Lezcano stoppt Ecuador, Argentinien nimmt Revanche

Veröffentlicht: 26. März 2016 in CONMEBOL, FIFA World Cup Qualifiers 2018
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Dank eines Doppelpacks von Ingolstadts Lezcano war Paraguay am fünften Spieltag die erste Mannschaft, die Tabellenführer Ecuador einen Punkt abtrotzen konnte. Erst in der Nachspielzeit glich Mena für die „Tricolor“ aus. Ebenfalls spät jubeln durfte Kolumbien beim 3:2-Erfolg in Bolivien und Peru, das gegen Venezuela in der 94. Minute ein 2:2 rettete. Argentinien nahm erfolgreich Revanche für die Copa-Finalniederlage gegen Chile und entführte durch einen 2:1-Sieg in Santiago drei wichtige Zähler. Uruguay kam dank des wiedervereinten Sturmduos Suárez und Cavani nach 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2 in Brasilien.

Tabelle: 1. Ecuador (13 Punkte/11:4 Tore), 2. Uruguay (10/11:4), 3. Brasilien (8/9:6), 4. Paraguay (8/5:4), 5. Argentinien (8/4:4), 6. Chile (7/8:9), 7. Kolumbien (7/6:7), 8. Peru (4/6:11), 9. Bolivien (3/7:11), 10. Venezuela (1/6:13)

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Eingenetzt: James Rodríguez brachte Kolumbien in La Paz früh in Front.

Bolivien – Kolumbien 2:3

Bolivien setzte nach der knappen 1:2-Niederlage in Paraguay vor eigenem Publikum auf eine Vierer- statt eine Fünferkette, zudem bot Trainer Baldivieso mit Arce und Ramallo zwei Stürmer auf, die von einer offensive Dreierreihe unterstützt wurden. Sein Kollege José Pékerman dagegen nahm im Vergleich zum 0:1 gegen Argentinien gleich sechs Änderungen vor, unter anderem kehrte Cuadrado nach abgesessener Rotsperre wieder in die Startelf zurück.

Die stets heimstarken Gastgeber übernahmen vom Anpfiff weg die aktivere Rolle und drängten passive Kolumbianer in deren Hälfte. Ein erster Fernschuss von Cardozo bereitete Ospina leichte Probleme, der Keeper sicherte das Leder im Nachfassen (5.). In der zehnten Minute starteten die „Cafeteros“ ihren ersten Angriff – und lagen prompt in Front. Nach Díaz‘ Einwurf bediente Bacca links im Sechzehner James Rodríguez, der den Ball mit der Brust verarbeitete und direkt mit links hart abzog. Durch die Beine von Zenteno landete der Schuss flach im langen Eck (10.).

Die Führung spielte den Gelb-Blauen in die Karten, die wie schon in den Anfangsminuten sich mit dem Verteidigen des eigene Tores begnügten und kaum einmal nach vorne oder gar zum Abschluss kamen (Ausnahme: Cuadrado, 25.). „El Verde“ verfügte zwar über viel Ballbesitz und vermochte auch kämpferisch zu gefallen, wirklich gefährliche Abschlüsse oder herausgespielte Chancen konnte sie aber nicht kreieren. Arce, Chumacero, Cardozo und Morales versuchten alle ihr Glück aus der Distanz, konnten Ospina aber nicht prüfen. In der 37. Minute musste Linksverteidiger Morales überdies verletzt raus, Marvin Bejarano ersetzte ihn.

Kolumbien verteidigte trotz den zahlreichen Umstellungen kompakt und machte offensiv aus zwei Chancen zwei Tore. James Rodríguez trieb den Ball durch das Mittelfeld und bediente Bacca in der Spitze mit einem halbhohen Zuspiel, das dieser technisch stark an Zenteno vorbeilegte und den Ball Volley auf das Tor beförderte. Keeper Quiñónez war an dem Aufsetzer noch dran, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern (41.).

Bolivien gab sich trotz dieses Rückstandes aber nicht auf, in der Nachspielzeit zog Arce an Díaz vorbei und zwang Ospina aus spitzem Winkel zu einem starken Reflex (45.+2). Baldivieso reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit Duk, der in Paraguay das zwischenzeitliche Führungstor erzielt hatte, für Lizio. Eine Maßnahme, die sofort Früchte trug: Nach Arces Flanke landete ein Kopfball des Jokers an der ausgestreckten Hand von Jeison Murillo, Schiedsrichter Sampaio (Brasilien) entschied korrekterweise auf Elfmeter (49.). Arce übernahm die Verantwortung und verwandelte halbhoch ins rechte Eck (50.).

Boliviens Spieler standen am Ende trotz einer guten Leistung mit leeren Händen da.

