Dani Alves rettet die Seleção, Kolumbien und Chile schlagen zurück

Veröffentlicht: 20. März 2016 in CONMEBOL, FIFA World Cup Qualifiers 2018
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Uruguay ist neuer Tabellenführer in der WM-Qualifikation Südamerikas. Cavani und Co. reichte ein knappes 1:0 gegen Peru, um an Ecuador vorbeizuziehen, das überraschend klar mit 1:3 in Kolumbien unterlag. Die „Cafeteros“ fanden dabei offensiv zu alter Stärke und konnten sich auf ihr Angriffstrio Bacca, Cuadrado und James Rodríguez verlassen. Argentinien verbuchte mit dem 2:0 gegen Bolivien einen Pflichtsieg, Chile kam nach Rückstand in Venezuela zu einem deutlichen 4:1-Erfolg. Paraguay gab gegen ohne den gesperrten Neymar erneut schwache Brasilianer wie schon gegen Ecuador eine Führung in der Nachspielzeit aus der Hand.

Tabelle: 1. Uruguay (13 Punkte/12:4 Tore), 2. Ecuador (13/12:7), 3. Argentinien (11/6:4), 4. Chile (10/12:10), 5. Kolumbien (10/9:8), 6. Brasilien (9/11:8), 7. Paraguay (9/7:6), 8. Peru (4/6:12), 9. Bolivien (3/7:13), 10. Venezuela (1/7:17)

Sieggaranten: Kolumbiens Trio Bacca, James Rodríguez und Cuadrado sorgte für einen klaren Erfolg gegen Ecuador.

Kolumbien – Ecuador 3:1

Mit dem Erfolgserlebnis des späten Sieges gegen Bolivien im Rücken starteten die Hausherren gut in die Partie und erspielten sich Vorteile. Zwar kam Ecuador zum ersten Abschluss – Enner Valencia testete Ospina aus 15 Metern (6.) – wesentlich aktiver und gefährlicher waren aber die „Cafeteros“ und forderten Gästekeeper Domínguez schon früh. Sowohl gegen Bacca (11.) als auch gegen James Rodríguez (14.) behielt dieser aber die Oberhand.

Das sollte sich nach einer Viertelstunde ändern. Kapitän James spielte Bacca im Sechzehner an, der drehte sich geschickt um Gegenspieler Erazo und in einer fließenden Bewegung abzog. Diesmal war Domínguez machtlos – 1:0 (15.). Der Rückstand änderte nichts am Spielgeschehen. Der Tabellenführer präsentierte sich zahnlos und passiv, Kolumbien gab weiter den Ton an und hätte die Führung ausbauen müssen. Am Ende eines herrlichen One-Touch-Spielzuges rettete wieder Domínguez gegen den Torschützen (24.) und entschärfte auch James‘ Flachschuss aus halblinker Position nachdem der Real-Spieler Achilier entwischt war (27.). In dieser Schlagzahl ging es weiter: Cuadrado steckte für James durch, doch erneut schluderte der 24-jährige und Domínguez blieb Sieger (34.).

Diese Fahrlässigkeit konnten die „Tricolor“ nicht bestrafen. Abgesehen von einem harmlosen Fernschuss von Quiñónez boten die Gäste nichts (38.). So war der Pausenstand von 1:0 sehr schmeichelhaft, da ein weiteres Mal James nach einem Zwei-gegen-Zwei-Konter und Zusammenspiel Bacca über das Tor schoss (40.) und Arias den Ball auf das Tornetz hob. Zuvor hatte Kapitän Ayoví unaufmerksam agiert (43.).

War nur noch Ergebniskosmetik: Arroyo gelang per sehenswertem Freistoß der Ehrentreffer.

Versäumtes holte der WM-Viertelfinalist von 2014 binnen drei Minuten nach Wiederanpfiff nach. Cardona ließ mit einem Trick auf links gleich drei Gegenspieler schlecht aussehen, drang an die Grundlinie vor und flankte nach innen. Am Fünfmeterraum sprang Pérez in den Ball und bugsierte diesen mit den Stollen via Innenpfosten ins lange Eck – ein artistisch und technisch anspruchsvoller Treffer (48.).

Kolumbien zog sich nun etwas zurück, verwaltete den Zwei-Tore-Vorsprung und überließ Ecuador den Ball. Doch den Gästen fehlten sichtlich die Ideen. Abgesehen von einem Quiñónez-Distanzschuss, der unter dem wachsamen Auge von Ospina die Oberseite der Latte streifte (58.), kam nichts. Stattdessen machte das Offensivtrio der Hausherren den Deckel auf das Spiel. James steckte rechts durch für Cuadrado, der frei vor Domínguez quer legte. Bacca musste aus kurzer Distanz nur noch einschieben (67.).

