Sadiku schreibt Geschichte – Albanien hofft aufs Achtelfinale!

Veröffentlicht: 19. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Albanien darf dank eines historischen 1:0-Erfolges über Rumänien noch auf das Achtelfinale hoffen. Der EM-Debütant verdiente sich den Sieg durch eine erneut sehr leidenschaftliche und mutige Leistung, die Sadiku kurz vor der Pause mit dem ersten EM-Tor Albaniens überhaupt belohnte. Die Rumänen starteten stark, ließen die Zügel aber nach 20 Minuten schleifen und fanden in der Folge kaum noch in die Partie. Erst in der Schlussphase wurde die „Tricolor“ gefährlicher, Joker Andone scheiterte an der Latte. Letztlich war dies gegen stark agierende „Adler“ aber zu wenig.

Historischer Moment: Armando Sadiku köpft in Minute 43 Albaniens erstes EM-Tor.

Rumäniens Trainer Anghel Iordănescu baute seine Mannschaft nach dem 1:1 gegen die Schweiz ordentlich um. Mățel, Hoban, Popa, Stanciu und Alibec durften von Beginn an ran, Raț, Pintilii, Torje, Chipciu und Keșerü mussten dagegen auf die Bank.

Sein Gegenüber Gianni De Biasi dagegen tauschte nur einmal gezwungenermaßen Personal. Kukeli hatte bei der späten 0:2-Niederlage gegen Frankreich seine zweite Gelbe Karte gesehen und fehlte damit gesperrt. Basha ersetzte ihn.

Ein Sieg war für beide Teams Pflicht, sollte das Turnier nicht bereits nach der Vorrunde vorbei sein. Den besseren Start erwischten dabei die Rumänen. Stancu feuerte aus der Ferne drüber (3.), Berisha musste bei einem Hoban-Schlenzer nachfassen (5.). Auch in der achten Minute war der Schlussmann gefordert. Hysaj „klärte“ eine Hoban-Flanke vor die Füße von Stancu, der volley draufhielt: Berisha riss aber rechtzeitig die Hände hoch und konnte abwehren.

Ledian Memushaj war der beste Akteur auf dem Platz und an fast allen albanischen Gelegenheiten beteiligt.

Als nächstes durfte sich Alibec versuchen, der raffinierte Distanzschlenzers der Sturmspitze ging knapp am linkem Winkel vorbei (14.). Die Albaner kamen in dieser Phase kaum aus der eigenen Hälfte, steigerten sich dann aber vor allem in den Zweikämpfen und bekamen so mehr Zugriff. Basha verbuchte in der 20. Minute einen ersten, wenn auch vollkommen harmlosen Torschuss.

Drei Zeigerumdrehungen zauberten die Rot-Schwarzen aber einen herrlichen Angriff auf den Rasen: Über Sadiku und Lenjani kam das Spielgerät rechts raus zu Lila, dessen Hereingabe Lenjani am zweiten Pfosten aus sechs Metern freistehend über das Tor setzte. Die Fahne von Schiedsrichterassistent Mokrusch war aber ohnehin in die Höhe gegangen – Abseits (23.). Dennoch war dieser brillante Spielzug ein endgültiger Wachmacher für den EM-Debütanten, der das Geschehen auf dem Rasen nun an sich riss.

Schrei vor Glück: Mehr als 223 Minuten mussten die Albaner auf „ihr Tor“ warten.

Von den Rumänen kam kaum noch etwas, gegen nun mutige und einsatzfreudige Albaner gelang Stanciu und Co. kein Stich. Stattdessen war die Abwehr gefordert. Memushaj ließ nach einem schnellen Einwurf von Lila Prepeliță ins Leere grätschen, konnte Tătărușanu aus sehr spitzem Winkel aber nicht wirklich fordern (35.). Gefährlicher wurde die folgende Ecke, die Memushaj in den Rückraum spielte. Basha durfte aus elf Metern abziehen, knallte das Spielgerät aber in die Wolken (35.).

Die klareren Szenen hatten ganz eindeutig Memushaj und Co. und die fällige Belohnung holten sie sich zwei Minuten vor Ende der ersten Halbzeit ab. Memushaj hatte auf der rechten Außenbahn jede Menge Platz zum Flanken, an zweitem Pfosten verpassten sowohl Chiricheș das als auch der aus seinem Tor kommende Tătărușanu den Ball. Nutznießer war Sadiku, der das Spielgerät gefühlvoll ins lange Eck köpfte. Es war Albaniens erster EM-Treffer überhaupt, der Jubel fiel dementsprechend euphorisch aus (43.).

Kampfspiel: Hier legt Agolli Gegenspieler Popa.

