Dank Doppelpacker Pérez: Perfektes Copa-Debüt für Panama

Veröffentlicht: 7. Juni 2016 in CONCACAF, CONMEBOL, Copa América Centenario 2016
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Panama gelang durch einen 2:1-Erfolg über Bolivien ein Copa-Debüt nach Maß. In Orlando starteten die „Canaleros“ furios, das 1:0 durch Pérez war die logische Folge. Bolivien kämpfte sich mit zunehmender Spielzeit besser in die Partie, entwickelte aber zumeist nur durch Standards Gefahr. Nach der Pause verlor die zuvor rasante und unterhaltsame Partie bei strömenden Regen an Tempo, stattdessen hagelte es Gelbe Karten. Panamas Schlussoffensive trug schließlich drei Minuten vor Abpfiff Früchte und Pérez wurde endgültig zum Helden des Abends.

Siegtreffer: Blas Pérez erzielt bei strömenden Regen das späte 2:1 für Panama.

Panama hatte sich im zweiten Play-Off klar mit 4:0 gegen Kuba durchgesetzt. Die erste Copa-Teilnahme überhaupt war Balsam für die Seele der arg leidgeprüften Fans. 2013 war man im Gold-Cup-Finale den USA knapp unterlegen und verpasste durch zwei späte Tore in der WM-Qualifikation gegen denselben Gegner die Play-offs für Brasilien. Im vergangenen Jahr folgte unter skandalösen Umständen eine Niederlage im Halbfinale des Gold Cups gegen Mexiko (1:2). Angeführt vom Sturmduo Blas Pérez und Gabriel Torres bot Coach Hernán Darío Gómez eine erfahrene Mannschaft auf.

Bolivien, fern der Höhen von La Paz chronisch erfolglos, vertraute auf das bewährte 3-6-1-System, das häufig in ein 5-4-1 umgewandelt wurde. Die einzige Spitze Duk erhielt von Smedberg-Dalence und Arce Unterstützung, im Tor stand überraschend Lampe anstelle von Quiñónez, der bei Boliviens Viertelfinaleinzug 2015 starke Leistungen gezeigt hatte.

Angesichts der scheinbar übermächtigen Gegner Argentinien und Chile war ein Sieg für beide Pflicht, sollte der Traum vom Viertelfinale nicht schnell vorbei sein. Die „Canaleros“ legten los wie die Feuerwehr und kamen gegen Boliviens wacklige Defensive rasch zu Schusschancen. Gabriel Torres verzog nach einer Ecke (3.) und hätte Lampe mit einem direkt aufs Tor kommenden Freistoß aus dem Halbfeld beinahe überrascht. Nur mit Mühe konnte der Schlussmann zur Ecke retten (6.). Wieder nur drei Minuten später fand eine Pérez-Maßflanke rechts im Sechzehner Cooper, dessen Volleyschuss flog aber drüber (9.).

Armando Cooper (ehemals St. Pauli) war an der Entstehung das 1:0 maßgeblich beteiligt.

Die verdiente Belohnung für das Chancenfeuerwerk folgte prompt: Cooper luchste Eguino den Ball ab und steckte auf links durch für Quintero. Bei dessen flacher Flanke in den Rückraum rutschte Pérez am Elfmeterpunkt heran und platzierte den Ball im linken unteren Eck (11.).

Das Gegentor schien „El Verde“ aufgeweckt zu haben, denn die Südamerikaner legten nur ihrerseits den Vorwärtsgang ein. Arce platzierte einen Kopfball nach Smedberg-Dalence-Flanke genau auf Penedo (13.), vier Zeigerumdrehungen später verlängerte Boliviens Nummer 7 einen Freistoß desselben Teamkollegen per Kopf, Penedo war im bedrohten Eck und rettete (17.). Insbesondere über die Standards von Smedberg-Dalence kamen Arce und Co. gefährlich vor Panamas Tor.

Diese stellten ihre eigenen Bemühungen keinesfalls ein, konnten aber nicht mehr so viel Dauerdruck wie zu Beginn der Partie aufbauen. Dennoch fand Quintero mit einer flachen Hereingabe am ersten Pfosten Pérez, doch Lampe machte das kurze Eck dicht (27.). Auf der Gegenseite wurde ein Azogue-Fernschuss noch gefährlich abgefälscht und senkte sich über das Tor (28.). Ein Ballverlust von Eguino an Pérez hätte beinahe katastrophale Folgen für Bolivien gehabt, doch seine Mitspieler konnten die Situation retten (30.).

Insbesondere in den zweiten 45 Minuten bot die Partie eine hohe Intensität.

Die Partie war nicht ohne Fehler, diese begünstigten aber ein schnelles und unterhaltsames Spiel nur, indem keine der beiden Mannschaften große Vorteile erringen konnte. Da die Genauigkeit fehlte blieben weitere Gelegenheiten bis zur Pause aus.

