Biglia erfreut Argentinien, Ecuador weiter blütenweiß

Veröffentlicht: 18. November 2015 in CONMEBOL, FIFA World Cup Qualifiers 2018
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In Südamerika ist Ecuador weiterhin das Maß aller Dinge. Auch das vierte Quali-Spiel beim Schlusslicht Venezuela entschieden Valencia und Co. für sich. Argentinien entführte dank Lucas Biglia drei Punkte aus Kolumbien, Brasilien schlug Peru klar mit 3:0 – auch dank einem alten Bekannten aus der Bundesliga. Paraguay verbuchte einen 2:1-Arbeitssieg über Bolivien, temperamentvoll und kartenreich wurde die Neuauflage des Copa-Viertelfinales zwischen Uruguay und Chile in Montevideo. „La Roja“ verlor nicht nur 0:3, sondern nach Schlusspfiff auch noch Mittelfeldmann Valdivia.

Tabelle: 1. Ecuador (12 Punkte/9:2 Tore), 2. Uruguay (9/9:2), 3. Brasilien (7/7:4), 4. Paraguay (7/3:2), 5. Chile (7/7:7), 6. Argentinien (5/2:3), 7. Kolumbien (4/3:5), 8. Bolivien (3/5:8), 9. Peru (3/4:9), 10. Venezuela (0/4:11)

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Argentinien feiert den ersten Quali-Sieg, Kolumbiens Negativtrend bleibt bestehen.

Kolumbien – Argentinien 0:1

Argentiniens Personalsorgen hatten nach dem 1:1 gegen Brasilien nur zugenommen: Rechtsverteidiger Roncaglia hatte sich eine Gelbsperre eingehandelt und wurde von Mercado vertreten. Auch Kolumbien musste aus denselben Gründen auf Arias, Carlos Sánchez und Cuadrado (Rot) verzichten.

Auf Kolumbiens Blitzstart – eine Palacios-Flanke war für Bacca einen Kopf zu hoch (2.) – folgte eine fast zwanzigminütige Abtastphase, in der die Teams sehr zaghaft agierten. Argentinien zeigte sich jedoch durchaus selbstbewusst, in Abwesenheit von Messi war einmal mehr Di María für die kreativen Momente zuständig. In der 13. Minute setzte der PSG-Profi geschickt Higuaín in Szene, dessen Direktabnahme ging aber über das Tor von Ospina (13.).

Die „Cafeteros“ waren darauf bedacht, mit harter Zweikampfführung den Gegner zu stören, offensiv blieben sie aber selbst wenig kreativ und wurden nach 20 Minuten ausgekontert. Biglia trieb den Ball durch das Mittelfeld und überließ dann für Banega, der rechts im Strafraum auf Lavezzi durchsteckte. Ospina kam heraus, Lavezzi legte quer und da Zapatas Klärung völlig misslang durfte der mitgelaufene Biglia aus minimaler Distanz ins leere Tor einschieben. Es war das erste Länderspieltor für den Mittelfeldmann von Lazio Rom.

Mit der Führung im Rücken setzte die „Albiceleste“ auf eine solide Defensive und ließ die Hausherren kommen. Regisseur James Rodríguez blieb wie seine Kollegen blass, sodass abgesehen von Ballbesitz nichts heraussprang. Glück hatten die Gäste aber, dass Schiedsrichter Vera (Ecuador) bei einer Grätsche von Funes Mori gegen Gutiérrez im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied (37.). Vier Minuten vor der Pause schickte diesmal Higuaín Di María, frei vor Ospina setzte dieser seinen Flachschuss hauchzart am rechten Pfosten vorbei (41.).