Iordănescu versuchte seiner blassen Elf mit Sânmărtean für Prepeliță mehr Leben einzuhauchen, Erfolg hatte diese Maßnahme aber nicht. Für Gefahr sorgte stattdessen Mavraj, der Innenverteidiger dürfte sich nach Memushaj-Standards zweimal versuchen (47., 52.). Brenzliger wurde es in Minute 50, als Memushaj und Sadiku konterten, Hoban letzteren aber noch in allerhöchster Not stoppen konnte.

In dieser zerfahrenen Phase verletzte sich Alibec am Knie und musste von Torje ersetzt werden. Der neue Mann sorgte immerhin für etwas Belebung und feuerte einen ersten, ungefährlichen Distanzschuss ab (69.). Bester Mann auf dem Platz blieb Memushaj, bei dessen Versuch vom rechten Strafraumeck Tătărușanu nachfassen musste (63.). In der 70. Minute schoss der Mittelfeldmann nach Zusammenspiel mit dem eingewechselten Balaj knapp vorbei.

Auch Stanciu konnte das rumänische Offensivspiel nicht beleben.

Iordănescu zog mit Andone seinen dritten und letzten Joker und tatsächlich kam nun so etwas wie Zielstrebigkeit ins Angriffsspiel der Gelb-Blauen, die bei diesem Spielstand sicher ausgeschieden waren. Am Ende einer guten Kombination steckte Săpunaru für Andone durch, die Fahne des Assistenten ging aber nach oben – eine schwerwiegende Fehlentscheidung (72.). Das Glück war an diesem Tage nicht mit den Rumänen: Vier Zeigerumdrehungen darauf schickte Stanciu Joker Andone rechts in den Sechzehner, dessen Gewaltschuss aus acht Metern knallte von der Latte ins Feld zurück (76.).

Solch zwingende Gelegenheiten erspielte sich die „Tricolor“ gegen nun aufopferungsvoll verteidigende Albaner aber kaum und musste sich auf Fernschüsse wie den von Stanciu beschränken (81.). Die „Adler“ agierten clever, nahmen Zeit von der Uhr und suchten selbst die Entscheidung. Mavraj setzte eine Memushaj-Ecke ans Außennetz (86.), Abrashi wurde nach Vorlage des für die Schlussphase frisch hereingekommenen Roshi abgeblockt (87.). Bei der folgenden Memushaj-Ecke köpfte Lila vorbei (87.).

Feierten ihren Sieg gebührend: Albaniens Nationalspieler

Durch solche Aktionen hielten Mavraj und Co. viel Druck vom eigenen Tor weg. So gehörte den Di Biasi-Schützlingen auch der letzte gute Abschluss der Partie: Kapitän Cana, ebenfalls eingewechselt, beförderte einen Memushaj-Freistoß in die Arme von Tătărușanu (90.+3). Wenig später war Schluss und die von tausenden Fans angefeuerten Albaner durften den ersten Erfolg bei einer EM überhaupt ausführlich feiern.

Während für Rumänien das Turnier beendet ist, dürfen die Albaner noch hoffen, als einer der besten Gruppendritten das Achtelfinale zu erreichen.

Statistik:

Tor: 0:1 Sadiku (43., Kopfball, Memushaj)

Aufstellung (Rumänien): Tătărușanu – Săpunaru, Chiricheș, Grigore, Mățel – Prepeliță, Hoban – Popa, Stanciu, Stancu – Alibec

Aufstellung (Albanien): Berisha – Hysaj, Ajeti, Mavraj, Agolli – Basha – Memushaj, Abrashi – Lila, Lenjani – Sadiku

Wechsel (Rumänien): 46. Sânmărtean für Prepeliță, 57. Torje für Alibec, 68. Andone für Popa

Wechsel (Albanien): 59. Balaj für Sadiku, 77. Roshi für Lenjani, 83. Cana für Basha

Bank (Rumänien): Lung Jr. (Tor), Pantilimon (Tor), Filip, Găman, Moți, Raț, Chipciu, Pintilii, Keșerü

Bank (Albanien): Hoxha (Tor), Shehi (Tor), Aliji, Veseli, Kaçe, Gashi, T. Xhaka, Cikalleshi

Gelbe Karten: Mățel (53., Foulspiel), Săpunaru (85., Rangelei), Torje (90.+3, Rangelei) – Basha (6., Foulspiel), Memushaj (85., Rangelei), Hysaj (90.+4, Zeitspiel)

Schiedsrichter: Pavel Královec (Tschechische Republik) – Roman Slyško (Slowakei), Tomáš Mokrusch (Tschechische Republik) – Petr Ardeleánu (Tschechische Republik), Michal Patak (Tschechische Republik) – Anastásios Sidīrópoulos (Griechenland) – Damianós Euthymiádīs (Griechenland)

Anstoßzeit und Spielort: 19. Juni 2016/21:00 Uhr (UTC+2), Parc Olympique Lyonnais/Décines-Charpieu (Lyon)

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