Frisch motiviert erhöhten die Hausherren die Schlagzahl und wurden zwölf Minuten später belohnt – und wieder war Duk maßgeblich beteiligt. Der Stürmer eroberte an der Auslinie an der Grenze des Legalen den Ball gegen Murillo und legte 18 Meter vor dem Tor quer auf Chumacero. Der Mittelfeldmann versenkte den Ball wuchtig und unhaltbar für Ospina im linken Eck – 2:2 (62.). Fast hätte Duk die Partie wiederum nur vier Zeigerumdrehungen darauf endgültig auf den Kopf gestellt, Ospina zeigte bei seinem Kopfball nach starker Flanke von Marvin Bejarano aber eine Weltklasse-Parade und entschärfte in derselben Minute einen Ramallo-Schuss (66.)

Danach fanden die Kolumbianer wieder zu ihrer defensiven Ordnung, trotz der Einwechslungen von Cardona und Muriel blieben die „Cafeteros“ aber harmlos. Erst in den Schlussminuten entdeckten die Gäste auf einmal die Offensive für sich und kamen prompt zu Chancen. Quiñónez parierte einen Cardona-Schuss und vollbrachte in der 89. Minute eine wahre Glanztat. Der 19-jährige Länderspieldebütant Marlos Moreno flankte von links nach innen, am langen Pfosten nahm Muriel den Ball direkt, brachte ihn aber nicht am Schlussmann vorbei.

Der Siegtreffer sollte dennoch fallen. Wieder war es Moreno, der bei einem Konter auf links enteilte und mit viel Übersicht halbrechts Cardona fand. Der behielt die Nerven und setzten seinen Flachschuss aus 14 Metern präzise neben den rechten Pfosten (90.+2). James Rodríguez hätte bei einem weiteren Gegenzug sogar das 2:4 nachlegen können, zielte aber etwas zu hoch (90.+4). Somit sicherte sich der Favorit dank einer fast perfekten Chancenverwertung drei Punkte bei tapferen, letztendlich aber glücklosen Bolivianern.

Statistik:

Tore: 0:1 James Rodríguez (10., Linksschuss, Bacca), 0:2 Bacca (41., Linksschuss, James Rodríguez), 1:2 Arce (50., Handelfmeter, Rechtsschuss, Handspiel: J. Murillo), 2:2 Chumacero (62., Rechtsschuss, Duk), 2:3 Cardona (90.+2, Rechtsschuss, M. Moreno)

Aufstellung (Bolivien): R. Quiñónez – Saavedra, Eguino, Zenteno, A. Morales – Da. Bejarano – Chumacero, Lizio, R. Cardozo – Arce, Ramallo

Aufstellung (Kolumbien): Ospina – Medina, J. Murillo, Ó. Murillo, F. Díaz – S. Pérez, D. Torres, Celis – Cuadrado, James Rodríguez – Bacca

Wechsel (Bolivien): 37. M. Bejarano für A. Morales, 46. Duk für Lizio, 88. Arrascaita für R. Cardozo

Wechsel (Kolumbien): 62. Cardona für S. Pérez, 69. Muriel für Bacca, 85. M. Moreno für Cuadrado

Bank (Bolivien): Lampe (Tor), Salvatierra (Tor), Di. Bejarano, I. García, Marteli, Campos, R. Castro, Saucedo, Algarañaz

Bank (Kolumbien): C. Vargas (Tor), R. Zapata (Tor), Arias, Tesillo, Ab. Aguilar, Ibarbo, D. Moreno, L. Quiñónes, A. Ramos

Gelbe Karten: Zenteno (21., Foulspiel), Chumacero (61., Meckern), Arce (90.+5, Meckern) – Muriel (90.+1, Foulspiel)

Schiedsrichter: Wilton Sampaio (Brasilien) – Emerson de Carvalho (Brasilien), Alessandro Rocha (Brasilien) – Anderson Daronco (Brasilien)

Anstoßzeit und Spielort: 24. März 2016/16:00 Uhr (UTC-4), Estadio Hernando Siles/La Paz

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Ausgleich: Ingolstadts Lezcano – hier beim 1:1 – gelang bei Tabellenführer Ecuador ein Doppelpack.

Ecuador – Paraguay 2:2

Tabellenführer Ecuador musste auf das bewährte Sturmduo Felipe Caicedo und Miller Bolaños verzichten, dafür war Starangreifer Enner Valencia nach längerer Ausfallzeit wieder dabei und rückte in die Startelf. Auch Rechtsverteidiger Paredes musste passen, Antonio Valencia ersetze ihn als sehr offensive Alternative. Paraguays Trainer Ramón Díaz wechselte nach dem 2:1 gegen Bolivien im Tor und brachte den 38-jährigen Villar für Antony Silva. Im Sturm begann Ingolstadts Lezcano an der Seite von Jorge Benítez.