Etwas unterhaltsamer begannen die zweiten 45 Minuten. Ospina sicherte einen Banega-Schuss im Nachfassen (47.), Fabra verfehlte nach einer guten Einzelleistung das argentinische Tor (50.). Argentinien bemühte sich nun, durch eigenen Ballbesitz den Gegner möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten. Trainer José Pékerman reagierte auf die maue Darbietung seiner Schützlinge und brachte zusätzlich zu dem in der Halbzeit gekommenen Muriel auch Cardona. Beide Joker sorgten dann immerhin für brauchbare Versuche. Der Stürmer verfehlte das Kreuzeck knapp (66.), Cardonas Fernschuss landete in den Armen von Romero (69.).

Insgesamt enttäuschte der WM-Viertelfinalist und fand auch in der Schlussphase keinen Weg durch Argentiniens Abwehrbollwerk. Herthas Ramos, ebenfalls eingewechselt, verpasste eine Muriel-Hereingabe (79.) und kam damit dem Ausgleich am nächsten. Dybala – ein weiterer Joker – verwertete eine Biglia-Vorlage, stand nach Ansicht des Schiedsrichterteams aber hauchdünn im Abseits (81.). In der Schlussminute kam der Juve-Stürmer seinem ersten Länderspieltor nochmals nahe, behauptete sich nach Peruzzis Zuspiel gegen Zapata, traf aber nur den Pfosten (90.).

Tief in der Nachspielzeit sorgte Romero noch einmal für Aufregung. Der Keeper irrte bei einer hohen Hereingabe durch seinen Strafraum und hatte Glück, dass der aufgerückte Murillo seinen Abschluss vom Strafraumrand links vorbei setzte (90.+3). Argentiniens erster Sieg in der WM-Qualifikation war letztendlich völlig verdient, Kolumbien sucht weiterhin nach seiner WM-Form.

Statistik:

Tor: 0:1 Biglia (20., Linksschuss, Lavezzi)

Aufstellung (Kolumbien): Ospina – H. Palacios, Zapata, J. Murillo, Fabra – A. Mejía, D. Torres – M. Torres, James Rodríguez – T. Gutiérrez, Bacca

Aufstellung (Argentinien): S. Romero – Mercado, Otamendi, Funes Mori, Rojo – Biglia, Mascherano – Banega – Lavezzi, Higuaín, Di María

Wechsel (Kolumbien): 46. Muriel für M. Torres, 58. Cardona für T. Gutiérrez, 78. A. Ramos für A. Mejía

Wechsel (Argentinien): 70. Dybala für Higuaín, 79. Peruzzi für Mercado, 86. E. Pérez für Lavezzi

Bank (Kolumbien): Bonilla (Tor), C. Vargas (Tor), Espinosa, Meza, Mojica, Carbonero, Guarín, J. F. Quintero, Pardo

Bank (Argentinien): Guzmán (Tor), Marchesín (Tor), Demichelis, Maidana, Mas, Kranevitter, Lamela, Correa, Gaitán

Gelbe Karten: D. Torres (20., Foulspiel), Zapata (25., Foulspiel), H. Palacios (68., Foulspiel), A. Mejía (71., Foulspiel) – Mascherano (62., Foulspiel), Lavezzi (85., Zeitspiel), Dybala (90.+2, Foulspiel)

Schiedsrichter: Carlos Vera (Ecuador) – Christian Lezcano (Ecuador), Byron Romero (Ecuador) – Omar Ponce (Ecuador)

Anstoßzeit und Spielort: 17. November 2015/15:30 Uhr (UTC-5), Estadio Metropolitano Roberto Meléndez/Barranquilla

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Ecuadors Siegesserie hielt auch in Venezuela an.

Venezuela – Ecuador 1:3

Nach drei Pleiten in Folge stimmte die Einstellung bei den Gastgebern, die Gäste aus Ecuador agierten aber gefährlicher und nutzten die Lücken in der venezolanischen Abwehr aus. In der 15. Minute überlistete Paredes mit einem hohen Steilpass die gesamte Defensive des Gegners, Fidel Martínez stand frei vor Baroja und vollendete ohne Probleme. Die  „Vinotinto“ bemühte sich um eine Antwort, lag aber bald nach einem Patzer von Baroja mit 0:2 hinten. Ein ungenauer Pass des Keepers landete bei Montero, der mit einem Doppelpass Bolaños Doppelpass rechts im Sechzehner freispielte und prompt von seinem Teamkollegen bedient wurde. Der Flügelspieler ließ Baroja aussteigen und schob anschließend ein (23.).