Damit war die Partie entschieden. Die Pékerman-Schützlinge schonten ihre Kräfte, ein Aufbäumen der „Tricolor“ blieb aus. Stattdessen verzog Cardona nach einem Konter klar (77.), James setzte den Ball nach Vorlage des eingewechselten Ramos in die Werbebande (87.). Ein Ballverlust von Cuéllar, der daraufhin Quiñónez foulte, ermöglichte Arroyo immerhin das Ehrentor. Den folgenden Freistoß aus 20 Metern zentraler Position zirkelte der Mittelfeldmann sehenswert in den rechten Winkel (90.).

Kolumbien rückt dank dem Sieg auf Platz Fünf vor, Ecuador muss die Tabellenführung an die punktgleichen Uruguayer abgeben.

Statistik:

Tore: 1:0 Bacca (15., Rechtsschuss, James Rodríguez), 2:0 S. Pérez (48., Rechtsschuss, Cardona), 3:0 Bacca (67., Rechtsschuss, Cuadrado), 3:1 Arroyo (90., direkter Freistoß, Rechtsschuss)

Aufstellung (Kolumbien): Ospina – Arias, C. Zapata, Ó. Murillo, F. Díaz – S. Pérez, D. Torres – Cuadrado, James Rodríguez, Cardona – Bacca

Aufstellung (Ecuador): A. Domínguez – J. C. Paredes, Achilier, Erazo, W. Ayoví – Noboa, P. Quiñónez – A. Valencia, Montero – Á. Mena, E. Valencia

Wechsel (Kolumbien): 79. A. Ramos für Bacca, 84. Cuéllar für S. Pérez, 85. M. Moreno für Cuadrado

Wechsel (Ecuador): 59. Arroyo für Montero, 75. J. Ayoví für Á. Mena, 83. Gaibor für Noboa

Bank (Kolumbien): C. Vargas (Tor), R. Zapata (Tor), Fabra, Medina, J. Murillo, Ibarbo, D. Moreno, Muriel, L. Quiñónes

Bank (Ecuador): Banguera (Tor), Dreer (Tor), Bagüí, Mina, Pineida, Á. Bolaños, Cazares, Ibarra, F. Martínez

Gelbe Karten: Cuadrado (61., Foulspiel), Cuéllar (89., Foulspiel) – A. Valencia (53., Foulspiel), Arroyo (68., Foulspiel), E. Valencia (76., Foulspiel), P. Quiñónez (81., Foulspiel)

Schiedsrichter: Enrique Osses (Chile) – Carlos Astroza (Chile), Christian Schiemann (Chile) – Patricio Polic (Chile)

Anstoßzeit und Spielort: 29. März 2016/15:30 Uhr (UTC-5), Estadio Metropolitano Roberto Meléndez/Barranquilla

Edinson Cavani erzielt hier das Siegtor gegen Peru.

Uruguay – Peru 1:0

Beide Teams hatten am fünften Spieltag Moral bewiesen. Während Uruguay das 2:2-Unentschieden nach 0:2-Rückstand in Brasilien durchaus als Erfolg werten durfte sah es bei den Peruanern anders aus, die nur durch ein Tor in der Nachspielzeit eine Niederlage gegen Schlusslicht Venezuela vermieden. Die „Inkas“ starteten in Montevideo durchaus mutig und versteckten sich nicht, waren aber auch tabellarisch unter Zugzwang nach nur einem Sieg in den ersten fünf Partien.

Die erste brauchbare Chance verbuchten aber die Hausherren, die wie so oft ihre Stärke bei Standards ausspielten. Nach Sánchez-Ecke platzierte Vecino seinen Kopfball aber genau auf Torwart Gallese (8.). Die Vorteile im Ballbesitz vermochten die „Celeste“ aber nicht in Chancen umzumünzen, zudem leisteten sich Cavani und Co. viele leichte Ballverluste. In der 25. Minute stand Guerrero nach einem klugen Zuspiel von Céspedes auf einmal frei vor Keeper Muslera, zielte aber genau auf diesen und ließ so die große Chance zur Führung sträflich liegen.

