Moreno macht Portugal einen Strich durch die Rechnung

Veröffentlicht: 19. Juni 2017 in CONCACAF, FIFA Confederations Cup 2017, UEFA
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Dank eines späten Treffers von Verteidiger Héctor Moreno kam Mexiko im zweiten Spiel der Gruppe A zu einem gerechten 2:2 gegen Portugal. Die „El Tri“ war dabei über weite Strecken die aktivere Mannschaft, fand gegen defensiv ausgerichtete Portugiesen aber nur wenig Lücken. Der Europameister zeigte sich dagegen vor dem Tor effektiv und steckte auch einen durch den Video-Assistenten aberkannten Treffer gut weg. Letztendlich sollte aber die zweimalige Führung nicht für einen Sieg reichen.

Die pure Freude: Mexikos Spieler feiern Héctor Moreno, der in der Nachspielzeit das 2:2 erzielt hat.

Portugals Trainer Fernando Santos bot in der Startelf neben dem zuletzt wegen nicht-sportlichen Gründen in die Schlagzeilen geratenen Cristiano Ronaldo auch die Veteranen Nani, Ricardo Quaresma, Pepe und Rui Patrício auf. Juan Carlos Osorio, verantwortlich für die mexikanische Auswahl, konnte auf eine brandgefährliche Offensive zurückgreifen. In vorderster Front flankierten Carlos Vela und Raúl Jiménez Leverkusens Javier „Chicharito“ Hernández.

Das Duell der beiden Gruppenfavoriten nahm nur sehr langsam Fahrt auf. Die Portugiesen überließen Mexiko den Löwenanteil an Ballbesitz und beschränkten sich darauf, die Räume für Vela und Co. zu verdichten. Dennoch war es der Europameister, der nach etwas mehr als fünfzehn Minuten Abtastphase den ersten Abschluss durch Ricardo Quaresma verbuchte (17.).

Zu früh gefreut: Pepe bejubelt das scheinbare 1:0, doch die Video-Schiedsrichter erkannten zuvor eine Abseitssituation.

Aufregung in die recht überschaubare Anfangsphase brachte dann eine Szene in der 20. Minute. Cristiano Ronaldo blieb mit einem Freistoß in der Mauer hängen. João Moutinho brachte den Ball erneut in den Strafraum, wo Pepe eher unfreiwillig zum Sechzehnerrand für Ronaldo ablegte. Dessen Dropkick landete an der Latte, dann kam André Gomes zum Abschluss, den Nani ins Tor verlängerte. 1:0? Nein, denn Schiedsrichter Pitana (Argentinien) entschied nach Rücksprache mit den Video-Schiedsrichtern auf Abseits – und zwar bereits bei der Hereingabe von João Moutinho.

Es schien dennoch so, als ob diese Szene die Portugiesen aus ihrer Passivität geweckt hatte, denn die Seleção wirkte nun deutlich zielstrebiger. André Gomes (23.) und Ricardo Quaresma (23.) durften sich Abschlüsse aufschreiben, dann nahm Quaresma seinen Außenverteidiger Cédric mit, doch Ochoa ging dazwischen (26.).

Technisch stark hat Ricardo Quaresma soeben das 1:0 erzielt.

„El Tri“ wackelte etwas, kam aber immerhin durch einen Freistoß von Vela, der das Tor verfehlte, zu ihrer ersten Torannäherung (30.). In der Folge stand dann Mexikos Rechtsverteidiger Salcedo im Mittelpunkt. Zuerst lenkte er eine William-Flanke aus dem Halbfeld per Kopf auf das eigene Tor und zwang Ochoa zu einer Glanzparade (33.).

Keine Minute später verschätze sich der zukünftige Frankfurter, sodass Cristiano Ronaldo auf links auf und davon war. Im Strafraum konzentrierten sich dann drei Gegenspieler auf Portugals Kapitän, der mit viel Übersicht auf den freien Ricardo Quaresma querlegte. Der ließ Ochoa geschickt aussteigen und schob zur 1:0-Führung ein (34.).

Chicharito schlägt zu: Javier Hernández köpft zum 1:1 ein.

Der Rückstand schien den bis dato wenig durchschlagskräftigen Mexikanern aber mehr Zielstrebigkeit zu geben. Hernández köpfte eine Vela-Flanke in die Arme von Rui Patrício (38.). Auf der Gegenseite hätte Quaresma erhöhen können, zeigte sich nach einer Hackenablage von Ronaldo zu eigensinnig und versuchte es selbst, anstatt die besser postierten Mitspieler zu bedienen (40.).

