Błaszczykowski gibt ein Beispiel an Effektivität

Veröffentlicht: 21. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Die Ukraine beendet die Europameisterschaft als punkt- und torloser Letzter der Gruppe C. Dabei zeigten die Osteuropäer beim 0:1 gegen Polen eine stark verbesserte Leistung, nutzten aber ihre Torgelegenheiten nicht und hatten zudem Pech, dass das norwegische Schiedsrichtergespann ihnen zwei Elfmeter verwehrte. Lewandowski und Co. ließen sich nach einem starken Start zunehmend in eine passive Rolle drängen, schlugen aber kurz nach der Pause durch Joker Błaszczykowski eiskalt zu. Die folgende Daueroffensive der Ukrainer führte nicht zum überfälligen Ausgleich.

Abgezogen: Jakub Błaszczykowski erzielt neun Minuten nach der Pause das goldene Tor.

Ein ebenso überraschendes wie enttäuschendes 0:2 gegen Nordirland hatte bereits am zweiten Spieltag das Aus für die Ukraine bedeutet. Trainer Foménko erklärte daraufhin bereits seinen Rücktritt nach der EM, folgte wurde die sportlich nicht mehr relevante Partie gegen Polen zum Abschiedsspiel. Für die Osteuropäer ging es immerhin noch um die Ehre, ihr Coach wechselte fünfmal Personal. Kúčer, Butkó, Rotán‘, Zínčenko und Zozúlja begannen für Rakýc’kyj, Ševčúk, Sydorčúk, Kovalénko und Selezn’óv.

Polen durfte nach dem 0:0 gegen Deutschland quasi für das Achtelfinale planen. Trainer Adam Nawałka schonte mit Grosicki, Błaszczykowski, Piszczek und Mączyński vier Stammspieler und gab Cionek, Jodłowiec, Zieliński und Kapustka Einsatzzeiten.

Schiedsrichter Moen (Norwegen) verwehrte Konopljánka und Co. in der 16. Minute einen Elfmeter.

Die Partie in Marseille begann schwungvoll, gerade Polens Sturmduo Milik und Lewandowski war sofort im Spiel. Bereits in der dritten Minute setzte Polens Kapitän Milik auf links in Szene, dieser scheiterte aber an P-játov (3.). Keine sechzig Sekunden später erwiderte der Ajax-Stürmer den Gefallen, nach dessen flacher Hereingabe setzte „Lewy“ das Spielgerät freistehend über das Tor (4.). Und wieder war keine Minute vergangen als Milik erneut Lewandowski schickte, diesmal aber zu Unrecht die Abseitsfahne den Angriff zunichtemachte (5.).

Doch auch die Ukraine versteckte sich nicht, spielte munter nach vorne und hatte wenig später auch eine Chance der Güteklasse „A“. Pazdan blockte den von Zínčenko freigespielten Zozúlja noch ab, der Ball landete bei Jarmólenko, dessen Nachschuss Fabiański sicherte (9.). Damit waren die Osteuropäer endgültig im Spiel angekommen und rissen selbiges immer mehr an sich. Pech hatten Jarmólenko und Co. dann in Minute 16. Butkó brachte den Ball nach innen, Jędrzejczyk traf Jarmólenko im Sechzehner klar am Fuß – das Schiedsrichterteam um Svein Oddvar Moen (Norwegen) ließ aber fälschlicherweise weiterspielen.

Alle zum Joker: Polens Team feiert Błaszczykowski.

Lange Proteste gab es nicht, viel mehr den nächsten Aufreger. Rotán‘ setzte per Steilpass erneut Jarmólenko in Szene, der auf links davon ging, jedoch das lange Eck verfehlte (17.). Nach dieser wilden Anfangsphase beruhigte sich das Spiel in der Folge ein wenig, die „Adler“ ließen den Gegner zumeist kommen und lauerten auf Konter. Derartige Gelegenheiten boten sich aber kaum. Den Gelb-Blauen dagegen fehlte die Präzision im Angriffsziel. Konopljánka traf aus der Distanz das Außennetz (30.). Es war der letzte gute Abschluss vor dem Kabinengang.

Mit Błaszczykowski für den blassen Zieliński begann Halbzeit Zwei, der Dortmunder sah aber zuerst eine Chance der Ukrainer. Konopljánka fand Zínčenko mit einer Maßflanke, der Kreativspieler konnte den Ball aber per Kopf nur über das Tor bugsieren (49.). Dann stach der Joker. Milik steckte nach einer kurzen Ecke rechts im Sechzehner auf Błaszczykowski durch. Der streichelte Spielgerät an Rotán‘ vorbei und hämmerte es anschließend aus elf Metern hoch ins linke Toreck (54.). Eine starke Einzelaktion brachte somit die überraschende Führung für die Polen.

