EM-Quali Sonntag: Albanien vollbringt Historisches, auch Deutschland, Polen und Rumänien sind dabei

Veröffentlicht: 8. November 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Weltmeister Deutschland qualifizierte sich am 10. Spieltag durch ein mageres 2:1 gegen Georgien für die Europameisterschaft 2016. Polen um Robert Lewandowski sicherte durch ein 2:1 gegen Irland den zweiten direkten Qualiplatz in Gruppe B, die Iren gehen dagegen in die Play-Offs. Rumänien ließ beim 3:0 auf den Färöern nichts mehr anbrennen, Ungarn hofft nach dem spektakulären 3:4 gegen Griechenland noch auf ein Ticket als bester Dritter aller Gruppen. Die größte Überraschung gelang aber Albanien, das durch ein klares 3:0 in Armenien erstmals die Teilnahme an einem internationalen Turnier feiern darf.

Gruppe D: Kruse erlöst Deutschland, Lewandowski einmal mehr Polens Held

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Kazaishvili und Georgien bereiteten der DFB-Elf um Mats Hummels überraschend viel Mühe.

Deutschland brannte gegen Georgien in Leipzig ein wahres Chancenfeuerwerk ab. Einziges Manko: Nach 45 Minuten stand es immer noch 0:0. Großen Anteil hatte daran Torwart Revishvili, der mehrmals gegen Reus, Müller, Kroos und Gündoğan stark parierte. Insbesondere Reus hatte genug Chancen für mehrere Tore, zielte aber immer zu ungenau oder kam nicht am Keeper vorbei. Georgien wackelte zwar defensiv, wäre aber dennoch fast in Front gegangen. Kazaishvili bediente Okriashvili, dessen Abschluss Neuer mit einer starken Reaktion aus dem rechten Eck fischte. Fünf Minuten nach Wiederbeginn schien die DFB-Elf dann Versäumtes nachzuholen. Kankava ließ im Strafraum gegen Özil das Bein stehen, Müller verwandelte den fälligen Elfmeter sicher (50.). Doch statt entmutigt zu sein schlugen die Kaukasier zurück! Neuer entschärfte zwar einen Distanzschuss von Kvekveskiri, die folgende Ecke klärte Hector aber auf den Fuß von Kankava, dessen sehenswerter Volleyschuss ins Tor rauschte (53.). Reus und Co. zeigten sich geschockt und durften sich bei Neuer bedanken, der gegen Okriashvili gar einen möglichen Rückstand verhinderte. In der Folge kamen beide Teams nur noch zu kleineren Chancen, in der 79. Minute schlug Joker Kruse zu. Özil bediente den Wolfsburger mit einem flachen Zuspiel, das dieser direkt neben den linken Pfosten platzierte (81.). Damit war der glanzlose Sieg sichergestellt, der damit auch das Ticket für die Europameisterschaft bedeutet.

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Natürlich Lewandowski: Polens Ausnahmestürmer war gegen Irland einmal mehr der Matchwinner.

Polen und Irland starteten etwas zögerlich in ihr „Endspiel“. In der 13. Minute brachte dann ein herrliches Tor mehr Schwung in die bis dahin vorsichtige Partie. Grosickis an den Strafraumrand gezogene Ecke nahm Krychowiak 20 Meter vor dem Tor an und traf mit seinem folgenden Abschluss an zahlreichen Spielern vorbei ins linke Eck (13.). Im direkten Gegenzug nahm dann Pazdan auf der Strafraumlinie das Bein gegen Long zu hoch und traf dem Stürmer am Kopf – Elfmeter! Walters ließ Fabiański, der das Eck ahnte, mit seinem harten Schuss keine Chance (15.). Es waren danach die in der Tabelle besser platzierten Polen, die die Kontrolle übernahmen und mit Lewandowski einen Ausnahmestürmer in ihren Reihen hatten. Nach Flanke von Mączyński ließ der Goalgetter Torwart Randolph mit einem wahren Torpedokopfball ins recht Eck keinerlei Abwehrchance (42.). Chancen blieben auch nach dem Seitenwechsel rar, Grosicki scheiterte an Randolph, Krychowiak zielte bei einer Ecke zu ungenau. Für die Iren testete Whelan aus der Distanz Fabiański, der in der 81. Minute einen Kopfball des freistehenden Keogh entschärfte. Mit dieser Parade sicherte der Keeper seinem Land gleichzeitig auch die Teilnahme an der Europameisterschaft. In der Nachspielzeit musste Irlands Kapitän O’Shea nach einem Foul an Lewandowski mit Gelb-Rot vom Feld (90.+2) und wird den „Boys in Green“ damit in den Play-offs fehlen.

