EM-Quali Montag: Slowakei und Russland dabei, Ukraine, Slowenien und Schweden in die Play-Offs

Veröffentlicht: 11. November 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Wenig Überraschendes bot der finale Spieltag in den Gruppen C, E und F. Die Slowakei musste gegen Luxemburg nach 3:0-Führung zwischenzeitlich noch einmal um das EM-Ticket zittern, qualifiziert sich durch den 4:2-Endstand aber ebenso für das Turnier wie Russland, das seinen Vorsprung gegenüber Verfolger Schweden durch ein 2:0 über Montenegro über die Ziellinie rettete. Die Skandinavier müssen ebenso wie die Ukraine (0:1 gegen Spanien) in die Play-Offs, auch Slowenien geht nach dem 2:0 in San Marino diesen Weg.

Gruppe C: Hamšík erlöst die Slowaken, de Gea brilliert in Kyїv

Jubelpyramide: Die Slowakei machte es in Luxemburg zwischenzeitlich spannend, durfte aber dennoch die erste EM-Teilnahme feiern.

Drei Qualifikationsspiele ohne eigenen Torerfolg hatten dafür gesorgt, dass die Slowakei am letzten Spieltag noch einmal um das Ticket bangte. In Luxemburg musste das Ergebnis der Ukraine mindestens ebenso erreicht werden, um bei Punktgleichheit den direkten Vergleich zu gewinnen. Die Verunsicherung war den Gästen über die ersten 25 Minuten anzumerken, in denen beide Teams zwar Abschlüsse, aber keine wirklichen Großchancen verbuchten. Napoli-Mittefeldmann Marek Hamšík brachte sein Land in die Spur: Einen Pass von Weiss legte er sich rechts im Strafraum auf den linken Fuß und schoss souverän ein (24.). Der Führungstreffer erlöste die „Repre“ sichtlich: Weiss sprintete die rechte Außenbahn hinunter, seine Hereingabe grätscht Nemec im Fünfer über die Linie (29.). Nur sechzig Minuten später bereitete Weiss zum dritten Mal einen Treffer vor, Nemec bediente den Flügelmann vorbildlich, wieder folgte eine Hereingabe, die diesmal Mak aus kurzer Distanz über die Linie drückte (30.). Zweifel an der Qualifikation waren ausgelöscht, das Spiel beruhigte sich in der Folge merklich. Nach einer knappen Stunde war Luxemburg aber aus dem Nichts zurück im Spiel. Mutsch probierte sein Glück aus 23 Metern, Hubočans Rücken fälschte entscheidend ab – 1:3 (61.). Kurz darauf verursachte Nemec mit einem überflüssigen Einsteigen gegen Joachim einen Foulelfmeter, den Gerson sicher zum 2:3 verwandelte (65.). Weitere Chancen gab es aber nicht, sodass die Slowaken in der Nachspielzeit den Deckel drauf machten. Nach einem Konter über Sabo und Šesták war es wieder Hamšík, der platziert und überlegt einschoss (90.+1) und damit endgültig die erste eigenständige EM-Teilnahme der Slowakei sicherte.

Bedient: Trotz zahlreicher Chancen unterlag die Ukraine Spanien mit 0:1.