Ansonsten war es eine ausgeglichene Partie, die an vielen Unterbrechungen litt. Nach etwas mehr als einer halben Stunde bot sich dann dem Copa-Sieger von 2011 binnen weniger Minuten zwei ausgezeichnete Gelegenheiten – natürlich nach ruhenden Bällen. Nach Sánchez‘ Freistoß fälschte Perus Ramos einen Kopfball von Álvaro Pereira an den Querbalken ab und hatte so Glück, einem Eigentor zu entgehen (32.). Zwei Minuten später trat Cavani zum Freistoß an, setzte den Ball aber knapp über das Tor (34.).

Kurz vor der Pause trat der PSG-Stürmer, der ebenso wie Sturmpartner Suárez gegen die Seleção getroffen hatte, noch einmal in Erscheinung. Nach Sánchez-Hereingabe drehte sich der 29-jähriger geschickt um seinen Gegenspieler, wurde aber von Advíncula geblockt (42.). Trainer Tabárez reagierte mit einem offensiven Wechsel zur Pause und brachte Cristian Rodríguez für Vecino. Der Joker sorgte auch gleich für Gefahr und scheiterte nach Kopfball-Ablage von Coates aus zehn Metern an Gallese (48.). Der Innenverteidiger stieg bei der folgenden Ecke am höchsten, köpfte aber drüber (49.).

Paolo Guerrero, hier gegen Coates, ließ Perus beste Gelegenheit liegen.

Peru musste in dieser Druckphase den Ausfall von Pizarro verkraften, der verletzt vom Feld gefahren wurde – Ruidíaz kam. Wenig später folgte der nächste Schock. Rodríguez‘ Zuspiel legte Suárez mit dem Außenrist in den Lauf von Cavani, der links in den Sechzehner eindrang und den Ball unter die Latte hämmerte – Gallese war chancenlos (53.). Keine Minute später war der Torwart wieder im Mittelpunkt als Suárez und Sánchez im Zusammenspiel vor den Keeper auftauchte, letzterer aber zu unentschlossen agierte und letztlich den Schlussmann anschoss (54.). Und wieder nur sechzig Sekunden darauf traf Cavani nach Flanke von Sánchez per Kopf die Latte (55.).

Die „Inkas“ konnten danach ihre defensive Ordnung wiedererlangen, sodass das Spiel sich wieder dem der ersten Halbzeit annäherte. Abschlüsse blieben Mangelware, vielmehr neutralisierten sich die Akteure gegenseitig. Advíncula feuerte in der 79. Minute einen satten Fernschuss ab, den Muslera mit leichten Problemen sichern konnte (79.), ansonsten plätscherte die Partie ihrem Ende entgegen.

In der Schlussminute musste die „Urus“ aber noch einen bangen Moment überstehen: Polo zog von der Strafraumgrenze ab, sein Flachschuss ging nur knapp am linken Pfosten vorbei (90.). In der Nachspielzeit passiert dann nichts mehr, Peru blieb insgesamt einfach zu harmlos. Mit dem Sieg übernimmt Uruguay die Tabellenführung, die Gäste bleiben mit nur vier Zählern Achter.

Statistik:

Tor: 1:0 Cavani (53., Linksschuss, L. Suárez)

Aufstellung (Uruguay): Muslera – Maxi Pereira, Coates, Victorino, Á. Pereira – Arévalo Ríos – Á. González, Vecino – C. A. Sánchez, L. Suárez, Cavani

Aufstellung (Peru): Gallese – Advíncula, C. Ramos, A. Rodríguez, Céspedes – Ascues, Tapia – Polo, Cueva – Pizarro, Guerrero

Wechsel (Uruguay): 46. C. Rodríguez für Vecino, 80. Fucile für Á. González, 86. Rolan für C. A. Sánchez

Wechsel (Peru): 49. Ruidíaz für Pizarro, 63. Yotún für Tapia, 65. Balbín für Ascues

Bank (Uruguay): Campaña (Tor), M. Silva (Tor), Polenta, G. Silva, Varela, De Arrascaeta, Lodeiro, A. Hernández, Stuani

Bank (Peru): Libman (Tor), Penny (Tor), Callens, Corzo, Arias Tuesta, Benavente, Vílchez, da Silva, E. Flores

Gelbe Karten: – C. Ramos (33., Foulspiel), Advíncula (60., Foulspiel)

Schiedsrichter: Roddy Zambrano (Ecuador) – Byron Moreno (Ecuador), Christian Lescano (Ecuador) – Carlos Orbe (Ecuador)

Anstoßzeit und Spielort: 29. März 2016/20:00 Uhr (UTC-3), Estadio Centenario/Montevideo

Jubelpärchen: Mauricio Pinilla und Arturo Vidal schnürten jeweils einen Doppelpack.