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Gibraltar und Jamie Robba gaben gegen Schottland alles, am Ende stand aber dennoch eine klare Niederlage.

Schottland hatte bereits vor Anpfiff keinerlei Chance mehr auf ein EM-Ticket, ließ sich in Faro gegen Gibraltar aber dennoch nicht hängen. Bei zwei Chancen von Maloney konnten die Gastgeber noch mit Mühe und Not klären, in der 25. Minute war das Glück aber aufgebraucht. Maloneys Ecke verlängerte Berra auf das Tor, Chris Martin „klaute“ seinem Teamkameraden aber den Treffer, indem er nochmal sicherheitshalber selbst zum Ball ging und diesen ins Netz drückte. Dann war Steven Fletcher an der Reihe, der im Hinspiel einen Dreierpack geschnürt hatte. Doch auch ihm war vorerst kein Glück beschieden: Bei einer Robertson-Hereingabe kam er einen Schritt zu spät ehe er nach Vorlage von Martin den Pfosten traf. So war es Maloney, der den 0:2-Halbzeitstand erzielte. Dorrans‘ Schussversuch landete beim Flügelspieler, der den Ball aus sieben Metern herrlich ins lange Eck schlenzte (39.). Fletcher sollte seinen Chancen aber nicht lange hinterhertrauern. In Minute 52 setzte er einen Kopfball nach Hutton-Flanke in die Maschen, vier Minuten später kam er nach schnellen Passspiel über Dorrans und Martin halbrechts im Strafraum zum Abschluss und traf platziert ins lange Eck – diesmal half sogar der Innenpfosten mit (56.). Unterstützung vom Aluminium erhielt der Sunderland-Profi auch bei seinem dritten Treffer in der Schlussphase: Diesmal schlug sein Abschluss von der Strafraumgrenze via Unterkante der Latte im Tor ein (85.). Russell verpasste zwischendurch bei zwei ausgezeichneten Gelegenheiten sein erstes Länderspieltor, in der Nachspielzeit bedankte sich Fletcher bei Naismith, der das 0:5 aufgelegt hatte, und ermöglichte diesem per Doppelpass den 0:6-Endstand.

Tabelle: 1. Deutschland (22 Punkte/24:9 Tore), 2. Polen (21/33:10), 3. Irland (18/19:7), 4. Schottland (15/22:12), 5. Georgien (9/10:16), 6. Gibraltar (0/2:56)

Gruppe F: Budescu löst das Ticket, Spektakel am Piräus

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Sein Doppelpack löste Rumänien das Ticket: Constantin Budescu

Rumänien gelang bei den unangenehm zu spielenden Färingern ein perfekter Start. Torjes Freistoßtrick verschaffte Raţ viel Platz auf der linken Flanke, den der Außenverteidiger zu einem präzisen Zuspiel an die Strafraumgrenze nutzte. Dort zog Budescu ab und traf ins rechte untere Eck (4.). Vom Rückstand ließen sich die Hausherren aber nicht einschüchtern und konnten in der Folge mehr Ballbesitz verbuchen. Hansson zwang Tătăruşanu zu einer ersten Parade, Nattestad sorgte nach zwei Ecken ebenso für Gefahr. Ein kurioses Tor in der Nachspielzeit beruhigte dann aber die Nerven der rumänischen Fans. Ob der Versuch von Budescu als Schuss oder Flanke gedacht war wird wohl sein Geheimnis bleiben, Fakt ist das der aufs Tor kommende Versuch von der rechten Außenbahn Keeper Nielsen überraschte und so den Weg in die Maschen fand (45.+1). Rumänien verlegte sich nun aufs Kontern, musste aber dennoch eine brenzlige Gelegenheit von Hansson überstehen ehe die Abwehr wieder stabil stand. Nielsen verhinderte bei einem Konter gegen Budescu dessen drittes Tor, war aber machtlos als Maxim nach Balleroberung und anschließenden Doppelpass mit Stancu in den Sechzehner eindrang und den 0:3-Endstand markierte. Die Färinger schließen die Gruppe als Fünfter vor Griechenland ab, Rumänien fährt als Gruppenzweiter nach Frankreich.

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Craig Cathcart erzielt mit seinem ersten Länderspieltor das 0:1 für Nordirland gegen Finnland.

