EM-Quali Freitag: Spanien und Schweiz dabei, Gruppen C & G mit Showdowns am 10. Spieltag

Veröffentlicht: 4. November 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Am Freitag knipste Titelverteidiger Spanien durch ein glanzloses 4:0 über Luxemburg das EM-Ticket. Die Slowakei leistete sich eine überraschenden 0:1-Heimniederlage gegen Weißrussland und kann damit am letzten Spieltag noch von der Ukraine abgefangen werden. In Gruppe E erfüllte die Schweiz die Pflichtaufgabe gegen San Marino erwartungsgemäß, Slowenien geht in die Play-offs. Spannend bleibt es in Gruppe G: Zwar verabschiedete sich Montenegro nach dem 2:3 gegen Österreich aus dem Rennen, Russland und Schweden siegten jedoch und liefern sich damit am zehnten Spieltag ein Fernduell.

Gruppe C: Drahun schockt die Slowaken, Ukraine lauert, Spanien dankt Cazorla und Paco Alcácer

Zielstrebig: Die Ukraine (hier: Konopljánka gegen Hasani) fuhr zielstrebig drei Punkte in Makedonien ein und wahrt damit die direkte Quali-Chance. 

Ein Play-off-Platz war der Ukraine schon vor Anpfiff sicher, durch einen Sieg in Makedonien sollte aber die Hoffnung auf die direkte Quali am Leben erhalten werden. Doch gegen die Hausherren, deren letzten sechs Spiele mit Niederlagen endeten, taten sich die Blau-Weißen sehr schwer. In den ersten 45 Minuten tat sich bis auf ein paar bestenfalls halbwegs gefährliche Halbchancen nicht, auch nach der Pause fehlte den Ukrainern die zündende Idee. So musste ein Elfmeter den Bann brechen. Sydorčuk fand am zweiten Pfosten Jarmólenko, dessen Kopfball Žuta mit der Hand blockte. Selezn’óv trat vom Punkt aus an, schaute Pačovski aus und verwandelte sicher (59.). Makedonien zeigte sich zwar bemüht, entwickelte aber kaum Gefahr während Jarmólenko zweimal nicht genau genug zielte und Konopljánka nach einem mustergültigen Konter an Pačovski scheiterte. Erst Kravéc’ machte in der 87. Minute den Deckel drauf, eilte nach Rotán’s Zuspiel auf links davon und tunnelte auch Pačovski aus spitzem Winkel zum 0:2-Endstand (87.).

Ins Stolpern geraten: Juraj Kucka und die Slowakei durften wegen der 0:1-Niederlage gegen Weißrussland noch nicht feiern.

Mit einem Sieg hätten die Slowaken die erste EM-Teilnahme perfekt machen können, doch Gegner Weißrussland erwies sich als wenig angenehmer Gast. Zwar verbuchten die Weiß-Blauen eine erste gute Chance, als Drahun auf der Linie gegen Mak retten musste, ansonsten gab es aber keine vielversprechenden Abschlüsse. Stattdessen gingen die Weißrussen in Front als Drahun eine Ecke von Renan Bressan einköpfte und der am ersten Pfosten postierte Švento nicht mehr retten konnte (34.). Insbesondere im Mittelfeld wirkten die Slowaken daraufhin unkonzentriert, sodass Njachajčik vor und Stasevič nach der Pause durchaus die Führung ausbauen konnten. Erst nach einer knappen Stunde kam mehr Zug ins Angriffsspiel des Tabellenzweiten, Weiss scheiterte per Freistoß an Keeper Harbunoŭ. Weißrussland musste kurz darauf zu zehnt weitermachen, Kapitän Martynovič sah nach einer Grätsche von hinten gegen Ďuriš völlig zu Recht Gelb-Rot (65.). Trotz Überzahl und Druck sollte den Kozák-Schützlingen der Ausgleich nicht mehr gelingen. Kucka traf aus der Distanz den Pfosten und Ďuriš scheiterte per Kopf an Harbunoŭ. Damit gehen die Slowaken punktgleich mit der Ukraine in den letzten Spieltag und müssen in Luxemburg gewinnen, um sicher dabei zu sein.

Türöffner: Santi Cazorla (nicht im Bild) gelingt das befreiende 1:0 gegen Luxemburg.

