Cesars Kopfball ist zu wenig

Veröffentlicht: 15. Januar 2016 in EURO Qualifiers 2016, UEFA
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Die Ukraine hat sich dank eines 1:1-Remis im Hexenkessel von Maribor als vorletztes Team für die EM 2016 in Frankreich qualifiziert. Gastgeber Slowenien startete mit der frühen Führung perfekt, in der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel, das aber von zahlreichen Fouls und Rudelbildungen unterbrochen wurde. Insgesamt fehlte den Hausherren die Durchschlagskraft, in der Nachspielzeit flog dann auch noch Brečko vom Platz, ehe Jarmólenko die letzten Zweifel beseitigte.

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Bitteres Ende: Miso Brečko muss in der Nachspielzeit nach einem Foul an Jarmólenko mit Rot vom Feld.

Sloweniens Trainer Srečko Katanec wechselte im Vergleich zur 0:2-Hinspielniederlage zweimal Personal. Iličić und Kurtić mussten ihre Plätze in der Startelf an Pečnik und Bezjak abgeben. Sein Gegenüber Mychajlo Fomenko dagegen nahm nur eine Veränderung vor. Stepanénko hatte seine Gelbsperre abgesessen und verdrängte Hármaš auf die Bank.

Das hitzige und giftige Spiel dauerte gerade mal eine Minute, da musste der türkische Schiedsrichter Cüneyt Çakır bereits zum ersten Mal in die Brusttasche greifen und Cesar für dessen Ellbogeneinsatz gegen Selezn’óv verwarnen. Den folgenden Freistoß übernahm Konopljánka und testete Torwart Handanović (3.). Keine Zeigerumdrehung später war auch der offensive Flügelspieler verwarnt, er hatte sich ein Scharmützel mit Brečko geleistet.

Das gewünschte frühe Tor sollte den Gastgebern dann tatsächlich gelingen. Birsa flankte nach einem Freistoß von rechts in die Mitte, Bezjak kam ans Leder und verlängerte auf den Kasten. Diesen Versuch und den folgenden Nachschuss von Novaković konnte P’játov noch parieren, gegen Cesars Kopfball-Abstauber aus minimaler Distanz war er aber machtlos (11.). Damit fehlte den Slowenen ein weiterer Treffer, um die Verlängerung zu erzwingen.

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Sorgte für Hoffnung: Cesar trifft zum 1:0 für die Slowenen.

Es waren aber die Ukrainer, die sich in der Folge besser zurechtfanden und sich durch Selezn’óv (14.), Konopljánka (16.) und vor allem Jarmólenko, der eine Konopljánka-Hereingabe um eine Fußspitze verpasste (19.), dem Tor von Handanović annäherten. Ein böses Foul von Jokić an Jarmólenko sorgte dann für Aufregung auf den Rasen, die Schiedsrichter Çakır mit einer weiteren Gelben Karte nur begrenzt eindämmen konnte (25.).

Am Drücker blieben weiter die Gäste: Selezn’óv hätte einen Ballverlust von Kampl fast mit dem 1:1 bestraft, traf aus spitzem Winkel den Ball aber nicht richtig (28.). Drei Minuten später feuerte Konopljánka drüber (31.). Für die unter Druck stehenden Gastgeber verbuchte Pečnik nach Birsa-Freistoß einen eher harmlosen Kopfball (35.). Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff testete erneut Pečnik P’játov mit einem harten Schuss (42.), der eine unorthodoxe Parade forderte, dann zielte Birsa ungenau (45.), sodass es mit einem schmeichelhaften 1:0 und bereits fünf Gelben Karten in die Kabinen ging.

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Die ukrainische Defensive um Torwart P’játov geriet nur selten in Bedrängnis.