Gerade einmal 26 Sekunden benötigten die Hausherren in Quito für ihren ersten gefährlichen Abschluss. Villar hatte mit Noboas wuchtigen Distanzschuss seine liebe Mühe, Enner Valencia verpasste den Abstauber nur knapp (1.). Die „Tricolor“ nahm im eigenem Haus das Heft des Handelns in die Hand, Paraguay lauerte auf Konter über die schnellen Spitzen und Flügelspieler. Jorge Benítez feuerte nach einem solchen Gegenzug einen ersten Warnschuss ab (7.).

Topchancen für Ecuador blieben zwar aus, die Führung gelang den Hausherren dennoch. Am Ende einer starken Kombination zog erneut Noboa aus der Distanz ab, vom linken Pfosten prallte der Ball ins Feld zurück. Diesmal war Enner Valencia zur Stelle, nahm den Rebound mit der Brust an und schoss mit links flach ein (20.). Fünf Minuten darauf gab es noch Foul von Gómez am Torschützen Freistoß aus 18 Metern zentraler Position. Cazares trat an und zirkelte das Spielgerät nur knapp vorbei (25.). Der Tabellenführer machte weiter viel Druck, doch auch Paraguays Angriffe trugen zum allgemein hohen Tempo bei.

Erst einmal aber waren weiterhin die Gelb-Blauen am Drücker. Montero dribbelte sich links in den Sechzehner, seine Hereingabe landete bei Noboa, der aus 14 Metern erneut Aluminium, diesmal die Latte, traf. Sekunden später rauschte ein Schuss von Antonio Valencia knapp über den Querbalken (31.). Dann kamen die Gäste besser zur Geltung. Da Silva kam an einem González-Freistoß mit dem Kopf ran, setzte seinen Versuch aber vorbei (32.). Vier Minuten später servierte Jorge Benítez mustergültig für González, doch dessen Schuss vom Elfmeterpunkt ging in die Wolken (36.).

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Enner Valencia krönte seine Rückkehr nach Verletzungspause mit dem 1:0.

Wenig später fiel allerdings der nicht unverdiente Ausgleich. Ortigoza schickte mustergültig Edgar Benítez auf links steil, der den Ball am herauseilenden Keeper Domínguez vorbei in die Mitte spielte. Achiliers Klärungstat ging schief, sodass Lezcano aus zwei Metern nur noch ins leere Tor einschieben musste (38.). Bis zur Pause nahmen sich die Akteure dann eine Auszeit, aufgrund des hohen Tempos in der Höhenluft von Quito war dies allerdings verständlich.

Die Gastgeber hatten sich scheinbar gut erholt, denn sie starteten erneut dominant und mit viel Zug zum Tor. Villar musste sich strecken, um einen Freistoß von Joker Arroyo um den Pfosten zu lenken (48.), Cazares (52.) und erneut Arroyo (55.) schossen knapp vorbei. Valencia und Co. gingen dabei aber ein hohes Risiko ein und standen sehr hoch. Nach einer knappen Stunde erlief sich der auffällige Lezcano einen Befreiungsschlag von Bruno Valdez, behauptete sich mit Glück und Geschick rechts im Strafraum gegen Achilier und Erazo und setzte das Kunstleder mit rechts ins lange Eck. Domínguez war noch mit einer Hand dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern (59.).

Die Reaktion des WM-Teilnehmers von 2014? Wütende Angriffe und die Dauerbelagerung des Tores von Villar. Ein Freistoß von Arroyo landete auf dem Tornetz (65.), Antonio Valencias Versuch nach starkem Sololauf wurde von mehreren grätschenden Abwehrbeinen neben das Gehäuse abgefälscht (69.). Dann stand wieder Noboa im Mittelpunkt. Im Anschluss an einen weiteren Standard versuchte sich der Russland-Legionär per Fallrückzieher: zum dritten Mal stand ihm das Aluminium im Weg (71.). Wieder nur zwei Zeigerumdrehungen später tauchte Arroyo nach Cazares‘ perfekten Heber frei vor Villar auf, konnte den Torwart-Oldie aber nicht bezwingen (73.).

Zwar schwammen die „Guaraní“ ordentlich und verteidigten hektisch, bis in die Nachspielzeit ließen Villar und Co. aber nichts mehr zu. In der 92. Minute chippte der herausragende Noboa den Ball in den Lauf des eingewechselten Mena, der rechts im Sechzehner schneller war als Villar und mit dem ersten Kontakt den Schlussmann maßgenau zum hochverdienten Ausgleich überlupfte (90.+2).