Derartige Sorgen hat Spanien nicht mehr. Der Titelverteidiger löste durch ein 4:0 über Luxemburg sein Ticket. Insbesondere in der ersten Halbzeit war es aber ein Geduldsspiel für die Iberer, die obendrein Morata und Silva verletzungsbedingt auswechseln mussten. Jordi Alba verpasste eine Juanfran-Hereingabe knapp und Cazorla traf nur die Latte, auf der Gegenseite feuerte Bensi einen guten Versuch ab. In der 42. Minute dann aber der Durchbruch: Juanfran legte von der Grundlinie zurück auf Pedro. Dessen Schuss konnte Torwart Joubert noch entschärfen, Cazorla war aber zur Stelle – 1:0. Mit der beruhigenden Führung im Rücken lief es spürbar leichter für die „Furia Roja“, sodass das Ergebnis gegen Ende standesgemäß wurde. Paco Alcácer netzte erst nach Fàbregas-Steilpass ein (67.) und profitierte dann vom Einsatz Jordi Albas, der einen Pedro-Pass noch im Spiel hielt und dem Valencia-Stürmer so das problemlose Einschieben aus kurzer Distanz ermöglichte (80.). Auch Cazorla gelang sein zweites Tor, der Mittelfeldmann traf mit einem platzierten Flachschuss zum 4:0-Endstand (85.).

Tabelle: 1. Spanien (24 Punkte/22:3 Tore), 2. Slowakei (19/13:6), 3. Ukraine (19/14:3), 4. Weißrussland (10/5:8), 5. Luxemburg (4/4:23), 6. Makedonien (3/6:18)

Gruppe E: Elfmeterfestspiele freuen die Schweiz und Litauen

Theo Walcott (hier gegen Pikk) brachte England im Wembley gegen Estland auf Kurs.

England hielt auch im neunten Quali-Spiel die makellose Siegesserie aufrecht. Ohne den verletzten Torjäger Rooney fanden die „Three Lions“ selten einen Weg durch die gut sortierte Defensive der Esten, die mit einem Sieg ihre Chancen auf die Play-offs am Leben erhalten konnten. Der auffällige Barkley und Walcott feuerten Schüsse aus der zweiten Reihe ab, echte Chancen waren rar. Evertons Barkley fand dann in der 45. Minute schließlich die Lücke in der Defensive und bediente per präzisen Flachpass den am Fünfer eingesprinteten Walcott, der Torwart Aksalu mühelos bezwang. Mit dem 1:0 war das Spiel quasi entschieden, England spielte in der zweiten Halbzeit weiter nach vorne, kam aber nur selten zu guten Abschlüssen. In der 50. Minute entschärfte Aksalu erst einen Schuss von Lallana und war gegen den nachsetzenden Kane ebenso zur Stelle wie nach Barkley feiner Einzelaktion in der Schlussphase. Das verdiente 2:0 gelang schließlich Sterling, nachdem Vardy von einem Ausrutscher seines Gegenspielers Teniste profitiert und mustergültig aufgelegt hatte (85.).

Valter Birsas Elfmetertreffer reichte Slowenien gegen Litauen nicht für drei Punkte.

Nur ein Sieg hätte die Resthoffnung der Slowenen auf die direkte Quali erhalten, gegen Litauen war folglich Offensive angesagt. Berić, Kurtič, Krhin und Birsa versuchten sich alle, kamen aber nicht an Torwart Zubas vorbei oder zielten zu ungenau. Erst als Žaliukas Sekunde vor der Pause einen Fernschuss von Kurtič mit dem Arm blockte bot sich die Chance zur Führung. Birsa trat vom Punkt an und rollte den Ball sicher ins linke Eck (45.+1). Mit der Führung in Rücken drängten die Slowenen in Halbzeit Zwei auf die Führung, ließen aber Präzision vermissen. Das galt insbesondere für Berić, der zwar die litauischen Abseitsfalle ausgetrickste, dann aber mit seinem halbgaren Abschluss nicht an Zubas vorbeikam. Auch Birsa und Iličić verfehlten das Gehäuse aus der Distanz knapp. Eine sechsminütige Unterbrechung wegen Ausfall des Flutlichts störte dann den Spielfluss der Slowenen entscheidend. Litauen dagegen glich nach einem der seltenen Angriffe aus. Ilić geriet bei einer Flanke in Schieflage und bekam den Ball an den Arm, erneut deutete Schiedsrichter Kuipers auf den Punkt. Bochums Novikovas vollstreckte sicher hoch ins linke Eck (79.). Trotz aller Bemühungen der Hausherren blieb es dabei, sodass Slowenien angesichts drei Punkten Vorsprung auf Estland und mit der letzten Aufgabe San Marino vor der Brust schon mal für die Play-offs planen kann.