Andríj Jarmólenko, hier gegen Kapustka und Jędrzejczyk, war der gefährlichste Ukrainer.

Es war ein Treffer mit Wirkung für die Ukrainer, die kurzeitig geschockt waren. Lewandowski leitete auf Kapustka weiter, doch der Youngstar traf nur das Außennetz (56.). Vier Minuten darauf holte sich der 19-jährige für ein überflüssiges Foul seine zweite Gelbe Karte ab und fehlt damit im Achtelfinale. Die Ukrainer reagierten nach dieser kurzen Schockstarre mit wütenden Angriffsbemühungen. Konopljánka schoss vom Sechzehnerrand drüber (63.).

Besonders brisant wurde das Geschehen in Minute 72: Konopljánkas Abschluss wurde geblockt, Zínčenko setzte den Rebound klar über das Tor. Zuvor war Zozúlja im Duell mit Pazdan zu Boden gegangen, erneut blieb ein Pfiff aus. Von den Polen kam mittlerweile offensiv fast gar nichts mehr. Einzige Ausnahme war ein Milik-Kopfball nach Freistoß des ebenfalls eingewechselten Grosicki, der das Tor verfehlte (74.).

Keeper Łukasz Fabiański behielt auch in der Schlussphase den Überblick.

In der Schlussphase wurden die Bemühungen der Ukrainer verzweifelter, der überfällige Ausgleich sollte aber nicht fallen. Zozúlja köpfte eine Fedéc’kyj-Flanke aus kurzer Distanz über den Kasten (80.), Fabiański entschärfte Fernschüsse von Rotán‘ (82.) und Jarmólenko (84.). Auch der schönste Angriff sollte nicht den ersehnten Treffer zur Folge haben. Butkó spielte mit Kovalénko Doppelpass, die anschließende Hereingabe klärte Krychowiak in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Zozúlja (86.).

So blieb die Einwechslung von Tymoščúk in der Nachspielzeit – der 37-jährige absolvierte damit sein 144. und letztes Länderspiel – der letzte nennenswerte Moment einer insgesamt enttäuschenden Europameisterschaft der Ukraine, die auch im dritten Spiel weder Punkt noch Tor verbuchen konnte. Für Polen steht mit der Schweiz der kommende Achtelfinalgegner bereits fest (Samstag 25. Juni, 15 Uhr).

Statistik:

Tor: 0:1 Błaszczykowski (54., Linksschuss, Milik)

Aufstellung (Ukraine): P-játov – Fedéc’kyj, Chačerídi, Kúčer, Butkó– Rotán‘, Stepanénko – Jarmólenko, Zínčenko, Konopljánka – Zozúlja

Aufstellung (Polen): Fabiański – Cionek, Glik, Pazdan, Jędrzejczyk – Krychowiak , Jodłowiec – Zieliński, Kapustka – Milik, Lewandowski

Wechsel (Ukraine): 73. Kovalénko für Zínčenko, 90.+2 Tymoščúk für Zozúlja

Wechsel (Polen): 46. Błaszczykowski für Zieliński, 71. Grosicki für Kapustka, 90.+3 Starzyński für Milik

Bank (Ukraine): Bójko (Tor), Ševčénko (Tor), Karavájev, Rakýc’kyj, Ševčúk, Hármaš, Rybálka, Sydorčuk, Budkívs’kyj, Selezn’óv

Bank (Polen): Boruc (Tor), Szczęsny (Tor), Piszczek, Salamon, Wawrzyniak, Linetty, Mączyński, Peszko, Stępiński

Gelbe Karten: Rotán‘ (25., Foulspiel), Kúčer (38., Foulspiel) – Kapustka (60., Foulspiel)

Schiedsrichter: Svein Oddvar Moen (Norwegen) – Kim Thomas Haglund (Norwegen), Frank Andås (Norwegen) – Ken Henry Johansen (Norwegen), Svein-Erik Edvartsen (Norwegen) – Hüseyin Göçek (Türkei) – Bahattin Duran (Türkei)

Anstoßzeit und Spielort: 21. Juni 2016/18:00 Uhr (UTC+2), Stade Vélodrome/Marseille

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