Ecuador musste damit nach vier Siegen in Serie erstmals Punkte abtreten, konnte Paraguays ersten Sieg in Quito überhaupt aber noch verhindern. Am 6. Spieltag wartet Kolumbien auf die Tricolor (A), Paraguay hat Brasilien zu Gast.

Statistik:

Tore: 1:0 E. Valencia (20., Linksschuss, Noboa), 1:1 Lezcano (38., Rechtsschuss, E. Benítez), 1:2 Lezcano (59., Rechtsschuss, B. Valdez), 2:2 Á. Mena (90.+2, Linksschuss, Noboa)

Aufstellung (Ecuador): A. Domínguez – A. Valencia, Achilier, Erazo, W. Ayoví – Á. Bolaños, Noboa – F. Martínez, Cazares, Montero – E. Valencia

Aufstellung (Paraguay): Villar – B. Valdez, G. Gómez, Da Silva, Samudio – Ortigoza, R. Ortiz – D. González, E. Benítez – Lezcano, J. Benítez

Wechsel (Ecuador): 46. Arroyo für Á. Bolaños, 78. Ibarra für F. Martínez, 83. Á. Mena für Cazares

Wechsel (Paraguay): 50. Piris für B. Valdez, 73. R. Rojas für D. González, 84. H. Pérez für Lezcano

Bank (Ecuador): Banguera (Tor), Dreer (Tor), Arboleda, Bagüí, Mina, Pineida, Gaibor, P. Quiñónez, J. Ayoví

Bank (Paraguay): Al. Aguilar (Tor), A. Silva (Tor), Balbuena, Patiño, O. Martínez, Ó. Romero, L. Barrios, Iturbe, Sanabria

Gelbe Karten: Á. Bolaños (4., Handspiel), Achilier (58., Foulspiel) – Samudio (70., Foulspiel)

Schiedsrichter: Daniel Fedorczuk (Uruguay) – Nicolás Taran (Uruguay), Richard Trinidad Díaz (Uruguay) – Jonathan Fuentes (Uruguay)

Anstoßzeit und Spielort: 24. März 2016/16:00 Uhr (UTC-5), Estadio Olímpico Atahualpa/Quito

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Synchronspringen: Gutiérrez erzielt die Führung für Chile, am Ende unterlag „La Roja“ Argentinien mit 1:2.

Chile – Argentinien 1:2

Pünktlich zur Neuauflage des Copa-Finales von 2015 war Argentiniens Superstar und Kapitän Lionel Messi wieder fit geworden, auch allgemein hatte sich die Personallage bei der „Albiceleste“ deutlich gebessert. Anders Gegner Chile: Erfolgstrainer Jorge Sampaoli war im Januar nach Differenzen mit dem Verband zurückgetreten, außerdem hatten sich die Stammspieler Valdivia und Vargas beim bitteren 0:3 in Uruguay lange Sperren abgeholt.

In Santiago waren gerade einmal sieben Minuten gespielt, da musste Neucoach Pizzi den nächsten Ausfall verkraften. Rojo legte Mati Fernández im Mittelkreis, der Standardspezialist verletzte sich dabei und musste vom Feld, Silva ersetzte ihn. Unabhängig davon kamen beide Teams relativ gut ins Spiel. Gutiérrez‘ Direktabnahme nach Sánchez-Heber war deutlich zu hoch, der eingewechselte Silva war da schon näher dran, sein Fernschuss ging links vorbei (8.). Auf der Gegenseite deuteten Messi und Di María bei einem ersten Gegenzug ihre Gefährlichkeit an (10.).

Eine Minute später lagen die Hausherren in Front. Bei Orellanas scharfer Ecke entwischte Gutiérrez seinem Gegenspieler Biglia und köpfte wuchtig ein. Romero war chancenlos (11.). Frisch motiviert probierte „La Roja“ nachzusetzen, wurde aber vom nächsten Rückschlag ereilt. Auch Díaz verletzte sich, Rabello kam für den ehemaligen Hamburger (21.). Während der Mittelfeldmann noch draußen behandelt wurde schlug der WM-Finalist gnadenlos zu. Agüero und Banega wühlten sich in den Sechzehner, Banega überließ dann eher zufällig für Di María, der direkt abzog und den Ball aus 12 Metern halblinker Position hoch ins lange Eck schlenzte (20.).

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Feierte seine Rückkehr in die Nationalelf: Kapitän Lionel Messi.

