Ecuador siegt im Spitzenspiel, Argentinien und Brasilien trennen sich ohne Sieger

Veröffentlicht: 14. November 2015 in CONMEBOL, FIFA World Cup Qualifiers 2018
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Ecuador ist der Gewinner des dritten Spieltages der südamerikanischen WM-Qualifikation. Im Duell gegen den Tabellenzweiten aus Uruguay setzte sich die „Tricolor“ verdient mit 2:1 durch und bleibt damit weiter Tabellenführer. Chile und Kolumbien trennten sich ebenso wie Argentinien und Brasilien mit 1:1, Peru rang Paraguay dank eines Farfán-Tores mit 1:0 nieder. Das Aufeinandertreffen der Schlusslichter in La Paz entschied Bolivien gegen Venezuela mit 4:2 für sich.

Tabelle: 1. Ecuador (9 Punkte/6:1 Tore), 2. Chile (7/7:4), 3. Uruguay (6/6:2), 4. Brasilien (4/4:4), 5. Paraguay (4/1:1),  6. Kolumbien (4/3:4), 7. Peru (3/4:6), 7. Bolivien (3/4:6), 9. Argentinien (2/1:3), 10. Venezuela (0/3:8)

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Boliviens Chumacero und Ramallo bejubeln das vorentscheidende 3:1 kurz vor Pausenpfiff.

Bolivien – Venezuela 4:2

Im Duell der beiden Schlusslichter verzichtete Venezuelas Trainer Noel Sanvicente unter anderem auf die Stammspieler Rosales, Vizcarrondo und Salomón Rondón, da er auf Akteure setzen wollten, die Erfahrung mit den Bedingungen in La Paz vorweisen konnten (3.600 Meter Höhe). Dieser Schuss ging aber nach hinten los: Die Gastgeber waren das deutlich stärkere Team und setzen von Anpfiff an auf Offensive. Ein Warnschuss von Lizio nach 59 Sekunden ging vorbei, in der sechsten Minute scheiterte Chumacero per Kopf an Torwart Baroja.

Gerade als sich die „Vinotintos“ etwas besser einfanden gelang Bolivien die Führung. Nach einem Fehlpass von Lucena hatte Cardozo jede Menge Platz und schickte rechts im Strafraum Ramallo, der das Spielgerät lässig über Baroja hinweg ins Netz lupfte (19.). Von diesem Rückschlag hatten sich die Venezolaner noch nicht erholt, da lagen sie schon mit 0:2 zurück. Am Ende einer schnellen Kombination über Ramallo, Arce und Lizio wurde letzterer von Ángel zu Boden gedrückt – Elfmeter. Arce trat an und verwandelte hoch in die Mitte (23.).

Der leichte Aufwärtstrend der Weinroten wurde dadurch nicht gestört und sorgte acht Zeigerumdrehungen darauf für den Anschlusstreffer. Rincóns Schussversuch wurde von Zenteno an den Fünfmeterraum abgefälscht, wo Mario Rondón eher als Torwart Vaca am Ball war und mit etwas Glück verkürzte (31.). Die Folge davon war, dass mehr Hektik aufkam, die Unterbrechungen nahmen zu und die Attraktivität der Begegnung ab. Sekunden vor der Pause stellte Bolivien den alten Abstand wieder her. Wieder agierte Cardozo als Initiator, sein Diagonalpass auf die rechte Außenbahn fand Chumacero, der halbhoch in die Mitte flankte. Dort setzte sich Ramallo gegen den zu passiven Ángel durch und erzielte per Flugkopfball seinen zweiten Treffer (45.+1).

Die Quittung für eine insgesamt einmal mehr enttäuschende Leistung erhielten die Gäste kurz nach Wiederanpfiff. Lucena rutschte weg, Chumacero legte quer für Ramallo, der diesmal aus kurzer Distanz an Baroja scheiterte. Cardozo sicherte sich den Abpraller und zog ab, wieder war Unglücksrabe Lucena zur Stelle und fälschte den ohnehin wuchtigen Schuss ab – 4:1 (48.). Da aber auch „El Verde“ defensiv nicht immer sicher wirkte, schlug es wieder nur sieben Minuten später auf der anderen Seite ein. Nach einem schnellen Einwurf und Zuspiel von Rondón ging Blanco ohne Mühe an Zenteno vorbei und vollendete hoch ins lange Eck (55.).