Nach erfolgter Qualifikation durch den Sieg über Griechenland startete Nordirland auch in Finnland gut und bekam von Torwart Hrádecký zudem ein Gastgeschenk überreicht. Ein Fehlpass des Schlussmanns landete bei Dallas, doch der Frankfurt-Keeper machte mit einer guten Parade seinen Fehler wieder gut (10.). Machtlos war er allerdings nach einer guten halben Stunde als Cathcart per Kopf eine McGinn-Flanke ins linke untere Eck drückte (31.). Der Rückstand weckte die bis dato passiven Finnen auf, die den Rest der Spielzeit dominierten, durch Pohjanpalo aber die beiden besten Möglichkeiten liegen ließen, wobei bei ersterer McGovern einen starken Reflex zeigte (34., 50.). Kurz vor Ende gelang aber dennoch der nicht unverdiente Ausgleich. Hämäläinen leitete eine Pukki-Flanke per Kopf an den Elfmeterpunkt weiter, wo der aufgerückte Arajuuri im Fallen einschoss (87.). Das Unentschieden reicht Nordirland zum Gruppensieg, Finnland beendet die Qualifikation auf Rang Vier.

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Können doch noch gewinnen: Griechenlands Auswahl gelang in einem wilden Spiel gegen Ungarn der erste und einzige Sieg der Qualifikation.

Griechenland empfing zum Abschluss einer völlig verkorksten Qualifikation Ungarn, das durch einen Sieg wenn schon nicht Platz 2, dann doch zumindest die Teilnahme als bester Gruppendritter sichern wollte. Den stark verjüngten Griechen unter Interimscoach Kostas Tsanas gelang dabei bereits in der fünften Minute die Führung. Rechtsverteidiger Kitsiou drang in den Strafraum ein, sein Querpass fand im Rücken der Abwehr sein Pendant Stafylidis, der überlegt ins kurze Eck einschoss (5.). Ungarn suchte nach einer Antwort, verbuchte durch Böde eine erste Chance und schlug dann zurück – mit Unterstützung des Torschützen. Bei Leandros Flanke schlief der Augsburger nämlich, sodass der in seinem Rücken lauernde Lovrencsics ohne größere Probleme einköpfen konnte (26.). Richtig Fahrt in die Partie kam dann nach der Pause. Erst brachte Németh die Gäste in Front, als er nach Dzsudzsák-Ecke und Kopfballverlängerung von Elek den Ball über die Linie grätschte (55.), quasi im Gegenzug steckte Mantalos durch für Tachtsidis, der Király mit seinem kraftvollen Abschluss keine Chance ließ (57.). Danach war wieder Ungarn an der Reihe: Joker Kalmár tanzte sich durch mehrere Gegenspieler und hatte bediente dann mit viel Übersicht Németh, der über Torwart Karnezis hinweg einschoss (75.). Doch Griechenlands junges Team zeigte Moral. Diesmal war es Tachtsidis, dessen zentimetergenaues Zuspiel die Lücke in der ungarischen Abwehr und Mitroglou fand. Auch dieser gab Király das Nachsehen (79.). Für den Schlusspunkt einer denkwürdigen Partie und den endgültigen Turnaround sorgte dann Kone, der eine Holebas-Flanke einköpfte und so Griechenlands einzigen Sieg der Qualifikation herbeiführte (86.). Ungarn hofft derweil weiter darauf, als bester Dritter die Play-Offs zu umgehen.

Tabelle: 1. Nordirland (21 Punkte/16:8 Tore), 2. Rumänien (20/11:2), 3. Ungarn (16/11:9), 4. Finnland (12/9:10), 5. Färöer (6/6:17), 6. Griechenland (6/7:14)

Gruppe I: Albanien souverän zum Triumph, schwarzer Tag für Serbien

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Machten die Überraschung perfekt: Albanien ist nach dem 3:0 in Armenien erstmals bei einem Turnier dabei.

