Dreimal Latte, kaputte Trikots und viel Leerlauf

Veröffentlicht: 19. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Frankreich und die Schweiz trennten sich nach neunzig weitestgehend höhepunktarmen Minuten mit 0:0. Die Équipe Tricolore startete engagiert und verbuchte durch Pogba drei Großchancen, zweimal stand dem Mittelfeldmann die Latte im Weg. Nach zwanzig Minuten steigerten sich die Eidgenossen, sodass sich die Akteure neutralisierten. Der eingewechselte Payet scheiterte eine Viertelstunde vor dem Ende ebenfalls am Querbalken, in der Nachspielzeit forderte Xhemaili vergeblich Elfmeter. Kurios: Gleich sieben Schweizer Trikots erhielten während des Spieles Risse und mussten folglich ausgetauscht werden.

Diesmal nicht erfolgreich: Auch Joker Payet scheiterte an der Latte.

Der Trainer der Schweiz, Vladimir Petković, gab im Sturm Talent Embolo den Vorzug vor dem glücklosen Seferović. Ansonsten begann die Elf, die gegen Rumänien am zweiten Spieltag nach Rückstand noch zu einem 1:1 gekommen war.

Didier Deschamps, Coach der französischen Auswahl, setzte dagegen nach dem 2:0 gegen Albanien auf Rotation. Cabaye, Sissoko, Pogba, Griezmann und Gignac durften für Matuidi, Payet, Martial, Kanté und Giroud von Beginn an ran.

Der Gastgeber war trotz zahlreicher Umstellungen und dem bereits gesicherten Weiterkommen gewillt, das Heft in die Hand zu nehmen und den 45.616 Zuschauern ein unterhaltsames Spiel zu bieten. Die erste gefährliche Szene ereignete sich aber vor dem Tor von Lloris: Schär verlängerte eine Shaqiri-Ecke, Pogba schlug ein Luftloch, der hinter dem Mittelfeldmann lauernde Djourou kam aber nicht mehr zum Abschluss (8.).

Zweimal Latte, einmal Sommer: Paul Pogba wollte kein Treffer gelingen.

Juventus-Profi Pogba sollte in den folgenden Minuten ins Rampenlicht rücken. In der 12. Minute legte Gignac für den 23-jährigen ab, dessen Schuss vom Strafraumrand glitt Sommer durch die Finger und landete auf der Latte. Keine Minute später ging das Duell in die zweite Runde. Coman bediente links im Sechzehner Pogba, der aus sehr spitzem Winkel das lange Eck anvisierte, Sommer parierte aber stark (13.). Wiederrum nur vier Zeigerumdrehungen darauf wäre der Schlussmann aber machtlos gewesen. Natürlich Pogba hämmerte aus knapp 25 Metern drauf und hatte viel Pech – erneut rettete die Latte für die Schweiz (17.).

Die Schweiz ließ sich von druckvollen Franzosen zu sehr in die eigene Hälfte drängen und befreite sich erst nach zwanzig Minuten besser. Mehmedi setzte mit einer Einzelaktion, an deren Ende er drüber schoss, ein erstes Lebenszeichen (21.). Derartige Versuche waren selten, im finalen Drittel gingen den Eidgenossen die Ideen aus. Auch „Les Bleus“ war der Schwung der Anfangsphase abhandengekommen. Resultat war eine ausgeglichene Partie, die sich weitestgehend im Mittelfeld abspielte. Bis zum Pausenpfiff sorgten so nur die Schweizer Trikots für Aufsehen: Gleich drei Stück überstanden französische Textiltests nicht und mussten ersetzt werden.

Griezmann vergibt eine der wenigen guten Chancen der Partie.

Auch nach Wiederbeginn nahm die Partie nicht so recht Fahrt auf. Gignac versuchte sich nach einem Konter, sein Schuss war aber viel zu harmlos, um Sommer zu prüfen (53.). Besser machte es Kollege Griezmann, der mit Tempo Richtung Tor zog, mit dem Mexiko-Legionär einen Doppelpass spielte und schließlich aus 13 Metern abzog. Sommer riss den rechten Arm hoch und parierte (57.). Kurz zuvor hatte auch der Spielball den Stresstest nicht bestanden und musste nach einem Zweikampf zwischen Behrami und Griezmann ersetzt werden.