Ein Startsignal für eine Aufholjagd war das aber nicht. Bolivien kontrollierte weiterhin das Geschehen (72 Prozent Ballbesitz) und hatte auch die wenigen Chancen in einer nun mäßigen Begegnung. Distanzschüsse von Chumacero (57.) und Cardozo (62.) standen nur einer wirklich guten Aktion der Gäste gegenüber, als nach einer Ecke erst Acosta die Latte traf und Vaca den folgenden Kopfball von Velázquez über die Latte lenkte (81., 82.). Der erste Sieg für Bolivien geriet so nicht mehr in Gefahr, die damit den letzten Platz an die weiterhin punktlosen Venezolaner abgeben. Diese verloren nicht nur das dritte Spiel in Folge, sondern auch Seijas, der in der Nachspielzeit abseits des Balles gegen Arrascaita den Ellbogen einsetzte und Rot sah (90.+3).

Statistik:

Tore: 1:0 Ramallo (19., Rechtsschuss, R. Cardozo), 2:0 Arce (23., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Ángel an Lizio), 2:1 M. Rondón (31., Rechtsschuss, Rincón), 3:1 Ramallo (45.+1, Kopfball, Chumacero), 4:1 R. Cardozo (48., Linksschuss, Ramallo), 4:2 Blanco (55., Linksschuss, M. Rondón)

Aufstellung (Bolivien): D. Vaca – Saavedra, Zenteno, Marteli, L. Morales – Veizaga – Chumacero, R. Cardozo – Arce, Ramallo, Lizio

Aufstellung (Venezuela): Baroja – Je. Vargas, Ángel, Lucena, A. D. González – Acosta, Figuera – Rincón – M. Rondón, Blanco, Seijas

Wechsel (Bolivien): 58. Arrascaita für Ramallo, 78. Duk für Lizio, 86. Eguino für Arce

Wechsel (Venezuela): 46. Carabalí für Figuera, 50. J. Velázquez für Ángel, 65. Falcón für Je. Vargas

Bank (Bolivien): Lampe (Tor), Zamora (Tor), O. Morales, Azogue, Galindo, H. Gutiérrez, E. Sánchez, Smedberg-Dalence, L. Vaca

Bank (Venezuela): Contreras (Tor), Chancellor, Cermeño, Kouffati, J. J. Murillo, J. Martínez

Gelbe Karten: Saavedra (84., Foulspiel), L. Morales (85., Foulspiel), Arce (86., Meckern), Arrascaita (90.+1, Foulspiel) – Ángel (21., Foulspiel), Rincón (34., Ballsperre), Figuera (42., Foulspiel), J. Velázquez (68., Foulspiel), Falcón (90.+4, Foulspiel)

Rote Karte: Seijas (90.+3, Tätlichkeit, Arrascaita)

Schiedsrichter: Víctor Carrillo (Peru) – Jonny Bossio (Peru), César Escano (Peru) – Henry Gambetta (Peru)

Anstoßzeit und Spielort: 12. November 2015/16:00 Uhr (UTC-4), Estadio Hernando Siles/La Paz

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Auch im dritten Spiel hatten die Ecuadorianer allen Grund zum Jubeln – Dank Toren von Caicedo und Martínez wurde Uruguay mit 2:1 geschlagen.

