Mehmedi verbessert die Schweizer Chancen erheblich

Veröffentlicht: 15. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Die Schweiz kam gegen starke Rumänen zum Auftakt des zweiten Spieltages in der Gruppe A zwar nicht über ein 1:1 hinaus, hat mir vier Punkten aber dennoch gute Chancen auf ein Achtelfinalticket. Beide Mannschaften versteckten sich nicht, sondern investierten viel in die Offensive, sodass sich ein unterhaltsames Spiel mit Torgelegenheiten auf beiden Seiten entwickelte. Die Schweizer dominierten, gingen aber durch einen unnötigen Elfmeter in Rückstand. In der Folge haperte es bei den Eidgenossen in der Chancenverwertung, sodass erst nach der Pause der verdiente Ausgleich von Mehmedi folgte. Zwar setzten Shaqiri und Co. nach, Rumänien brachte den Punktgewinn aber über die Zeit.

Admir Mehmedi, hier gegen Vlad Chiricheș, erzielte ein ebenso sehenswertes wie wichtiges Tor.

Rumäniens Coach Anghel Iordănescu veränderte seine Startelf gegenüber der späten 1:2-Niederlage gegen Frankreich im Eröffnungsspiel auf vier Positionen. Torje, Chipciu, Keșerü und Prepeliță erhielten den Vorzug vor Popa, Stanciu, Andone und Hoban. Sein Gegenüber Vladimir Petković schickte dagegen die elf Spieler auf den Rasen, die Albanien mit 1:0 bezwungen hatten.

In Paris entwickelte sich vom Anpfiff weg eine sehr unterhaltsame Begegnung, da beide Teams sofort den Weg in den gegnerischen Strafraum suchten. Als erstes gelang dies den Schweizern. Xhemaili steckte für Seferović durch, der aus knapp elf Metern rechts vorbei schoss (6.). Auch die zweite Topchance gehörte dem Frankfurter Stürmer, diesmal nach Zuspiel von Shaqiri. Doch erneut fehlte ihm das Zielwasser, seinen Abschluss aus kurzer Distanz konnte Tătărușanu entschärfen (16.).

Erneut cool vom Punkt: Bogdan Stancu.

So waren es die Osteuropäer, die in Führung gingen: Lichtsteiner führte im Strafraum einen ebenso intensiven wie unnötigen Textiltest bei Chipciu durch, Schiedsrichter Karasëv (Russland) stand gut und entschied sofort auf Elfmeter (18.). Wie schon gegen Frankreich trat Stancu an und zeigte sich erneut nervenstark: Er verwandelte sicher ins linke untere Eck (18.). Die Schweizer Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Schär zog aus der Distanz ab, Tătărușanu lenkte das Spielgerät mit einer weiteren starken Parade über die Latte (20.).

Nun war Feuer im Spiel. Prepeliță und Chipciu holten sich binnen zwei Minuten Gelb ab, die „Tricolor“ setzte aber auch spielerische Akzente und agierte dabei sehr zielstrebig. Chipciu verfehlte das lange Eck aus spitzem Winkel (25.), drei Minuten darauf landete ein Torje-Freistoß über Umwege vor den Füßen des aufgerückten Săpunaru, doch der Rechtsverteidiger traf aus fünf Metern nur den rechten Außenpfosten (28.).

Die Schlussphase einer packenden ersten Hälfte gehörte den Schweizern: Ein Rodríguez-Freistoß war leichte Beute für Tătărușanu (33.), kniffliger wurde es als Lichtsteiners Flanke den Kopf von Xhemaili fand, der Spielmacher aber aus sieben Metern links vorbei köpfte (38.). Insbesondere mit der Chancenverwertung seiner Schützlinge musste Vladimir Petković hadern, die mit dem 0:1-Rückstand in die Kabinen gingen.

Mehmedis Volley rauscht mit 118 km/h ins rumänische Netz.

Mit Hoban für Pintilii begann Durchgang Zwei und Rumäniens Joker hätte fast den perfekten Einstand gehabt, als er im Strafraum zuerst geblockt wurde, im zweiten Anlauf aber das Tor von Sommer knapp verfehlte (46.). In der 52. Minute unterlief Djourou beinahe ein Eigentor als er Torje-Hereingabe fast ins eigene Tor „klärte“. Auch ansonsten machten die schnellen Rumänen den etwas gefährlicheren Eindruck, bei den Schweizern war die Kreativität der ersten 45 Minuten abhandengekommen.