Jetzt war es an den Argentiniern nachzusetzen – und das mit Erfolg. Im Anschluss an einen Standard brachte Otamendi den Ball per Kopf zu Messi. Isla wollte klären, stocherte den Ball aber an den Fünfmeterraum, wo der aufgerückte Mercado per Seitfallzieher Bravo tunnelte – Spiel gedreht (25.). Chile suchte nach dieser kalten Dusche angetrieben vom Publikum einen Weg zurück ins Spiel, spielerisch fehlten aber schon wie im November gegen Kolumbien und Uruguay die zündenden Ideen. Argentinien beschränkte sich auf das Lauern auf Konter und eine gute defensive Ordnung.

Kurz vor der Pause wurde es vor den Toren immerhin in Ansätzen nochmal gefährlich. Torschütze Mercado fand Agüero, der seinen Kopfball aber nicht platzieren konnte (40.). In der Nachspielzeit landete das Spielgerät nach einem Freistoß per Zufall bei Gutiérrez, der aus 15 Metern knapp über das Gehäuse schoss (45.+3). Unmittelbar danach beendete Schiedsrichter Heber Lopes (Brasilien) den ersten Durchgang.

Zwar kam der Kontinentalmeister schwungvoll aus der Kabine, bei der ersten Chancen durch Sánchez musste aber wieder der Zufall helfen, der anschließende Heber des Arsenal-Stürmers ging vorbei (52.). Die Begegnung wurde nun dynamischer, auch da sich nun mehr Räume boten. Orellana zwang Romero per Drehschuss zu einer Parade (60.), Messi bediente Agüero, der aus halblinker Position das lange Eck verfehlte (65.).

Pizzi brachte mit Pinilla für den in der ersten Hälfte eingewechselten Rabello einen weiteren Stürmer. Dem Joker war auch die nächste Chance vorbehalten, nach Zuspiel von Beausejour traf er aus spitzem Winkel das Außennetz (70.). Argentinien geriet nun etwas mehr unter Druck. Den Chilenen war das Bemühen nicht abzusprechen, Sánchez und Co. konnten ihre Angriffe aber kaum einmal zu Ende spielen. So war Silvas Distanzschuss, der sein Ziel verfehlte, noch der beste Abschluss (76.). Di María verzog nach einem Konter (78.), Lavezzi hob den Ball auf das Tornetz (84.).

Trotz vehementen Anrennens blieb „La Roja“ zu harmlos. Pinilla per Kopf (88.) und Sánchez per Freistoß (90.+1) sorgten nicht annähernd für Gefahr. So war wenig später die 1:2-Niederlage besiegelt, Argentinien nimmt damit etwas Revanche für die Finalniederlage bei der Copa América. Chile fällt auf Platz 6 zurück und muss bei Schlusslicht Venezuela den Negativtrend stoppen.

Statistik:

Tore: 1:0 F. Gutiérrez (11., Kopfball, Orellana), 1:1 Di María (20., Rechtsschuss, Banega), 1:2 Mercado (25., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit)

Aufstellung (Chile): Bravo – Isla, Medel, Jara, E. Mena – M. Díaz – Mati Fernández, F. Gutiérrez – Orellana, Beausejour – A. Sánchez

Aufstellung (Argentinien): S. Romero – Mercado, Otamendi, Funes Mori, Rojo – Biglia, Kranevitter, Banega – Messi, Agüero, Di María

Wechsel (Chile): 7. F. Silva für Mati Fernández, 21. Rabello für M. Díaz, 69. Pinilla für Rabello

Wechsel (Argentinien): 67. Higuaín für Agüero, 73. A. Fernández für Banega, 81. Lavezzi für Di María

Bank (Chile): Herrera (Tor), Toselli (Tor), Albornoz, P. Díaz, Roco, Meneses, N. Castillo, Á. Henríquez, J. Vargas

Bank (Argentinien): Guzmán (Tor), Rulli (Tor), Demichelis, Pinola, Vangioni, Zabaleta, Lamela, L. Acosta, Correa

Gelbe Karten: F. Gutiérrez (31., Foulspiel), Bravo (90.+3, Foulspiel) – S. Romero (47., Zeitspiel), Funes Mori (48., Foulspiel), Lavezzi (87., Foulspiel), Otamendi (90.+2, Foulspiel)

Schiedsrichter: Heber Lopes (Brasilien) – Marcelo Van Gasse (Brasilien), Rodrigo Correa (Brasilien) – Raphael Claus (Brasilien)

Anstoßzeit und Spielort: 24. März 2016/20:30 Uhr (UTC-3), Estadio Nacional Julio Martínez Prádanos/Santiago

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Romulo Otero bejubelt sein Elfmetertor zum 0:1, in der 94. Minute kassierte Venezuela in Lima aber noch den 2:2-Ausgleich.