Ecuador – Uruguay 2:1

Das Spitzenspiel zwischen Ersten und Zweiten startete mit einer frühen Druckphase der Gastgeber. Bolaños feuerte in der zehnten Minute einen ersten Schuss ab, verfehlte das von Muslera gehütete Tor aber. Uruguay setzte anfangs auf Konter, Hernández wurde nach einem vielversprechenden Steilpass von Sánchez aber noch gerade so von Achilier geblockt (14.). Der nächste Angriff führte aber zum Erfolg: Noboa spielte einen herrlichen Schnittstellenpass auf Rechtsverteidiger Paredes, der im Rücken des auf der linken Außenbahn aufgebotenen Cavani an die Grundlinie vordrang. Beim folgenden Querpass war Caicedo schneller als Coates und schoss aus neun Metern flach ein (23.).

Vier Minuten später bot sich dem für den verletzten Antonio Valencia in der Startelf stehenden Fidel Martínez die große Gelegenheit zum Ausbau zur Führung. Noboas abgefälschter Schuss landete am Fünfmeterraum, doch der Flugkopfball des Flügelspielers ging mehr als deutlich am Tor vorbei (27.). Für die „Urus“ verbuchte nur Sánchez eine Gelegenheit, sein Flachschuss war aber zu unplatziert, um Domínguez zu bezwingen (36.).

Gänzlich verändert und stark verbessert begannen die Gäste den zweiten Durchgang und wurden prompt belohnt. Bei einem Lodeiro-Freistoß aus dem linken Halbfeld entwischte Cavani seinem Bewacher Noboa und köpfte aus fünf Metern ein. Dabei profitierte der PSG-Star aber auch davon, dass Domínguez sein Tor übereilt verlassen hatte und so nicht mehr eingreifen konnte (48.). Fünf Minuten später machte der Schlussmann seinen Fehler aber wieder gut. Die „Celeste“ kopierte nahezu den Spielzug der Ecuadorianer, der zum 1:0 geführt hatte. Sánchez bediente Cavani, doch Domínguez reagierte stark und verhinderte so den Rückstand (53.).

Danach war die „Tricolor“ wachgerüttelt und riss die Spielkontrolle wieder an sich. Muslera entschärfte einen Martínez-Kopfball nach Ablage von Noboa stark (54.), musste aber nur wenig später hinter sich greifen. Montero durfte auf links unbehelligt von zwei Gegenspielern marschieren und zog im Strafraum ab. Muslera konnten den Flatterschuss zwar parieren, am rechten Fünfereck lauerte aber Martínez und staubte zur erneuten Führung ab (59.).

Der Torwart von Galatasaray stand auch in der Folgezeit im Mittelpunkt, da die Hausherren auf das dritte Tor drängten. Durch weitere Glanztaten bei Fernschüssen von Noboa (64.) und Miller Bolaños (67.) hielt der 29-jährige sein Team im Spiel und ermöglichte so eine spannende Schlussphase. Sánchez (76.) und Rolan (83.) für Uruguay sowie Caicedo (82.) und Álex Bolaños (86.) für Ecuador zielten aber alle nicht genau genug, sodass es beim knappen, aber insgesamt verdienten Erfolg für die Gelb-Blauen blieb.

Statistik:

Tore: 1:0 Caicedo (23., Rechtsschuss, J. C. Paredes), 1:1 Cavani (49., Kopfball, Lodeiro), 2:1 F. Martínez (59., Rechtsschuss, Montero)

Aufstellung (Ecuador): A. Domínguez – J. C. Paredes, Achilier, Erazo, W. Ayoví – Noboa, P. Quiñónez – F. Martínez, Montero – M. Bolaños, Caicedo

Aufstellung (Uruguay): Muslera – Maxi Pereira, Coates, Godín, M. Cáceres – Arévalo Ríos, Á. González – C. A. Sánchez, Lodeiro, Cavani – A. Hernández

Wechsel (Ecuador): 46. Á. Bolaños für P. Quiñónez, 83. Cazares für M. Bolaños, 90. Á. Mena für Montero

Wechsel (Uruguay): 63. Rolan für Lodeiro, 85. M. Santos für A. Hernández, 89. Á. Pereira für Á. González

Bank (Ecuador): Banguera (Tor), Dreer (Tor), Bagüí, Guagua, Mina, Pineida, S. Castillo, J. Gonzáles, J. Ayoví

