Priskin beendet Ungarns Durststrecke

Veröffentlicht: 16. November 2015 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Ungarn sich durch ein 2:1 gegen Norwegen nach 44 Jahren wieder einmal für eine Europameisterschaft qualifiziert. Im Hexenkessel von Budapest ruhten sich die Gastgeber nicht auf ihrer Führung aus dem Hinspiel aus, sondern suchten selbst den Weg nach vorne und belohnten sich nach einer knappen Viertelstunde durch ein Tor von Priskin. Norwegen hatte in der Folge zwar mehr Ballbesitz, vergab aber seine wenigen Chancen. Die Magyaren blieben durch Konter stets gefährlich, ein Eigentor sieben Minuten vor Ende beseitigte die letzten Zweifel. Norwegens Anschlusstreffer blieb Ergebniskosmetik.

Waren am Ende die verdienten Play-Off-Sieger: Ungarns Nationalspieler.

Bernd Storck veränderte die Elf, die in Oslo einen 1:0-Erfolg errungen hatte, auf drei Positionen. Nagy, Lovrencsics und Priskin ersetzten Németh, Szalai und den gelbgesperrten Gera. Abwehrchef Roland Juhász hatte seine eigene Sperre abgesessen, nahm aber auf der Bank Platz.

Norwegens Trainer Per-Mathias Høgmo nahm ebenfalls drei Veränderungen vor, um das Hinspielergebnis umzubiegen. Real Madrids Toptalent Martin Ødegaard durfte zusammen mit Mohamed Elyounoussi und Aleesami beginnen. Høgli, Søderlund und Berget mussten für sie weichen.

Im restlos ausverkauften Hexenkessel von Budapest zeigten die Hausherren von Beginn an, dass sie nicht vorhatten, ihre Führung aus dem Hinspiel nur zu verteidigen. Kapitän Dzsudzsák feuerte bereits innerhalb der ersten sechzig Sekunden einen Warnschuss ab. Norwegen kam zwar zu mehr Ballbesitz, doch die Magyaren hielten voller Leidenschaft dagegen und waren zudem bei Gegenangriffen brandgefährlich. Ein solcher sorgte auch für die frühe Führung. Priskin wurde von Kádár auf dem linken Flügel steil geschickt, behauptete sich im Laufduell gegen Forren und profitierte dann von der Zögerlichkeit des Innenverteidigers und des dazugekommenen Hovlands. Aus halblinker Position schlenzte er den Ball sehenswert in den rechten Torwinkel (14.).

Spätestens jetzt hatten die Hausherren klaren Auftrieb, gingen aggressiv in die Zweikämpfe und störten den norwegischen Spielfluss erheblich. Erst in der 27. Minute brachen die „Wikinger“ erstmals durch, doch im Verbund mit Keeper Király konnte die Abwehr Aleesami noch abblocken (27.). Ideen und Durchschlagskraft fehlten wie schon im Hinspiel. Anders die deutlich gefährlicheren Ungarn: Eine scharfe Flanke von Kleinheisler köpfte Lovrencsics am zweiten Pfosten ans Außennetz (36.). Sekunden vor dem Pausenpfiff half aber auch das Glück den Puskás-Erben: Hovland köpfte eine Ødegaard-Ecke an den rechten Pfosten (45.).

Auch Toptalent Martin Ødegaard konnte Ungarns Abwehr nicht durchbrechen und wurde zur Pause ausgewechselt.

Mit Helland und Pedersen für die ineffektiven Ødegaard und Elyounoussi versuchte Høgmo, seinem Team frische Impulse zu geben. Nach anfänglichen Druck und ein paar gefährlichen Standards hielten die Ungarn aber wieder voll dagegen und wurden prompt gefährlich. Dzsudzsáks abgefälschter Schuss nach einem Konter landete an der Querlatte (58.). Für Norwegen verbuchte immerhin Henriksen eine Kopfballchance (61.). Wirklich dominant waren die Gäste aber nicht. Lovrencsics traf das Außennetz (66.), dann scheiterte Dzsudzsák nach starker Einzelaktion an einer ebenso starken Reaktion von Nyland (72.).

Etwas aus dem Nichts bot sich den Skandinaviern dann unverhofft die große Gelegenheit, noch einmal für Spannung zu sorgen. Guzmics konnte eine Tettey-Hereingabe nicht klären, doch Király war hellwach und rettete aus kurzer Distanz gegen Pedersen (76.). Auch Henriksen zielte aus spitzem Winkel zu ungenau (79.). Der endgültige K.O. für die stets bemühten Norweger fiel dann aber nach einer Ecke. Die Hereingabe von Dzsudzsák verlängerte Joker Böde per Kopf, der irritierte Henriksen erwischte den Ball daraufhin so unglücklich, dass dieser via Innenpfosten ins Tor sprang (83.). Damit war den Jubelstürmen in der Groupama Aréna keine Grenze mehr gesetzt.

Zwar verkürzte Norwegen kurz vor dem Ende, als Henriksen abstaubte, nachdem Berget stark von Johansen bedient wurde und an einer unorthodoxen Király-Abwehr scheiterte (87.), die benötigten zwei Tore waren aber nicht mehr realistisch. Helland testete ein letztes Mal Torwart-Veteran Király (89.) – dann war Schluss. Ungarn darf nach 44 Jahren wieder einmal eine EM-Teilnahme bejubeln und verdiente sich das Ticket in den Play-Offs durch viel Einsatz, eine gute Chancenverwertung und eine solide Defensive.

Statistik:

Tore: 1:0 Priskin (14., Rechtsschuss, Kádár), 2:0 Henriksen (83., Eigentor, Rechtsschuss, Böde), 2:1 Henriksen (87., Rechtsschuss, Berget)

Auftstellung (Ungarn): Király – Fiola, Guzmics, Lang, Kádár – Elek – Kleinheisler, Nagy – Lovrencsics, Dzsudzsák – Priskin

Aufstellung (Norwegen): Nyland – Elabdellaoui, Forren, Hovland, Aleesami – Tettey – Johansen, Ødegaard – Skjelbred, M. Elyounoussi – Henriksen

Wechsel (Ungarn): 46. Pintér für Elek, 62. Böde für Priskin, 75. Németh für Kleinheisler

Wechsel (Norwegen): 46. Helland für Ødegaard, 46. Pedersen für M. Elyounoussi, 80. Berget für Skjelbred

Bank (Ungarn): Bogdán (Tor), Megyeri (Tor), Bošnjak, Juhász, Leandro, Vanczák, Stieber, Nikolić, Szalai

Bank (Norwegen): Hansen (Tor), Jarstein (Tor), Høgli, Linnes, Strandberg, Va. Berisha, Nordtveit, Selnæs, Søderlund

Gelbe Karten: Nagy (72., Foulspiel), Böde (81., Foulspiel) – Johansen (11., Foulspiel), Forren (65., Foulspiel)

Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien) – Roberto Alonso Fernández (Spanien), Juan Carlos Yuste Giménez (Spanien) – Roberto Díaz Pérez del Palomar (Spanien) – Jesús Gil Manzano (Spanien), Carlos Del Cerro Grande (Spanien)

Anstoßzeit und Spielort: 15.11.2015, 20:45 Uhr (CET)/Groupama Aréna (Budapest)

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