Halbzeit Zwei begann deutlich ruhiger und vor allem friedlicher als die erste Halbzeit. Slowenien blieb weiterhin ungefährlich, während die Ukrainer mehr Spielanteile verbuchten und logischerweise auch eher zum Abschluss kamen. Handanović reagierte bei einem Konopljánka-Flachschuss stark (50.), dann durften sich Fedéc’kij (52.) und Hármaš (65.) ohne Erfolg versuchen. Während die Katanec-Schützlinge immer müder wurden schien der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit. Auch Ševčúk (71.), Jarmólenko (72.) und Rakíc’kij (73.) war das Glück nicht hold.

Quasi aus dem Nichts bot sich dann die große Chance auf das wichtige zweite Tor für Slowenien. Nach einer Birsa-Ecke kam Cesar am langen Pfosten zum Kopfball, scheiterte aber an einer Glanztat von P’játov (74.). Es war aber ein Wachsignal für den WM-Teilnehmer von 2010, der noch einmal die letzten Reserven mobilisierte. Unterbrochen wurde die Aufholjagd auch vom eigenen Anhang, der drei Bengalos auf das Spielfeld warf und so für eine kurze Unterbrechung sorgte (81.). Krhin kam noch zu zwei Kopfbällen (81., 87.), letztlich war es aber zu wenig.

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Mission erfüllt: Die Ukraine löst das Ticket für die EM in Frankreich.

Die ursprünglich angekündigten fünf Minuten Nachspielzeit sorgten dann für einen negativen Höhepunkt. Brečko brachte Konopljánka bei einem Konter mit einem Tritt gegen dessen Hüfte zu Fall und musste für dieses grobe Foulspiel völlig zurecht mit Rot vom Feld (90.+3). In Unterzahl rutschte Kampl dann auch noch als letzter Mann aus, Kravéc‘ lief mit Jarmólenko allein auf Handanović zu und legte vor dem Keeper quer. Das 1:1 war folglich nur noch Formsache (90.+7). Direkt danach war Schluss und die Ukraine durfte die zweite EM-Teilnahme nach 2012 (damals Co-Gastgeber) bejubeln.

Statistik:

Tore: 1:0 Cesar (11., Kopfball, Novaković), 1:1 Jarmólenko (90.+7, Linksschuss, Kravéc‘)

Aufstellung (Slowenien): Handanović – Brečko, Ilić, Cesar, Jokić – Krhin – Pečnik, Kampl – Birsa – Bezjak, Novaković

Aufstellung (Ukraine): P’játov – Fedéc’kij, Chačerídi, Rakíc’kij, Ševčúk – Rybálka – Stepanénko, Sydorčuk – Jarmólenko, Konopljánka – Selezn’óv

Wechsel (Slowenien): 67. Iličić für Pečnik, 68. Ljubijankić für Bezjak, 80. Lazarević für Birsa

Wechsel (Ukraine): 61. Hármaš für Sydorčuk, 80. Kravéc‘ für Selezn’óv, 90.+6 Tymoščúk für Konopljánka

Bank (Slowenien): Oblak (Tor), Vidmar (Tor), Anđelković, Samardžić, Struna, Kirm, Kurtić, Rotman, Verbič

Bank (Ukraine): Bójko (Tor), Ševčénko (Tor), Kúčer, Pyljavs’kij, Kamenjuka, Húsjev, Karavájev, Petrjak, Budkivs’kij

Gelbe Karten: Cesar (1., Foulspiel), Jokić (25., Foulspiel), Pečnik (38., Foulspiel), Lazarević (90.+4, Rangelei) – Konopljánka (4., Rangelei), Rybálka (32., Foulspiel)

Rote Karte: Brečko (90.+3, grobes Foulspiel, Konopljánka)

Schiedsrichter: Cüneyt Çakır (Türkei) – Bahattin Duran (Türkei), Tarik Ongun (Türkei) – Mustafa Eyisoy (Türkei) – Hüseyin Göçek (Türkei), Barış Şimşek (Türkei)

Anstoßzeit und Spielort: 17.11.2015, 20:45 Uhr (CET), Stadion Ljudski vrt/Maribor

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