Bank (Uruguay): Campaña (Tor), M. Silva (Tor), G. Silva, E. Velázquez, De Arrascaeta, Lozano, Nández, Mayada, Stuani

Gelbe Karten: P. Quiñónez (18., Foulspiel), J. C. Paredes (77., unerlaubtes Betreten des Spielfeldes), Achilier (78., Foulspiel), A. Domínguez (81., Zeitspiel) – Maxi Pereira (34., Foulspiel), Godín (86., Foulspiel)

Schiedsrichter: Ricardo Marques (Brasilien) – Fabrício Vilarinho da Silva (Brasilien), Rodrigo Correa (Brasilien) – Péricles Cortez (Brasilien)

Anstoßzeit und Spielort: 12. November 2015/16:00 Uhr (UTC-5), Estadio Olímpico Atahualpa/Quito

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Arturo Vidal brachte Chile per Kopf in Front, letztendlich musste sich der Copa-Sieger aber mit einem 1:1 gegen Kolumbien begnügen.

Chile – Kolumbien 1:1

Mit zwei Auftaktsiegen im Rücken startete Chile gegen Kolumbien dominant in die Partie und drängte die Gäste in deren Hälfte. Bereits in der zweiten Minute testete Alexis Sánchez Torwart Ospina, ansonsten waren er und sein Sturmkollege Vargas beim Innenverteidigerduo Murillo und Zapata in besten Händen. Die Kolumbianern, die zwar wieder auf James Rodríguez zurückgreifen konnten, dafür aber auf Falco verzichten mussten, bauten auf Konter, die aber kaum mal erfolgreich zu Ende gespielt wurden. Jackson Martínez wurde geblockt (15.), Daniel Torres zwang Bravo zu einer Glanzparade (22.).

Chancen blieben rar und so war ein weiterer Schuss von Alexis Sánchez, der das Tor verfehlte, schon ein Highlight (35.). Auch die zahlreichen Standards konnte „La Roja“ nicht ummünzen – bis in die 45. Minute. Dann brachte Mati Fernández einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld an den Fünfmeterraum, wo sich Vidal im Kopfballduell durchsetzte und das 1:0 markierte (45.).

Die Hausherren blieben auch nach dem Wiederanpfiff das aktivere Team, trotz Valdivia, Vidal und Mati Fernández fehlten aber im Mittelfeld die Ideen. So war ein weiterer Freistoß von Mati Fernández, den Ospina ohne große Mühe entschärfte, noch der beste Abschluss (50.). Für Kolumbien versuchte sich Real-Star James Rodríguez, brachte aber nur harmlose Schüsse zustande (55., 63.,66.).

Dementsprechend überraschend fiel dann auch der Ausgleich: Binnen kurzer Zeit verloren die Chilenen gleich zwei wichtige Zweikämpfe gegen Cardona und Muriel, die erste Hereingabe des Stürmers blieb noch hängen, im zweiten Anlauf fand er aber James Rodríguez am Elfmeterpunkt. Der Superstar drehte sich um seine eigene Achse und vollendete durch die Beine von Beausejour ins rechte untere Eck (68.).

Mit dem Tor wurde die Partie offener, nur vier Minuten später stand Vargas nach einem Jara-Pass frei vor Ospina, brachte den Ball aus spitzem Winkel aber nicht am Schlussmann vorbei (72.). Doch auch die „Cafeteros“ suchten nach der Entscheidung und hatten Pech, dass die Pfeife von Schiedsrichter Cáceres (Paraguay) nach Jaras Tackling gegen Cardona stumm blieb (77.). Cardona testete kurz vor dem Schluss noch einmal Bravo (87.), letztendlich blieb es aber beim durchaus gerechten Remis.