Venezuela – Chile 1:4

Bei Copa-Sieger Chile lief es zuletzt überhaupt nicht gut. Auf die 0:3-Niederlage in Uruguay folgte der Rücktritt von Trainer Sampaoli, am Donnerstag folgte eine 1:2-Niederlage gegen Argentinien. Torwart Bravo absolvierte dabei sein 100. Länderspiel, sah aber in der Nachspielzeit für ein kurioses Foul an Kollege Romero seine zweite Gelbe Karte und fehlte damit in Venezuela ebenso wie die langfristig gesperrten Eduardo Vargas und Jorge Valdivia.

Der Tabellenletzte hatte in Peru eine durchaus vielversprechende Leistung geboten, eine 2:0-Führung aber noch durch ein Gegentor in letzter Minute verspielt. Dennoch präsentierte sich die „Vinotinto“ in Barinas mutig und setzte auf die eigene Offensive – wohlwissend, wie wacklig sich die Abwehr bisher präsentiert hatte. Martínez (1.) und Rincón (8.) zielten aus der Distanz nicht genau genug, anders Otero. Der Mittelfeldmann trat auf der linken Außenbahn zum Freistoß an und entschied sich gegen eine Flanke in den gutbesetzten Strafraum. Stattdessen hämmerte der 23-jährige das Leder aus mehr als 30 Metern Torentfernung direkt auf den Kasten und überraschte so Bravo-Ersatz Herrera. Der Schuss senkte sich perfekt zentral unter die Latte, der Jubel war entsprechend ausgelassen (9.) – inklusive Autogramm für einen Balljungen.

In der Folge gestaltete sich die Partie zäh. Venezuela setzte der „La Roja“ zu, agierte aggressiv und bemühte sich, die Gäste vom eigenen Tor fernzuhalten. Dies gelang: in der ersten halben Stunde kamen die Chilenen zu keinen einzigen Torschuss. Auf der Gegenseite zog Guerra vom linken Sechzehnereck ab, Herrera rettete mit einer Flugparade (30.). Erstmals gefährlich für das Gehäuse von Contreras, der den in Peru patzenden Baroja vertrat, wurde mit Velázquez der eigenen Mann, doch der Schlussmann reagierte gut, als der Innenverteidiger eine Isla-Hereingabe abfälschte (32.).

Eine Minute später fiel dann mit dem ersten Torschuss von Vidal und Co. der Ausgleich: Alexis Sánchez brachte eine Ecke perfekt in die Mitte, acht Meter vor dem Tor setzte sich Pinilla gegen Vizcarrondo durch, sein satter Kopfball ließ Contreras keine Chance (33.). Das 1:1 zeigte Wirkung bei den Chilenen, die nun viel zielstrebiger agierten und häufiger zum Abschluss kamen. Vidal näherte sich per Kopf nach Sánchez-Chip (42.) und per Direktabnahme nach Isla-Flanke an (44.), Pinilla feuerte nach einem Fehler des wackligen Vizcarrondo drüber (45.).

Den Schwung der Schlussminuten retteten die Gäste über die Pause und machten nahtlos weiter. Sánchez‘ Flachschuss nach starker Vidal-Vorarbeit wurde noch neben das Tor abgefälscht (50.), kurz darauf war es dann aber soweit. Seijas spielte den Ball unbedrängt in die Beine von Beausejour, der von links eine Maßflanke in die Mitte schlug, wo Pinilla einlief und wuchtig per Direktabnahme vollstreckte (52.). Damit schnürte der 32-jährige in seinem ersten Spiel in Nationaltrikot von Beginn an seit Oktober 2011 einen Doppelpack. Sein letztes Länderspieltor lag gar noch länger zurück: Im Jahr 2004 gegen Venezuela…

Alexis Sánchez und Chile taten sich gegen Venezuela stellenweise schwer, am Ende stand aber ein klarer Erfolg.

Damit waren die Hausherren wieder einmal in Rückstand und hatten Pech, als Jara als letzter Mann den enteilenden Josef Martínez knapp vor dem Strafraum zu Fall brachte und nur Gelb sah (55.). Nach Ansicht von Schiedsrichter Haro (Peru) war wohl keine klare Torchance gegeben, da der aus seinem Tor eilende Herrera noch hätte eingreifen können. Den folgenden Freistoß hob Otero über die Latte (57.). Fünf Minuten später verpasste Martínez eine Hereingabe des eingewechselten Peñaranda vor dem leeren Tor um Haaresbreite (62.).