Trotz des Zwei-Tore-Rückstandes gaben sich die Gastgeber nicht auf, fanden gegen klug verteidigende Ecuadorianer aber kaum Lücken. Erst kurz vor der Pause feuerte Jeffrén Suárez zwei gute Versuche ab (41., 42.). Mit Acosta für Lucena wurde das Offensivspiel der Sanvicente-Schützlinge nach der Pause etwas zwingender. Santos köpfte eine Rosales-Flanke in die Arme von Dreer (52.), eine Minute später verlängerte Rondón nach einer Kombination mit Suárez zu seinem Sturmpartner, der den Ball an Dreer vorbeilegen konnte, Noboa klärte jedoch vor der Linie (53.).

Ecuador blieb seinerseits durch Nadelstiche gefährlich, Fidel Martínez verfehlte nur Sekunden nach Wiederanpfiff das lange Eck nur knapp (46.). Die Vorentscheidung folgte nach einer Stunde. Montero profitierte auf links davon, dass Gegenspieler Rosales ausrutsche, seine Maßflanke versenkte Caicedo aus 14 Metern per Kopf unhaltbar wuchtig im linken oberen Eck (60.). Neun Minuten später hämmerte Kapitän Ayoví einen Freistoß an das Kreuzeck (69.).

Venezuela kam zwar durchaus zu Abschlüssen, richtige Hochkaräter waren nicht dabei. Insbesondere Joker Josef Martínez (67., 77., 80.) bemühte sich, auch der emsige Rosales näherte sich an (79.). Sechs Minuten vor dem Ende sorgten das Duo für den Ehrentreffer. Eine Flanke des Rechtsverteidigers fand den Stürmer am zweiten Pfosten, der den Ball mit links direkt nahm und unter die Latte schweißte (84.).

Eine Aufholjagd gab es nicht. Stattdessen musste Baroja einen Noboa-Fernschuss entschärfen (85.), Jaime Ayoví bugsierte den Ball nach Bolaños-Vorarbeit aus kürzester Distanz am Tor vorbei (87.). Ecuador fährt damit im vierten Spiel den vierten Sieg ein und bleibt Tabellenführer. Venezuela bleibt punktlos am Tabellenende, der Traum von der ersten WM-Teilnahme rückt weiter in die Ferne.

Statistik:

Tore: 0:1 F. Martínez (15., Linksschuss, J. C. Paredes), 0:2 Montero (23., Rechtsschuss, M. Bolaños), 0:3 Caicedo (60., Kopfball, Montero), 1:3 J. Martínez (84., Linksschuss, Rosales)

Aufstellung (Venezuela): Baroja – Rosales, Vizcarrondo, J. Velázquez, Cichero – Lucena, Rincón – J. Suárez, Otero – C. Santos, S. Rondón

Aufstellung (Ecuador): Dreer – J. C. Paredes, Guagua, Erazo, W. Ayoví – Noboa, P. Quiñónez – F. Martínez, Montero – Caicedo, M. Bolaños

Wechsel (Venezuela): 46. Acosta für Lucena, 54. J. Martínez für J. Suárez, 68. M. Rondón für C. Santos

Wechsel (Ecuador): 70. S. Castillo für P. Quiñónez, 76. Cazares für Montero, 82. J. Ayoví für Caicedo

Bank (Venezuela): Contreras (Tor), Ángel, Carabalí, A. D. González, Cermeño, C. González, J. J. Murillo, R. Vargas, Falcón

Bank (Ecuador): Azcona (Tor), Banguera (Tor), Arboleda, Bagüí, Mina, Quinteros, Pineida, Á. Bolaños, Á. Mena

Gelbe Karten: J. Velázquez (42., Foulspiel), C. Santos (44., Rangelei), Rosales (90.+1, Foulspiel) – Dreer (68., Zeitspiel)

Schiedsrichter: Gery Vargas (Bolivien) – Javier Bustillos (Bolivien), Juan Pablo Montaño (Bolivien) – Óscar Maldonado (Bolivien)

Anstoßzeit und Spielort: 17. November 2015/16:30 Uhr (UTC-4:30), Estadio Cachamay/Ciudad Guayana

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Stochertor: Dario Lezcano erzielt in der 62. Minute das wichtige 1:1.