Peru – Venezuela 2:2

Nach nur drei Zählern aus vier Partien stand Peru im Heimspiel gegen das puntklose Schlusslicht Venezuela unter Druck. Die „Inkas“ starteten auch durchaus vielversprechend und brachten die wacklige Defensive der Gäste (11 Gegentore) rasch in Verlegenheit. Guerrero setzten seinen Kopfball nach Farfáns Freistoß zu hoch an (5.), der Ex-Schalker selbst wurde von Cueva blendend am Elfmeterpunkt freigespielt, sein Abschluss wurde aber knapp neben das Gehäuse abgefälscht (8.). Auch Pizarro ließ eine gute Gelegenheit liegen und köpfte eine Advíncula-Flanke in die Arme von Torwart Baroja (9.).

Nach dieser furiosen Anfangsphase erlosch das Feuer der „Inkas“ aber rasch, auch weil die „Vinotinto“ dagegen hielt und selbst gute Angriffe startete. Insbesondere über die Flügel und die trickreichen Juanpi und Josef Martínez strahlten die Gäste immer wieder Gefahr aus. In der 27. Minute flankte Rondón nach einem Konter perfekt auf Josef Martínez, dessen artistischen Anschluss Torwart Gallese stark parierte. Zwei Minuten darauf war der Vorbereiter selbst an der Reihe, Gallese tauchte aber schnell ab und entschärfte den Flachschuss (29.). Keine Zeigerumdrehung später hatte der Schlussmann aber mit einem Freistoß von Otero Probleme, Villanueva wollte abstauben, wurde aber abgeblockt (30.). Auch Guerrero verbuchte eine exzellente Gelegenheit, scheiterte aber nach Farfán-Vorarbeit im eins gegen eins an Baroja (24.).

Der Druck der Venezolaner hielt an und im Gegensatz zu den Gastgebern belohnten sie sich auch dafür. Perus Defensive konnte den Ball nicht klären, Ascues stieg daraufhin ungeschickt im Strafraum gegen Juanpi ein und brachte diesen zu Fall – Elfmeter (31.). Otero trat an und vollstreckte sicher ins rechte Eck, Gallese sprang nach links (32.). Ein Aufbäumen der Gareca-Schützlinge noch vor dem Pausenpfiff blieb aus. Stattdessen zeigte Gallese bei Ángels Kopfball nach einem Freistoß von Juanpi einen fantastischen Reflex und bewahrte sein Team vor einem höheren Rückstand (39.).

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Bereitete beide Tore seines Teams vor: Venezuelas Juanpi.

Pizarro und Co. bemühten sich zwar, ihre Zielstrebigkeit der Anfangsphase war ihnen aber völlig abhandengekommen. Stattdessen legte der Tabellenletzte nach. Juanpi fand mit einer Ecke am zweiten Pfosten den völlig freien Villanueva, der die Kugel technisch anspruchsvoll mit links direkt nahm und unhaltbar unter die Latte knallte (57.).

Gareca reagierte, brachte nach Lobatón auch Ruidíaz und Flores für die blassen Pizarro und Farfán – Wechsel, die sich auszahlen sollten. Nur vier Minuten nach dem 0:2 legte Ruidíaz per Kopf ab für Guerrero, der aus 17 Metern abzog und kräftig Hilfe von Baroja erhielt. Der Schlussmann verpatze seine Parade bei dem zentral auf ihn kommenden Ball gründlich und lenkte den Schuss mit dem Knie ins Netz (61.).

Die Wechsel verfehlten ihre Wirkung nicht, insbesondere Ruidíaz sorgte immer wieder für Gefahr (66., 67.). In der 68. Minute musste die Latte den Ausgleich verhindern, Guerrero war nach einer Vargas-Ecke zum Kopfball gekommen. Eher planlos rannten die Gastgeber an und fanden eher selten den Weg durch Venezuelas Defensive. Abgesehen von einem weiteren Kopfball Guerreros nach einem Standard von Cueva gab es keine gefährlichen Chancen (77.). Stattdessen hatte Rondón die Entscheidung auf dem Fuß, kam aber nicht an Gallese vorbei (87.).

Tief in der Nachspielzeit schlugen die „Inkas“ dann doch noch zu – dank zweier Eingewechselter. Flores enteilte auf links und flankte an den ersten Pfosten wo sich Ruidíaz gelöst hatte und per Kopf ins Tor verlängerte (90.+4). Unmittelbar darauf war Schluss. Beiden Teams hilft das Remis nicht wirklich: Peru bleibt Neunter, Venezuela Zehnter.