Chile dominierte das Geschehen aber allgemein und zeigte sich effektiver als in den bisherigen Spielen. Pinilla verzog bei einem Konter noch (69.), besser machte es Vidal. Nach Gutiérrez‘ öffnenden Diagonalpass auf die rechte Seite ging Orellana viel zu leicht an Villanueva vorbei und legte quer auf den Münchner, der aus sieben Metern freistehend einschieben durfte (72.). Erneut war der „Vinotinto“ ihre enorme Anfälligkeit in der Defensive zum Verhängnis geworden.

Zwar steckten die ganz in Gelb agierenden Gastgeber nicht auf, mehr als ein abgefälschter Rincón-Fernschuss sprang dabei nicht heraus (84.). Den Schlusspunkt besorgten Vidal und Sánchez. Nachdem der Arsenal-Stürmer selbst nach einem Zuspiel des Bundesliga-Profis seinen Heber zu hoch angesetzt hatte (88.), ließ er in der Nachspielzeit Villanueva ins Leere grätschen und bediente den Mittelfeldmann, der aus minimalster Distanz ebenfalls seinen Doppelpack klar machte (90.+2).

Dank des am Ende deutlichen Erfolges springt Chile auf Rang Vier, im September heißen die nächsten Gegner Paraguay (A) und Bolivien (H). Venezuela bleibt sieglos Tabellenletzter, angesichts der eklatanten Abwehrschwäche der „Vinotinto“ scheint für die erste WM-Qualifikation überhaupt ein kleines Wunder nötig zu sein.

Statistik:

Tore: 1:0 Otero (9., direkter Freistoß, Rechtsschuss), 1:1 Pinilla (33., Kopfball, A. Sánchez), 1:2 Pinilla (52., Rechtsschuss, Beausejour), 1:3 Vidal (72., Rechtsschuss, Orellana), 1:4 Vidal (90.+2, Rechtsschuss, A. Sánchez)

Aufstellung (Venezuela): Contreras – Rosales, Vizcarrondo, J. Velázquez, Villanueva – Rincón, Figuera – Juanpi, Otero – Guerra, J. Martínez

Aufstellung (Chile): Herrera – Isla, Medel, Jara, Beausejour – F. Silva, F. Gutiérrez – Vidal, Pinilla – Orellana, A. Sánchez

Wechsel (Venezuela): 28. Seijas für Figuera, 60. Peñaranda für Juanpi, 74. Blanco für Seijas

Wechsel (Chile): 80. N. Castillo für Pinilla, 87. E. Mena für Orellana

Bank (Venezuela): Baroja (Tor), Ángel, D. Benítez, V. García, Quijada, Cermeño, A. Flores, J. J. Murillo, Soteldo

Bank (Chile): Garcés (Tor), Toselli (Tor), F. Campos, P. Díaz, Roco, Meneses, Pavez, D. Valdés, Á. Henríquez, J. Vargas

Gelbe Karten: Rosales (45.+3, Foulspiel), Oteru (86., Foulspiel) – Jara (55., Foulspiel), F. Silva (77., Foulspiel)

Schiedsrichter: Diego Haro (Peru) – Jonny Bossio (Peru), Raúl López (Peru) – Miguel Santivañez (Peru)

Anstoßzeit und Spielort: 29. März 2016/19:00 Uhr (UTC-4:30), Estadio Agustín Tovar/Barinas

Ich war’s schon wieder: Außenverteidiger Mercado traf wie schon gegen Chile, diesmal zum 1:0.

Argentinien – Bolivien 2:0

Argentinien hatte seine Qualifikationskampagne nach Stotterstart mit zwei wichtigen Auswärtssiegen in Kolumbien (1:0) und Chile (2:1) auf Kurs gebracht. In Santiago hatten sich aber mit Otamendi und Funes Mori beide Innenverteidiger Gelbsperren abgeholt. Für sie liefen Veteran Demichelis, zuletzt bei Manchester City formschwach, und der Ex-Nürnberger Pinola auf. Für letzteren war es das zweite Länderspiel überhaupt, zuletzt hatte der 33-jährige 2007 gegen Algerien das Nationaltrikot getragen. Außerdem erhielten Mascherano und Higuaín den Vorzug vor Kranevitter und Agüero.