Das sollte sich wenig später rächen. Jiménez flanke mit Schnitt von links, Dortmunds Raphaël Guerreiro schlug am Ball vorbei. Vela übernahm das Spielgerät und chippte es an den Fünfer, wo Hernández sich unnachahmlich durchsetzte und Rui Patrício mit einem wuchtigen Kopfball bezwang (42.). Quasi mit dem Pausenpfiff hätte „Chicharito“ die Partie sogar drehen können, schoss nach einer Jiménez-Vorlage aber aus elf Metern freistehend klar über das Tor (45.+1).

Cédric feiert das 2:1.

Nach Wiederbeginn wurde das Geschehen auf den Rasen eher noch zäher, da Portugal sich in der eigenen Hälfte verschanzte und auf Umschaltsituationen lauerte. Da es diese aber ebenso wenig gab wie Ideen der Mexikaner, das Bollwerk zu knacken, waren ein von Pepe geblockter Schuss von Jiménez (52.) und ein zu hoch angesetzter Freistoß von Layún (69.) die einzigen „Highlights“.

Die Schlussphase sollte aber für viel Leerlauf entschädigen. Quaresma und Giovani dos Santos feuerten in derselben Minute jeweils Warnschüsse ab (80.), nahe dran am Torerfolg war ein anderer Joker. Der für Quaresma kurz zuvor gekommene André Silva kam nach einer Flanke von André Gomes zum Kopfball, doch Ochoa kratzte den Ball noch von der Linie (85.).

Moreno trifft spät zum verdienten Ausgleich.

Eine Minute später war der Schlussmann aber geschlagen. Eine Hereingabe von Gelson Martins prallte von Herrera ab und in den Laufweg von Cédric. Der Rechtsverteidiger zog aus gut sieben Metern halbrechter Position ab und Herrera fälschte den Schuss über Ochoa weg in die Maschen ab (86.). Eine Koproduktion der Joker André Silva und Gelson Martins hätte Portugal gar fast das dritte Tor bescherte, doch der Drehschuss des letzteren verfehlte das Gehäuse knapp (89.).

Dies sollte sich wie in Halbzeit Eins rächen: Jonathan dos Santos schlug in der Nachspielzeit eine Ecke an den Fünfmeterraum, wo sich der aufgerückte Innenverteidiger Héctor Moreno gegen José Fonte durchsetzte und mit Hilfe des rechten Innenpfostens zum 2:2 einköpfte (90.+1). Aufgrund der Spielanteile war das Unentschieden am Ende auch ein gerechtes Ergebnis.

Portugal trifft am zweiten Spieltag auf Gastgeber Russland (Mittwoch, 17 Uhr). Mexiko bekommt es drei Stunden später mit Neuseeland zu tun.

Statistik:

Tore: 1:0 Ricardo Quaresma (34., Rechtsschuss, Cristiano Ronaldo), 1:1 J. Hernández (42., Kopfball, Vela), 2:1 Cédric (86., Rechtsschuss, ohne Vorarbeit), 2:2 Moreno (90.+1, Kopfball, J. dos Santos)

Aufstellung (Portugal): Rui Patrício – Cédric, Pepe, José Fonte, Raphaël Guerreiro – William, João Moutinho – Ricardo Quaresma, André Gomes – Nani, Cristiano Ronaldo

Aufstellung (Mexiko): Ochoa – Salcedo, D. Reyes, Moreno, Layún – J. dos Santos, H. Herrera, Guardado – Vela, J. Hernández, Jiménez

Wechsel (Portugal): 58. Gelson Martins für Nani, 58. Adrien Silva für João Moutinho, 82. André Silva für Ricardo Quaresma

Wechsel (Mexiko): 57. G. dos Santos für Vela, 67. Araujo für Salcedo, 79. Peralta für Jiménez

Bank (Portugal): Beto (Tor), José Sá (Tor), Bruno Alves, Eliseu, Luís Neto, Nélson Semedo, Bernardo Silva, Danilo, Pizzi

Bank (Mexiko): Cota (Tor), Talavera (Tor), Alanís, Márquez, L. Reyes, Aquino, Damm, Fabián, Lozano

Gelbe Karten: Adrien Silva (68., Foulspiel), André Gomes (90.+2, Meckern) – Guardado (73., Foulspiel)

Schiedsrichter: Néstor Pitana (Argentinien) – Hernán Maidana (Argentinien), Juan Pablo Belatti (Argentinien) – Abdelkader Zitouni (Tahiti) – Jair Marrufo (USA), Dalibor Đurđević (Serbien); Ovidiu Alin Hațegan (Rumänien)

Anstoßzeit und Spielort: 18. Juni 2017/18:00 Uhr (UTC+3), Kazán‘ Aréna/Kazán‘

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