Statistik:

Tore: 1:0 Vidal (45., Kopfball, Mati Fernández), 1:1 James Rodríguez (68., Rechtsschuss, Muriel)

Aufstellung (Chile): Bravo – F. Silva, Medel, Jara – Isla, Beausejour – Vidal – Mati Fernández, Valdivia – E. Vargas, A. Sánchez

Aufstellung (Kolumbien): Ospina – Arias, Zapata, J. Murillo, Fabra – C. Sánchez, A. Mejía – D. Torres, James Rodríguez – Muriel, Jackson Martínez

Wechsel (Chile): 79. Orellana für Valdivia, 86. Pinilla für E. Vargas, 90. Rabello für F. Silva

Wechsel (Kolumbien): 56. Cardona für C. Sánchez, 72. Bacca für Muriel, 85. Pardo für Jackson Martínez

Bank (Chile): Herrera (Tor), Tonselli (Tor), Albornoz, E. Mena, Roco, Carmona, F. Gutiérrez, M. González

Bank (Kolumbien): Bonilla (Tor), C. Vargas (Tor), Meza, Mojica, Palacios, Carbonero, Guarín, M. Torres, A. Ramos

Gelbe Karten: Bravo (65., Ballwegschlagen), Vidal (69., Foulspiel) – C. Sánchez (31., Foulspiel), Zapata (49., Foulspiel), Arias (90.+1, Zeitspiel)

Schiedsrichter: Enrique Cáceres (Paraguay) – Rodney Aquino (Paraguay), Carlos Cáceres (Paraguay) – Carlos Amarilla (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 12. November 2015/20:30 Uhr (UTC-3), Estadio Nacional Julio Martínez Prádanos/Santiago

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Negativer Höhepunkt eines Spitzenspiels, das fußballerisch eher enttäuschte: David Luiz fliegt in der 88. Minute vom Feld.

Argentinien – Brasilien 1:1

Das Duell der – zumindest auf dem Papier – Großmächte des südamerikanischen Fußballs musste um 24 Stunden verschoben werden, da starke Regenfälle den Platz in Buenos Aires unbespielbar gemacht hatten. Bei den noch sieg- und torlosen Argentiniern fehlten mit Messi, Agüero und Tevez gleich drei Starstürmer, auch Mittelfeldmann Pastore und Außenverteidiger Zabaleta mussten passen. Brasilien freute sich über die Rückkehr des zuvor gesperrten Neymar, die Ausfälle von Marcelo und Marquinhos waren so zu verschmerzen.

Trotz der namhaften Ausfälle waren es die Gastgeber, die zielstrebig und druckvoll starteten. Brasiliens Schlussmann Alisson zeigte bei einer Roncaglia-Flanke gleich einmal eine Unsicherheit, Lavezzi köpfte den Ball zu Higuaín, der das Spielgerät aber nicht kontrollieren konnte (3.). Kurz darauf ließ Di María Gegenspieler David Luiz stehen, verfehlte aus spitzem Winkel das lange Eck aber knapp (5.). Brasilien dagegen kam nur sehr langsam in die Partie und beschränkte sich auf defensive Stabilität.

Abschlüsse blieben Mangelware, auch weil die Seleção kaum aus der eigenen Hälfte kam. Banega setzte einen Fernschuss über den Kasten (23.) und versprühte damit noch am meisten Torgefahr. Das Führungstor in der 34. Minute war dennoch völlig verdient. Di María bediente Higuaín auf der linken Seite, bei der flachen Hereingabe des Stürmers spritzte Lavezzi zwischen David Luiz und Dani Alves und schoss aus fünf Metern mühelos ein. Es war Argentiniens erstes Tor in der Qualifikation nach 214 Minuten Wartezeit.

Eine Antwort des WM-Gastgebers von 2014 blieb aus. Stattdessen setzte Innenverteidiger Funes Mori nach Flanke von Rojo einen Kopfball nur knapp vorbei (38.). Erst vier Minuten vor der Halbzeitpause produzierten die Gäste einen gefährlichen Abschluss – bezeichnenderweise durch einen Standard. Willian brachte einen Freistoß vor das Tor, der folgende Kopfball von David Luiz landete auf dem Tornetz (41.).