Boliviens Coach Julio Cesar Baldivieso dagegen baute nach dem unglücklichen 2:3 gegen Kolumbien gleich acht Mal um, unter anderem durfte Torwart Carlos Lampe sein erstes Pflichtspiel absolvieren. Wie immer bauten die Gäste auswärts auf eine Fünferkette, im September 2015 hatte es beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften eine herbe 0:7-Klatsche gegeben.

Bolivien eröffnete das Spiel, verlor allerdings binnen Sekunden den Ball. Higuaín steckte durch für Di María, Lampe war hellwach und konnte parieren, Banega schnappte sich den Abpraller und setzte ihn aus spitzem Winkel an die Latte – gespielt waren gerade mal zehn (!) Sekunden. Es war eine Vorschau auf das, was kommen sollte. Der Favorit schnürte „La Verde“ in deren Hälfte ein und sorgte für viel Druck. Der finale Ball fehlte aber, weswegen Großchancen ausblieben.

Daher musste ein Standard für den nächsten Großkaräter herhalten. Kapitän Messi fand per Freistoß den aufgerückten Mercado, doch der Kopfball des Rechtsverteidigers, der in Chile den Siegtreffer markiert hatte, ging über das Tor (16.). Vier Minuten darauf war es aber so weit. Messi führte einen Freistoß gedankenschnell aus und chippte den Ball in die Spitze zum gestarteten Higuaín. Dessen Heber kratze Eguino von der Linie, beförderte den Ball dadurch aber wieder zurück zum Napoli-Stürmer. Der behielt die Übersicht und legte quer für Mercado, der mühelos ins leere Tor einschob (20.).

Argentinien setzte nach der beruhigenden Führung weiter nach. Lampe entschärfte einen Messi-Freistoß (26.) und war wenig später einer von vielen Gästeakteuren, die bei Schiedsrichter Valenzuela (Venezuela) vorstellig wurde. Banega ließ mit einem Haken Eguino im Sechzehner aussteigen, der Verteidiger versuchte am Boden liegend zu klären und traf dabei vor allem den Ball, wohl aber auch den Mittelfeldspieler. Der Referee hatte gute Sicht und deutete sofort auf den Punkt (28.). Trotz aller Proteste durfte Messi antreten, vollstreckte unhaltbar ins rechte Eck und durfte sein 50. Länderspieltor bejubeln (30.).

Gonzalo Higuaín blieb ohne eigenen Erfolg, war aber an einigen guten Szenen beteiligt.

Trotz eines personellen Rückschlages – Di María musste verletzt von Correa ersetzt werden – blieb die „Albiceleste“ klar dominant und ließ die Bolivianer nicht zum Atmen kommen. Klare Chancen blieben aber selten, auch weil der Außenseiter weiterhin konzentriert verteidigte und nicht auseinanderbrach. Lampe entschärfte einen weiteren Freistoß von Messi (42.), Higuaín schoss vom Strafraumrand nach Ablage des Kapitäns knapp vorbei (43.).

Am Bild auf den Rasen tat sich nach der Pause nichts. Messi setzte einen Kopfball nach einer Kombination mit dem anderen Torschützen Mercado am Tor vorbei (50.), auf der Gegenseite zwang Smedberg-Dalence per Freistoß den ansonsten beschäftigungslosen Romero zu einer Parade (54.). Es sollte die einzige vorzeigbare Gelegenheit der Gäste bleiben. Am Ende standen 80 Prozent Ballbesitz für die Hausherren und 23:3 Torschüsse.

Bis zum Schlusspfiff lief die Partie langsam aus, auch weil Messi und Co. sich schonten und mehrere Gänge zurückschalteten. Correa scheiterte an Lampe (61.), Biglia schoss nach einer schönen Kombination über Higuaín und Banega vorbei (64.), Banega selbst verzog klar (66.) und Lampe entschärfte einen weiteren Freistoß von Messi exzellent (83.). Da auch Rojo zwei gute Schusschancen liegen ließ (83., 84.) blieb es beim 2:0-Pflichterfolg für den Favoriten, der damit Platz 3 festigt. Bolivien konnte durch eine konzentrierte Leistung eine höhere Niederlage verhindern, im Kampf um die WM-Tickets dürfte „La Verde“ aber höchstens die Rolle eines Stolpersteins einnehmen.