Trainer Deschamps schickte nach etwas mehr als einer Stunde den bisherige EURO-Helden Payet für Coman aufs Feld, neuen Schwung brachte aber auch der Mann von West Ham United nicht in die inzwischen müde Partie. Die 22 Akteure neutralisierten sich auf mäßigem Niveau.

Ball im Visier: Payet traf trotz perfekter Technik nur die Torumrandung.

Bis in die 75. Minute. Dann hatte Sissoko auf der rechten Außenbahn mal Platz und drang dynamisch vor, seine anschließende Flanke an den zweiten Pfosten fand den heranrauschenden Payet. Doch der Mittelfeldmann setzte das Spielgerät mit der Innenseite des rechten Fußes volley an die Latte (75.). Zum dritten Mal rettete damit das Aluminium für die Eidgenossen.

Auch die letzte französische Angriffsaktion gehörte dem 29-jährigen, er verzog jedoch aus der Distanz (80.). In den Schlussminuten taten sich die beiden Teams nicht mehr groß weh. Erst in der Nachspielzeit gab es kurz Aufregung, als Sagna nach einer Lang-Flanke Xhemaili klar am Trikot hielt. Der Pfiff von Schiedsrichter Skomina (Slowenien) blieb aber aus (90.+2). Damit blieb am Ende folgende Bilanz: viel Leerlauf, dreimal Latte für Frankreich, sieben kaputte Schweizer Trikots und ein kaputter Spielball.

Frankreich schließt die Gruppe A als Erster ab und trifft damit am Sonntag (26. Juni) um 15 Uhr auf einen Gruppendritten. Die Schweiz ist bereits 24 Stunden davor gegen den Zweiten der Gruppe C im Einsatz.

Statistik:

Tore: keine

Aufstellung (Schweiz): Sommer – Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodríguez – Behrami, G. Xhaka – Shaqiri, Xhemaili, Mehmedi – Embolo

Aufstellung (Frankreich): Lloris – Sagna, Rami, Koscielny, Evra – Cabaye – Sissoko, Pogba – Griezmann, Coman – Gignac

Wechsel (Schweiz): 74. Seferović für Embolo, 79. Fernandes für Shaqiri, 86. M. Lang für Mehmedi

Wechsel (Frankreich): 63. Payet für Coman, 77. Matuidi für Griezmann

Bank (Schweiz): Bürki (Tor), Hitz (Tor), Elvedi, Moubandje, von Bergen, Frei, Tarashaj, Zakaria, Derdiyok

Bank (Frankreich): Costil (Tor), Mandanda (Tor), Digne, Jallet, Mangala, Umtiti, Kanté, Schneiderlin, Giroud, Martial

Gelbe Karten: – Rami (25., Foulspiel), Koscielny (82., Foulspiel)

Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien) – Jure Prapotnik (Slowenien), Robert Vukan (Slowenien) – Matej Jug (Slowenien), Slavko Vinčić (Slowenien) – Marco Fritz (Deutschland) – Mark Borsch (Deutschland)

Anstoßzeit und Spielort: 18. Juni 2016/21:00 Uhr (UTC+2), Stade Pierre-Mauroy/Villeneuve-d’Ascq (Lille)

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Kommentare
  1. […] Zweiter der Gruppe A war die Schweiz in das Achtelfinale eingezogen. Im Vergleich zum 0:0 gegen Gastgeber Frankreich im letzten Vorrundenspiel nahm Trainer Vladimir Petković eine Änderung vor: Seferović kehrte ins […]

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  2. […] als erwartet hatte sich Frankreich in Gruppe A durchgesetzt. Trainer Didier Deschamps hatte beim 0:0 gegen die Schweiz mit Kanté, Matuidi, Payet und Giroud vier Stammspielern eine Auszeit gegönnt, die in die Startelf […]

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