Clark-Eigentor verhindert verdienten irischen Erfolg

Veröffentlicht: 13. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Irland bot im ersten Spiel der Gruppe E gegen Schweden eine überzeugende Leistung, kam aber aufgrund eines unglücklichen Eigentores nicht über ein 1:1 hinaus. Die Männer von der Grünen Insel dominierten gegen insbesondere offensiv enttäuschende Skandinavier vor allem in der ersten Halbzeit, die überfällige Führung durch Hoolahan fiel kurz nach dem Seitentausch. Erst das Gegentor weckte die seltsam teilnahmslose Hamrén-Elf, der Ausgleich durch Clarks Eigentor war dennoch glücklich. Auch in der Schlussphase investierten die Iren mehr, es blieb aber beim Remis.

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So gefährlich wie hier kamen Schweden und Ibrahimović nur selten vor das Tor von Randolph.

Bei den Iren blieb Sturmlegende Keane mit Wadenproblemen zunächst auf der Bank. Mit Jon Walters war ein anderer Stürmer, der die Iren mit seinen Toren im Play-off-Rückspiel gegen Bosnien zur Europameisterschaft geschossen hatte, rechtzeitig fit geworden und durfte an der Seite von Long beginnen. Im Tor stand Randolph, der 40-jährige Given saß auf der Bank.

Bei den Schweden stand hinter Schlussmann Isaksson lange ein Fragezeichen, er konnte aber starten und war nur einer von vielen Veteranen in der Aufstellung von Erik Hamrén. Kapitän Ibrahimović erhielt Unterstützung vom ehemaligen Hamburger Berg und der Flügelzange Larsson und Forsberg (Leipzig).

In Paris waren es aber nicht die favorisierten Schweden, die nach einer zehnminütigen Abtastphase die Kontrolle ergriffen. Stattdessen agierten die Iren mutiger und verbuchten durch Hendricks Aufsetzer, den Isaksson parierte, die erste Gelegenheit (9.). Gerade über Standards wurden die Boys in Green gefährlich, so auch in der 17. Minute, als Clark eine Brady-Ecke an den zweiten Pfosten verlängerte, sein Innenverteidigerkollege O’Shea aber um einen Sekundenbruchteil zu spät kam.

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Umringt von Gelbhemden, aber dennoch kaum zu stoppen: Jeff Hendrick war der gefährlichste Ire.

Zwar brannten die O’Neill-Schützlinge kein Offensivfeuerwerk ab, um gegen seltsam passive Schweden zu Gelegenheiten zu kommen reichte es aber alle mal. Linksverteidiger Brady zog nach einer halben Stunde von seiner Außenbahn nach innen und feuerte nur knapp über die Latte (29.). Noch enger wurde es für Isaksson drei Minuten später, als ein 20-Meter-Schuss von Hendrick am Querbalken landete (32.). Spätestens jetzt wäre eine irische Führung verdient gewesen.

Bis zur Pause tat sich vor den Toren wenig, Durchschlagskraft und Zielstrebigkeit fehlten. Bei Schweden mussten zudem Rechtsverteidiger Lustig die Segel streichen, Johansson kam für ihn (45.). Direkt nach Wiederanpfiff verschwendeten die Iren keine Zeit, sondern drückten sofort wieder aufs Gaspedal. Der auffällige Hendrick scheiterte per Flachschuss an Isaksson (46.), bis zur Führung sollte es aber nicht mehr lange dauern.

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Hoolahan (ganz rechts) belohnt die Iren kurz nach der Pause mit dem 1:0.

Außenverteidiger Coleman rückte rechts mit auf, setzte sich stark gegen Forsberg durch und hob den Ball von der Grundlinie in den Rückraum. Dort lauerte Hoolahan und versenkte den Ball aus 12 Metern per Direktschuss im rechten Eck (48.). Der sehenswerte Treffer brachte die vollkommen verdiente Führung.

Erst jetzt schienen Ibrahimović und Co. aufgewacht zu sein, denn der direkte Gegenzug hätte durchaus den Ausgleich zur Folge haben können. Clark fälschte eine Ecke unglücklich auf das eigene Tor ab. Randolph reagierte stark, Forsberg drosch den Abpraller aus sieben Metern links vorbei (50.). Es folgten weniger gefährliche Kopfbälle von Ibrahimović nach Verlängerung von Lewicki (51.) und Berg nach Källström-Ecke (52.), aber immerhin: Die „Tre Kronor“ war nun drin im Spiel.