Erneut startete Argentinien von Anpfiff weg furios und hätte prompt auf 2:0 erhöhen können. Otamendi eroberte im Mittelfeld den Ball, erhielt von Higuaín per Hacke das Spielgerät zurück und setzte Banega in Szene. Der erste Schuss des Valencia-Akteurs blieb noch hängen, nahm aber Alisson aus dem Spiel. Doch der Keeper hatte Glück, aus spitzem Winkel traf der Mittelfeldmann nur den Pfosten (47.).

Die Seleção zeigte danach aber mehr Einsatz und profitierte vom guten Händchen ihres Trainers Dunga. Dieser nahm den völlig blassen Ricardo Oliveira vom Feld und brachte Douglas Costa – ein Schachzug, der sich nur eine Minute später auszahlte. Neymar bediente Dani Alves mit einem herrlichen Zuspiel, der daraufhin mit dem Außenrist an den zweiten Pfosten flankte. Dort stand Joker Douglas Costa völlig frei, traf per Kopf aber nur die Latte. Der Abpraller landete bei Lucas Lima, der aus acht Metern einschoss. Romero sah dabei nicht allzu gut aus, der Schuss rutschte unter seinem Körper durch (58.).

Die „Albiceleste“ bemühte sich um eine Reaktion, hatte aber viel ihrer Zielstrebigkeit verloren. Zudem hielten die Brasilianer nun deutlich besser dagegen und beschäftigten den Gegner. Erst in der 86. Minute sorgte ein Rojo-Kopfball für Gefahr. Stattdessen rückten Fouls in den Mittelpunkt: Mascherano sah für eine Attacke gegen Renato Augusto ebenso Gelb wie David Luiz, der Dybala im Zweikampf mit dem Arm im Gesicht erwischte. Keine Minute später stieg der PSG-Akteur viel zu hart im Mittelfeld gegen Biglia ein und sah Rot (88.)! Kurz darauf war Schluss, Argentinien zeigte sich zwar insgesamt verbessert, versäumte es aber, sich für eine durchaus annehmbare Leistung zu belohnen.

Statistik:

Tore: 1:0 Lavezzi (34., Rechtsschuss, Higuáin), 1:1 Lucas Lima (58., Linksschuss, Douglas Costa)

Aufstellung (Argentinien): S. Romero – Roncaglia, Otamendi, Funes Mori, Rojo – Mascherano – Biglia, Banega – Di María, Higuaín, Lavezzi

Aufstellung (Brasilien): Alisson – Dani Alves, Miranda, David Luiz, Filipe Luís – Elias, Luiz Gustavo – Willian, Lucas Lima, Neymar – Ricardo Oliveira

Wechsel (Argentinien): 70. Gaitán für Lavezzi, 81. Lamela für Banega, 81. Dybala für Higuaín

Wechsel (Brasilien): 57. Douglas Costa für Ricardo Oliveira, 63. Renato Augusto für Lucas Lima, 90. Gil für Willian

Bank (Argentinien): Guzmán (Tor), Marchesín (Tor), Demichelis, Maidana, Mas, Peruzzi, Kranevitter, E. Pérez, Correa

Bank (Brasilien): Cássio (Tor), Jefferson (Tor), Danilo, Douglas Costa, Gabriel Paulista, Fernandinho, Kaká, Oscar, Hulk

Gelbe Karten: Otamendi (62., Foulspiel), Roncaglia (75., Foulspiel), Mascherano (82., Foulspiel) – Filipe Luís (32., Foulspiel), Lucas Lima (60., Foulspiel), David Luiz (87., Foulspiel)

Rote Karte: David Luiz (88., grobes Foulspiel, Biglia)

Schiedsrichter: Antonio Arias (Paraguay) – Eduardo Cardozo (Paraguay), Milcíades Saldívar (Paraguay) – Ulises Mereles (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 13. November 2015/21:00 Uhr (UTC-3), Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti/Buenos Aires

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Peru setzte sich dank eines Treffers von Jefferson Farfán in einem schwachen Spiel gegen Paraguay durch.

