Peralta bleibt Neuseelands Albtraum

Veröffentlicht: 22. Juni 2017 in CONCACAF, FIFA Confederations Cup 2017, OFC
Schlagwörter:, , , ,

Mexiko musste gegen Neuseeland ein hartes Stück Arbeit verrichten. In der ersten Halbzeit zeigten sich die Kiwis gegenüber dem Auftritt gegen Russland stark verbessert und nahmen dank eines Treffers von Wood eine verdiente Führung in die Kabinen. „El Tri“ kam mit Schwung aus der Pause, die Belohnung folgte durch das 1:1 von Jiménez. Peralta drehte die Partie in der 72. Minute, doch die „All Whites“ waren noch nicht geschlagen: Thomas traf die Latte. In der Nachspielzeit eskalierte das Geschehen auf dem Rasen.

Auf Messers Schneide: Hier verhindert Smith gegen Jiménez kurz vor Schluss das 3:1.

Im Vergleich zum späten Punktgewinn beim 2:2 gegen Portugal warf Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio die Rotationsmaschine an. Nur Salcedo, Jiménez und Diego Reyes blieben in der Startelf, ansonsten gab es acht Wechsel. Im Sturm begann unter anderem Oribe Peralta, der in den Play-Off-Spielen zur WM 2014 gegen Neuseeland fünf Tore erzielt hatte.

Der Ozeanienmeister hatte beim 0:2 gegen Russland über weite Strecken enttäuscht. Coach Anthony Hudson ersetzte Rechtsverteidiger Colvey durch Ingham. Im Mittelfeld übernahm Talent Lewis für Barbarouses.

Die „All Whites“ machten sich vom Anpfiff an daran, Wiedergutmachung für das Auftaktspiel zu leisten, agierten deutlich mutiger und spielten zielstrebig nach vorne. So war es keine Überraschung, dass auch der erste Abschluss von den Kiwis abgegeben wurde. Bei dem Distanzversuch von Thomas fehlte aber einiges (5.).

Gerade durch Standards sorgten Tommy Smith und Co. immer wieder für Gefahr für das Tor von Talavera.

Die Mexikaner versuchten zwar über ihre schnellen Außen Damm und Aquino die neuseeländische Abwehr zu überspielen und dann den Ball in die Rückräume zu bringen, doch der aufmerksame Ozeanienmeister stand gut.

Standards erwiesen sich als eine ausgezeichnete Waffe der Neuseeländer: In der zehnten Minute verlängerte Boxall einen Freistoß von McGlinchey zu Smith, sodass Salcedo in höchster Not retten musste. Auf der Gegenseite gelang Aquino ein Durchbruch, bei seiner Flanke behinderten sich dann aber dos Santos und Peralta gegenseitig, sodass nur wenig Gefahr entstand (13.). Immer wieder blieben die Mittelamerikaner in der vielbeinigen Abwehr hängen, so auch erneut dos Santos (16.).

Durchgehend in Strafraumnähe kam Mexiko aber nicht, Neuseeland gestaltete das Spiel ausgeglichen und kam durch Smith nach einer Ecke von Rojas zur nächsten Torannäherung (20.). Talavera hielt den Kopfball aber sicher. Deutlich mehr gefordert war der Schlussmann in der 27. Minute. Salcedo hatte sich nach einem Zweikampf mit Wood an der Schulter verletzt, das Spiel lief aber weiter. McGlinchey bediente Wood, der frei vor Talevera stand, aber am Keeper scheiterte.

Eiskalt vollstreckt: Chris Wood belohnt Neuseeland kurz vor der Pause mit dem 0:1.

Salcedo musste minutenlang behandelt werden, Moreno ersetzte ihn schließlich. An der Auslinie zeigte sich Osorio derweil erbost darüber, dass die Partie nicht unterbrochen wurde und vergriff sich dabei auch gegenüber seinem Kollegen Hudson im Ton. Nach gut fünf Minuten konnte das Spiel dann schließlich fortgesetzt werden.

Mexiko schleppte sich in Richtung Halbzeit, die zweikampfstarken Neuseeländer belohnten sich stattdessen mit der Führung. Araujo spielte einen Fehlpass in die Füße von Lewis, der gedankenschnell für Wood durchsteckte. Diesmal ließ der Kapitän Talavera keine Chance – 0:1 (42.). Ein keineswegs unverdienter Spielstand, präsentierten sich die Kiwis doch mehr als ebenbürtig.

Sinnbild des mexikanischen Aufschwungs nach der Pause: Linksaußen Javier Aquino, hier gegen Dane Ingham.

In der Pause hatte es in der mexikanischen Kabine wohl ein ordentliches Donnerwetter gegeben, denn die Mittelamerikaner zeigten sich wie ausgewechselt. Mit Herrera für Alanís startete das CONCACAF-Team mit mehr Zielstrebigkeit und drängte sofort auf den Ausgleich. Aquino kam links im Strafraum nach einem umherflipperten Ball zum Abschluss, Marinović rettete stark mit einer Hand (49.). Eine Minute später legte Damm perfekt zurück für Giovani dos Santos, der seinen Schuss aber zu hoch ansetzte (50.).

In die mexikanische Angriffswelle hinein hätte Wood beinahe ein zweites Tor nachgelegt. Erneut Lewis hatte den Stürmer mit einem herrlichen Zuspiel bedient, doch der zögerte einen Moment zu lange, sodass der aufmerksame Talavera dazwischen gehen konnte (53.).