Paraguay – Bolivien 2:1

Die Begegnung bot wenig Überraschendes: Die Gäste aus Bolivien standen mit einer Fünferkette tief in der eigenen Hälfte und waren auf Konter aus, Paraguay – dessen einziger bisheriger Quali-Treffer aus einem gegnerischen Abwehrfehler entstanden war – dominierte die Partie, zeigte sich aber insbesondere in der ersten Halbzeit kaum einmal kreativ. Ein Kopfball von Innenverteidiger Aguilar war die einzige Torannäherung in der gesamten ersten halben Stunde (18.). In der 38. Minute versuchte Derlis González aus spitzem Winkel sein Glück und hätte Keeper Vaca fast überrascht, das Spielgerät knallte hoch an den Außenpfosten (38.). Eine Zeigerumdrehung später hob Ortiz den Ball in die Spitze, Barrios kam aber nicht mehr an das Kunstleder (39.).

Halbzeit Zwei begann mit einer guten Gelegenheit für die „Guaraní“: Samudio brach auf der linken Außenbahn durch und legte perfekt zurück für Lezcano, der den Ball in Rücklage aber über das Tor setzte (51.). Wenig später hatten die Gastgeber Glück. Ortiz verlor als letzter Mann den Ball an Duk und brachte den Stürmer kurz vor dem Strafraum durch einen Griff an die Schulter zu Fall. Schiedsrichter Argote (Venezuela) entschied auf Weiterspielen anstelle von Rot und Freistoß (54.).

Fünf Minuten darauf durfte der zur Pause gekommene Stürmer aber jubeln. Am eigenen Sechzehner startete der 28-jährige einen Konter über das halbe Feld und ließ sich dabei von mehreren Gegenspielern nicht aufhalten ehe er aus 20 Metern halbrechter Position hart abzog. Silva bekam zwar eine Hand an den Schuss, konnte diesen aber nicht am Einschlag im rechten Eck hindern – der Außenseiter lag vorne (59.)!

Allzu lange durfte „El Verde“ die seltene Auswärtsführung aber nicht genießen. Bei einer Ecke von Romero kam Vaca nicht an den Ball, Aguilars Kopfball wurde von Veizaga auf der Linie geklärt, Innenverteidigerkollege Da Silva scheiterte an Vaca ehe Bruno Valdez das Spielgerät zu Lezcano stocherte, der aus kürzester Distanz schließlich einschoss (62.). Und nur weitere drei Zeigerumdrehungen später war die Partie gedreht. Derlis González fand mit seiner Flanke von rechts am Fünfmeterraum den sträflichen freien Barrios, der hart ins kurze Eck köpfte (65.).

Nach diesen furiosen Minuten beruhigte sich die Partie merklich. Paraguay verwaltete den Vorsprung durch Ballbesitz und hielt die Gäste so vom eigenen Tor fern. Lezcano hätte in der 76. Minute für die Entscheidung sorgen können, setzte den Ball aber relativ klar vorbei. So wurde es in den Schlussminuten doch noch einmal eng. Innenverteidiger Aguilar sah wegen Zeitspiel bei einem Einwurf unnötigerweise Gelb-Rot (86.). Mit der letzten Aktion des Spiels feuerte Flores einen Distanzschuss ab, den Silva entschärfte und so drei hart erkämpfte Punkte für sein Team festhielt (90.+4).