Peru – Paraguay 1:0

Peru musste nach zwei Niederlagen zum Auftakt vor allem in der Offensiv umstellen. Cueva fehlte nach seiner Tätlichkeit gegen Chile rotgesperrt, zudem hatte sich Carrillo bei der 3:4-Niederlage verletzt. Linksverteidiger Vargas fiel ebenfalls mit einer Muskelverletzung aus. Paraguay, das nach einem 1:0-Erfolg in Venezuela ein 0:0 gegen Argentinien erreicht hatte, musste kurzfristig auf den Ex-Dortmunder Barrios verzichten.

Den Hausherren war die Bedeutung des Spiels wohl bewusst, denn sie starteten mit frühem Pressing und hoher Intensität in die Zweikämpfe. Die Gäste waren dabei zufrieden damit, mit zwei Viererketten die Räume zu verengen und auf Konter zu lauern. Bereits in der ersten Minute wagte Farfán einen Abschluss, konnte Torwart Silva aber keineswegs fordern. Auch Guerrero erzeugte wenig später keine wirkliche Gefahr (8.). Auf der Gegenseite köpfte Da Silva nach einer Ecke den Ball zu Valdez, Keeper Penny verschätzte sich, doch Yotún bereinigte die Situation (12.).

Es war allgemein ein Spiel ohne große Torszenen, das Peru kontrollierte und sich dafür in der 20. Minute belohnte. Tapia blieb am Strafraum hängen, Guerrero legte den Ball nach links zum völlig alleingelassenen Farfán, der aus 14 Meter flach ins kurze Eck abschloss – wohl nicht unhaltbar für Silva. Eine richtige Reaktion darauf blieb von den „Guaraní“ aus, stattdessen hätten die „Inkas“ kurz vor der Pause erhöhen können. Erst fand Farfán per Freistoß den Kopf von Guerrero, bei der folgenden Ecke den Kopf von Pizarro. Beide Versuche verfehlten das Tor der Gäste aber knapp (43.).

In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie nur noch mehr, die Torschüsse waren sogar noch harmloser. Abgesehen von einem harten Flachschuss von Villalba, der Penny nicht fordern konnte (65.) kam von den Gästen nichts, Peru verwaltete die Führung, ging aber nicht mit der letzten Konsequenz auf das zweite Tor. So plätscherte die Begegnung aus, auch in der Schlussphase kam keine wirkliche Spannung auf. Durch den hart erkämpften und verdienten Erfolg stellen die „Inkas“ den Anschluss an die Konkurrenz wieder her.

Statistik:

Tor: 1:0 Farfán (20., Rechtsschuss, Guerrero)

Aufstellung (Peru): Penny – Advíncula, Zambrano, Ascues, Yotún – Tapia, Lobatón – Reyna, Farfán – Guerrero, Pizarro

Aufstellung (Paraguay): A. Silva – Piris, Da Silva, P. Aguilar, Samudio – V. Cáceres, Villalba, R. Ortiz – D. González – Lezcano, N. Valdez

Wechsel (Peru): 73. Ballón für Tapia, 84. Hurtado für Pizarro, 90.+3 C. González für Reyna

Wechsel (Paraguay): 58. Benítez für N. Valdez, 58. Bobadilla für V. Cáceres, 80. Santana für R. Ortiz

Bank (Peru): Gallese (Tor), Libman (Tor), Céspedes, C. Ramos, Requena, Villamarín, Retamoso, J. Sánchez, Ruidíaz

Bank (Paraguay): A. Aguilar (Tor), Villar (Tor), G. Gómez, B. Valdez, Fabbro, C. Ortiz, Ó. Romero, L. Barrios, H. Pérez

Gelbe Karten: Yotún (68., Foulspiel) – Piris (18., Foulspiel), D. González (90.+4, Rangelei)

Schiedsrichter: Julio Bascuñán (Chile) – Raúl Orellana (Chile), Claudio Ríos (Chile) – Patricio Polic (Chile)

Anstoßzeit und Spielort: 13. November 2015/21:15 Uhr (UTC-5), Estadio Nacional del Perú/Lima

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