So musste der Zufall helfen: Bei einer Ecke prallte der Ball über den Umweg Djourou zu Mehmedi, der aus halblinker Position Volley abzog und den Ball mit 118 Stundenkilometern ins lange Eck hämmerte (57.). Wenn auch die Entstehung glücklich war: Der Ausgleich war durchaus verdient und gab der Schweiz Oberwasser. Shaqiri setzte einen Freistoß drüber (60.), Embolo köpfte nur kurz nach seiner Einwechslung eine Lichtsteiner-Flanke am Tor vorbei (68.).

Intensive Duelle – wie hier zwischen Lichtsteiner und Hoban – gab es zuhauf.

Die Rumänen waren nicht mehr ganz so angriffslustig wie noch vor dem Ausgleich, blieben aber durch gelegentliche Angriffe gefährlich. Einen Keșerü-Kopfball nach Filip-Flanke sicherte Keeper Sommer (65.) und der Gladbacher war auch wenig später bei einem Torje-Distanzschuss auf dem Posten (70.). Trotz allen Drucks der Eidgenossen gegen zunehmend müde wirkende Rumänen: Zwingende Chancen waren Mangelware. Xhemaili verzog eine Direktabnahme (77.), es war der letzte Abschluss einer guten Partie.

Die Schweiz geht daher mit vier Punkten im Gepäck ins Spiel gegen Frankreich am Sonntag (21 Uhr). Im Parallelspiel benötigt Rumänien gegen Albanien wohl einen Sieg, soll das Achtelfinale erreicht werden.

Statistik:

Tore: 1:0 Stancu (18., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Lichtsteiner an Chipciu), 1:1 Mehmedi (57., Linksschuss, Djourou)

Aufstellung (Rumänien): Tătărușanu – Săpunaru, Chiricheș, Grigore, Raț – Prepeliță, Pintilii – Torje, Stancu, Chipciu – Keșerü

Aufstellung (Schweiz): Sommer – Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodríguez – Behrami, G. Xhaka – Shaqiri, Xhemaili, Mehmedi – Seferović

Wechsel (Rumänien): 46. Hoban für Pintilii, 62. Filip für Raț, 84. Andone für Stancu

Wechsel (Schweiz): 64. Embolo für Seferović, 83. M. Lang für Xhemaili, 90.+1 Tarashaj für Shaqiri

Bank (Rumänien): Lung Jr. (Tor), Pantilimon (Tor), Găman, Mățel, Moți, Popa, Sânmărtean, Stanciu, Alibec

Bank (Schweiz): Bürki (Tor), Hitz (Tor), Elvedi, Moubandje, von Bergen, Fernandes, Frei, Zakaria, Derdiyok

Gelbe Karten: Prepeliță (22., Foulspiel), Chipciu (24., Foulspiel), Keșerü (37., Foulspiel), Grigore (76., Foulspiel) – G. Xhaka (50., Foulspiel), Embolo (90.+4, Foulspiel)

Schiedsrichter: Sergéj Karasëv (Russland) – Nikoláj Gólubev (Russland), Tíchon Kalúgin (Russland) – Sergéj Lápočkin (Russland), Sergéj Ivanóv (Russland) – Aljakséj Kul’bákoŭ (Belarus‘) – Vitálju Maljúcinu (Belarus‘)

Anstoßzeit und Spielort: 15. Juni 2016/18:00 Uhr (UTC+2), Parc des Princes/Paris

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Kommentare
  1. […] Trainer Anghel Iordănescu baute seine Mannschaft nach dem 1:1 gegen die Schweiz ordentlich um. Mățel, Hoban, Popa, Stanciu und Alibec durften von Beginn an ran, Raț, Pintilii, […]

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  2. […] Der Trainer der Schweiz, Vladimir Petković, gab im Sturm Talent Embolo den Vorzug vor dem glücklosen Seferović. Ansonsten begann die Elf, die gegen Rumänien am zweiten Spieltag nach Rückstand noch zu einem 1:1 gekommen war. […]

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