Kurze Anspannung: Johan Djourou vor der Ausführung seines Elfmeters zum 4:0.

Planen kann die Schweiz auch, aber für das Turnier in Frankreich. Unabhängig vom Slowenien-Spiel qualifizierten sich die Eidgenossen durch ein standesgemäßes 7:0 gegen San Marino. Bis in die 17. Minute hielt der krasse Außenseiter die Null, dann war Lang – der zuvor bereits eine gute Chance vergeben hatte – nach einer von Embolo verlängerten Rodríguez-Ecke zur Stelle und traf aus kurzer Distanz zum 1:0. Am Spielstand änderte sich bis zur Pause nichts mehr, da Kasami und Mehmedi ihre Gelegenheiten nicht nutzen konnten. Die Chancenauswertung besserte sich dann nach der Pause. Erst erhöhte İnler vom Punkt, nachdem Cesarini sich beim Versuch der Ballkontrolle an die eigene Hand geschossen hatte (55.), zehn Minuten später staubte Mehmedi ab, da Torwart Simoncini einen wuchtigen Distanzschuss von Schär nur abklatschen konnte (65.). Kapitän Djourou erzielte ebenfalls per Strafstoß das 4:0, diesmal war Schär von Davide Simoncini ungeschickt zu Fall gebracht worden (72.). Kasami per platzierten 16-Meter-Flachschuss nach kluger Vorlage von Moubandje (75.), Embolo mit dem dritten Elfmeter des Tages (Halten von Alessandro Della Valle gegen Derdiyok, 80.) und der eingewechselte Derdiyok nach Flanke von Debütant Steffen (89.) schraubten die Torausbeute auf sieben hoch.

Tabelle: 1. England (27 Punkte/28:3 Tore), 2. Schweiz (18/23:8), 3. Slowenien (13/16:11), 4. Estland (10/4:8), 5. Litauen (10/7:15), 6. San Marino (1/1:34)

Gruppe G: Sabitzer beendet Montegros Träume, Russland hält Vorsprung vor Schweden

Schweden und Zlatan Ibrahimović siegten glanzlos in Liechtenstein.

Schwedens erste Halbzeit in Liechtenstein war von einer geradezu fahrlässigen Chancenverwertung geprägt. Zwar erzielte Berg in Minute 18 die Führung, als er sich nach Durmaz-Pass gegen Frick behauptete und sicher einschoss, davor und danach ließ der Ex-Hamburger aber je eine hundertprozentige Chancen ließen. Das galt auch für Superstar Ibrahimović, der von Wieser ungeschickt gefoult wurde, beim folgenden Elfmeter aber an dem nach links abtauchenden Jehle scheiterte (40.). Die Blågult wollte den Auswärtserfolg in der zweiten Halbzeit so schnell wie möglich sichern, dem im Wege stand aber Torwart Jehle, der sowohl im eins gegen eins gegen Berg als auch bei Kallströms herrlichen Volleyschuss stark reagierte. Gegen Ibrahimović, der nach einem Steilpass von Källström frei vor ihm auftauchte, war der Schlussmann dann aber machtlos (55.). Weitere Tore fielen nicht mehr, da Schweden sich schonte und Ibrahimović und Guidetti die letzten beiden Gelegenheiten liegen ließen.

Russlands Spieler bejubeln das 1:0 durch Abwehr-Veteran Ignašévič.