Die Ukraine tat im Parallelspiel gegen Titelverteidiger Spanien ihr Bestes, um die eigenen Aufgabe zu erledigen. Rotán’ verpasste die ganz frühe Führung um eine Fußspitze, dann parierte de Gea stark gegen Kravéc’ und erneut Rotán’. Die Iberer reagierten darauf mit einer Anhäufung von Ballbesitz und stellten das Spiel mit der ersten Torchance auf den Kopf. Fàbregas, Nolito und Thiago kombinierten sich an die Grundlinie, die folgende Flanke des Bayern-Akteurs nickte der ungedeckte Debütant Mario Gaspar ins offene Tor ein (21.). Der Schock des Gegentreffers wirkte noch nach, da brachte Kúčer den erneut an die Grundlinie durchgebrochenen Fàbregas mit einer überflüssigen Grätsche zu Fall. In seinem 100. Länderspiel trat der Gefoulte selbst auf, scheiterte aber mit seinem durchaus guten Versuch an einer starken Parade von P’játov, der ins rechte Eck tauchte und den Ball um den Pfosten lenkte (24.). Die Gastgeber antworteten mit wütenden Abschlüssen von Kravéc’, Hármaš und Konopljánka, kamen aber nicht an de Gea vorbei, ebenso wenig wie Nolito an P’játov auf der Gegenseite. In Halbzweit entwickelte sich zeitweise ein offener Schlagabtausch. Yarmolenko traf den Pfosten, Isco und Paco Alcácer scheiterten an P’játov. Dann rückte wieder de Gea ins Rampenlicht: Der Keeper brachte Hármaš, Konopljánka, Rotán’ und Rybálka mit teilweise überragenden Paraden zu Verzweiflung und sicherte Spanien einen durchaus schmeichelhaften Auswärtssieg. Für die Ukraine bleiben nur die Play-Offs.

Nur noch um einen versöhnlichen Abschluss ging es in der Begegnung zwischen Weißrussland und Makedonien. Mehr Initiative zeigten dabei die Hausherren, in der 15. Minute musste Petroviḱ auf der Linie retten, nachdem Paljakoŭ eine Stasevič-Ecke auf das Tor geköpft hatte. Chancen waren aber rar, ein Distanzschuss von Bressan, der Torwart Mitov Nielsen nicht wirklich testen konnte, war das einzige weitere Highlight der ersten Hälfte. Nach knapp einer Stunde kamen die Gäste zu ihrer besten Phase, ein stark abgefälschter Tričkovski-Fernschuss landete am Pfosten, Trajkovski testete Harbunoŭ. Es war aber nur ein kurzes Zwischenspiel, in der Folge waren es wieder die Weißrussen, die dem entscheidenden Tor näher waren. Weil aber Palicevič die Latte im Weg stand und Valadz’ko verzog, blieb es letztendlich bei einem torlosen Remis.

Tabelle: 1. Spanien (27 Punkte/23:3 Tore), 2. Slowakei (22/17:8), 3. Ukraine (19/14:4), 4. Weißrussland (11/8:14), 5. Luxemburg (4/6:27), 6. Makedonien (4/6:18)

Gruppe E: England makellos, Schweiz mit Glück, Slowenien blass

Unglücksmoment: Estlands Kapitän Ragnar Klavan unterläuft in der 94. Minute ein Eigentor.

Mit der gesicherten Qualifikation im Rücken ließ es die Schweiz in Tallinn merklich ruhiger angehen. Die Esten wollten dies nutzen, waren das aktivere Team in einer chancenarmen Partie und hatten durch Vassiljev (4.) und Kallaste (19.) immerhin zwei brauchbare Abschlüsse vorzuweisen. Von den Eidgenossen kam abgesehen von einer Shaqiri-Einzelaktion nichts (40.). Die bemühten Balten hatten nach ereignislosen zweiten 45 Minuten in der Nachspielzeit die dicke Chance auf den Sieg, doch Purje setzte den Ball nach Vassiljev-Vorlage über das leere Tor (90.+1). Doch damit nicht genug: Joker Embolo dribbelte sich in letzter Minute an die Grundlinie, sein Querpass prallte von Klavans rechten Fuß ins Netz (90.+4). Es war ein denkbar bitterer Abschluss für die tapferen Hausherren.

England Harry Kane lieferte sich mit Torwart Arlauskis ein Privatduell, durfte aber keinen eigenen Treffer bejubeln.

