Éder entschädigt für viel Leerlauf

Veröffentlicht: 17. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Italien steht dank eines späten 1:0-Erfolges über Schweden im Achtelfinale. Dabei boten beide Teams in Toulouse eine ganz schwache Partie, in der Torchancen fast völlig fehlten. Insbesondere die Skandinavier taten zu wenig und enttäuschten trotz Ibrahimović in der Offensive einmal mehr. Die Squadra Azzurra dagegen beschränkte sich vorrangig auf das Verteidigen, investierte aber in der zweiten Halbzeit etwas mehr und belohnte sich durch das Siegtor von Éder in der 88. Minute.

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Kaum spielerischer Glanz, viele Diskussionen: Die Partie zwischen Italien und Schweden bot nur wenig Highlights.

Nach dem starken Auftritt beim 2:0-Auftakterfolg gegen Belgien nahm Italiens Trainer Antonio Conte nur eine Änderung vor. Florenzi ersetzte auf dem rechten Flügel Darmian, wobei der neue Mann und Candreva aber häufig die Seiten tauschten.

Schwedens Coach Erik Hamrén hatte sich nach dem enttäuschenden Auftritt beim 1:1 gegen Irland viel Kritik anhören müssen. Der 59-jährige tauschte dreimal Personal. Lustig hatte sich eine Leistenzerrung zugezogen und fiel aus, für ihn kam Johansson in die Partie, Lindelöf rückte aus dem Abwehrzentrum auf die Rechtsverteidigerposition. Außerdem erhielten Ekdal und Guidetti den Vorzug vor Lewicki und Berg.

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Wenig ansehnlich wie in dieser Szene präsentierte sich die Partie leider oft.

Defensive war Trumpf in den Anfangsminuten, eine Devise, die sich zum Leidwesen der Zuschauer auch über die gesamte Spieldauer nicht ändern sollte. So war ein harmloser Abschluss von Florenzi, den Isaksson mühelos aufnahm, noch die beste Szene der ersten Viertelstunde (10.). Auf der anderen Seite verunglückte Linksverteidiger Olsson eine Flanke, die dadurch für einen Moment Gefahr versprühte, letztendlich aber über das Gehäuse von Buffon flog (18.).

Ideenlosigkeit im Angriff und die solide Defensivarbeit der Italiener dominierten das Geschehen. Zwar unternahmen Ibrahimović und Co. etwas mehr, Zählbares kam dabei aber nicht heraus. Die „Squadra Azzurra“ hatte zwar Aushilfs-Außenverteidiger Lindelöf insbesondere bei hohem Tempo als Schwachstelle ausgemacht, nutzte dies aber kaum aus. Das 0:0 zur Pause war die logische Konsequenz.

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Ibrahimović wurde nur in dieser Szene gefährlich, der Abseitspfiff war aber ohnehin schon ertönt.

Die Südeuropäer investierten immerhin zu Beginn der zweiten Hälfte etwas mehr in die eigenen Angriffsbemühungen. Ein Zusammenspiel der Doppelspitze Éder und Pellè brachte letzteren dessen ersten Abschluss ein, Isaksson musste aber nicht eingreifen (49.). Immerhin war das aber mehr, als die Schweden zustande brachten. Ibrahimović und Guidetti waren durch Italiens erfahrene Defensive um Bonucci und Chiellini vollkommen abgemeldet.

Die eigenen Bestrebungen, ein Tor zu erzielen, waren aber weitestgehend gering, viel mehr gab man sich mit Ballbesitz zufrieden. Die „Tre Kronor“ musste angesichts des mageren Punktes auf dem eigenen Konto kommen, lediglich fehlten schlicht und ergreifend die Mittel. In Minute 72 bugsierte Ibrahimović nach einer Olsson-Flanke den Ball aus kurzer Distanz über das Tor, zuvor war aber ohnehin der Abseitspfiff ertönt. Ansonsten plätscherte die Begegnung ereignislos ihrem Ende entgegen.

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Éder sorgt in Minute 88 für ein spätes Highlight.

Erst in der Schlussphase kam tatsächlich so etwas wie Leben in die Partie. Nach einer Giaccherini-Flanke vom linken Strafraumeck traf Parolo per Kopf die Querlatte des schwedischen Tores, Isaksson wäre chancenlos gewesen (82.). Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verlängerte dann der eingewechselte Zaza einen Chiellini-Einwurf per Kopf zu Éder. Dieser zog von halblinks an drei Schweden vorbei an den Sechzehner und feuerte das Leder wuchtig ins rechte Eck (88.).

Die Nordeuropäer warfen in den Schlussminuten alles nach vorne, die beste Chance hatten jedoch Candreva, der nach einem Konter aus spitzem Winkel an Isaksson scheiterte (90.). In letzter Sekunde ging zwar noch der aufgerückte Granqvist im Duell mit Bonucci im Strafraum zu Boden, für Schiedsrichter Kassai (Ungarn) war das aber zu wenig für einen Pfiff (90.+4). Schweden beendete damit auch seine zweite Partie ohne den gegnerischen Torwart gefordert zu haben.

Italien kann damit entspannt in die Partie gegen Irland am Mittwoch gehen (21 Uhr). Schweden trifft zeitgleich auf Belgien und wird sich gewaltig steigern müssen, um das Aus in der Gruppenphase abzuwenden.

Statistik:

Tor: 1:0 Éder (88., Rechtsschuss, Zaza)

Aufstellung (Italien): Buffon – Barzagli, Bonucci, Chiellini – De Rossi – Candreva, Parolo, Giaccherini, Florenzi – Pellè, Éder

Aufstellung (Schweden): Isaksson – Lindelöf, Johansson, Granqvist, Olsson – Ekdal, Källström – Larsson, Forsberg – Ibrahimović, Guidetti

Wechsel (Italien): 60. Zaza für Pellè, 74. Thiago Motta für De Rossi, 85. Sturaro für Florenzi

Wechsel (Schweden): 79. Durmaz für Forsberg, 79. Lewicki für Ekdal, 85. Berg für Guidetti

Bank (Italien): Marchetti (Tor), Sirigu (Tor), Darmian, De Sciglio, Ogbonna, Bernardeschi, El Shaarawy, Immobile, Insigne

Bank (Schweden): Carlgren (Tor), Olsen (Tor), Augustinsson, Jansson, Lustig, Erkan Zengin, Hiljemark, Wernbloom, Kujović

Gelbe Karten: De Rossi (69., Foulspiel), Buffon (90.+3, Zeitspiel) – Olsson (90., Foulspiel)

Schiedsrichter: Kassai Viktor (Ungarn) – Ring György (Ungarn), Tóth Vencel (Ungarn) – Bognár Tamás (Ungarn), Farkas Ádám (Ungarn) – Clément Turpin (Frankreich) – Nicolas Danos (Frankreich)

Anstoßzeit und Spielort: 17. Juni 2016/15:00 Uhr (UTC+2), Stadium Municipal/Toulouse

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Kommentare
  1. […] hatte sich durch das 1:0 gegen Schweden sowohl das Weiterkommen als auch den Gruppensieg gesichert. Trainer Antonio Conte setzte daher im […]

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  2. […] gewinnen, um das Achtelfinale zu erreichen. Trainer Erik Hamrén wechselte im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Italien nur einmal Personal: Berg stürmte anstelle für Guidetti an der Seite von Superstar […]

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