Mustafi erweist sich als Glücksgriff

Veröffentlicht: 12. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Weltmeister Deutschland hat sich am ersten Spieltag der Gruppe C mit 2:0 gegen die Ukraine durchgesetzt. Gegen insbesondere in der ersten Halbzeit ebenbürtige Osteuropäer musste die DFB-Elf aber ein hartes Stück Arbeit verrichten, bis der Sieg in trockenen Tüchern war. Innenverteidiger Mustafi gelang in der 19. Minute die Führung, die bis zur Pause bei mehreren guten Gelegenheiten von Konopljánka und Co. in Gefahr geriet. Die zweiten 45 Minuten dominierte die DFB-Elf gegen gut verteidigende Ukrainer, erst in der Nachspielzeit beseitigte Joker Schweinsteiger die letzten Zweifel.

Shkodran Mustafi köpft Deutschland in Front.

Bundestrainer Joachim Löw bot in der Viererkette Mustafi an der Seite von Boateng als Ersatz für den noch nicht ganz fitten Hummels auf, die Außenpositionen besetzten Höwedes (rechts) und Hector (links). Götze begann als falsche Neun, für Gómez blieb damit nur die Bank.

Mychájlo Foménko stellte die Ukraine ebenfalls im 4-5-1 auf. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Flügelzange Jarmólenko und Konopljánka. Für defensive Stabilität sollte die eingespielte Viererkette und Torwart P-játov sorgen.

Dass es für die DFB-Elf kein Spaziergang werden würde, war auch dem letzten nach vier Minuten klar. Mustafi verlor den Ball, Fedéc’kyj gab sofort von rechts nach innen, wo Konopljánka aus 16 Metern direkt abzog. Neuer fischte den Ball noch aus den rechten oberen Eck (4.). Die Ukraine präsentierte sich bei gegnerischem Ballbesitz kompakt, zögerte aber nicht, selbst offensiv tätig zu werden und aufzurücken. Kleinere Abschlüsse von Draxler (4.) und Hector (12.) folgten, richtig spannend wurde es vor den Toren aber erst wieder in der 19. Minute.

Kroos brachte einen fragwürdigen Freistoß von der rechten Außenbahn in die Mitte, Mustafi setze sich gegen Sydorčúk durch und köpfte wuchtig ins linke obere Eck ein (19.). Für den Valencia-Legionär war es das erste Länderspieltor. Das Gegentor entmutigte die Osteuropäer nicht, das Gegenteil war der Fall, denn die Gelb-Blauen intensivierten ihre Offensivbemühungen. Chačerídi zwang Neuer nach einer Konopljánka-Ecke per Kopf zu einer weiteren Glanztat (27.). Im Gegenzug fand Kroos mit einem hohen Zuspiel in die Spitze Khedira, der Sechser brachte den Ball aber nicht am herauseilenden P-játov vorbei (29.).

Artistisch: Jérôme Boateng verhindert auf spektakuläre Weise das 1:1.

Es war eine sehr unterhaltsame Partie, in der beide Parteien sich gute Torszenen erspielten. Die nächste gehörte Ševčúk, der nach einer Ecke aus 18 Metern nur knapp links vorbei schoss (31.). Trotz einer zumindest optischen Überlegenheit der Deutschen gehörte die Schlussphase den Ukrainern: Jarmólenko chippte den Ball elegant links in den Sechzehner zu Konopljánka, der im Zentrum Zozúlja suchte. Boateng ging dazwischen, bugsierte die Kugel aber Richtung eigenes Tor und musste das Spielgerät so noch artistisch von der Linie kratzen (37.). Das Tempo blieb weiter hoch, erst der Halbzeitpfiff von Referee Atkinson (England) gab den Akteuren Zeit zum Durchatmen.

Das Bild veränderte sich in den zweiten 45 Minuten. Deutschland dominierte nun das Spiel, die Ukraine kam nur noch selten aus der eigenen Hälfte. Dafür verteidigten die Osteuropäer konzentriert, sodass trotz guter Passstaffetten des Weltmeisters meist Distanzschüsse herhalten mussten. Draxler prüfte P-játov (48.), ein Versuch von Kroos touchierte noch die Latte (52.). Auf der Gegenseite testete Rakýc’kyj mit einem flachen Freistoß Neuer (57.).