Mit dem in der Halbzeit einsetzenden strömenden Regen kamen die Bolivianer deutlich besser zu Recht, zudem musste sich Panama den Vorwurf gefallen lassen, nun zu passiv zu agieren. Der Ausgleich war so nicht überraschend und ebenso wenig dessen Entstehung. Smedberg-Dalence brachte das Spielgerät natürlich per Freistoß an den Fünfer. Dort gewann Cummings zwar das Kopfballduell mit Duk, der Ball sprang aber vor die Füße von Arce, der sofort abzog und das Spielgerät mit links unter die Latte zimmerte (54.).

Der Ausgleich verschaffte dem Viertelfinalisten der vergangenen Auflage endgültig Oberwasser, die „Canaleros“ fanden nicht mehr zu ihrem sauberen Kombinationsspiel der ersten Halbzeit. Nach einer Stunde musste Cummings mit viel Risiko gegen den durchgebrochenen Duk retten. Das Tempo war aber nun niedrig, zahlreiche Fouls sorgten für ein zerfahrenes Spiel, das zunehmend hitzig wurde.

Weckruf: Bolivien hatte nach dem Ausgleich durch Arce eine Zeitlang Vorteile.

In den letzten zwanzig Minuten investierten Pérez und Co. wieder mehr in die Offensive, nahmen das Heft in die Hand und kamen prompt zu Gelegenheiten. Bereitete ein Pérez-Fernschuss Lampe noch eher geringe Probleme (70.), musste der Keeper wenig später sein ganzes Können aufbieten. Cooper hatte mit einem herrlichen Außenristpass links im Strafraum Quintero gefunden, doch dessen Abschluss aufs linke untere Eck entschärfte Boliviens Torwart stark (74.).

Die Zeit lief beiden Teams davon, das Risko erhöhten aber vor allem die Mannen von Hernán Darío Gómez. Nach einem weiten Machado-Einwurf ließ Lampe das Leder fallen, Gómez fiel das Spielgerät vor die Füße, dessen Schuss bei Tejada hängen blieb. Doch Panamas eingewechselter Rekordtorschütze feuerte aus kurzer Distanz drüber (85.).

Blas Pérez – hier beim 1:0 – wurde in Minute 87 endgültig Panamas Held.

Die dritte Großchance saß aber. Tejada schickte Arroyo mit einem brillanten Pass auf rechts, der Joker kochte Cabrera ab und legte am herauseilenden Lampe vorbei an den Elfmeterpunkt. Dort lauerte Pérez und versenkte den Ball an zwei Verteidigern vorbei im Netz (87.).

Fast wäre Arce die prompte Antwort gelungen, nach einem Gestocher schoss Boliviens Torschütze aber drüber (89.). Zwar warf „El Verde“ nochmal alles nach vorne, die einzige Chance bot sich aber Tejada, der nach einem Konter leichtfertig vorbei zielte (90.+2). Es sollte auch so reichen. Panama ist damit das erste Nicht-CONMEBOL-Team, das bei seinem Debüt gewinnen konnte.

Am zweiten Spieltag wartet mit Argentinien eine ungleich schwerere Aufgabe auf die „Canaleros“ (Samstag, 3.30 Uhr deutscher Zeit). Bolivien bekommt es zuvor mit Chile zu tun (1 Uhr).

Statistik:

Tore: 1:0 B. Pérez (11., Rechtsschuss, Quintero), 1:1 Arce (54., Linksschuss, ohne Vorarbeit), 2:1 B. Pérez (87., Rechtsschuss, A. Arroyo)

Aufstellung (Panama): Penedo – A. Machado, Baloy, Cummings, Miller – Godoy, G. Gómez – Cooper, Quintero – B. Pérez, G. Torres

Aufstellung (Bolivien): Lampe – Eguino, Zenteno, Cabrera – D. Bejarano, M. Bejarano – Azogue, Saucedo – Arce, Smedberg-Dalence – Duk

Wechsel (Panama): 56. L. Tejada für G. Torres, 63. L. Henríquez für Cummings, 74. A. Arroyo für Cooper

Wechsel (Bolivien): 46. Campos für Saucedo, 46. Meleán für Eguino, 87. Ramallo für Duk

Bank (Panama): Calderón (Tor), Alex Rodríguez (Tor), Escobar, M. Gómez, Buitrago, Camargo, A. Henríquez, Pimentel, Nurse

Bank (Bolivien): Quíñonez (Tor), Viscarra (Tor), Gutiérrez, Saavedra, Castro, C. Machado, Veizaga, Álvarez, Algarañaz

Gelbe Karten: Cummings (53., Foulspiel), B. Pérez (60., Foulspiel), Cooper (68., Foulspiel). Baloy (77., Rangelei), A. Machado (79., Rangelei) – Arce (17., Foulspiel), Azogue (77., Foulspiel)

Schiedsrichter: Ricardo Montero (Costa Rica) – Octavio Jara (Costa Rica), Juan Carlos Mora (Costa Rica) – Wilson Lamouroux (Kolumbien) – Peter Manikowski (USA)

Anstoßzeit und Spielort: 6. Juni 2016/19:00 Uhr (UTC-4), Camping World Stadium/Orlando

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