Almer bringt ganz Portugal zum Verzweifeln

Veröffentlicht: 18. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Portugal ist auch im zweiten Gruppenspiel nicht über ein Unentschieden hinaus gekommen. Gegen Österreich war die Seleção zwar klar spielbestimmend, verzweifelte aber reihenweise am gegnerischen Torhüter Almer. Insbesondere Cristiano Ronaldo erlebte einen Abend zum Vergessen: Erst stand Almer mehrmals im Weg, dann setzte der Superstar einen Elfmeter an den Pfosten und erzielte ein Abseitstor. Die Koller-Truppe erkämpfte sich ein glückliches 0:0, war aber keineswegs chancenlos und hatte Pech, dass Harnik einen Traumstart in die Partie verpasste.

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Pfosten: Cristiano Ronaldo vergibt Portugals beste Chance vom Punkt.

Portugals Nationalcoach Fernando Santos nahm nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Island zu Turnierbeginn zwei Änderungen vor. William Carvalho und Ricardo Quaresma kamen für Danilo und João Mário in die Partie. Taktisch wurde aus dem 4-4-2 ein 4-3-3, wobei die drei Spitzen flexibel agierten.

Auch Österreich hatte beim 0:2 gegen Ungarn einen unerwarteten Fehlstart hingelegt. Zu allen Überfluss hatte sich Junuzović am Knöchel verletzt und Dragović Gelb-Rot gesehen. Trainer Marcel Koller komplettierte die Viererkette mit Prödl, Ilsanker übernahm auf der Sechs, sodass Alaba die Spielmacherposition einnehmen konnte. Außerdem musste Janko auf die Bank, Sabitzer ersetzte ihn und besetzte den rechten Flügel, Harnik rückte in die Spitze.

Die Partie startete schwungvoll, nach nicht einmal zwei Minuten stand Österreichs Schlussmann Almer vor seiner ersten Prüfung und entschärfte einen Versuch von Ricardo Quaresma (2.). Um ein Haar wäre der Favorit aber schnell in Rückstand gegangen. Sabitzer flankte präzise in den Fünfmeterraum, wo Harnik hochstieg, seinen Kopfball aus idealer Position aber nicht auf das Tor brachte (3.).

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Immer wieder Almer: Österreichs Schlussmann bewahrte sein Team gleich mehrmals vor Gegentoren.

Die Südeuropäer zeigten sich keineswegs geschockt, sondern antworteten mit weiteren Abschlüssen. Quaresma zielte aus der Distanz zu hoch (4.) und leitete den nächsten Hochkaräter ein. Ähnlich wie Harnik konnte aber auch Nani seinen Kopfball nach abgefälschter Flanke von João Moutinho nicht gut platzieren (6.). Portugals Anfangsdruck dauerte an und Großchancen ließen nicht auf sich warten. Kapitän Cristiano Ronaldo trat erstmals in Aktion und bediente Nani, der Prödl links im Sechzehner versetzte, aber an einer starken Fußabwehr von Almer scheiterte (12.).

Zwar suchten auch die Österreicher den Weg nach vorne, hatten aber vor dem eigenen Tor genug zu tun. Almer parierte einen Vieirinha-Distanzschuss (13.) und stand weiter im Mittelpunkt. Nani setzte Hinteregger und den Keeper unter Druck, der daraufhin seinen Verteidiger anschoss und Glück hatte, dass daraus nur eine Ecke resultierte (19.). In der 22. Minute hätte dann Cristiano Ronaldo die mittlerweile überfällige Führung besorgen müssen. Nani und Raphaël Guerreiro kombinierten sich mit einem Doppelpass auf links durch, der Außenverteidiger gab anschließend perfekt für „CR7“ zurück, der aus sieben Metern aber knapp links vorbei schoss.

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Martin Harnik – hier gegen Ricardo Carvalho – hatte Österreichs beste Gelegenheit.

Durch frühes Pressing provozierten die Portugiesen immer wieder Ballverluste und Fehlpässe der Kicker aus der Alpenrepublik, sodass deren offensive Bemühungen Stückwerk blieben. In der Defensive musste dann das Aluminium helfen. André Gomes flankte diesmal auf Nani, doch der Offensivmann ließ auch seine dritte Großchance liegen – sein Kopfball landete am linken Pfosten (29.).

11:1 Torschüsse für die Seleção sprachen eine deutliche Sprache, doch im Abschluss schluderten die Santos-Schützlinge gewaltig. Auch Cristiano Ronaldo war keine Ausnahme: Ricardo Quaresma setzte nach einer geklärten Flanke nach und fand den Kapitän, der aus acht Metern aber in die Arme von Almer schoss (38.). So hätte Österreich sogar eine Führung in die Pause nehmen können. Alaba brachte einen Freistoß von der rechten Außenbahn scharf an den zweiten Pfosten, Vieirinha war aber zur Stelle und rettete, obwohl Harnik den Wolfsburger bedrängte (41.).