Insgesamt wirkten Jarmólenko und Co. aber entkräftet und konnten den Weltmeister nicht mehr so früh stören wie zuvor. Chancen der DFB-Elf blieben dennoch rar. Khediras Fernschuss entschärfte P-játov (61.), Draxler wurde bei seinem Kopfball nach Höwedes-Flanke noch entscheidend gestört (68.). Auch Müller versuchte sein Glück aus der zweiten Reihe, doch auch bei diesem Flachschuss war P-játov auf dem Posten (75.).

Die Entscheidung: Schweinsteiger legt in der Nachspielzeit das 2:0 nach.

Die Ukrainer kamen kaum noch in Schlagdistanz, der Weltmeister war dem zweiten Tor näher als die Blau-Gelben dem Ausgleich. Joker Schürrle sorgte gegen Ende für etwas Betrieb, traf jedoch bei seiner ersten Aktion das eigenen Standbein (82.), dann fand ein weiterer starker Pass von Kroos den durchgestarteten Özil, doch erneut war P-játov zur Stelle (87.). Erst jetzt kam noch etwas Betrieb vor Neuers Tor auf. Ein Missverständnis zwischen dem Keeper und Mustafi hätte beinahe ein Eigentor zur Folge gehabt, als der Spanien-Legionär den Ball über seinen herauseilenden Keeper hinweg köpfte (88.). Kurz darauf blockte der Kapitän Jarmólenko ab, der über rechts an den Fünfer vorgedrungen war (88.).

Den Deckel drauf machte dann der kurz zuvor hereingekommene Schweinsteiger in der Nachspielzeit. Bei einer Ecke waren die Ukrainer weit aufgerückt, über Mustafi und Schürrle kam der Ball auf die linke Seite zu Özil. Der Spielmacher fand mit seiner Flanke am zweiten Pfosten Schweinsteiger, der aus fünf Metern einschoss (90.+2). Der Sieg war somit eingefahren.

Die Ukraine trifft am zweiten Spieltag auf Nordirland (Do, 18 Uhr), für Deutschland geht es gegen Quali-Gegner Polen (21 Uhr).

Statistik:

Tore: 1:0 Mustafi (19., Kopfball, Kroos), 2:0 Schweinsteiger (90.+2, Rechtsschuss, Özil)

Aufstellung (Deutschland): Neuer – Höwedes, Boateng, Mustafi, Hector – Khedira, Kroos – Müller, Özil, Draxler – Götze

Aufstellung (Ukraine): P-játov – Fedéc’kyj, Chačerídi, Rakýc’kyj, Ševčúk – Stepanénko, Sydorčúk – Jarmólenko, Kovalénko, Konopljánka – Zozúlja

Wechsel (Deutschland): 78. Schürrle für Draxler, 90. Schweinsteiger für Götze

Wechsel (Ukraine): 66. Selezn’óv für Zozúlja, 73. Zínčenko für Kovalénko

Bank (Deutschland): Leno (Tor), ter Stegen (Tor), Can, Hummels, Tah, Kimmich, Podolski, Sané, Weigl, Gómez

Bank (Ukraine): Bójko (Tor), Ševčénko (Tor), Butkó, Kúčer, Hármaš, Karavájev, Rotán‘, Rybálka, Tymoščúk, Budkívs’kyj

Gelbe Karte: – Konopljánka (68., Foulspiel)

Schiedsrichter: Martin Atkinson (England) – Michael Mullarkey (England), Stephen Child (England) – Michael Oliver (England), Craig Pawson (England) – Robert Madden (Schottland) – Francis Connor (Schottland)

Anstoßzeit und Spielort: 12. Juni 2016/21:00 Uhr (UTC+2), Stade Pierre-Mauroy/Villeneuve-d’Ascq (Lille)

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Kommentare
  1. […] Ukraine war zwar zum Auftakt Weltmeister Deutschland mit 0:2 unterlegen, hatte aber vor allem in der Offensive überzeugt. Trainer Foménko nahm daher nur eine Änderung […]

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  2. […] Joachim Löw nahm im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen die Ukraine eine Änderung vor. Mustafi, Torschütze zum 1:0, musste für den komplett wieder genesenen Hummels […]

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