Boatengs Knaller bereitet den Weg

Veröffentlicht: 26. Juni 2016 in UEFA, UEFA EURO 2016
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Deutschland hat seine Aufgabe im Achtelfinale mit Bravour gelöst und die Slowakei klar mit 3:0 bezwungen. Schon nach acht Minuten brachte Boateng mit seinem ersten Länderspieltor eine DFB-Elf auf die Siegerstraße, die insbesondere in der ersten Hälfte stark agierte und fast nichts zuließ. So konnte sich Özil den Luxus eines vergebenen Elfmeters erlauben. Gómez legte kurz vor dem Kabinengang das 2:0 nach – keine zwei Minuten davor hatten die bis dato klar unterlegenen Slowaken ihre erste Chance verbucht. Zwar kamen die Ostmitteleuropäer mutiger aus der Pause, nach dem 3:0 von Draxler nach einer guten Stunde waren aber auch eventuelle Restzweifel am deutschen Weiterkommen beseitigt.

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Mann des Spiels: Julian Draxler (hier gegen Pekarík) legte ein Tor auf und erzielte das 3:0 selbst.

Bundestrainer Joachim Löw nahm nach dem 1:0 gegen Nordirland nur eine Änderung vor: Draxler begann für Götze links im Mittelfeld.

Die Slowakei hatte sich durch ein 0:0 gegen England als einer der besten Gruppendritten für das Achtelfinale qualifiziert. Im Vergleich zum Punktgewinn gegen die „Three Lions“ tauschte Trainer Jan Kozák viermal Personal. Gyömbér, Škriniar, Hrošovský und Ďuriš ersetzten Hubočan, Pečovský, Mak und Duda.

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Passt: Boateng erzielt das 1:0 per Volleyschuss.

Wenig überraschend nahm der Weltmeister das Heft des Handelns in die Hand, die Slowaken konzentrierten sich erst einmal auf Defensivarbeit. Allzu lange sollte es aber nicht bis zur ersten Chance des Favoriten dauern. Nach einer Freistoßflanke von Kroos brachte Khedira den Ball mit einer Mischung aus Kopf und Rücken auf das Tor, Keeper Kozáčik reagierte aber stark und lenkte den Ball über die Querlatte (7.).

Ein weiterer Standard sollte eine knappe Zeigerumdrehung später die deutsche Führung bringen. Škriniar klärte eine Ecke von Kroos zu kurz vor den Sechzehner, wo Boateng angerauscht kam und volley draufhielt. Der Hammer wurde vom unglücklichen Škriniar auch noch abgefälscht und landete so außerhalb der Reichweite von Kozáčik perfekt im linken unteren Eck (8.). Für Boateng war es im 63. Länderspiel der erste Torerfolg.

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Gehalten: Kozáčik entschärft Özils Elfmeter.

Selbst brachten die Slowaken bis dato nichts auf die Beine, vielmehr ging der Horrorauftakt nahtlos weiter. Škrtel schob und zog bei einer Flanke gegen Gómez, der folglich zu Boden ging. Schiedsrichter Marciniak (Polen) entschied korrekterweise auf Elfmeter und Gelb für den slowakischen Abwehrchef. Özil trat an, seinen halbhohen Schuss ins rechte Eck parierte aber Kozáčik (13.).

Für einen Bruch im deutschen Spiel sorgte das aber nicht. Die DFB-Elf ließ weiter geduldig Ball und Gegner laufen und suchte nach weiteren Lücken. Auch Abschlüsse verbuchten die Löw-Schützlinge, richtig gefährlich wurde aber erst wieder in Minute 24. Özil verzog nach Kopfballablage von Gómez knapp. Auch Müller versuchte sich, scheiterte aber aus der Distanz an Kozacik (26.) und brachte hinter seinen Kopfball nach Özil-Flanke nicht mehr den nötigen Druck (28.).

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In Torjägermanier: Mario Gómez legt kurz vor der Pause das 2:0 nach.

11:0 Torschüsse nach einer halben Stunde gaben ein klares Bild des Geschehens ab. Nach vorne setzten die Slowaken keinen Stich, dafür waren Pekarík und Co. defensiv stellenweise überfordert. Einzig die Chancenverwertung der Deutschen ließ zu wünschen übrig: Auch Draxlers Drehschuss fand nicht den Weg ins Netz (39.).