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Auch dieser Versuch von Cristiano Ronaldo konnte Almer nicht bezwingen.

Auch Halbzeit Zwei begann schwungvoll – und mit einer österreichischen Chance. Ilsankers Flachschuss entschärfte der ansonsten wenig geprüfte Rui Patrício stark (46.). In der Folge rückte das Duell Cristiano Ronaldo gegen Robert Almer in den Mittelpunkt. Erst versuchte der Real-Profi sein Glück mit einem saftigen 18-Meter-Schuss, den der Austria-Keeper zur Ecke lenkte (55.). Die brachte Ricardo Quaresma und fand Cristiano Ronaldo, doch auch den folgenden Kopfball entschärfte der 32-jährige brillant (56.).

Die Portugiesen waren bemüht, den Druck der ersten Hälfte aufrecht zu erhalten und kesselten die Koller-Schützlinge teilweise in deren Hälfte ein. Die Vielzahl an Abschlüssen wie noch in Halbzeit Eins konnten Nani und Co. aber nicht mehr erspielen. So versuchte sich Cristiano Ronaldo per Freistoß, schoss aber drüber (65.). Austria stand nun weitaus sicherer, die Zeit rannte den Portugiesen davon.

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Drin, aber Abseits. Portugals später Jubel verklang schnell.

In der 78. Minute schien dann der erlösende Moment gekommen zu sein. Nach einem Sabitzer-Fehlpass suchte Raphaël Guerreiro mit einer Flanke Cristiano Ronaldo, der von Hinteregger zu Boden gerissen wurde. Klarer Fall: Elfmeter! Doch dem Superstar klebte das Pech am Fuß: Sein Flachschuss landete am linken Pfosten (79.).

Es sollte noch ein Stücken bitterer werden für den Superstar. Fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit verlängerte der Kapitän einen Freistoß von Raphaël Guerreiro ins österreichische Tor, der Jubel verebbte aber schnell – Abseits (85.). Zwar drückte die Seleção in den letzten Minuten noch einmal, Fuchs und Co. hielten aber dicht und verteidigten das torlose Remis bis zum Abpfiff.

Somit stehen beide Teams am letzten Spieltag unter Siegzwang. Portugal trifft dabei auf Tabellenführer Ungarn (Mittwoch, 18 Uhr), Österreich auf Island (zeitgleich).

Statistik:

Tore: keine

Aufstellung (Portugal): Rui Patrício – Vieirinha, Pepe, Ricardo Carvalho, Raphaël Guerreiro – William Carvalho – João Moutinho, André Gomes – Ricardo Quaresma, Nani, Cristiano Ronaldo

Aufstellung (Österreich): Almer – Klein, Prödl, Hinteregger, Fuchs – Baumgartlinger, Ilsanker – Sabitzer, Alaba, Arnautović – Harnik

Wechsel (Portugal): 71. João Mário für Ricardo Quaresma, 83. Éder Macedo für André Gomes, 89. Rafa Silva für Nani

Wechsel (Österreich): 65. Schöpf für Alaba, 85. Hinterseer für Sabitzer, 87. Wimmer für Ilsanker

Bank (Portugal): Anthony Lopes (Tor), Eduardo (Tor), Bruno Alves, Cédric, Eliseu, José Fonte, Adrien Silva, Danilo, Renato Sanches

Bank (Österreich): Lindner (Tor), Özcan (Tor), Garics, Suttner, Jantscher, Janko, Okotie

Gelbe Karten: Ricardo Quaresma (31., Meckern), Pepe (40., Foulspiel) – Harnik (47., Foulspiel), Fuchs (60., Foulspiel), Hinteregger (78., Foulspiel), Schöpf (86., Meckern)

Besonderes Vorkommnis: Cristiano Ronaldo schießt Foulelfmeter an den linken Pfosten (79., Hinteregger an Cristiano Ronaldo)

Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien) – Elenito Di Liberatore (Italien), Mauro Tonolini (Italien) – Daniele Orsato (Italien), Antonio Damato (Italien) – Alexandru Dan Tudor (Rumänien) – Octavian Şovre (Rumänien)

Anstoßzeit und Spielort: 18. Juni 2016/21:00 Uhr (UTC+2), Parc des Princes/Paris

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Kommentare
  1. […] Coach Marcel Koller dagegen baute nach dem 0:0 gegen Portugal um. Auf dem Papier wurde die Aufstellung sogar defensiver, mit dem von seiner Gelb-Rot-Sperre […]

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  2. […] hatte beim 0:0 gegen Österreich zahlreiche Chancen ausgelassen und musste daher um das Weiterkommen bangen. Coach Fernando Santos ersetzte den angeschlagenen […]

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