. Viel länger mussten die Heimfans aber nicht mehr warten. Ein brillantes Zuspiel von Corry Evans fand rechts im Sechzehner Dallas, dessen folgenden Querpass Kapitän Steven Davis über die Linie drückte (35.). Dass der Sieg damit aber nicht sicher war wurde spätestens klar, als Mitroglou Sekunden vor der Pausen den Pfosten traf. Doch die Nordiren ließen sich nicht beirren und belohnten sich für eine abgeklärte Leistung wenige Minuten nach Wiederbeginn. Nach einer Norwood-Ecke senkte sich ein Kopfball von Magennis perfekt zwischen Latte und dem auf der Linie postierten Aravidis ins Tor (49.). Letzte Zweifel wischte dann Kapitän Davis mit seinem zweiten Tor des Tages weg. Brunts Ecke klärte Samaris an den Strafraumrand, von wo aus der Mittelfeldmann per Kopf (!) auf 3:0 stellte (58.). In der Folge fieberten die Zuschauer und Spieler dem Ende entgegen. Griechenland gelang durch Aravidis, der eine Torosidis-Hereingabe ins Tor lenkte, zwar noch der Ehrentreffer (86.), die Jubelnacht in Belfast minderte dies aber freilich nicht mehr.

Tabelle: 1. Nordirland (20 Punkte/15:7 Tore), 2. Rumänien (17/8:2), 3. Ungarn (16/8:5), 4. Finnland (11/8:9), 5. Färöer (6/6:13), 6. Griechenland (3/3:11)

Gruppe I: João Moutinho führt Portugal zur EURO, Serbien nimmt in der Nachspielzeit Revanche

Treffer versenkt: Portugal fährt dank João Moutinho zur EURO, Dänemark muss weiter zittern.

Portugal konnte sich durch einen Sieg die Qualifikation sichern während für Dänemark im letzten Spiel ein Sieg dringend notwendig war, um Albanien auf Distanz zu halten. Dementsprechend umkämpft war die Partie, mit Vorteilen für die von João Moutinho angetriebenen Portugiesen. Der Spielmacher scheiterte mit einem Fernschuss, dann köpfte Nani seine Flanke an die Querlatte. Dänemark, das durch Bendtner vor der Pause eine gute Kontergelegenheit liegenließ, kam besser aus der Kabine und wieder war es der Wolfsburger, der die nächste Chance hatte, aber am Pfosten scheiterte. Dann verlagerte sich das Geschehen in die andere Hälfte des Felds. Schmeichel rettete aus kurzer Distanz gegen Tiago, war aber beim entscheidenden Tor machtlos. João Moutinho schnappte sich eine zu kurze Kopfballabwehr, ließ an der Sechzehnerlinie zwei Gegenspieler aussteigen und platzierte seinen Schuss außerhalb der Reichweite Schmeichels im Netz (66.). Dabei blieb es, da Bernardo Silva das 2:0 verpasste und Rui Patrício gegen Agger den Sieg und damit das Ticket nach Frankreich festhielt.

Ganz ohne Brisanz war das Geschehen auf dem Feld in Elbasan nicht, insgesamt verlief das Rückspiel zwischen Albanien und Serbien aber ruhig.

Ein Sieg Albaniens hätte aufgrund des Ergebnisses im Parallelspiel die direkte Qualifikation für die Rot-Schwarzen bedeutet. Im brisanten Heimspiel gegen Serbien – das Hinspiel war unter skandalösen Umständen abgebrochen worden und hatte zu zahlreichen Verhandlungen über das Ergebnis geführt – zeigten sich die Südosteuropäer zwar willens, kamen gegen Serbiens Defensive aber kaum zu Zug. So war ein Kopfballversuch von Lila in der Anfangsphase, der Stojković vor keinerlei Probleme stellte, der einzig nennenswerte Versuch. Auf der Gegenseite hatte Ivanović nach einer Ecke die Führung auf dem Fuß, sein Volleyschuss rauschte aber über die Querlatte. Der von den Fans in Elbasan ersehnte Durchbruch kam auch in Halbzeit Zwei nicht. Cana und Xhaka kamen dem Torerfolg näher, dann rettete Stojković nach einem Çikalleshi-Solo stark. In der Nachspielzeit folgte dann der Schock. Ljajićs Flachpass in den linken Teil des Strafraums fand den aufgerückten Kolarov, der Berisha mit einem platzierten Abschluss keine Chance ließ (90.+1). Albanien warf nun alles nach vorne, wurde aber ausgekontert. Ljajić hatte noch die nötige Luft, ließ bei seinem Sprint aus der eigenen Hälfte alle hinter sich und hob den Ball über Berisha in die Maschen (90.+4). Damit wartet auf Giovanni de Biasi und seine Männer in Armenien ein echtes Endspiel.

Im zentralisierten Freundschaftsspiel fertigte Frankreich Armenien in Nizza mit 4:0 ab. Dabei startete „Les Bleus“ erst einmal verhalten, sodass die Kaukasier durch Simonyan sogar eine vielversprechende Chance verbuchen konnten. Nach gut einer halben Stunde steigerten sich die Gastgeber aber und belohnten sich rasch mit der Führung: Griezmann spielte Doppelpass mit Benzema und tunnelte Torwart Kasparov (35.). Zehn Minuten nach der Pause legte Cabaye mit einem platzierten Schuss von der Sechzehnerlinie das 2:0 nach (55.). Den souveränen Erfolg vervollständigte Benzema, der erst eine Griezmann-Ecke einköpfte (78.) und dann nach Hacken-Pass von Martial ohne Mühe Kasparov überwand (79.).

Tabelle: 1. Portugal (18 Punkte/9:4 Tore), 2. Dänemark (12/8:5), 3. Albanien (11/7:5), 4. Serbien (4/7:11), 5. Armenien (2/5:11)

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