Statistik:

Tore: 1:0 Mercado (20., Rechtsschuss, Higuaín), 2:0 Messi (30., Foulelfmeter, Linksschuss, Eguino an Banega)

Aufstellung (Argentinien): S. Romero – Mercado, Demichelis, Pinola, Rojo – Mascherano – Biglia, Banega – Messi, Higuaín, Di María

Aufstellung (Bolivien): Lampe – Di. Bejarano, Eguino, Marteli, L. Gutiérrez, M. Bejarano – Da. Bejarano, Chumacero – J. Campos, Duk, Smedberg-Dalence

Wechsel (Argentinien): 31. Correa für Di María, 78. Agüero für Higuaín, 84. A. Fernández für Banega

Wechsel (Bolivien): 46. Saucedo für Da. Bejarano, 46. Galindo für J. Campos, 75. Arce für Chumacero

Bank (Argentinien): Guzmán (Tor), Rulli (Tor), Musacchio, Roncaglia, Vangioni, Zabaleta, Kranevitter, Lamela, L. Acosta

Bank (Bolivien): R. Quiñónez (Tor), Salvatierra (Tor), Coimbra, I. García, Saavedra, Arrascaita, R. Cardozo, Algarañaz, Ramallo

Gelbe Karten: – L. Gutiérrez (24., Foulspiel), Duk (71., Foulspiel)

Schiedsrichter: Jesús Valenzuela (Venezuela) – Carlos López (Venezuela), Luis Sánchez (Venezuela) – Juan Soto (Venezuela)

Anstoßzeit und Spielort: 29. März 2016/20:30 Uhr (UTC-3), Estadio Mario Alberto Kempes/Córdoba

Dani Alves und seine Kollegen bejubeln den späten Ausgleich, Paraguays Keeper Villar ist bedient.

Paraguay – Brasilien 2:2

Beide Teams standen vor Anpfiff bei acht Punkten und hatten am vergangenen Spieltag Führungen aus der Hand gegeben. Paraguay kassierte bei Tabellenführer Ecuador in der 92. Minute noch das 2:2, Brasilien verspielte gegen Uruguay ein 2:0 und hätte am Ende gar verlieren können. Schwerer wog der Ausfall von Kapitän Neymar, der sich eine zweite Gelbe Karte eingehandelt hatte und daher fehlte. Ricardo Oliveira ersetzte ihn, auch der fehleranfällige David Luiz machte die Reise nach Asunción nicht mit und wurde in der Innenverteidigung von Gil vertreten. Bei Paraguay musste Bruno Valdez verletzt passen, für ihn rückte Paul Aguilar ins Team, Da Silva nahm die für ihn ungewohnte Rolle des rechten Außenverteidigers ein.

Nach einem von vielen Unterbrechungen geplagten Beginn waren es die Gastgeber, die zunehmend die Initiative ergriffen und den Weg nach vorne suchten. Bereits in der zehnten Minute musste Trainer Díaz zum ersten Mal tauschen, Jorge Benítez hatte sich im Duell mit Filipe Luís verletzt und wurde von Sturmveteran Santa Cruz ersetzt. In der 18. Minute fand González mit einem der zahlreichen Freistöße Ortiz, dessen Kopfball am linken Pfosten landete.

Insbesondere bei Standards wirkte Brasiliens Abwehr mehr als wacklig. Binnen Sekunden kamen Ortiz, Da Silva, Gómez und Aguilar zum Abschluss, insbesondere Gómez hätte aus kurzer Distanz freistehend die Führung erzielen müssen, doch Torwart Alisson hielt spektakulär (20.). Die Seleção bemühte sich daraufhin, das aufkommende Tempo aus dem Spiel zu nehmen und kam fast aus dem Nichts zur eigenen Führung. Willian bediente Ricardo Oliveira, der aus zehn Metern die Latte traf (28.).

Für Feinschmecker war die Partie nichts, bis zur Pause blieben konstruktive Szenen und gute Spielzüge Mangelware. In der 40. Minute belohnte sich die „Albirroja“ für ihren couragierten Auftritt mit der Führung. Ortigoza schickte Edgar Benítez auf links, bei dessen kluger Flanke in den Rückraum stand Lezcano völlig frei und setzte den Ball aus zehn Metern geschickt in die Maschen. Bereits in Ecuador und im November gegen Bolivien hatte Ingolstadts Stürmer eingenetzt. Brasilien suchte noch vor den Kabinengang nach einer Antwort, mehr als ein deutlich zu hoher Versuch von Oliveira sprang aber nicht heraus (45.+2).

Ingolstadts Lezcano feiert sein Tor zum 1:0, es war bereits sein vierter Treffer in der Qualifikation.

