Milik verpasst die Chance auf mehr

Veröffentlicht: 16. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Deutschland und Polen trennten sich mit 0:0 und sorgten damit für das erste torlose Spiel der Europameisterschaft. An Unterhaltung und Torszenen mangelte es dabei nicht. Die DFB-Elf war zwar feldüberlegen, musste aber stets vor polnischen Gegenangriffen auf der Hut sein und hatte Glück, dass Milik zwei erstklassige Gelegenheiten ausließ. Das Remis war letztendlich ein gerechtes Ergebnis, das Achtelfinale ist damit für beide Teams wohl schon sicher.

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Arkadiusz Milik lässt Sekunden nach Wiederbeginn die beste Gelegenheit der Partie aus.

Bundestrainer Joachim Löw nahm im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen die Ukraine eine Änderung vor. Mustafi, Torschütze zum 1:0, musste für den komplett wieder genesenen Hummels weichen.

Bei den Polen hatte sich Stammkeeper Szczęsny beim 1:0 gegen Nordirland am Oberschenkel verletzt und wurde von Fabiański vertreten. Grosicki, der nach längerer Pause gegen Nordirland immerhin ein paar Minuten Spielzeit sammeln durfte, verdrängte zudem Kapustka auf die Bank.

Keine vierzig Sekunden waren vorbei, da krümmte sich Polens Sechser Mączyński am Boden. Der Grund: Khedira hatte ihn im Luftduell mit dem Ellbogen erwischt. Schiedsrichter Kuipers (Niederlande) ließ Gnade vor Recht ergehen, knapp zwei Minuten später stoppte der Mittelfeldmann Milik mit einem taktischen Foul und kam um die Gelbe Karte nicht mehr herum (3.). Auch spielerisch setzten die Deutschen das erste Zeichen: Götze kam nach einer Draxler-Flanke zum Abschluss – drüber (4.).

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Özil sieht Gelb, Krychowiak findet es gut.

Die Polen agierten in der Anfangsphase eher abwartend und lauerten auf Konter über Milik und Lewandowski. Die DFB-Elf verbuchte dagegen viel Ballbesitz und durch Kroos die nächste Gelegenheit. Müller hatte sich auf der Außenbahn gegen Piszczek durchgesetzt, in seinen Rückpass rutschte Kroos hinein, verfehlte das Tor aber knapp (16.). Nach knapp zwanzig Minuten legten die Polen dann ihre anfängliche Passivität ab und spielten selbst nach vorne. Das Resultat: die Partie wurde offener, richtig gute Torszenen blieben aber selten. Das lag auch daran, dass Deutschlands Defensive weitaus besser umschaltete als noch gegen die Ukraine.

Bis zur Pause tat sich wenig, sowohl Götze (38.) als auch Lewandowski (42.) standen bei ihren vielversprechenden Gelegenheiten im Abseits. Die Defensive der Mittelosteuropäer präsentierte sich stark, Fabiański musste bis zur Pause keinen einzigen Schuss auf sein Tor entschärfen.

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Freistoßtrick: Hummels und Co. beobachten Lewandowski und Milik gespannt.

Halbzeit Zwei hätte um ein Haar mit einer kalten Dusche für den Weltmeister begonnen. Błaszczykowski legte mit der Hacke ab für Grosicki, dessen maßgenaue Flanke erwischte Milik gut vier Meter vor dem deutschen Tor nur leicht mit dem Kopf und verpasste so eine hundertprozentige Chance zur Führung (46.). Im direkten Gegenzug bediente Kroos rechts im Sechzehner Götze, die Falsche Neun platzierte den folgenden Abschluss aber genau auf Fabiański (47.).

Das vor der Pause fehlende Tempo war nun drin im Spiel, Angriffe und Konter wechselten sich in rascher Reihenfolge ab. Die Defensivspieler mussten Höchstarbeit leisten, schafften es aber, die finale Aktion des jeweiligen Gegners immer noch zu unterbinden. So rettete Hummels per Grätsche gegen Milik (52.), Pazdan klärte vor Müller (53.). Nach einer Stunde versuchten es dann Milik und Lewandowski mit einem Freistoßtrick, der Flachschuss des Ajax-Legionärs ging aber links vorbei (59.).

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In guter Gesellschaft: Mesut Özil wird von Błaszczykowski und Krychowiak verfolgt.

Auch ohne Gelegenheiten bot das Spiel großen Unterhaltungswert, da scheinbar jederzeit etwas passieren konnte. Kroos setzte einen Fernschuss drüber (65.), Milik traf nach perfekter Vorlage von Grosicki an Elfmeterpunkt den Ball nicht und ließ so seine zweite Großchance liegen (69.). Sekunden später legte der eingewechselte Schürrle für Özil auf, dessen Direktabnahme aus 14 Metern lenkte Fabiański drüber (69.).

Löw brachte mit Gómez für Draxler eine echte Spitze, der zuvor für Götze gekommene Schürrle übernahm auf links. Bis zum Ende gab es aber nur noch Halbchancen. Grosicki schoss per Freistoß drüber (85.), Höwedes wurde in aussichtsreicher Position von Pazdan ausgebremst (86.). So war bald darauf das erste 0:0 dieser Europameisterschaft fix.

Damit haben beide Mannschaften jeweils vier Punkte auf dem Konto, das Achtelfinale ist so gut wie gebucht. Am dritten Spieltag trifft Deutschland auf Nordirland (18 Uhr), Polen bekommt es mit der bereits ausgeschiedenen Ukraine zu tun.

Statistik:

Tore: keine

Aufstellung (Deutschland): Neuer – Höwedes, Boateng, Hummels, Hector – Khedira, Kroos – Müller, Özil, Draxler – Götze

Aufstellung (Polen): Fabiański – Piszczek, Glik, Pazdan, Jędrzejczyk – Krychowiak, Mączyński – Błaszczykowski, Grosicki – Lewandowski, Milik

Wechsel (Deutschland): 66. Schürrle für Götze, 72. Gómez für Draxler

Wechsel (Polen): 76. Jodłowiec für Mączyński, 80. Kapustka für Błaszczykowski, 87. Peszko für Grosicki

Bank (Deutschland): Leno (Tor), ter Stegen (Tor), Can, Mustafi, Tah, Kimmich, Podolski, Sané, Schweinsteiger, Weigl

Bank (Polen): Boruc (Tor), Szczęsny (Tor), Cionek, Salamon, Wawrzyniak, Linetty, Starzyński, Zieliński, Stępiński

Gelbe Karten: Khedira (3., Foulspiel), Özil (34., Foulspiel), Boateng (67., Foulspiel) – Mączyński (45., Foulspiel), Grosicki (55., Foulspiel), Peszko (90.+3, Foulspiel)

Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande) – Sander van Roekel (Niederlande), Erwin Zeinstra (Niederlande) – Pol van Boekel (Niederlande), Richard Liesveld (Niederlande) – Daniele Orsato (Italien) – Elenito Di Liberatore (Italien)

Anstoßzeit und Spielort: 16. Juni 2016/21:00 Uhr (UTC+2), Stade de France/Saint-Denis (Paris)

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Kommentare
  1. […] durfte nach dem 0:0 gegen Deutschland quasi für das Achtelfinale planen. Trainer Adam Nawałka schonte mit Grosicki, Błaszczykowski, […]

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  2. […] durfte nach dem 0:0 gegen Polen bereits für die nächste Runde planen. Bundestrainer Joachim Löw brachte mit Gómez einen echten […]

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