England gelang dank eines 3:0-Erfolgs in Litauen eine perfekte Qualifikation ohne Punktverlust. In den ersten 20 Minuten bot sich den Zuschauer in Vilnius erst mal ein Privatduell zwischen Harry Kane und Torwart Arlauskis, das der Keeper für sich entschied und drei gute Gelegenheiten des Tottenham-Stürmers entschärfte. Dafür durfte er sich immerhin einen Assist aufschreiben. Barkley zog nach seinem Zuspiel aus 22 Metern ab, Mikuckis fälschte ab und auch der Innenpfosten half – 0:1 (29.). Die bis dato klar unterlegenen Litauer antworteten mit einer Gelegenheit von Spalvis, dessen Scharfschuss Torwart Butland stark parierte. So stand es bald 0:2 statt 1:1. Nach Doppelpass mit Lallana stand Kane der Pfosten im Weg, von dort prallte das Spielgerät an den rechten Arm von Arlauskis und über die Linie (35.). Auch nach der Pause blieb Englands Sturmhoffnung ein eigener Treffer verwehrt, wieder war Arlauskis in den direkten Duellen der Sieger. Stattdessen steckte Walker durch für Oxlade-Chamberlain, dessen wuchtiger Abschluss hoch ins kurze Eck raste (62.). Gegen den für Kane gekommenen Ings verhinderte Arlauskis eine höhere Niederlage, England ist damit seit 15 Spielen ungeschlagen. Litauens Trainer Igoris Pankratjevas erklärte nach Spielende seinen Rücktritt.

Slowenien waren die Play-Offs nur noch rechnerisch zu nehmen, für Gewissheit sorgte der WM-Teilnehmer von 2010 durch einen mehr als nur überschaubaren 2:0-Erfolg in San Marino. Gegen den krassen Außenseiter verbuchten die Gäste nur zwei Abschlüsse durch Kirm und Samardžić, die beide nicht auf das Tor von Aldo Simoncini kamen. Doch damit nicht genug: San Marino selbst hatte zwei gute Gelegenheiten zur Führung. Hirschs Abschluss nach einem Freistoß wurde geblockt, Selva stocherte den Ball daraufhin am Tor vorbei. Zehn Minuten vor der Pause kam Vitaioli im Strafraum zum Abschluss, Oblak war aber im Gegensatz zu seinen Teamkameraden hellwach und parierte. Das Team von Srečko Katanec kam deutlich konzentrierter aus der Pause und nachdem sich Pečnik und Matavž angenähert hatten, brachte eine Ecke die Führung. Kirm brachte den Ball an den Fünfer, wo Cesar zu viel Platz hatte und Simoncini per Kopf keine Chance ließ (54.). Trotz der Steigerung blieb die Leistung mäßig. Pečnik erhöhte ebenfalls per Kopfball nach einer Jokić-Flanke auf 2:0 (74.), mehr sollte den Slowenen aber nicht gelingen. Die Katanec-Truppe hat vor den Play-Offs viel Arbeit vor sich.

Tabelle: 1. England (30 Punkte/31:3 Tore), 2. Schweiz (21/24:8), 3. Slowenien (16/18:11), 4. Estland (10/4:9), 5. Litauen (10/7:18), 6. San Marino (1/1:36)

Gruppe G: Russland hält den Vorsprung, Schweden muss nachsitzen

Marko Arnautović, hier gegen Liechtensteins Jubilar Frick, war an zahlreichen Angriffen beteiligt.

Österreich schloss eine Bilderbuch-Qualifikation mit einem klaren 3:0 über Liechtenstein ab. Einziges Manko: Das Ergebnis hätte weit höher ausfallen müssen. Janko ließ nach neun Minuten eine Doppelchance liegen, drei Minuten später durfte dann Arnautović jubeln. Nach einer Spielverlagerung von Baumgartlinger dribbelte der England-Legionär in den Sechzehner, Büchel schoss beim Versuch zu klären das Knie des Ex-Bremers an, sodass der Ball unhaltbar ins lange Eck flog (12.). Bis zur Pause verhinderte allein Jehle mit starken Reaktionen gegen Alaba, Arnautović und Junuzović einen höheren Rückstand. Für Liechtenstein vergab Frick in seinem 125. und letzten Länderspiel nach Burgmeier-Ecke eine gute Ausgleichchance. Ein Fehlpass in die Füße von Harnik, der sofort Janko bediente, sorgte neun Minuten nach Wiederbeginn für das 2:0 (54.), dann staubte die Sturmspitze ab, nachdem Jehle nach einer starken Kombination zwischen Alaba und Arnautović die Flanke des Bayern-Spielers blocken konnte (57.). In der letzten halben Stunde folgte dann wieder das Duell Österreich gegen Jehle: Harnik, Ilsanker, Sabitzer, Okotie und Arnautović – allen blieb das 4:0 verwehrt, zudem traf Harnik den Außenpfosten (67.). Liechtenstein durfte sich nach Spielende darüber freuen, die Qualifikation als Fünfter zu beenden, Österreich blickt nach überzeugenden Vorstellungen mit Spannung auf die Gruppenauslosung im Dezember.