Stattdessen legte Paraguay vier Minuten nach Wiederbeginn nach. Santa Cruz behauptete sich gegen drei Gegenspieler und passte zu Ortiz, der das Spielgerät mit viel Übersicht in den Sechzehner hob. Benítez schob sich vor Filipe Luís, nahm den Ball stark mit links mit und vollendet vor Alisson abgeklärt – 2:0 (49.). Vorbereiter Ortiz musste wenig später ebenso verletzt raus, Santana kam neu in die Partie.

Eine Reaktion von Brasilien blieb aus, die Gäste präsentierten sich wie schon so häufig ohne Neymar offensiv nur sehr selten gefährlich und waren gegen einsatzfreudige Paraguayer häufig nur zweiter Sieger. Ein Kopfball von Renato Augusto, der Villar keine Probleme bereitete, war noch der beste Offensivansatz des WM-Gastgebers von 2014 (66.). Erst in der Schlussphase wurden die Aktionen von Willian und Co. präziser, auch weil die Gastgeber nachließen und die Kontrolle über den Ball zu leicht abgaben.

Für den Anschluss brauchten die Dunga-Schützlinge aber die Mithilfe des Gegners. Einen Distanzhammer von Hulk ließ Keeper Villar prallen und sah auch bei Oliveiras direkt auf ihn kommenden Abstauber nicht allzu gut aus (79.). Plötzlich wurde das Spiel wieder eng, Santa Cruz und Co. versuchten nun, ihren Vorsprung über die Zeit zu retten. Bis in die Nachspielzeit gelang das auch, dann wurde ihnen erneut die 92. Minute zum Verhängnis.

Willian bediente den mitaufgerückten Dani Alves, der von Aguilar nicht wirklich attackiert wurde und seine Freiheit nutzte, um den Ball aus elf Metern halbrechter Position mit dem schwächeren linken Fuß ins lange Eck zu schlenzen (90.+2). Fast hätte der Außenverteidiger sogar noch den Siegtreffer aufgelegt, doch nachdem Villar den Fernschuss des Barça-Profis abprallen ließ konnten weder Hulk noch Filipe Luís den Abpraller über die Linie drücken, auch weil Da Silva noch entscheidend dazwischen ging (90.+3). Unmittelbar darauf war Schluss. Während Brasilien immerhin einen Punkt der Moral bejubeln darf ließ Paraguay erneut spät Punkte liegen und bleibt Siebter.

Statistik:

Tore: 1:0 Lezcano (40., Rechtsschuss, E. Benítez), 2:0 E. Benítez (49., Linksschuss, R. Ortiz), 2:1 Ricardo Oliveira (79., Rechtsschuss, Hulk), 2:2 Dani Alves (90.+2, Linksschuss, Willian)

Aufstellung (Paraguay): Villar – Da Silva, G. Gómez, P. Aguilar, Samudio – Ortigoza, R. Ortiz – D. González, E. Benítez – Lezcano, J. Benítez

Aufstellung (Brasilien): Alisson – Dani Alves, Gil, Miranda, Filipe Luís – Luiz Gustavo – Fernandinho, Renato Augusto – Willian, Ricardo Oliveira, Douglas Costa

Wechsel (Paraguay): 10. Santa Cruz für J. Benítez, 56. Santana für R. Ortiz, 70. Iturbe für Lezcano

Wechsel (Brasilien): 46. Hulk für Fernandinho, 70. Lucas Lima für Luiz Gustavo, 80. Jonas für Ricardo Oliveira

Bank (Paraguay): Al. Aguilar (Tor), A. Silva (Tor), Balbuena, Piris, O. Martínez, Ó. Romero, L. Barrios, H. Pérez, Sanabria

Bank (Brasilien): Diego Alves (Tor), Marcelo Grohe (Tor), Alex Sandro, Danilo, Felipe, Marquinhos, Oscar, Philippe Coutinho, Gabriel

Gelbe Karten: G. Gómez (42., Foulspiel), Samudio (45., Foulspiel), Villar (82., Zeitspiel) – Miranda (28., Foulspiel)

Schiedsrichter: Wilmar Roldán (Kolumbien) – Alexander Guzmán (Kolumbien), Cristian de la Cruz (Kolumbien) – Wilson Lamouroux (Kolumbien)

Anstoßzeit und Spielort: 29. März 2016/20:45 Uhr (UTC-4), Estadio Defensores del Chaco/Asunción

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