Russland hält vor dem letzten Spieltag seinen Zwei-Punkte-Vorsprung auf Schweden. In Moldawien bot sich der Sbórnaja das erwartet schwere Spiel, nicht umsonst hatte man beim 1:1 im Hinspiel zwei Punkte liegen gelassen. Insbesondere in Halbzeit Eins ging nicht viel, Kuz’mín ermöglichte Kokórin per Flanke eine exzellente Kopfballchance, doch dieser klärte den Ball mehr, als dass er für Gefahr sorgte. Zehn Minuten nach dem Seitentausch sorgte der Stürmer für den ersten Abschluss ohne dabei Torwart Koşelev wirklich prüfen zu können. Der ersehnte Treffer fiel dann nach einem Standard. Dzjúba legte einen Kombárov-Freistoß eher zufällig für Ignašévič ab, der Innenverteidiger-Veteran schaltete schnell und zog ab – 0:1 (58.). Dzjúba, mit sieben Toren Russlands bester Stürmer, sorgte auch in der Folge für die entscheidenden Szenen. Nach gutem Solo verpasste der Zenít-Stürmer noch sein Tor, durfte zehn Minuten später aber jubeln. Diesmal trat Kombárov zur Ecke an, Ignašévič verlängerte an den zweiten Pfosten, wo Dzjúba lauerte und aus minimaler Distanz den Fuß hinhielt (78.). Zwar verkürzte die Moldawier mit ihren einzigen guten Torschuss auf 1:2 – Cebotaru köpfte eine Bordian-Ecke in die Maschen (85.) – am verdienten Sieg der Gäste änderte das nichts mehr.

Jubel bei Marcel Sabitzer, Enttäuschung für Montenegro. In einem hektischen Spiel unterlagen die Hausherren mit 2:3 und sind raus.

Keine Chance mehr auf ein Ticket hat Montenegro nach einer 2:3-Heimnniederlage gegen Gruppenprimus Österreich. In Podgorica starteten die frenetisch angefeuerten Hausherren zwar aggressiv und temporeich, die einzige Chance in den ersten dreißig Minuten hatte aber Arnautović, dessen Kopfball nach einer Ecke Poleksić über den Querbalken lenkte. Mit dem ersten vollständigen Angriff ging das Team von Balkan aber in Minute 32 in Front. Vukčević hob den Ball in den Sechzehner wo Dragović im Duell mit Vučinić wegrutschte und es dem Kapitän so ermöglichte, Almer aus kurzer Distanz zu bezwingen (32.). Mit neuem Schwung drücken die Montenegriner auf einen zweiten Treffer, den Almer gegen Bećiraj aber zu verhindern wusste. Alaba und Co. kamen deutlich wacher aus der Pause und belohnten sich zehn Minuten nach Wiederbeginn mit dem Ausgleich. Harnik zog rechts in den Sechzehner, sein flaches Zuspiel drückte Janko am zweiten Pfosten ohne Schwierigkeiten über die Linie (55.). Damit waren die Hausherren wieder gefordert und es entstand ein offener Schlagabtausch. Harnik und Arnautović auf der einen, Bećiraj und Zverotić auf der anderen Seite kamen dem Führungstor nahe. Dieses zu erzielen blieb Bećiraj vorbehalten, der nach einer zu kurz geklärten Ecke vom Strafraumrand per Flachschuss links unten einnetzte (68.). Ruhe kam dadurch überhaupt nicht auf: Poleksić rettete gegen Harnik die Führung, quasi im Gegenzug hätte Mandić alles klar machen müssen. So war wiederum keine Minute später der erneute Ausgleich fällig: Arnautović durchquerte einmal den gesamten Strafraum und vollendete dann ins lange Eck – kein Abwehrspieler störte den Ex-Bremer wirklich (81.). Von da an entwickelten sich die Dinge zum Schlechteren für die Montenegriner. Kapitän Vučinić sah wegen Meckerns Gelb und wegen anschließender Schiedsrichterbeleidigung gar Rot (87.), Trainer Brnović rannte entzürnt über diese Entscheidung aufs Feld uns musste auf die Tribüne. In der Nachspielzeit setzte Sabitzer einen geblockten Harnik-Schuss per Direktabnahme zum 2:3-Endstand in die Maschen (90.+2). Österreich gewann damit alle seine Auswärtspartien, für Montenegro ist auch die Resthoffnung auf Platz Drei passé.

Tabelle: 1. Österreich (25 Punkte/19:5 Tore), 2. Russland (17/19:5), 3. Schweden (15/13:9), 4. Montenegro (11/10:11), 5. Liechtenstein (5/2:23), 6. Moldawien (2/4:14)

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