Trotz Niederlage: Jørgensen macht Dänemark Hoffnung

Veröffentlicht: 15. November 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Schweden bot im nordischen Duell gegen Dänemark über weite Strecken eine überzeugende Vorstellung und führte dank zweier Tore kurz vor und kurz nach der Pause verdient mit 2:0. Dänemark gab nach gutem Start mehr und mehr das Spiel aus der Hand, kam aber durch einen Standard überraschend zum Anschlusstreffer, der angesichts des Rückspiels Gold wert sein könnte.

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Nervös beäugt von mehreren dänischen Spielern tritt Zlatan Ibrahimović zum Elfmeter an.

Erik Hamrén, Nationaltrainer von Schweden, brachte im Sturm neben Kapitän Ibrahimović den Ex-Hamburger Marcus Berg anstelle des jungen Guidetti, der im letzten Qualifikationsspiel gegen Moldawien (2:0) eine ansprechende Leistung geboten hatte. Lewicki war rechtzeitig fit geworden und bildete mit Källström die Doppelsechs, Leipzigs Forsberg durfte auf Linksaußen beginnen. Hamréns Gegenüber, Morten Olsen, vertraute im Sturm auf Wolfsburgs Bendtner, im Mittelfeld sollten Kahlenberg und Kvist die Räume verengen und so Spielmacher Eriksen den Rücken frei halten.

Das „Duell Bruder gegen Schwester“ (Hamrén) war von Beginn an unterhaltsam und umkämpft. Nach gut zehn Minuten legten beide Teams ihre Nervosität ab. Eriksen (7.) und Durmaz (13.) kamen zu ersten, wenn auch nicht gefährlichen, Torversuchen. Deutlich knapper wurde es in der 18. Minute, als am Schluss einer starken Kombination der Hausherren Lewicki für Berg querlegte, dieser den Ball aus fünf Metern aber nicht am stark reagierenden Schmeichel vorbei brachte.

Die Chance fungierte allerdings als Signal für die Blågult, die in der Folge endgültig das Geschehen auf dem Rasen dominierte. Auch die Intensität der Zweikämpfe nahm spürbar zu. Schwedens Verteidiger Antonsson verletzte sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers und musste nach gut einer halben Stunde ausgewechselt werden. Für ihn kam Johansson (29.). Geschockt waren die Hausherren dadurch aber keineswegs. Vielmehr bot sich Berg eine weitere Großchance, doch nach starker Vorlage von Ibrahimović setzte der Stürmer seinen Abschluss knapp am langen Eck vorbei (31.). Neun Minuten später war es der Kapitän selbst, der nach einem wunderbaren Spielzug über Lustig und Lewicki in Schussposition kam, aber es nicht vermochte, Schmeichel zu testen (40.).

Dänemark wollte das mittlerweile schmeichelhafte 0:0 in die Pause retten, hatte aber aus dem nichts eine gute Chance auf die eigene Führung. Eriksen flanke von links nach innen, wo Johansson Gegenspieler Bendtner kurz festhielt, sodass dieser den Ball nicht auf das Tor bugsieren konnte. Der geforderte Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Rizzoli (Italien) blieb aber aus (44.). Dänemarks leise Proteste waren noch nicht vorbei, als Schweden im Gegenzug in Führung ging. Wieder ging es dabei über die starke rechte Seite. Durmaz legte per Hacke zum durchstartenden Lustig, dessen Hereingabe nahm der einlaufende Forsberg aus zehn Metern direkt und bezwang Schmeichel mit einem Schuss ins lange Eck (45.). In der Nachspielzeit wuchtete Ibrahimović einen selbst herausgeholten Freistoß auf das dänische Gehäuse, Schmeichel machte sich lang und verhinderte aus dänischer Sicht schlimmeres (45.+3).

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Nicolai Jørgensen (#19) lässt Dänemark dank seines Treffers weiter hoffen.

Die zweite Hälfte begann mit einem völlig überflüssigen Foul von Kahlenberg, der Forsberg im Strafraum gleich zweimal klar am Fuß traf – Elfmeter! Zwar ahnte Schmeichel die Ecke, war gegen Ibrahimović‘ harten und platzierten Schuss aber machtlos (50.). Olsen brachte daraufhin Jørgensen und Højbjerg für den Elfmetersünder und Fischer. Die Wirkung blieb aber aus. Zwar kämpfte sich die Olsen-Bande langsam zurück in die Partie, die einzige halbwegs gefährliche Szene – eine verunglückte Jacobsen-Flanke, die Isaksson über das Tor lenkte (68.) – war allerdings ein Zufallsprodukt.

Dänemark schien gegen Schwedens solide Defensive nur wenig einzufallen, Bendtner und Eriksen waren weitgehend abgemeldet. Aus dem nichts fiel dann aber doch das ungemein wichtige Auswärtstor. Eine Ecke von Eriksen verlängerte der just eingewechselte Leipziger Yussuf Poulsen an den zweiten Pfosten, wo Jørgensen den Ball aus kurzer Distanz ins Netz drückte (80.). Den Schweden schien zudem die Energie auszugehen. Hamrén nahm den von einer Sperre bedrohten Ibrahimović vom Feld und brachte Guidetti. Die nächste Chance des Abends leitete aber ein anderer Joker ein. Poulsens Hereingabe von der linken Seite stocherte Johansson fast ins eigene Tor (87.), Jørgensen köpfte eine Jacobsen-Flanke über das Tor (89.). Mehr sollte den Gästen aber nicht mehr gelingen.

Schweden nimmt damit einen knappen Vorsprung ins Rückspiel am Dienstagabend in København (20.45 Uhr). Im „Parken“ erwartet die Blågult aber alles andere als ein Spaziergang.

Statistik:

Tore: 1:0 Forsberg (45., Rechtsschuss, Lustig), 2:0 Ibrahimović (50., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Kahlenberg an Forsberg), 2:1 Jørgensen (80., Rechtsschuss, Y. Poulsen)

Aufstellung (Schweden): Isaksson – Lustig, Antonsson, Granqvist, M. Olsson – Lewicki, Källström – Durmaz, Forsberg – Berg, Ibrahimović

Aufstellung (Dänemark): Schmeichel – Jacobsen, Kjær, Agger, Durmisi – Kvist – Kahlenberg, Eriksen – Braithwaite, Fischer – Bendtner

Wechsel (Schweden): 29. Johansson für Antonsson, 68. S. Larsson für Durmaz, 82. Guidetti für Ibrahimović

Wechsel (Dänemark): 54. Jørgensen für Kahlenberg, 54. Højbjerg für Fischer, 71. Y. Poulsen für Braithwaite

Bank (Schweden): Carlgren (Tor), Olsen (Tor), Bengtsson, Erkan Zengin, Hiljemark, Khalili, Svensson, Kujović, Toivonen

Bank (Dänemark): Andersen (Tor), Lössl (Tor), Christensen, S. Poulsen, Vestergaard, Wass, Delaney, Falk, J. Poulsen

Gelbe Karten: Forsberg (47., Foulspiel) – Agger (45.+2, Foulspiel)

Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien) – Elenito Di Liberatore (Italien), Mauro Tonolini (Italien) – Andrea Padovan (Italien) – Luca Banti (Italien), Antonio Damato (Italien)

Anstoßzeit und Spielort: 14.11.2015, 20:45 Uhr (CET), Friends Arena/Solna

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