Statistik:

Tore: 0:1 Otero (32., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Ascues an Juanpi), 0:2 Villanueva (57., Linksschuss, Juanpi), 1:2 Guerrero (61., Rechtsschuss, Ruidíaz), 2:2 Ruidíaz (90.+4, Kopfball, E. Flores)

Aufstellung (Peru): Gallese – Advíncula, Zambrano, Ascues, J. M. Vargas – Tapia, Ballón – Farfán, Pizarro, Cueva – Guerrero

Aufstellung (Venezuela): Baroja – Faría, Vizcarrondo, Ángel, Villanueva – Figuera, Rincón – Juanpi, J. Martínez, Otero – S. Rondón

Wechsel (Peru): 51. Lobatón für Tapia, 60. Ruidíaz für Pizarro, 60. E. Flores für Farfán

Wechsel (Venezuela): 70. Peñaranda für J. Martínez, 70. Guerra für Juanpi, 81. Cermeño für Otero

Bank (Peru): Libman (Tor), Penny (Tor), Corzo, C. Ramos, A. Rodríguez, Yotún, Vílchez, da Silva, Polo

Bank (Venezuela): Contreras (Tor), D. Benítez, V. García, Quijada, A. Flores, J. J. Murillo, Soteldo, Blanco

Gelbe Karten: Ballón (21., Foulspiel), Zambrano (46., Foulspiel), Pizarro (50., Meckern) – Figuera (61., Foulspiel), S. Rondón (87., Zeitspiel), Baroja (90.+1, Zeitspiel)

Schiedsrichter: Enrique Cáceres (Paraguay) – Juan Zorrilla (Paraguay), Roberto Cañete (Paraguay) – Mario Díaz de Vivar (Paraguay)

Anstoßzeit und Spielort: 24. März 2016/21:15 Uhr (UTC-5), Estadio Nacional del Perú/Lima

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Die Rückkehr des Beißers: Luis Suárez holt hier nach Cavanis 1:2 den Ball aus dem Netz, später traf er selbst zum 2:2-Endstand.

Brasilien – Uruguay 2:2

Das Aufeinandertreffen in Recife stand unter dem Stern der Rückkehr von Luis Suárez, der seine Neun-Spiele-Sperre nach Biss gegen Italiens Chiellini bei der WM 2014 abgesessen hatte. In der Defensive plagten Trainer Tábarez aber einige Sorgen. In der Innenverteidigung fehlten Kapitän Godín und Nebenmann Giménez verletzt, Rechtsverteidiger Maxi Pereira war gelbgesperrt. Sein Kollege Dunga bot in der Offensive neben Superstar Neymar auch Willian, Douglas Costa und Renato Augusto auf.

Wie schon im letzten Heimspiel gegen Peru gelang der Seleção ein optimaler Start. Dani Alves schickte Willian auf rechts mit einem weiten Ball, der Dribbelkünstler von Chelsea ließ Coates stehen und flankte an den Fünfmeterraum. Fernandinho zog den Kopf ein und ließ passieren, hinter ihm rutschte Douglas Costa heran und lenkte das Spielgerät mit links ins Netz (1.). Die frühe Führung gab den Hausherren sichtlich auftrieb, sie drängten die „Urus“ tief in deren Hälfte und bereiteten der fast komplett erneuerten Viererkette durch ständige Rochaden große Probleme. Kapitän Neymar verarbeitete eine Flanke von Barcelona-Teamkollege Dani Alves stark, traf aber nur das Außennetz (8.).

Immerhin konnten sich die Gäste auf ihre Stärke bei Standards verlassen. Bei einem Freistoß von Sánchez verschätze sich David Luiz, hinter ihm lauerte Suárez, konnte seinen Abschluss aber nicht auf das Tor bringen (12.). Es war nur eine alleinstehende Szene, ansonsten hatte der WM-Gastgeber von 2014 das Geschehen voll im Griff. Neymar prüfte Muslera aus spitzem Winkel (21.) und war fünf Minuten später maßgeblich am 2:0 beteiligt. Seinen Flachpass in den rechten Teil des Sechzehners in Richtung Renato Augusto wollte Álvaro Pereira per Grätsche klären, bugsierte das Spielgerät aber unglücklich zum Ex-Leverkusener. Der ließ mit einer starken Körpertäuschung Muslera aussteigen und schob aus kurzer Distanz ein (26.).

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Renato Augusto umspielt Muslera und vollendet zum 2:0.