Dafür hätte es dann auf der Gegenseite beinahe eingeschlagen. Quasi aus dem Nichts erspielten sich die bis dato kaum in der gegnerischen Hälfte auftauchenden Slowaken eine exzellente Gelegenheit. Pekarík flankte von rechts an den zweiten Pfosten, wo Kucka Gegenspieler Kimmich übersprang, doch Neuer war zur Stelle und lenkte den Kopfball des Italien-Legionärs über das Tor (41.).

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Bemüht, aber unterlegen. Hier versucht sich Kucka aus der Distanz.

Gerade als die „Repre“ aufgewacht schien, erhöhten Özil und Co. auf 2:0. Gómez setzte auf links Draxler in Szene, der an Kucka vorbeiging und von der Grundlinie zurücklegte. Drei Meter vor dem Tor lauerte Gómez und netzte mit links problemlos unter die Latte ein (43.). Damit gab der Pausenstand den Spielverlauft auch besser wieder.

Mit Greguš für Weiss und mehr Mut starteten die Slowaken in Halbzeit Zwei. Nach Vorarbeit des bis dato blassen Hamšík feuerte Kucka vom Sechzehnerrand hart auf das Tor, sein Schuss landete jedoch in den Armen von Neuer (49.). Die Slowaken hatten das Spiel in die deutsche Hälfte verlagert, als der Weltmeister erneut zuschlug. Nach einer Ecke von Kroos setzte sich Hummels im Kopfballduell durch, der Ball landete drei Meter vor dem Tor bei Draxler, der seine starke Leistung mit einem Direktschuss ins linke Kreuzeck krönte (63.).

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Kunstschuss: Draxler entscheidet die Partie durch das 3:0.

Die endgültige Entscheidung war damit gefallen. Die DFB-Elf schaltete nun etwas zurück, die Slowaken bemühten sich zwar, wirkliche Hoffnung auf die Sensation bestand aber nicht mehr. Ďurica versuchte sich aus 20 Metern per Freistoß, sein guter Versuch knallte aber in die Werbebande (68.). Ansonsten plätscherte die Partie vor sich hin, wirklich zwingend agierte kaum einer Akteure. In der Nachspielzeit verhinderte der starke Kozáčik gegen Kroos nach Müller-Querpass eine höhere Niederlage seines Teams (90.+1).

Durch das verdiente 3:0 hat Deutschland damit seine Aufgabe erledigt und kann entspannt auf den Gegner im Viertelfinale warten, der Italien oder Spanien heißen wird. Das Viertelfinale wird am 2. Juni (21 Uhr) in Bordeaux stattfinden.

Statistik:

Tore: 1:0 Boateng (8., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit), 2:0 Gómez (43., Linksschuss, Draxler), 3:0 Draxler (63., Rechtsschuss, Hummels)

Aufstellung (Deutschland): Neuer – Kimmich, Boateng, Hummels, Hector – Khedira, Kroos – Müller, Özil, Draxler – Gómez

Aufstellung (Slowakei): Kozáčik – Pekarík, Škrtel, Ďurica, Gyömbér – Škriniar – Kucka, Hrošovský, Hamšík, Weiss – Ďuriš

Wechsel (Deutschland): 71. Höwedes für Boateng, 72. Podolski für Draxler, 76. Schweinsteiger für Khedira

Wechsel (Slowakei): 46. Greguš für Weiss, 64. Šesták für Ďuriš, 84. Saláta für Gyömbér

Bank (Deutschland): Leno (Tor), ter Stegen (Tor), Can, Mustafi, Tah, Götze, Sané, Schürrle, Weigl

Bank (Slowakei): Mucha (Tor), Novota (Tor), Hubočan, Švento, Duda, Mak, Pečovský, Stoch, Nemec

Gelbe Karten: Kimmich (46., Handspiel), Hummels (67., Foulspiel) – Škrtel (13., Foulspiel), Kucka (90.+1, Foulspiel)

Besonderes Vorkommnis: Kozáčik hält Foulelfmeter von Özil (13., Škrtel an Gómez)

Schiedsrichter: Szymon Marciniak (Polen) – Paweł Sokolnicki (Polen), Tomasz Listkiewicz (Polen) – Paweł Raczkowski (Polen), Tomasz Musiał (Polen) – Björn Kuipers (Niederlande) – Erwin Zeinstra (Niederlande)

Anstoßzeit und Spielort: 26. Juni 2016/18:00 Uhr (UTC+2), Stade Pierre-Mauroy/Villeneuve-d’Ascq (Lille)

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