Hamrén brachte Guidetti für Berg, für die nächste gute Szene sorgte aber Ibrahimović, der eine Olsson-Flanke nur knapp am Tor vorbei lenkte (60.). Der Schwung der Skandinavier ging aber bald wieder verloren, die Iren fingen sich wieder und starteten ihrerseits Offensivaktionen. Joker McClean köpfte einen Hoolahan-Freistoß am Tor vorbei (70.).

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Unglücksmoment: Ciaran Clark lenkt das Spielgerät ins eigene Tor.

Eine gelungene Kombination der Blau-Gelben brachte dann den Ausgleich, wenn auch unter unfreiwilliger Mithilfe des Gegners. Guidetti legte den Ball mit der Hacke links im Sechzehner in den Lauf von Ibrahimović, der das Spielgerät an den Fünfmeterraum chippte. Am ersten Pfosten wollte Clark retten, köpfte den Ball aber ins eigene Netz (71.).

„Éire“ zeigte sich von diesem Rückschlag aber nicht geschockt. Nur zwei Zeigerumdrehungen später war erneut Hendrick zur Stelle, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Isaksson (73.). Mit Keane, der seinen 144. Länderspieleinsatz absolvierte, blies O’Neill zur Schlussoffensive. Abgesehen von einer gefährlichen Olsson-Hereingabe, die weder Mit- noch Gegenspieler erreichten (82.), blieb die Schlussphase ruhig. Am Spielstand änderte sich nichts mehr, wobei das 1:1 den Schweden eher schmeichelt.

Irland trifft am Samstag (15 Uhr) auf Belgien. Bereits 24 Stunden davor stehen sich in Toulouse Schweden und Italien gegenüber.

Statistik:

Tore: 1:0 Hoolahan (48., Rechtsschuss, Coleman), 1:1 Clark (71., Eigentor, Kopfball, Ibrahimović)

Aufstellung (Irland): Randolph – Coleman, O’Shea, Clark, Brady – Whelan – McCarthy, Hendrick – Hoolahan – Long, Walters

Aufstellung (Schweden): Isaksson – Lustig, Lindelöf, Granqvist, Olsson – Lewicki, Källström – Larsson, Forsberg – Berg, Ibrahimović

Wechsel (Irland): 64. McClean für Walters, 78. Keane für Hoolahan, 85. McGeady für McCarthy

Aufstellung (Schweden): 45. Johansson für Lustig, 59. Guidetti für Berg, 86. Ekdal für Lewicki

Bank (Irland): Given (Tor), Westwood (Tor), Christie, Duffy, Keogh, S. Ward, Meyler, Quinn, Murphy

Bank (Schweden): Carlgren (Tor), Olsen (Tor), Augustinsson, Jansson, Durmaz, Erkan Zengin, Hiljemark, Wernbloom, Kujović

Gelbe Karten: McCarthy (43., Foulspiel), Whelan (77., Foulspiel) – Lindelöf (61., Foulspiel)

Schiedsrichter: Milorad Mažić (Serbien) – Milovan Ristić (Serbien), Dalibor Đurđević (Serbien) – Danilo Grujić (Serbien), Nenad Đokić (Serbien) – Matej Jug (Slowenien) – Jure Prapotnik (Slowenien)

Anstoßzeit und Spielort: 13. Juni 2016/18:00 Uhr (UTC+2), Stade de France/Saint-Denis (Paris)

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Kommentare
  1. […] Coach Erik Hamrén hatte sich nach dem enttäuschenden Auftritt beim 1:1 gegen Irland viel Kritik anhören müssen. Der 59-jährige tauschte dreimal Personal. Lustig hatte sich eine […]

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  2. […] Sein Gegenüber Martin O’Neill dagegen ließ Walters mit Achillessehnenproblemen auf der Bank, für den Stürmer kam Ward ins Team und übernahm als Linksverteidiger, Brady rückte eine Position nach vorne. Ansonsten schickte der Nordire die Elf ins Rennen, die gegen Schweden nur aufgrund eines unglücklichen Eigentores nicht über ein 1:1 hinausgekommen war. […]

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