Quasi aus dem Nichts verkürzten die Gäste in der 31. Minute. Unglücksrabe Álvaro Pereira schaltete sich links offensiv ein, tunnelte Willian und flankte an den zweiten Pfosten, wo Sánchez mit viel Übersicht per Kopf an den Elfmeterpunkt zum völlig freien Cavani ablegte. Der PSG-Stürmer nahm den Ball direkt und ließ Torwart Alisson keine Chance (31.). Am Verlauf des Spiels änderte dies aber wenig. Brasilien reagierte mit wütenden Angriffen und brachte die Defensive der Tábarez-Schützlinge ein ums andere Mal ins Schwimmen. Neymars Distanzschuss zog haarscharf am rechten Pfosten vorbei (34.), Douglas Costa traf das Außennetz (38.) und Muslera wischte einen gefährlichen Neymar-Freistoß zur Seite (39.). Auf der Gegenseite schickte Suárez per Steilpass Sánchez, Alisson kam klug heraus und konnte so ein weiteres Gegentor verhindern (41.). So ging es mit der für die Gäste schmeichelhaften 2:1-Führung der Seleção in die Pause.

Der Blitzstart in die zweiten 45 Minuten erwischte Uruguay. Sánchez abgefälschter Schuss verfehlte das Tor knapp, die folgende Ecke klärten die Brasilianer eigentlich gründlich (47.). Doch Uruguays trug den Ball erneut nach vorne, Álvaro Pereira steckte durch für den startenden Suárez, der David Luiz enteilte und aus zehn Metern halblinker Position abzog. Alisson kam nicht schnell genug herunter musste den Schuss ins lange Eck passieren lassen, obwohl er noch dran war (48.).

Auch insgesamt hatte sich das Bild auf dem Rasen verändert. Nun hatte der Copa-Sieger von 2011 Oberwasser, störte das Aufbauspiel der Brasilianer früher und erstickte deren Offensivbemühungen so häufig im Keim. Anstelle von Torchancen gab es nun intensive Zweikämpfe, anstelle von Strafraumszenen Duelle im Mittelfeld. Sowohl Suárez als auch Neymar holten sich für Fouls die Gelbe Karte ab, für Brasiliens Kapitän war es die zweite in der Qualifikation, er fehlt damit in Paraguay.

Das nun auf Augenhöhe stattfindende Duell bot bis in die finalen Minuten keine Chancen mehr, ehe beide Seiten nochmal aktiv wurden und die Partie für sich entscheiden wollten. Startelfdebütant Vecino schoss rechts vorbei (84.), Coutinhos tückischen Distanzaufsetzer parierte Muslera (85.). Dann servierte der wacklige David Luiz mit einem misslungenen Kopfball Suárez eine hundertprozentige Gelegenheit auf dem Silbertablett, doch der „Beißer“ schoss frei vor Alisson diesen an (86.). Neymar fehlten per Freistoß Zentimeter (87.), Alisson parierte zu ungenaue Schüsse von Álvaro González (89.) und Stuani (90.+2). Somit blieb es beim 2:2-Remis.

Statistik:

Tore: 1:0 Douglas Costa (1., Linksschuss, Willian), 2:0 Renato Augusto (26., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit), 2:1 Cavani (31., Linksschuss, C. A. Sánchez), 2:2 L. Suárez (48., Linksschuss, Á. Pereira)

Aufstellung (Brasilien): Alisson – Dani Alves, Miranda, David Luiz, Filipe Luís – Luiz Gustavo – Fernandinho, Renato Augusto – Willian, Neymar, Douglas Costa

Aufstellung (Uruguay): Muslera – Fucile, Victorino, Coates, Á. Pereira – Vecino, Arévalo Ríos – C. A. Sánchez, C. Rodríguez – L. Suárez, Cavani

Wechsel (Brasilien): 67. Philippe Coutinho für Fernandinho, 78. Ricardo Oliveira für Douglas Costa, 85. Lucas Lima für Willian

Wechsel (Uruguay): 46. Á. González für C. Rodríguez, 81. Stuani für C. A. Sánchez

Bank (Brasilien): Diego Alves (Tor), Marcelo Grohe (Tor), Alex Sandro, Danilo, Gil, Marquinhos, Oscar, Hulk, Jonas

Bank (Uruguay): Campaña (Tor), Muñoz (Tor), Polenta, G. Silva, Varela, De Arrascaeta, Laxalt, Lodeiro, A. Hernández, Rolan

Gelbe Karten: Neymar (63., Foulspiel), Dani Alves (76., Foulspiel), David Luiz (82., Foulspiel) – L. Suárez (56., Foulspiel)

Schiedsrichter: Néstor Pitana (Argentinien) – Juan Pablo Belatti (Argentinien), Ezequiel Brailovsky (Argentinien) – Fernando Rapallini (Argentinien)

Anstoßzeit und Spielort: 25. März 2016/21:45 (UTC-3), Itaipava Arena Pernambuco/Recife

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