Statt 0:2 stand es kurz darauf 1:1. Der nicht zu stoppende Aquino war von links in die Mitte gezogen und hatte Fabián angespielt, der sofort weiter auf Jiménez leitete. Der Stürmer drehte sich an der Sechzehnerlinie um die eigene Achse und traf herrlich ins linke obere Eck – Marinović war noch dran, konnte den herrlichen Treffer aber nicht mehr verhindern (54.).

Zum Schreien: Oribe Peralta war einmal mehr Neuseelands Albtraum.

Damit war Mexikos Anfangsschwung aber scheinbar aufgebraucht. Zwar sorgten gerade die Außen Damm und Aquino immer wieder für Gefahr, doch Neuseeland kämpfte sich zurück ins Spiel, kam selbst wieder vor das gegnerische Tor und hielt die Partie so offen. Damm servierte Reyes eine gute Gelegenheit, doch sein Kopfball landete bei Marinović (60.). Für die „All Whites“ zielte Rojas per Freistoß zu hoch (62.), ein Distanzschuss von Thomas wurde abgeblockt (63.).

Mexikos schnelle Außenspieler erwiesen sich als entscheidend. Nach einer diskussionswürdigen Szene im Mittelfeld lief das Spiel weiter, Aquino enteilte auf links Ingham und fand mit seinem Pass von der Grundlinie Peralta, der vom linken Eck des Fünfers abzog und etwas Hilfe vom linken Innenpfosten bekam, sodass der Ball im kurzen Eck einschlug (72.).

Der Gegentreffer entmutigte den Ozeanien-Vertreter aber keineswegs. Nach einem weiten Einwurf von Tuiloma prüfte Thomas per Kopf Talavera (75.). Mexiko boten sich nun Räume, Damm agierte bei einem Konter aber zu eigensinnig und feuerte drüber (76.).

Ryan Thomas, hier gegen Frankfurts Fabián, kam dem 2:2 ganz nahe.

Die sich nie aufgebenden Kiwis waren dem Ausgleich in der Schlussphase ganz nahe. Der aufgerückte Boxall setzte Thomas in Szene, doch dessen Schlenzer vom Strafraumrand prallte vom Lattenkreuz ins Feld zurück. Talavera wäre chancenlos gewesen (85.). Für Mexiko verpasste Damm nach klugem Zuspiel von Jiménez im Duell mit Marinović das 3:1 (86.). In der 89. Minute war auch der Unterhachinger Torwart geschlagen. Natürlich Aquino hatte für Jiménez serviert, doch Smith rettete stark auf der Linie.

Unschön wurde es in der Nachspielzeit. Reyes zog Boxall über gefühlt fünfzehn Meter am Trikot, der Neuseeländer grätschte daraufhin hart gegen Herrera und geriet mit diesem aneinander. Binnen Sekunden artete die Angelegenheit zu einem wüsten Handgemenge fast aller Spieler aus. Schiedsrichter Gassama und Assistenten bekamen die Situation kaum unter Kontrolle, es folgte ein Studium der Bilder durch die Video-Schiedsrichter und Gassama selbst. Das Resultat: Gelb für Reyes wegen dessen Fouls und für Herrera und Boxall, die die Eskalation eingeleitet hatten. Dabei wären sicherlich auch einige Platzverweise zu rechtfertigen gewesen.

Unschöne Szenen in der Nachspielzeit. Auslöser war ein taktisches Foul von Diego Reyes.

Als Folge daraus wurden fast neun Minuten nachgespielt, der Freistoß selbst blieb ohne Folgen. Damm scheiterte ein letztes Mal an Marinović (90.+8), dann war der hart erkämpfte Erfolg für die Mittelamerikaner in trockenen Tüchern. Neuseeland kam trotzt einer insgesamt starken Leistung nicht zu einem Punktgewinn und ist damit ausgeschieden.

Am letzten Spieltag am Samstag trifft Mexiko auf Russland (17 Uhr deutscher Zeit). Zeitgleich spielt Neuseeland gegen Portugal.

Statistik:

Tore: 0:1 Wood (42., Rechtsschuss, Lewis), 1:1 Jiménez (54., Rechtsschuss, Fabián), 2:1 Peralta (72., Linksschuss, Aquino)

Aufstellung (Mexiko): Talavera – Salcedo, Araujo, Alanís – D. Reyes – Fabián, G. dos Santos – Damm, Aquino – Peralta, Jiménez

Aufstellung (Neuseeland): Marinović – Ingham, Boxall, Durante, Smith, Wynne – Lewis, McGlinchey, Thomas – Rojas, Wood

Wechsel (Mexiko): 33. Moreno für Salcedo, 46. H. Herrera für Alanís, 68. Márquez für Moreno

Wechsel (Neuseeland): 58. Tuiloma für Lewis, 73. Barbarouses für Rojas, 82. Patterson für Inghma

Bank (Mexiko): Cota (Tor), Ochoa (Tor), Layún, L. Reyes, J. dos Santos, Guardado, J. Hernández, Lozano, Vela

Bank (Neuseeland): Moss (Tor), Williams (Tor), Brotherton, Colvey, Doyle, Roux, Tzimopoulos, Rufer, Smeltz

Gelbe Karten: H. Herrera (90.+5, Rangelei), D. Reyes (90.+6, Foulspiel), – Thomas (26., Foulspiel), Boxall (90.+6, Rangelei)

Schiedsrichter: Bakary Gassama (Gambia) – Jean-Claude Birumushahu (Burundi), Aden Marwan Range (Kenia) – Abdelkader Zitouni (Tahiti) – Clément Turpin (Frankreich), Robert Vukan (Slowenien); Malang Diedhiou (Senegal)

Anstoßzeit und Spielort: 21. Juni 2017/21:00 Uhr (UTC+3), Fišt Stadión/Sóči

Advertisements
Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s