Statistik:

Tore: 0:1 Duk (59., Rechtsschuss, Veizaga), 1:1 Lezcano (62., Linksschuss, B. Valdez), 2:1 L. Barrios (65., Kopfball, D. González)

Aufstellung (Paraguay): A. Silva – B. Valdez, Da Silva, P. Aguilar, Samudio – R. Rojas, C. Ortiz – D. González, Benítez – Lezcano, L. Barrios

Aufstellung (Bolivien): D. Vaca – Di. Bejarano, Eguino, Marteli, Zenteno, Flores – Da. Bejarano, Veizaga – Chumacero, Campos – Ramallo

Wechsel (Paraguay): 61. Ó. Romero für C. Ortiz, 71. Santana für Benítez, 77. H. Pérez für D. González

Wechsel (Bolivien): 24. Lizio für Campos, 46. Duk für Ramallo, 52. Saavedra für Di. Bejarano

Bank (Paraguay): A. Aguilar (Tor), Villar (Tor), G. Gómez, Piris, Fabbro, R. Ortiz, Villalba, Bobadilla, N. Valdez

Bank (Bolivien): Lampe (Tor), Zamora (Tor), Pedraza, Arrascaita, Azogue, R. Cardozo, Galindo, E. Sánchez, Pinedo

Gelbe Karten: R. Rojas (30., Foulspiel), P. Aguilar (49., Foulspiel) – Da. Bejarano (15., Foulspiel), Duk (81., Foulspiel)

Gelb-Rote Karte: P. Aguilar (86., Zeitspiel)

Schiedsrichter: José Argote (Venezuela) – Jorge Urrego (Venezuela), Luis Murillo (Venezuela) – Marlon Escalante (Venezuela)

Anstoßzeit und Spielort: 17. November 2015/20:00 Uhr (UTC-3), Estadio Defensores del Chaco/Asunción

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Kapitän Diego Godín war beim 3:0 gegen Chile bereits zum dritten Mal Uruguays Türöffner.

Uruguay – Chile 3:0

Besondere Brisanz bot die Neuauflage des Copa-Viertelfinales, das Chile in einem von Rudelbildungen und Platzverweisen geprägten Spiel mit 1:0 für sich entschieden hatte. Cavani und Jara, die in dieser Begegnung besonders unschön aneinander geraten waren, standen beide in der Startelf im packend vollen Estadio Centenario von Montevideo.

Die Gäste – dieses Mal mit Viererkette – übernahmen die Spielkontrolle, Uruguay begnügte sich damit, die Räume der kombinationsstarken Chilenen einzuengen und physisch dagegenzuhalten. Selbst gefährlich wurde man von vor allem durch Standards, wo die Hausherren klare Größenvorteile genossen. Ein erster Schuss von Vargas testete Muslera nicht im Geringsten (4.), ebenso wenig wie Rolans Kopfball Bravo auf der Gegenseite (9.). Vidal kam dem Erfolg da schon näher, nach einer Isla-Hereingabe grätschte er den Ball aber am Tor vorbei (10.).

Wer bissige Zweikämpfe, Fouls und Rudelbildungen erwartet hatte, wurde nicht enttäuscht. Vidal holte sich in der 15. Minute für ein Foul an Cáceres als erster Akteur eine Verwarnungskarte bei Schiedsrichter Roldán (Kolumbien) ab, vier Minuten später zog Corujo für die „Celeste“ nach. In der 21. Minute verpasste dann Jara im Zweikampf seinem Intimfeind Cavani einen Stoß in den Rücken. Bevor der fällige Freistoß ausgeführt werden konnte entstand aber erst einmal ein ausführliches Wortgefecht samt Rangelei nach dessen Ende die Hauptstreithähne Godín und Medel ebenfalls mit Gelb bedacht wurden (22.).

Als Carlos Sánchez den Ball schließlich in den Strafraum schlug wurde der Ball von Valdivia zu Corujo geklärt. Dessen Distanzversuch landete links im Sechzehner bei Coates und prallte über den Innenverteidiger und Rolan schließlich zu Godín, der aus fünf Metern mit links technisch ansehnlich über Bravo hinweg einschoss (23.). Für den Kapitän war es bereits das dritte Tor im vierten Qualifikationsspiel.