Albanien musste in Armenien gewinnen, um das spielfreie Dänemark noch zu überholen und die erste Turnierteilnahme überhaupt zu erreichen. Den besseren Start in Erewan hatten aber die Hausherren. Ein Movsisyan-Freistoß bereitete Torwart Berisha große Probleme, sodass der Schlussmann Glück hatte, dass Ghazaryan den Abpraller über das Tor setzte. Fortuna war den Gästen auch in der nächsten Szene hold. Roshis Pass landete über Umwege rechts im Sechzehner bei Basha, dessen Abschluss Keeper Kasparov parierte. Hovhannisyan wollte gegen den nachsetzenden Gashi retten, beförderte den Ball aber letztendlich selbst ins eigene Tor (9.). Die Führung gab dem Team vom Balkan spürbar auftrieb, Xhimsiti und Çikalleshi hatten gute Chancen zum 0:2, das in der 23. Minute auch fallen sollte. Memushajs Freistoß von der linken Außenbahn wurden von zwei Verteidigern und Teamkamerad Xhimsiti abgefälscht, sodass Kasparov nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte. Danach entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel, da die Hausherren nie aufsteckten und auch Albanien weiterhin gefährlich blieb. Pizzelli, Mkrtchyan und Ghazaryan wollte der Anschlusstreffer aber nicht gelingen, für Albanien scheiterte Gashi. Endgültig einen Haken hinter die historische Qualifikation machte eine knappe Viertelstunde vor Ende Sadiku, der nach einer abgefälschten Roshi-Hereingabe aus fünf Metern einschoss (76.). Gut 18 Minuten später durfte die frenetische Feier in Erewan, Tirana und Elbasan beginnen.

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Für Serbien (hier Torschütze Zoran Tošić) gab es trotz einer soliden Vorstellung gegen Portugal keine Punkte.

Für Portugal und Serbien ging es um den positiven Abschluss zweier grundverschiedener Qualifikationen. Bereits in der fünften Minute brachte Kapitän Nani sein Team in Front und staubte ab, nachdem Danny mit einer schönen Einzelaktion an einer starken Parade von Stojković gescheitert war. Die Antwort der Hausherren im strömenden Regen von Beograd fiel eher zahm aus, bis zur Pause waren nur eher harmlose Abschlüsse von Mitrović, Tošić und Ljajić zu verzeichnen. In Halbzeit wurden die Angriffsbemühungen aber zielstrebiger, Ljajić, Tošić und Kolarov näherten sich an ehe der Ex-Kölner nach einer Hereingabe von Kolarov am Elfmeterpunkt freistand und das 1:1 markierte (65.). An das Tor konnten die Serben aber nicht anknüpfen, stattdessen waren es die Gäste, die in der Schlussphase die drei Punkte sicherten. Nach Eliseus klugem Rückpass nahm João Moutinho aus 17 Metern genau Maß, setzte den Ball in den rechten Winkel und wurde so wie bereits gegen Dänemark zum Matchwinner (78.). Kapitän Kolarov hatte allerdings ein Foul des Vorlagengebers ausgemacht und wurde für seine anhaltenden Proteste von Schiedsrichter Fernández Borbalan (Spanien) des Feldes verwiesen (79.). Matić übernahm die Kapitänsbinde, musste aber zwei Minuten später ebenfalls vom Feld, nachdem er André André den Ellbogen ins Gesicht geschlagen hatte (81.). Immerhin blieb den Hausherren ein drittes Gegentor erspart, da Stojković gegen Nani rettete. Letztendlich war es aber eine Niederlage, die Serbiens Qualifikation treffend zusammenfasste.

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Olivier Giroud schnürte binnen sechs Minuten nach Anpfiff gegen Dänemark einen Doppelpack.

Im zentralisierten Freundschaftsspiel erwischte Frankreich in Dänemark einen perfekten Start. In der vierten Minute bediente Martial Sturmpartner Giroud, dessen Abschluss den Weg unter den Körper von Torwart Schmeichel hindurch ins Tor fand (4.). Knapp zwei Minuten später hatte Digne alle Freiheiten auf der linken Seite, seine Flanke versenkte Giroud im zweiten Anlauf in den Maschen (6.). Dänemark bot offenbar geschockt vom Erfolg Albaniens eine enttäuschende Leistung, war stets das zweitbeste Team und hatte Glück, dass „Les Bleus“ Gnade zeigte und Varane, Giroud und insbesondere der starke Martial weitere Tore versäumten. Lediglich der eingewechselte Leipziger Youssuf Poulsen hatte eine gute Gelegenheit, Digne rettete aber auf der Linie. In der Nachspielzeit gelang Innenverteidiger Svjatčenko mit einem herrlichen Fernschuss in den linken Winkel zwar das 1:2 (90.+1), Dänemark wird sich jedoch gewaltig steigern müssen, um die Play-Offs zu überstehen.

Tabelle: 1. Portugal (21 Punkte/11:5 Tore), 2. Albanien (14/10:5), 3. Dänemark (12/8:5), 4. Serbien (4/8:13), 5. Armenien (2/5:14)

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