Duda ist der schnellere Joker, Robson-Kanu der entscheidende

Veröffentlicht: 11. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Wales und Gareth Bale haben sich durch einen 2:1-Erfolg über die Slowakei eine gute Ausgangsposition in Gruppe B verschafft. Nach der frühen Führung durch Bales Freistoß verstanden sich die „Drachen“ gut darauf, die Führung zu verteidigen und ließen gegen wenig kreative Slowaken kaum etwas zu. Deren Trainer Kózak bewies nach der Pause ein glückliches Händchen: Joker Duda stach sofort. In der Folge war die „Repre“ obenauf, der entscheidende Treffer gelang in der offenen Schlussphase aber einem anderen Joker. Robson-Kanu traf zum 2:1, auf der Gegenseite scheiterte Nemec am Pfosten.

Waliser Jubeltraube: Bale hat soeben das 1:0 erzielt.

Bei Wales mussten Stammkeeper Hennessey kurzfristig wegen Rückenproblemen passen, Ward vertrat ihn. Superstar Bale stand natürlich in der Startelf, die Trainer Chris Coleman im gewohnten 5-4-1 ausrichtete. Die Außenverteidiger Gunter und Taylor agierten dabei je nach Spielsituation flexibel. Unterstützung für Bale sollte von Ramsey und Jonathan Williams kommen.

Colemans Gegenüber Jan Kózak baute auf eine Achse bestehend aus Torwart Kozáčik, Kapitän Škrtel im Abwehrzentrum und Superstar Hamšík in der kreativen Zentrale. Im Sturm erhielt Ďuriš den Vorzug vor Nemec, ihn zur Seite standen auf den Flügeln Mak und Weiss.

Das EM-Debüt beider Teams begann mit einer Großchance für die Slowaken. Eingesetzt von Mak startete Napoli-Star Hamšík einen Sololauf, an dessen Ende er an Keeper Ward vorbei abschloss, doch Davies grätschte vor der Linie noch dazwischen und bewahrte sein Land vor einem frühen Rückstand (3.).

Rein damit: Superstar Bale profitierte beim 1:0 per Freistoß auch davon, dass Kozáčik schlecht stand.

Der gute Start der Slowakei sollte aber einen baldigen Rückschlag erhalten. Hrošovský legte Williams, es gab Freistoß aus 28 Metern halbrechter Position. Bale trat an und zirkelte den Ball über die Mauer, aber auch ziemlich zentral auf das Tor. Kozáčik verschätzte sich jedoch und mussten den Schuss zum ersten Waliser EM-Tor überhaupt passieren lassen (10.). Der Jubel des Real-Stars mitsamt der ganzen Waliser Bank wurde nur vom Fest auf den Rängen überboten.

Es war ein Wirkungstreffer, denn den anfangs noch frischen Slowaken ging der Faden völlig verloren. Wales stand defensiv sicher und setzte nach vorne gelegentliche Nadelstiche. Mehr als ungefährliche Distanzversuche und Zweikämpfe bekamen die Zuschauer in Bordeaux in der Folge nicht zu sehen, die Partie verflachte. Immer wieder verfingen sich Mak und Co. im engen Zentrum der Waliser, auch Hamšík konnte nicht für Überraschungsmomente sorgen.

Härtetest: Aaron Ramsey macht bei Ďurica die Textilprobe.

Erst kurz vor Kabinengang konnte sich die „Repre“ in der gegnerischen Hälfte festsetzen, fand aber kein Durchkommen. Bale testete in der Nachspielzeit immerhin noch einmal Kozáčik (45.+1), insgesamt waren es aber überschaubare 45 Minuten mit einer nicht unverdienten Führung für die Roten.

Das Waliser Pressing blieb auch nach der Pause Gift für das slowakische Aufbauspiel, sodass Angriffsansätze schon im Keim erstickt wurden. Nach gut zehn Minuten fand ein hohes Zuspiel von Weiss mal den durchgestarteten Mak, der vom Strafraumrand aber drüber schoss (55.). Quasi im Gegenzug brachte Bale eine Allen-Flanke per Kopf aufs slowakische Tor, scheiterte aber einer Kozáčik-Parade (57.).

Stach sofort: Ondrej Duda kam in Minute 60 und traf in Minute 61.

Trainer Kózak reagierte auf die offensiv magere Leistung seiner Schützlinge und brachte Nemec und Duda für Ďuriš und Hrošovský. Letzterer Wechsel sollte ein Glücksgriff sein. Der Polen-Legionär war noch keine Minute auf dem Feld als Mak mit einem starken Antritt auf rechts zwei Gegenspieler stehenließ und im Strafraum querpasste. Dort lauerte Duda, der überlegt aus dreizehn Meter ins rechte untere Eck vollendete (61.).