In Führung verlegten sich die „Urus“ nun noch intensiver auf die Sicherung des eigenen Tores und verbarrikadierten sich geradezu in der eigenen Hälfte. Wie schon gegen Kolumbien zeigte sich der Copa-Gewinner angesichts dieses Abwehrbollwerks ratlos und kam trotz einer Übermacht an Ballbesitz zu keiner einzige Chance bis zum Halbzeitpfiff. Passenderweise gerieten sich die Akteure vor dem Kabinengang noch einmal für mehrere Minuten in die Haare.

Eine zündende Idee fehlte Vidal und Co. auch nach der Pause, immerhin kam Vargas einmal von innerhalb des Sechzehners zum Abschluss, bugsierte den Ball aber in die Arme von Muslera (54.). Uruguay verteidigte lückenlos und schlug bei Standards gnadenlos zu. Einen weiten Freistoß von Muslera verlängerte Cavani per Kopf an den Elfmeterpunkt wo sich der zwei Minuten zuvor eingewechselte Álvaro Pereira gegen gleich drei Chilenen behauptete und per perfekter Bogenlampe ins rechte obere Eck köpfte (61.). Nur vier Minuten später waren bei Sánchez‘ Ecke Bravo und drei seiner Kollegen nicht in der Lage, Cáceres am Kopfball zu hindern – 3:0 (65.).

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Valdivia sieht nach Schlusspfiff wegen Schiedsrichterbeleidigung Rot.

Die Chilenen rannten weiter an, außer harmlosen Distanzschüssen hatten die Sampaoli-Schützlinge aber nichts zu bieten. Muslera musste weder gegen Alexis Sánchez (68.) noch Mati Fernández (72., 84.) sein ganzes Können aufbieten. Stattdessen hatte „La Roja“ Glück, dass die Hausherren das 4:0 liegen ließen. Abräumer Arévalo Ríos stand nach einem Doppelpass mit Carlos Sánchez frei vor Bravo und brachte das Kunststück fertig, den Keeper anzuschießen – kein Wunder, dass der Mexiko-Legionär auch nach über siebzig Einsätzen im Nationaltrikot immer noch auf seinen ersten Treffer wartet (82.). Auch bei Sánchez‘ wuchtigen Distanzschuss zeigte Barcelona-Schlussmann Bravo eine gute Reaktion und verhinderte so eine noch deutlichere Niederlage (88.).

Als wäre diese nicht schon schlimm genug ließen sich zwei Spieler von der giftigen Atmosphäre zu Dummheiten verleiten. Hoffenheims Vargas zeigte dem Publikum nach seiner Auswechslung in der Schlussphase den Mittelfinger, was eine Sperre nach sich ziehen dürfte. Nach Schlusspfiff brannten auch bei Valdivia die Sicherungen durch, der Mittelfeldmann beleidigte Schiedsrichter Roldán und sah noch auf dem Rasen Rot. Damit wird der Copa-Sieger zumindest im März gegen Argentinien (H) und Venezuela (A) ohne die beiden auskommen müssen.

Statistik:

Tore: 1:0 Godín (23., Linksschuss, Rolan), 2:0 Á. Pereira (61., Kopfball, Cavani), 3:0 M. Cáceres (65., Kopfball, C. A. Sánchez)

Aufstellung (Uruguay): Muslera – Maxi Pereira, Coates, Godín, M. Cáceres – Corujo, Arévalo Ríos – Lodeiro – C. A. Sánchez, Cavani, Rolan

Aufstellung (Chile): Bravo – Isla, Medel, Jara, E. Mena – M. Díaz – Vidal, Valdivia, M. González – E. Vargas, A. Sánchez

Wechsel (Uruguay): 59. Á. Pereira für Lodeiro, 71. G. Silva für M. Cáceres, 80. Nández für Rolan