Verteidiger Kuz’mín brachte die Sbórnaja durch sein Tor gegen Montenegro auf EM-Kurs.

Auch Russland kann entspannt der Auslosung entgegenblicken. Ein nie gefährdeter 2:0-Erfolg über Montenegro sicherte der Sbórnaja Platz Zwei vor Schweden. Montenegro, dessen EM-Träume durch eine 2:3-Heimniederlage gegen Österreich beendet wurden, leistete zwar defensiv Widerstand, blieb offensiv aber völlig blass. Kokórin traf bei einer ersten Chance noch das Außennetz, ehe Kuz’mín seine Farben in Front schoss. Denísov hob den Ball perfekt in den Lauf des rechten Außenverteidigers, der das Spielgerät anschließend aus spitzem Winkel im Fallen ins lange Eck grätschte (33.). Drei Minuten später brachte Rodić Gegenspieler Kombárov mit einem Bodycheck im Strafraum zu Fall, Kokórin setzte den folgenden Strafstoß präzise neben den rechten Pfosten (37.). Torjäger Dzjúba hatte in der 41. Minute gar die Chance auf ein drittes Tor, zielte aber nicht genau genug. Der Sieg geriet auch nach der Pause nicht in Gefahr, vielmehr hätten Širókov und Mamáev weitere Treffer nachlegen können. Damit ist der WM-Ausrichter von 2018 dank des Turnarounds unter Trainer Slúckij (vier Siege in vier Spielen) in Frankreich mit von der Partie.

Schweden und John Guidetti nahm die Hürde Moldawien mühelos, dennoch warten die Play-Offs.

Schweden erledigte seine Pflichtaufgabe gegen Moldawien, muss aber den Umweg über die Play-Offs gehen. In Solna waren die Hausherren von Beginn an im Vorwärtsgang. Guidetti traf den Pfosten, Ibrahimović scheiterte aus kurzer Distanz gleich doppelt. In der 24. Minute war der Stürmer nach einem hohen Ball von Lustig zur Stelle, ließ Torwart Cebanu aussteigen und schob zur Führung ein (24.). Das Sturmduo Guidetti & Ibrahimović bereite den Gästen auch in der Folge Kopfzerbrechen, für das 2:0 sorgte aber ein anderer. Cebanu hatte seinen Strafraum verlassen, um zu klären, spielte dabei den Ball aber in die Füße von Guidetti, der wiederum Erkan Zengin bediente. Dieser hob den Ball aus 20 Metern sehenswert ins leere Tor (47.). Mit dem Sieg in der Tasche schonte Hamrén die gelbvorbelasteten Ibrahimović und Källström bereits für die Play-Offs, die Partie klang in der Folge aus. Guidetti verpasste erneut seinen verdienten Treffer, in der ereignisarmen Schlussphase hatte Jardan per Kopf den einzig vorzeigbaren Abschluss der Osteuropäer. Damit warten im November die Play-Offs auf die Blågult.

Tabelle: 1. Österreich (28 Punkte/22:5 Tore), 2. Russland (20/21:5), 3. Schweden (18/15:9), 4. Montenegro (11/10:13), 5. Liechtenstein (5/2:26), 6. Moldawien (2/4:16)

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