Auch dieser Treffer zeigte Wirkung. Nun hatten die Slowaken Oberwasser und dominierten das Geschehen, von den „Drachen“ kam kaum etwas. Ward hatte leichte Probleme mit einem Kucka-Fernschuss (65.), Mak feuerte drüber (68.). Auch wenn die Versuche zumeist aus der zweiten Reihe kamen war das Angriffsspiel der Slowaken nun deutlich zielstrebiger.

Auch Chris Coleman brachte frische Kräfte, Edwards und Williams mussten zugunsten von Ledley und Robson-Kanu weichen. Der Stürmer war auch sofort drin im Spiel, seine Flanke fand am ersten Pfosten Ramsey, der jedoch keinen guten Kopfball zustande brachte und so eine gute Gelegenheit liegen ließ (73.).

Matchwinner: Hal Robson-Kanu brauchte zwar etwas länger als Duda, sein 2:1 war aber letztlich entscheidend.

Zwar waren die Slowaken mittlerweile in den statistischen Werten vorne, die einzig bedeutende Zahl hatten dann aber die Waliser auf ihrer Seite. Allen hatte viel Platz im Mittelfeld und spielte Ramsey an, der wiederum zu Robson-Kanu durchsteckte. Der Joker schloss aus 15 Metern durch die Beine von Ďurica ab, das Spielgerät fand den Weg ins rechte untere Eck (81.).

Die Slowaken rannten in den Schlussminuten noch einmal an und fast hätte ein weiterer Joker ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Spiels geschrieben. Nemec behauptete sich bei einer Švento-Flanke gegen Williams, sein Kopfball klatschte aber an den linken Pfosten (86.) – Pech für die Ostmitteleuropäer. Die Bemühungen blieben letztlich vergebens, Bale ließ zudem eine gute Konterchance liegen (90.). Nach vier Minuten Nachspielzeit war der erste walisische EM-Sieg fix.

Während Ramsey, Bale und Co. mit Rückenwind ins mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen mit England am Donnerstag gehen können (15 Uhr), geht es für die Slowaken am Tag davor gegen Russland (15 Uhr) schon um den Verbleib im Turnier.

Statistik:

Tore: 1:0 Bale (10., direkter Freistoß, Linksschuss), 1:1 Duda (61., Linksschuss, Mak), 2:1 Robson-Kanu (81., Linksschuss, Ramsey)

Aufstellung (Wales): D. Ward – Chester, A. Williams, Davies – Gunter, Taylor – Edwards, Allen – J. Williams, Ramsey – Bale

Aufstellung (Slowakei): Kozáčik – Pekarík, Škrtel, Ďurica, Švento – Hrošovský – Kucka, Hamšík – Mak, Weiss – Ďuriš

Wechsel (Wales): 69. Ledley für Edwards, 71. Robson-Kanu für J. Williams, 88. Richards für Ramsey

Wechsel (Slowakei): 59. Nemec für Ďuriš, 60. Duda für Hrošovský, 83. Stoch für Weiss

Bank (Wales): Fôn Williams (Tor), Collins, Cotterill, King, Vaughan, G. Williams, Church, Vokes

Bank (Slowakei): Mucha (Tor), Novota (Tor), Gyömbér, Hubočan, Saláta, Škriniar, Greguš, Pečovský, Šesták

Gelbe Karten: – Hrošovský (31., Foulspiel), Mak (78., Foulspiel), Weiss (80., Foulspiel), Kucka (83., Foulspiel), Škrtel (90.+2, Foulspiel)

Schiedsrichter: Svein Oddvar Moen (Norwegen) – Kim Thomas Haglund (Norwegen), Frank Andås (Norwegen) – Ken Henry Johansen (Norwegen), Svein-Erik Edvartsen (Norwegen) – Aljakséj Kul’bákoŭ (Belarus‘) – Vitálju Maljúcinu (Belarus‘)

Anstoßzeit und Spielort: 11. Juni 2016/18:00 Uhr (UTC+2), Nouveau Stade de Bordeaux/Bordeaux

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Kommentare
  1. […] späten Punktgewinn beim 1:1 gegen England zu verändern. Sein Kollege Ján Kozák tauschte dagegen im Vergleich zum 1:2 gegen Wales dreimal Personal: Hubočan startete als Linksverteidiger für Švento, Pečovský auf der Sechs für […]

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  2. […] zum 1:1 kassierte. Sein Gegenüber Chris Coleman dagegen nahm drei Änderungen im Vergleich zum 2:1 gegen die Slowakei vor. Im Tor war Stammkeeper Hennessey wieder fit und verdrängte Ward auf die Bank. Außerdem […]

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