Wechsel (Chile): 66. Mati Fernández für E. Mena, 66. Beausejour für M. González, 81. Orellana für E. Vargas

Bank (Uruguay): Campaña (Tor), M. Silva (Tor), E. Velázquez, De Arrascaeta, Lozano, Mayada, A. Hernández, M. Santos, Stuani

Bank (Chile): Herrera (Tor), Toselli (Tor), Albornoz, Roco, F. Silva, Carmona, F. Gutiérrez, Rabello, Pinilla

Gelbe Karten: Corujo (19., Foulspiel), Godín (22., Rangelei), Maxi Pereira (51., Zeitspiel), Á. Pereira (69., Foulspiel) – Vidal (15., Foulspiel), Medel (22., Rangelei), A. Sánchez (49., Meckern), M. Díaz (63., Foulspiel)

Rote Karte: Valdivia (Nach Spielende, Schiedsrichterbeleidigung)

Schiedsrichter: Wilmar Roldán (Kolumbien) – Alexander Guzmán (Kolumbien), Cristian de la Cruz (Kolumbien) – Luis Sánchez (Kolumbien)

Anstoßzeit und Spielort: 17. November/20:10 (UTC-3), Estadio Centenario/Montevideo

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War mit zwei Vorlagen und dem Treffer zum 1:0 eindeutig Mann des Spiels: Douglas Costa.

Brasilien – Peru 3:0

Im Vergleich zum eher schmeichelhaften 1:1 in Argentinien baute Trainer Dunga dreimal um. David Luiz fehlte rotgesperrt und wurde von Gil ersetzt. Außerdem mussten der in Buenos Aires unauffällige Ricardo Oliveira und Torschütze Lucas Lima auf die Bank, Renato Augusto und Douglas Costa rückten in die Startelf. Bei den Peruanern kehrte Cueva nach Rotsperre wieder auf das Feld zurück und verdrängte Reyna, außerdem ersetzte Mittelfeldmann Hurtado Stürmer Pizarro.

In Salvador erlitt die Seleção fast einen frühen Schock. Über Willian gelangte der Ball zu Guerrero, der frei vor Alisson auftauchte, seinen Abschluss aber genau auf den Torwart platzierte (4.). Auch die nächste Torannäherung verbuchte der Außenseiter, wieder war Alisson gefordert, diesmal bei einem Farfán-Freistoß (8.). Brasilien kontrollierte zwar das Geschehen auf dem Rasen, tat sich aber trotz Neymar, Willian und Douglas Costa im Kreieren von Chancen eher schwer. Auch der nächste Torschuss stammte von den Gästen (Hurtado, 20.).

Neymar und Co. zeigten daraufhin ihre Klasse und nutzen ihre erste gute Chance zur Führung. Willian zog mit einem explosiven Antritt an zwei Gegenspielern vorbei und gab den Ball scharf halbhoch nach innen. Am Fünfmeterraum schob sich Douglas Costa vor Advíncula und bugsierte die Kugel mit links über die Linie (22.). Mit der Führung im Rücken agierte Brasilien deutlich selbstbewusster, die Konter der „Inkas“ waren aber weiterhin ein ständiger Gefahrenherd.

In den zehn Minuten vor der Pause drehten die Gastgeber noch einmal auf und drückten auf das 2:0. Neymar konnten seinen Abschluss nach einer Willian-Flanke nicht genau platzieren (37.) und verfehlte auch per Fallrückzieher sein Ziel (45.). Zudem landete ein Freistoß von Douglas Costa von der rechten Außenbahn am linken Pfosten und hätte Keeper Penny fast auf dem falschen Fuß erwischt (39.).

