Bolaños‘ Pech ist Alissons Glück

Veröffentlicht: 5. Juni 2016 in CONCACAF, CONMEBOL, Copa América Centenario 2016
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Ein ersatzgeschwächtes Brasilien kam zum Copa-Auftakt gegen Ecuador nicht über ein 0:0 hinaus. Dabei starteten Willian und Co. durchaus vielversprechend ins Spiel, dominierten das Geschehen und näherten sich dem Führungstor an. Nach einer halben Stunde verflachte das Geschehen auf dem Rasen aber, auch da Ecuador eine makellose Defensivleistung bot. Für die Zuschauer blieb somit nur noch Magerkost, Brasiliens Schlussmann Alisson hatte dennoch Glück, dass ein schwerer Patzer von ihm dank des Schiedsrichterteams folgenlos blieb.

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Ecuadors Noboa, beobachtet von Elias und Willian, war Teil einer gut organisierten Defensive.

Vor Turnierstart war Brasilien von zahlreichen personellen Ausfällen, darunter auch die Bundesliga-Legionäre Luiz Gustavo und Douglas Costa, geplagt worden. Superstar Neymar verzichtete zugunsten von Olympia auf die Copa, auch Altstar Kaká musste verletzt passen. Dennoch konnte Trainer Carlos Dunga in Pasadena eine starke Elf aufbieten: Die Kapitänsbinde übernahm Dani Alves und kommandierte die Viererkette mit Marquinhos (PSG), Gil und Filipe Luís (Atlético Madrid). In der Offensive startete Benficas Torjäger Jonas als einzige Spitze, hinter ihm sollte eine Dreierreihe bestehend aus Willian (Chelsea), den Ex-Leverkusener Renato Augusto und Phlippe Coutinho (Liverpool) für Gefahr sorgen.

Ecuador, das in der WM-Qualifikation auf dem zweiten Platz rangiert, begann im gewohnten 4-4-2-System. An vorderster Front liefen Enner Valencia und Miller Bolaños auf, über die Flügel sollten zudem die schnellen Valencia und Montero Druck entfachen. In der Innenverteidigung erhielt überraschend Mina den Vorzug gegenüber Erazo.

Es war ein durchaus schwunghafter Beginn zweier Teams, die sich nicht versteckten. Ein erster Warnschuss von Bolaños knallte in die Werbebande (5.), knapper wurde es auf der Gegenseite. Willian überlief rechts Ayoví und servierte perfekt flach an den Fünfmeterraum wo der eingelaufene Coutinho aber an einem klasse Reflex von Dreeer scheiterte. Ecuadors Schlussmann lenkte das Spielgerät noch über die Latte (6.).

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Dreer entschärft die beste brasilianische Gelegenheit  vor der Pause und pariert stark gegen Coutinho.

Brasilien dominierte in der Folge das Geschehen, ließ Ball und Gegner laufen und kreierte insbesondere über die Außenpositionen kleinere Gelegenheiten. Jonas‘ Kopfball nach Flanke von Filipe Luís mangelte es an Zielwasser (15.), gefährlicher war da schon ein Fernschuss von Coutinho, der das Tor nur knapp verfehlte (18.). Gerade im Abschluss fehlte aber die letzte Präzision, so auch bei Elias, der sich nach 27 Minuten für den Querpass statt dem eigenen Abschluss entschied und damit eine gute Schusschance liegenließ.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde flaute die Partie aber ab, was hauptsächlich an der „Tricolor“ lag. Diese verteidigte nun weitaus griffiger, verschob gut und verhinderte so Abschlüsse der Brasilianer. In der 35. Minute musste Elias bei einem Konter in höchster Not zum Foul gegen Montero greifen, um eine gute Gelegenheit für die Andenkicker zu verhindern. Den folgenden Freistoß hämmerte Enner Valencia direkt auf das Tor, Alisson hielt aber ohne Probleme (37.).

Wer in der zweiten Halbzeit Tore erwartet hatte, sollte enttäuscht werden. Ecuador perfektionierte das Verteidigen, konnte aber ebenso wenig über Konter gefährlich werden wie Brasilien durch das eigene Übergewicht an Ballbesitz. So plätscherte die Partie auf mäßigen Niveau dahin ehe eine kuriose Szene für Diskussionen sorgte.

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Ex-Bundesligaprofis unter sich: Gruezo gegen Renato Augusto.

Miller Bolaños wurde links von Montero geschickt und brachte das Spielgerät von der Auslinie an den ersten Pfosten. Dort klatschte Keeper Alisson den Ball mit Hilfe des Pfostens irgendwie ins eigene Netz. Der Jubel der Blau-Gelben währte aber nur kurz, denn das Schiedsrichtergespann aus Chile hatte den Ball zuvor im Aus gesehen – eine enge Entscheidung (66.).

Viel mehr gab es nicht mehr zu diskutieren, der Rest der Zeit tickte ereignislos herunter, da dank vieler Unterbrechungen kaum Spielfluss aufkam. Joker Lucas Moura hätte dennoch fast für den Lucky Punch gesorgt als er eine Flanke von Renato Augusto vor Dreer erreichte, den Ball aber knapp am Pfosten vorbeisetzte (83.). Es war die letzte der wenigen Torchancen. Der finale Aufreger war dann negativer Natur: Ecuadors Joker Jaime Ayoví hatte großes Glück nach einem Einsteigen mit offener Sohle gegen Dani Alves mit Gelb davon zukommen (86.).

Brasilien wird am kommenden Donnerstag (1.30 Uhr deutscher Zeit) gegen Haiti mehr als nur gute Ansätze zeigen müssen wenn man eine weitere enttäuschende Copa verhindern will. Ecuador trifft im zweiten Spiel der Gruppe B auf Peru (4 Uhr).

Statistik:

Tore: keine

Aufstellung (Brasilien): Alisson – Dani Alves, Marquinhos, Gil, Filipe Luís – Casemiro, Elias – Willian, Renato Augusto, Philippe Coutinho – Jonas

Aufstellung (Ecuador): Dreer – Paredes, A. Mina, Achilier, W. Ayoví – Noboa, Gruezo – A. Valencia, Montero – M. Bolaños, E. Valencia

Wechsel (Brasilien): 62. Gabriel Barbosa für Jonas, 76. Lucas Moura für Willian, 86. Lucas Lima für Elias

Wechsel (Ecuador): 81. F. Martínez für Montero, 81. J. Ayoví für E. Valencia, 90.+1 Gaibor für M. Bolaños

Bank (Brasilien): Diego Alves (Tor), Marcelo Grohe (Tor), Douglas Santos, Fabinho, Rodrigo Caio, Ganso, Hulk

Bank (Ecuador): Banguera (Tor), Domínguez (Tor), Arboleda, Erazo, Cr. Ramírez, Á. Mena, Cazares, Larrea, M. Arroyo

Gelbe Karten: Casemiro (18., Fouslpiel), Elias (35., Foulspiel), Gil (38., Rangelei) – Paredes (47., Foulspiel), E. Valencia (77., Foulspiel), J. Ayoví (86., Foulspiel)

Schiedsrichter: Julio Bascuñán (Chile) – Carlos Astroza (Chile), Christian Schiemann (Chile) – José Argote (Venezuela) – John Alexander León (Kolumbien)

Anstoßzeit und Spielort: 4. Juni 2016/22:00 Uhr (UTC-4), Rose Bowl/Pasadena

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