Ricardo Garecas Spieler versuchten nach Wiederanpfiff mit früheren Druck wieder ins Spiel zurückzufinden und hätten fast mit einem Konter ausgeglichen. Alisson konnte aber beide Abschlüsse von Cueva blocken (54.). Die Reaktion des WM-Gastgebers von 2014: Das 2:0. Penny konnte Willians Fernschuss noch parieren (56.), sechzig Sekunden später war er machtlos. Douglas Costa zog von rechts nach innen und konnte dabei von gleich fünf (!) Peruanern nicht am Querpass zu Renato Augusto gehindert werden. Der Ex-Leverkusener schob das Spielgerät mit der Innenseite seines rechten Fußes aus 17 Metern flach ins rechte untere Eck (57.). Brasilien brillierte nicht, nutzte seine Chancen aber konsequent.

Das Selbstvertrauen der Dunga-Schützlinge war nun wieder vollständig hergestellt, von den Gästen, die nur zwei ihrer letzten 36 (!) Auswärts-Qualispiele gewinnen konnten, kam kaum noch etwas. Dani Alves verfehlte sein Ziel (64.), Neymars Tor wurde aufgrund einer wohl nur hauchdünnen Abseitsstellung vom kolumbianischen Refereeteam annulliert (67.). So war es wieder Douglas Costa, der das 3:0 auflegte. Einmal mehr zog der Bayern-Star von rechts nach innen und mühelos vorbei an Yotún, seinen wuchtigen Schuss konnte Penny nur zur Seite abwehren. Filipe Luís war zur Stelle und staubte ab (77.). Auch für den Linksverteidiger war es wie zuvor schon für Renato Augusto das erste Länderspieltor.

Die komfortable Führung verwalteten die Hausherren bis zum Schlusspfiff, erst in der Nachspielzeit kam Peru wieder zwingend vor das Tor von Alisson, ließ aber gleich mehrere Chancen auf den Ehrentreffer liegen. Sowohl Guerrero als auch Reyna verpassten eine Advíncula-Flanke hauchzart (90.+1), Gil blockte einen Schuss des Ex-Hamburgers vor der Linie (90.+2) und auch ein letzter Versuch des 32-jährigen fand nicht den Weg ins Netz (90.+4).

Brasilien rückt dank des Erfolges auf Rang Drei vor, Peru fällt auf Platz Neun zurück und steht im März gegen Venezuela (H) und Uruguay (A) unter Zugzwang.

Statistik:

Tore: 1:0 Douglas Costa (22., Linksschuss, Willian), 2:0 Renato Augusto (57., Rechtsschuss, Douglas Costa), 3:0 Filipe Luís (77., Linksschuss, Douglas Costa)

Aufstellung (Brasilien): Alisson – Dani Alves, Gil, Miranda, Filipe Luís – Luiz Gustavo – Elias, Renato Augusto – Willian, Douglas Costa – Neymar

Aufstellung (Peru): Penny – Advíncula, Zambrano, Ascues, Yotún – Tapia, Lobatón – Hurtado, Cueva, Farfán – Guerrero

Wechsel (Brasilien): 78. Fernandinho für Luiz Gustavo, 85. Oscar für Willian, 89. Lucas Lima für Douglas Costa

Wechsel (Peru): 65. Reyna für Hurtado, 70. Ballón für Tapia, 70. C. González für Lobatón

Bank (Brasilien): Cássio (Tor), Jefferson (Tor), Danilo, Douglas Santos, Gabriel Paulista, Jemerson, Kaká, Hulk, Ricardo Oliveira

Bank (Peru): Gallese (Tor), Libman (Tor), Céspedes, C. Ramos, Requena, Villamarin, J. Sánchez, Pizarro, Ruidíaz

Gelbe Karten: Neymar (26., Foulspiel) – Tapia (47., Foulspiel), Advíncula (57., Foulspiel), Ascues (73., Foulspiel)

Schiedsrichter: Hernando Buitrago (Kolumbien) – Eduardo Díaz (Kolumbien), Wílmar Navarro (Kolumbien) – Ímer Machado (Kolumbien)

Anstoßzeit und Spielort: 17. November 2015/21:00 Uhr (UTC-3), Itaipava Arena Fonte Nova/Salvador

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